Porro-Alternative zum Fujinon 10x50 | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Porro-Alternative zum Fujinon 10x50

ReneM

Mitglied
Hallo zusammen.

ich suche gerade nach einem schönen 10x50 Porroprismen-FG. Dabei ist das Fujinon 10x50 FMT SX natürlich mein Favorit, neu aber zu teuer ... und gebraucht ist die Suche ggf. aussichtslos, hier im Forum wurden schon ewig keine 10x50-Fujis mehr angeboten.
Deshalb suche ich nach Alternativen - Budget 300-500 EUR.

In den Sinn kommen mir nach ersten Recherchen:

Nikon 10x50 CF WP (nur eine bessere Version des Nikon Action Ex?)
Vixen 10x50 Ascot ZR
Pentax 10x50 PCF WP II
(habe hier von Randunschärfe und ungemütlich harten Augenmuscheln gelesen - dramatisch oder verschmerzbar)

Hat einer von Euch eines der Gläser und kann ein paar Aussagen dazu treffen oder könnt ihr weitere Porro-Alternativ-Vorschläge machen?

Vielen Dank vorab für Eure Antworten

Rene
 

Nachtschwalbe

Mitglied
Hallo Rene,
ich hatte mal das Fuji 16x70 gegen das 16x70 Lunt verglichen, letzteres hatte mir besser gefallen.
Wie das nun bei den 10x50 ist kann ich daher nur vermuten, es wäre sicher ein Test Wert...
Die Sterne sind im Ultravid aber schöner warum hast du das denn verkauft ?
Viele Grüße Alex
 

b_schaefer

Mitglied
Hallo René,

ich habe den Vorgänger vom aktuellen Vixen Ascot ZR Wide. Noch die schlanke, leichtere Version ohne Wasserdichtigkeit. Das ist tatsachlich nicht schlecht, wie ich finde.

Tagsüber ist für mich der Schärfeabfall schon bei ca. 60% der Bildhöhe bemerkbar. Er geht aber offenbar auf das Konto einer gewissen Bildfeldwölbung und lässt sich großteils wegfokussieren. Ein äußerer Rand von etwa 10% ist unrettbar unscharf. Nachts ist allerdings die Unschärfe im Feld für mich nicht mehr erkennbar, nur der unscharfe äußere Rand bleibt.

Kontraste und Farben sind bei meinem Gerät (frühe 90er-Jahre) sehr gut, knapp unter dem Level aktueller Gläser, aber deutlich oberhalb meines (generalüberholten) 12x50 Dodecarem aus Jena.

Alles in allem nicht schlecht, aber eigentlich keine ernsthafte Konkurrenz zu Deinem aktuellen 10x50. Wie viel besser noch das neue Ascot ausfällt, vermag ich nicht zu sagen.

Viele Grüße
Sebastian
 

UwePilz

Mitglied
> ich hatte mal das Fuji 16x70 gegen das 16x70 Lunt verglichen, letzteres hatte mir besser gefallen.

Ich hatte mir das auch mal angesehen. Da Lunt eine längere Brennweite benutzt (und das Instrument dadurch insgesamt länger wird), sind alle optischen Probleme kleiner, von der Farbkorrektur bis zum Augenabstand. Das merkt man natürlich. Das Lunt ist optisch ein ordentlich gebautes Gerät, was wegen dieser Wahl (Brennweite) merklich besser ist.
Mechanisch lässt sich das erst sagen, wenn Lunts ein paar Jahre im Einsatz sind. Fuji baut ja sehr robust.
 

ReneM

Mitglied
Hallo zusammen,

das Lunt hatte ich nicht auf meinem Zettel, danke Alex. Es scheint nur leider gerade auch überall vergriffen zu sein.
Aber sagt mal, ich habe den Eindruck, das Lunt und das APM 10 x 50 Magnesium ED APO sind beide ganz dicht beieinander, wenn nicht sogar baugleich?
Bei der Beizeichnung "ED APO" vom APM kräuseln sich mir mal wieder die Fußnägel nach oben.

Sebastian, das Vixen Ascot Wide hat über 8° GF. Schon Wahnsinn, aber eben mit zu großen Abstrichen bei der Randschärfe. Das normale Ascot kommt mit 6,5° GF aus.

