elythomaslumber
Aktives Mitglied
als ich Anfang des Jahres meine EQ6R-Pro bekommen habe, war ich nur visuell unterwegs und doch habe ich mir von Anfang an angewöhnt, das so genau wie möglich zu machen.
Irgendwann habe ich mich dann mal überwunden, den Polsucher von der heimischen Terrasse aus solala zu justieren. Max. Entfernung zum nächstmöglichen Fixpunkt leider nur ca. 300m. Ein verfrachten ins Auto und die Suche nach einem geeigneteren Punkt, ja da war ich zu faul… 
Irgendwann dann im laufe der Monate habe ich mit der Astrofotografie begonnen. Einnorden auf Polaris ging dank üben immer schneller. Zum Glück hat mein Nachbar einen häßlich gestutzten, aber markanten Baum genau unter Polaris. Ein augenscheinliches Peilen in die Senkrechte reicht, um Polaris immer direkt im Polsucher landen zu lassen.
Zunächst immer Kurzzeitbelichtungen mit 30-45sek, alles wunderbar.
Dann irgendwann angefangen mit Langzeitbelichtungen und Guiding mit dem Astroberry. Auch alles wunderbar. Nur störte mich, dass andere beim Guiding viel kleinere Korrekturwerte hinbekommen haben. Der angehängte Screenshot ist einer meiner guten Ergebnisse.
Gestern dann ein Video gefunden, in dem für mich Faultier eine Inhouse Justage des Polsuchers beschrieben wurde: https://www.youtube.com/watch?v=vQUYjsmI5lY&list=LL&index=2
Sicher nicht mit der klassischen Methode vergleichbar, aber mal sehen, wie gut meine Einstellung war.
Also ein DINA4 Blatt mit Markierungen ins Badezimmerfenster geklebt, die EQ6 mit gesenktem Kopf ins Ziel gebracht und… KATASTROPHE… Daß die Glasplatte im Polarsucher werkseitig um 90° versetzt eingebaut war wie bei vielen anderen auch wußte ich, aber erst jetzt fiel mir anhand der senkrechten Linien auf, dass die Platte um mehrere Grad verdreht war. Beim durchschwenken der RA Achse um 180° dann der totale Versatz des Zentrums zur Markierung im Bad.


Eine Suche im Web nach einer genauen Anleitung incl. Bildern ergab dann einen der wenigen Treffer: https://forum.astronomie.de/threads/skywatcher-hm6-pfgp-polsucher-fuer-neq5-optimieren.246983/
Nicht schlecht, vor allem der Tip, die Strichplatte mithilfe eines Radiergummis zu drehen. Nur leider tat sich bei mir nichts. Alle 3 Madenschrauben waren schon ziemlich lose, die Strichplatte kippelte nach vorne und hinten, aber drehen ging nicht. Dann mit 2 spitzen Druckbleistiften in die Kerben der Strichplattenhalterung und versucht, zu drehen, Knie und Rücken schmerzten schon. Nichts zu machen. Also die 3 Madenschrauben noch ein bisschen mehr gelöst, da diese sich vermutlich ins Material eingegraben haben. Bingo, jetzt dreht sie sich … und plumps fiel sie mir entgegen, sch…ade…


OK, jetzt wo sie eh draussen ist, kann ich beim Einbau auch gleich um 90° drehen und dabei sollten dann auch die tatsächlich vorhandenen tiefen Einkerbungen durch die Madenschrauben an eine andere Stelle wandern. Mit einer Hilfskonstruktion aus 2 Stückchen Tesafilm (Die Strichplatte ist im Haltering tief eingesetzt), dann diese wieder in ins Rohr bugsiert, schnell die Madenschrauben wieder etwas eingedreht und voilà, jetzt läßt sich diese auch drehen.
Leider kann man ohne eingeschraubtes Okular die winzigen eingeätzten Striche nur schemenhaft im Gegenlicht bei etwas Abstand zum Auge erkennen, also Okular eindrehen und scharfstellen, Madenschrauben leicht anziehen. Das Spielchen, rausdrehen des Okulars drehen der Strichplatte und eindrehen der Platte darf man jetzt ein paar mal durchexerzieren, bis man mit gutem Auge und Glück die Striche senkrecht und Horizontal gesetzt hat. Soweit so gut. Aber nun kommt der eigentliche Akt der Ausrichtung über die Madenschrauben und der läßt die Platte gerne auch mal wieder etwas wandern (drehen). Wäre ich Raucher, bräuchte ich jetzt ganz schnell eine HB…


Aber irgendwann war es dann soweit, Striche in der selbst gesetzten Toleranz senkrecht und mit den Madenschrauben so justiert, dass der Zielkreis beim durchwandern der 180° RA Achse nahezu zentrisch bleibt. Reicht, Schrauben vorsichtig anziehen, Bolzen der Höheneinstellung wieder einschrauben, ab ins Sofa und erst mal entspannen nach 3h Arbeit.
Nie mehr fass ich das an…
Und der Praxistest am Himmel steht ja noch aus.