Das Nikon 10x35 EII hat es mir noch angetan. Eine AP von 3,5 mm halte ich für überaus interessant. Hat das jemand und ist damit astronomisch unterwegs. Das wäre das einzige Glas, bei dem ich mir vorstellen könnte, von meinen 10x"50" Vorgaben abzuweichen.

Viele Grüße

Rene

Achso, Alex. Warum ich mein Ultravid verkauft habe? Ich habe es ausschließlich nachts genutzt. Dafür war es fantastisch, aber ein wenig auch wie Perlen vor die Säue. Ein gutes Porroprismen-Fernglas mit besserem Preis-/Leistungsverhältnis macht es da auch.
"Perlen vor die Säue" scheint ein Dauerbrenner bei mir zu sein (Takahashi FSQ fürs Visuelle/ Traveldob Gitterrohrdobson für die Gartenbeobachtung) , aber irgendwann besinne ich mich dann ja wieder ... :whistle: :cool: .
 

MikeS55

Mitglied
Hallo Rene,

hast Du mal über ein Zeiss Jena Dekarem/Jenoptem 10x50 nachgedacht:unsure:

Den Vergleich Lunt 16x70 und Fujinon 16x70 habe ich auch hinter mir.
Mir hat das Fujinon deutlich besser gefallen. Am Sternhimmel zog das Fujinon deutlich vorbei. Sternabbildung, Randschärfe, Bildruhe. Das Fujinon muss einem halt an den Augen passen. Der Einblick ist für manch einen kritisch.

Grüße

Mike
 

ReneM

Mitglied
Hallo Mike,

danke für den Tipp. In Frage kommen leider nur Ferngläser mit Stativanschluss. Sorry, das hätte ich zu Beginn dazu schreiben können.
Und ich befürchte auch, dass die älteren Gläser vergütungstechnisch nicht mehr mithalten können mit den heutigen Gläsern.

Das Fujinon 16x70 (FMT SX-1) habe ich auch. Eins der Dinge, die ich schon mal hatte, dann in jugendlichem Leichtsinn verkauft habe ... und irgendwann danach festgestellt habe, dass ich sie doch wieder brauche :LOL:
Den Vergleich mit einem 10x70 Fujinon (FMT SX-2) fand ich beeindruckend. Das 10x70 habe ich gegen den Rat eines Freundes gekauft - Probieren geht halt über Studieren.
Die größere AP vom 10x70 machte das Bild trotz sehr gutem Himmel so flau, dass das 16x70 in allen Belangen besser war. Klar, das 16x70 hatte durch 6x mehr Vergrößerung und Kontrastgewinn aufgrund der geringeren AP ein leichtes Spiel, aber das wollte ich vorher auch nicht glauben. Deshalb habe ich das 10x70 FG gleich wieder verkauft und würde jetzt immer zu Ferngläsern mit 5 mm AP und weniger tendieren. Aber das ist vermutlich wie immer Geschmackssache.

Hm, vom Thema abgekommen. Hat jemand noch Infos/Erfahrungen zu den anderen von mir genannten Gläsern (Pentax, Nikon)?

Viele Grüße

Rene
 

Ronald_Stenzel

Mitglied
Hallo Rene,

nochmal kurz vom Thema weg ;)
die Möglichkeit einer schnell selbstgebauten Stativbefestigung für - z.B. Dekaris/Dekarem:
Stativbefestigung Dekaris
Als Kind hatte ich mir den Klemmstab sogar mal aus einem Stück von einem Besenstiel gebaut. Als Stativbefestigung dann einfach eine Fotomutter in den Boden versenkt und eingeklebt.
Meine jetzige Klemmung ist aus einem Alustab aus der Restekiste eines Schlossers :)
Diese Art von Stativbefestigung finde ich besser, als z.B. bei meinem Nikon Action 10x50, wo die Befestigung vorn am Mittelsteg erfolgt - das bedingt immer einen stabilen Montagewinkel und ein Austarieren bei verschiedenen Beobachtungshöhen ist auch nicht möglich.

viele Grüße - Ronald
 

b_schaefer

Mitglied
Hallo René,

meine Kommentare bezogen sich auf das „normale“ Ascot. Das Wörtchen „Wide“ ist da mit in meine Beschreibung gerutscht, weil es auf meinem Fernglas mit drauf steht. Überhaupt haben die Japaner einen halben Roman auf die Prismenabdeckungen geschrieben...

Das Ascot älterer Bauart gibt es häufig für um die 50 Euro gebraucht. Gerade ist eine Meade 10x50 im Angebot, welches von der Baumform her auch gut ein umgelabeltes Vixen sein könnte. Aber wenn man sicher gehen will, kann man auch gut auf ein Original warten. Viel Geld versenkt man dann jedenfalls nicht, wenn man es mal ausprobieren will.

Das Nikon EII 10x35 hatte ich noch nicht am Wickel. Aber mein 8x30 ist nicht ganz randscharf, was für mich jedoch bei dem riesigen Feld verkraftbar ist.

Was spricht gegen ein 10x40...42? So eins suche ich derzeit als Allrounder/Ergänzung zum 8x30. Habe aber auch noch keine überzeugende Idee, welches es werden könnte. Letztens habe ich ein aktuelles Habicht 10x40 verpasst, aber das hätte trotz des guten Angebotes auch Deinen Rahmen gesprengt.

Viel Erfolg weiterhin und viele Grüße
Sebastian
 

ReneM

Mitglied
Hallo Ronald,
nette Lösung für Dein Dekaris. Und Dein Maschinenpark kann sich auch sehen lassen. Der 12,5" Discovery-Dobson hat vor dem Umbau sicher gefühlt eine Tonne gewogen ;). Vor vielen Jahren wollte ich auch mal ein Discovery kaufen, das hohe Gewicht hat mich seinerzeit aber abgeschreckt.
Für Ferngläser ohne Stativanschluß habe ich eine Lösung, nämlich den Zeiss Binofix. Ich will aber weg davon, weil ich oft meine Ferngläser wechsel in einer Nacht. Und da ist es einfacher, wenn alle Ferngläser Stativanschluss haben.
Das 10x50 Nikon Action (Ex) habe ich übrigens auch, mit dem habe ich meine Astro-Karriere gestartet von gut 12 Jahren.

Hallo Sebastian,
gegen ein 10x40...42 spricht eigentlich nichts, wenn ich es recht bedenke. Vielleicht hänge ich einfach zu sehr am Standard 10x50 fest. Ich werde das mal überdenken.

Viele Grüße

Rene
 

Antares

Mitglied
Hi Rene
schau mal bei den Celestron Granite ED nach. Ich habe das kleine 7x33 bei Erscheinen gekauft, die größeren aber nur mal kurz antesten können. Evtl ist das eine Alternative für Dich.
CS
 

b_schaefer

Mitglied
Wie es immer so läuft... Angefixt von dieser Diskussion habe ich am Wochenende nochmal viel Zeit mit dem Lesen und Stöbern zu 10x-Ferngläsern verbracht. Einige Dinge kristallisieren sich jetzt für mich heraus:
  • Randscharfe Ferngläser gibt es eigentlich nicht. Die teuersten Alphas von Zeiss (SF) und Swarovski (EL) schaffen das, aber auch nur diese beiden Modelle und auch nur zu Lasten einer unstetigen Verzeichnung.
  • Sehr gute (klassische) Porros sind quasi ausgestorben, es gibt neben den Fujinon FMTs noch ein europäisches Modell von Swarovski (Habicht) und ein japanisches (Nikon EII). Daneben das riesige Feld der chinesischen Porros mit unklarer Qualität und einige russische Geräte mit ebenfalls unklarer Qualität. Die ED-Geräte aktueller chinesischer Produktion scheinen dabei noch am ehesten die Wahrscheinlichkeit einer guten Randschärfe zu bieten. (Die japanischen Canon IS- Gläser, die auch Porro-Prismen nutzen und die aktuellen Leica Geovids mit Perger-Porros mal außen vor...)
  • Die Dachkant-Mittelklasse ist quasi unüberschaubar, nach technischen Daten darf man da überhaupt nicht gehen und ein für einen persönlich gut geeignetes Glas durch Recherche und Online-Kauf zu finden, entspricht mehr einem Lottospiel.
Das Fuji-Glas scheint daher immer noch die beste Option, vielleicht lohnt es, eine Benachrichtigung bei einem Preisvergleich zu aktivieren. Mit schwächerem Rand käme noch das Nikon EII 10x35 in Frage, das gibt es immer mal wieder neu für ca. 700 Euro. Das APM 10x50 ED macht sich offenbar auch nicht schlecht (gerade, wenn die 1,35kg nicht herumgetragen werden sollen). Ob die brutale Mittenschärfe des 10x40 Habicht nachts wirklich wichtig ist, wage ich zu bezweifeln. Eher wird der unscharfe Rand stören.