Grüße
Hartmut
Persönliches Logbuch: einmal durch Hölle gegangen und dabei was gelernt...
Irgendwann dann im laufe der Monate habe ich mit der Astrofotografie begonnen. Einnorden auf Polaris ging dank üben immer schneller. Zum Glück hat mein Nachbar einen häßlich gestutzten, aber markanten Baum genau unter Polaris. Ein augenscheinliches Peilen in die Senkrechte reicht, um Polaris immer direkt im Polsucher landen zu lassen.
Zunächst immer Kurzzeitbelichtungen mit 30-45sek, alles wunderbar.
Dann irgendwann angefangen mit Langzeitbelichtungen und Guiding mit dem Astroberry. Auch alles wunderbar. Nur störte mich, dass andere beim Guiding viel kleinere Korrekturwerte hinbekommen haben. Der angehängte Screenshot ist einer meiner guten Ergebnisse.
Gestern dann ein Video gefunden, in dem für mich Faultier eine Inhouse Justage des Polsuchers beschrieben wurde: https://www.youtube.com/watch?v=vQUYjsmI5lY&list=LL&index=2
Sicher nicht mit der klassischen Methode vergleichbar, aber mal sehen, wie gut meine Einstellung war.
Also ein DINA4 Blatt mit Markierungen ins Badezimmerfenster geklebt, die EQ6 mit gesenktem Kopf ins Ziel gebracht und… KATASTROPHE… Daß die Glasplatte im Polarsucher werkseitig um 90° versetzt eingebaut war wie bei vielen anderen auch wußte ich, aber erst jetzt fiel mir anhand der senkrechten Linien auf, dass die Platte um mehrere Grad verdreht war. Beim durchschwenken der RA Achse um 180° dann der totale Versatz des Zentrums zur Markierung im Bad.
Eine Suche im Web nach einer genauen Anleitung incl. Bildern ergab dann einen der wenigen Treffer: https://forum.astronomie.de/threads/skywatcher-hm6-pfgp-polsucher-fuer-neq5-optimieren.246983/
Nicht schlecht, vor allem der Tip, die Strichplatte mithilfe eines Radiergummis zu drehen. Nur leider tat sich bei mir nichts. Alle 3 Madenschrauben waren schon ziemlich lose, die Strichplatte kippelte nach vorne und hinten, aber drehen ging nicht. Dann mit 2 spitzen Druckbleistiften in die Kerben der Strichplattenhalterung und versucht, zu drehen, Knie und Rücken schmerzten schon. Nichts zu machen. Also die 3 Madenschrauben noch ein bisschen mehr gelöst, da diese sich vermutlich ins Material eingegraben haben. Bingo, jetzt dreht sie sich … und plumps fiel sie mir entgegen, sch…ade…
OK, jetzt wo sie eh draussen ist, kann ich beim Einbau auch gleich um 90° drehen und dabei sollten dann auch die tatsächlich vorhandenen tiefen Einkerbungen durch die Madenschrauben an eine andere Stelle wandern. Mit einer Hilfskonstruktion aus 2 Stückchen Tesafilm (Die Strichplatte ist im Haltering tief eingesetzt), dann diese wieder in ins Rohr bugsiert, schnell die Madenschrauben wieder etwas eingedreht und voilà, jetzt läßt sich diese auch drehen.
Leider kann man ohne eingeschraubtes Okular die winzigen eingeätzten Striche nur schemenhaft im Gegenlicht bei etwas Abstand zum Auge erkennen, also Okular eindrehen und scharfstellen, Madenschrauben leicht anziehen. Das Spielchen, rausdrehen des Okulars drehen der Strichplatte und eindrehen der Platte darf man jetzt ein paar mal durchexerzieren, bis man mit gutem Auge und Glück die Striche senkrecht und Horizontal gesetzt hat. Soweit so gut. Aber nun kommt der eigentliche Akt der Ausrichtung über die Madenschrauben und der läßt die Platte gerne auch mal wieder etwas wandern (drehen). Wäre ich Raucher, bräuchte ich jetzt ganz schnell eine HB…
Aber irgendwann war es dann soweit, Striche in der selbst gesetzten Toleranz senkrecht und mit den Madenschrauben so justiert, dass der Zielkreis beim durchwandern der 180° RA Achse nahezu zentrisch bleibt. Reicht, Schrauben vorsichtig anziehen, Bolzen der Höheneinstellung wieder einschrauben, ab ins Sofa und erst mal entspannen nach 3h Arbeit.
Und der Praxistest am Himmel steht ja noch aus.
Grüße
Hartmut
Persönliches Logbuch: einmal durch Hölle gegangen und dabei was gelernt...
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