Als leichtes Übersichtsglas (Dachkant) käme wohl eher noch ein Nikon Monarch HG 10x42 in Frage, bietet aber auch keine bessere Randschärfe als das EII. Leider scheint auch das neue Kowa BDII XD 10x42 eher ein (relativer) Reinfall zu sein, wenn man den ersten gründlicheren Vergleichen trauen mag.

Viele Grüße
Sebastian
 

Kay

Mitglied
Hallo Rene,
ich hatte vor einigen Jahren das Lunt 10x50 (noch ohne ED) getestet und hätte es behalten, wenn ich nicht schon zwei CZJ 10x50 besäße und die Interpupillendistanz mit (ich glaube) 72 mm für mich grenzwertig wäre. Falls du die Sonderhefte der Abenteuer Astronomie zur Hand hast, findest du auch den Artikel. Es sollte wohl baugleich mit dem APM sein.
Es ist schon sehr an das Fujinon angelegt und hat meine CZJ-Gläser am Stern jetzt nicht um Längen geschlagen, aber zeigte mehr Sterne z.B. in den Plejaden. Der Augenabstand ist auch angenehmer... Übrigens fand ich das 16x70er Fujinon gar nicht so sensationell, aber jeder hat andere Augen, einen anderen Himmel usw.
Viele Grüße
Kay
 

ReneM

Mitglied
Hallo zusammen,

Armin, danke für den Tipp, das Celestron Granite scheint in schönes leichtes FG der Dachkant-Mittelklasse zu sein. Bei der schönen Porroprismen-Zusammenfassung von Sebastian bin ich fast geneigt, Dachkant wieder gelten zu lassen. Aber ja, er hat ja auch ein paar Dachkant-Gläser der guten Ordnung halber mit aufgeführt.

Sebastian, ich hatte mir schon überlegt, heute Abend selbst eine Zusammenfassung zu schreiben. Besser als in Deinem letzten Beitrag wäre mir das aber nicht gelungen (eher schlechter).
Einzig das TS 10x50 MX hätte ich noch aufgeführt. Zwar ein ganz schöner Hammer mit 1,6 Kg Gewicht, aber ebenso konsequent auf Astronomie ausgelegt wie Lunt, APM und Fujinon ... und dafür sehr preiswert im Moment.
Alles in allem muss ich für mich das Fazit ziehen, dass ich über kurz oder lang an einem Fujinon nicht vorbei kommen werde.
Wenn also einer einen Freund hat, der einen Freund hat, der ein Fujinon hat, das er verkaufen möchte ... bitte gebt mir Bescheid :whistle::cool:.

Kai, leider habe ich die Zeitschrift nicht (mehr). Interessant wäre der Artikel trotz Pro-Fujinon-Entscheidung trotzdem für mich. Macht es Dir etwas aus, mir den Artikel gescannt zu senden? Meine E-Mail haste ja.

So, ich hoffe, das Thema war und ist interessant genug für viele andere stille Mitleser. Ich bedanke mich herzlich bei allen, die mir hier geantwortet und mit Rat und Erfahrung zur Seite gestanden haben.

Viele Grüße

Rene
 

Stathis

Mitglied
Hallo Rene,
Ich beobachte schon seit Jahren, dass es im mittleren Preissegment nur sehr wenige Weitwinkel Porros gibt. Fujinon FMT-SX, APM ED Magnesium und mit Abstrichen die sackschweren China Marine Gläser, das wars dann schon. Und das auch nur, wenn man den passenden Schädel und Nase hat, um die Nase zwischen die dicken Okularmuscheln zu kriegen.

Mir passt keines der o.g. Gläser und so bin ich auf Dachkant umgeschwenkt und hab ich mir das Celestron Granite 10x50 besorgt.
 

Schiefspiegler

Mitglied
Rene, Du hast Deine Entscheidung gefällt, darum erlaube, das ich hier ein wenig abschweife:

Was hier noch nicht genannt wurde: Die Nikon IF SP (Special Purpose) Reihe. Gibt es leider nicht als 10x50. Aber als 7x50 (auch "Prostar" genannt, weil so in Amerika vermarktet), 10x70 ("Astroluxe") und 18x70 ("Astroluxe"). Haben rote Ringe um die Objektive zur Kennzeichnung der SP-Serie (nicht mit den einfacheren Nikon-IF-Modellen ohne rote Ringe zu verwechseln; bei Kauf aufgepasst!). Die gelten im Netz als das astronomische Non-Plus-Ultra, wenn ich die Berichte richtig deute. Unter den drei soll das 18x70 ein klein wenig abfallen, aber immer noch dem Fujinon 16x70 überlegen sein. Das 10x70 soll wunderbar sein, kenne ich leider nicht aus Erfahrung. Was ich aus Erfahrung kenne ist das Nikon IF SP 7x50: zum Niederknien schöne Abbildung. Kompakte Okulare, daher keine Probleme mit Nase. Leider nicht gleichzeitig mit dem Fujinon 7x50 FMT-SX2 im Fundus gehabt, aber aus der Erinnerung verglichen gefällt mir das Nikon besser. Irgendwie einfach geil, und ich habe den Eindruck, dass die Sternfarben satter sind. Beim Nikon IF SP 10x70 ist es allen Berichten nach ebenso.

Nicht Porro aber ein herrliches Glas ist das Canon 10x42 IS. Habe ich kritisch gegen das Fujinon 10x50 FMT SX2 verglichen, dann ging das Fujinon, das Canon blieb. Meine Anwendung eines 10x ist handgehalten, da kann ich mir kaum etwas Besseres vorstellen als das stabilisierte Canon. Auf Stativ ist die Sache natürlich anders. Was das Fujinon mehr zeigte: der Cirrusnebel war unter meinem 5m5-Himmel auf Anhieb zu sehen, im Canon eigentlich kaum. Also mehr Helligkeit im Fujinon. Für Deine Anwendungen besser, Rene!

Und zurück zu Porros: Es gibt schöne Porros von Docter, z.B. 8x56 und 10x50 . Jiri Gardavsky, ein überaus erfahrener Fernglas-Himmelsbeobachter, schwärmt für das alte Docter 8x56 B in astronomischer Anwendung, siehe hier:
Thread zu Docter Porros auf Cloudy Nights
Die Gläser sind gut in der Bucht zu finden, am Besten in Bucht-Kleinanzeigen.
Irgendwann werde ich mir wohl ein gutes 8x56 oder 10x56 (beide, wie ich mich kenne!) testhalber zulegen, aus reiner Neugier.

Ich habe übrigens die Erfahrung gemacht, dass beim 7x50 die 7mm Austrittspupille gar nicht störend-überhell ist, dagegen beim 10x70 sehr. Insofern könnten die Austrittspupillen bei 8x56 und 10x56 günstig sein - aber das habe ich noch nicht ausprobieren können.

CS, Christopher
 

flamsteed_19

Mitglied
Hallo Christopher,

erlaube mir bitte eine Korrektur. Das Canon 10x42 IS ist sehr wohl ein Porro-Glas. Die Abblildungleistung kann ich bestätigen. Ich wünschte mir so ein Teil in 15x60 oder so...

Gruß Jochen
 

Schiefspiegler

Mitglied
Hallo Jochen,
Danke für die Klärung. Ja, da bin ich voll bei Dir: Wenn ich einen Fernglas-Wunsch hätte, wäre es so eins in größer. Da es mir primär um Nebel ginge, lieber in 12x65. Wir können Canon ja bitten, ein 12x65 und ein 15x60 zu machen, es ist ja Weihnachten ...
CS, Christopher
 

ReneM

Mitglied
Hallo Stathis,
ja, an die Okularmuscheln musste ich mich bei meinem 16x70 auch erst gewöhnen. Du hast das Celestron Granite nachts im Einsatz? Wie sind Deine Erfahrungen?

Und Christopher,
Deine Ergänzungen sind ganz und gar nicht abschweifend, sonder super ergänzend. Die Nikon SP-Serie sind mir bislang irgendwie komplett durch gerutscht, vermutlich weil sie preislich in der Oberliga für Porroprismen-Gläser spielt. Dafür sind sie aber allemal preiswerter als die Oberklassegläser der Dachkant-Fraktion. Besonders die 18x70 bei 4° GF klingen für mich vielversprechend. Wirklich schade, dass es von dieser Serie kein 10x50 gibt.
Beim Thema Canon IS 10x42 vs. handgehaltenes Fernglas spielen in der Tat die persönlichen Vorlieben eines jeden eine Rolle. Auch wenn ich als stupider Stativ-Beobachter für diesen Vergleich ausscheide, als Alternativvorschlag für diesen Thread finde
ich das FG trotzdem sehr interessant.

Auf das Docter Nobilem 10x50 bin ich bei meinen Recherchen auch gestoßen. U.a. auf diesen Vergleichstest von Holger Merlitz: Docter Nobilem 10x50 vs. Fujinon FMTR-SX 10x50

Viele Grüße

Rene
 

Dahlmann

Mitglied
Hallo Rene,

ich möchte nicht versäume, dir hier auch meinen Tip zu geben. Ich nutze ein Vixen Ascot 7x50, gekauft mitte der 90er, also noch Made in Japan. Das Glas hat damals fast 400,00DM gekostet und ist aus meiner Sicht entsprechend hochwertig verarbeitet. Der Durchblick ist für meinen Geschmack Glas klar und sehr kontrastreich. Beim Anblick des Sternhimmels sind mir keine störenden Verzeichnungen aufgefallen, deutlich besser als ein Zeiss Jena Glas was ich habe.
Gebraucht solltest du ein solches Glas günstig bekommen können, versuche es einfach..... gab es natürlich auch in 10x50...
Gruss Holger
 

ReneM

Mitglied
Hallo Holger,

dank Dir für Deinen Tipp.
Ich überlege schon die ganze Zeit, hier eine Tabelle zu erstellen und mal alle Empfehlungen mit einigen Spalten wie Preis, Gesichtsfeld, Augenabstand und weiteren Pros und Kontras zusammen zu fassen. Für eine echten Referenz-Vergleich fehlen allerdings noch einige Erfahrungsberichte. Und vielleicht braucht das ja auch keiner und das pure Herunterlesen bis hier her reicht den meisten.

Ich habe mir nun übrigens ein Fujinon 10x50 zu Ansicht bestellt. Trotz meiner Anfangstendenz, nach einer gescheiten Alternative zum Fujinon zu suchen, bin ich in meinem alten Denkmuster hängen geblieben :whistle:. Naja, der Qualitätsunterschied zum abgegebenen Leica sollte bei einer Umstellung auf ein anderes 10x50 eben doch nicht zu groß sein ...

Viele Grüße

Rene
 

leicam62003

Mitglied
Randscharfe Ferngläser gibt es eigentlich nicht. Die teuersten Alphas von Zeiss (SF) und Swarovski (EL) schaffen das, aber auch nur diese beiden Modelle und auch nur zu Lasten einer unstetigen Verzeichnung.
Hallo Sebastian.
Ich stehe auf dem Prisma, wie habe ich das mit der Verzeichnung im Kontext zu verstehen?
Ich habe selbst die EL und SF Serie für die Astrobeobachtung genutzt (EL immer noch) und finde gerade das Bild im EL am Himmel für unangefochten. Selbstklärend immer eine subj. Meinung, Wahrnehmung. Das geebnete Feld in Kombination mit der Randschärfe,............. für mich einmalig. Egal welches andere Glas ich in der Vergangenheit nutze, auch das Nikon 18x70 Astrolux muss sich (neben anderen mir persönlichen optischen Markeln) hinten anstellen.

Generell für alle Interessierten: Wer nach dem Erwerb eines der benannten EL --- SF ---- ???? Gläser nicht an der Armutsgrenze spazieren gehen will, darf sich auch die SLC Serie von Swarovski ansehen, für den Astroeinsatz hervorragende Optiken.
Ich nutze neben dem EL das SLC 15x56 und 10x42 und bin seitens der Abbildungsdarstellung in der Gegenüberstellung zum EL begeistert.
 

b_schaefer

Mitglied
Hallo Dominique,

um eine perfekte Randschärfe zu erreichen, muss die Bildfeldwölbung möglichst eliminiert werden. Diese ist aber eine Funktion der Brennweite und damit bei den üblicherweise kurzbrennweitigen Ferngläsern naturgemäß sehr hoch.

Alle Ebnungen des Bildfeldes die ich kenne, funktionieren damit, dass der „natürlichen“ Bildfeldwölbung durch zusätzliche Linsen eine gegenläufige entgegengesetzt wird. Damit erreicht man neben der scharfen Mitte ein zweites Optimum der Schärfe am Rand bzw. im äußeren Feld, aber auch eine andere Verzeichnungskurve.

Im Endeffekt hat man damit ein scheinbar ebenes Feld (es ist in Wahrheit eher eine flache Hügellandschaft), aber auch eine Verzeichnung, die mindestens einmal die Richtung wechselt (z.B. von tonnenförmig auf kissenförmig, meistens auch wieder zurück).

So lange man nicht schwenkt, ist das meistens völlig egal (bei der Fotografie stört es mich allerdings schon im „Standbild“, bei entsprechenden Motiven wie Architektur). Beim Schwenken am Sternhimmel ärgert mich dann allerdings die resultierende Wellenbewegung der Sterne. Wie ich schon mal woanders schrieb, es ist für mich wie eine Gravitationslinse im Zentrum des Bildfeldes. Die Mehrheit stört es nicht bzw. sie nimmt es vielleicht auch bewusst in Kauf.

Das SLC hat diese aggressive Bildfeldebnung nicht, nimmt dafür etwas bildfeldwölbunsbedingte Randunschärfe in Kauf und erzielt damit ein deutlich harmonischeres Schwenkbild. Andere Ferngläser haben vergleichsweise lange Brennweiten (z.B. das vielgelobte APM 11x70) und daher schon von vornherein weniger Bildfeldwölbung.

Es kommt daher immer auch auf die Nutzungsart an: Will ich mich im Fernglasbild „umsehen“, bei eher ruhiger Haltung oder sogar auf dem Stativ, kann ich auch aggressive Bildfeldebnung in Kauf nehmen, bzw. bewerte die Randschärfe höher. Bin ich eher ein Schwenker, ist mir die Schärfe am Rand weniger wichtig als ein ruhiger Bildlauf.

Daher gibt es eben kein allgemein ideales Fernglas.

Viele Grüße
Sebastian
 

leicam62003

Mitglied
um eine perfekte Randschärfe zu erreichen, muss die Bildfeldwölbung möglichst eliminiert werden.
Danke für die umfangreiche Erklärung.
Stehen Randschärfe und Verzeichnung tatsächlich im Zusammenhang?
Naglerokulare sind annähernd randscharf, besitzen aber eine Verzeichnung. (?)

Ich denke, deben den optischen Parametern ist der Sehapparat Auge und seine Wahrnehmung das auschlaggebene Kriterium. Sehr individuell und vom Beobachter abhängig. Er idealisiert.
 

b_schaefer

Mitglied
Zuletzt bearbeitet:

j.gardavsky

Mitglied
Es is auch meine Ansicht, wie von Christopher und Rene , in den Posts oben.

In der Klasse 10x, da habe ich das Nikon Astroluxe 10x70 - das Referenzfernlas, und das BA8 (Kunming) 10.5x70
Meistens benutze ich das 10.5x70, wegen des größeren Augenabstands (man kann dort auch die Nebelfilter unterbringen), und der robusten Bauart.

Das Fujinon 16x70 habe ich wieder verkauft, und stattdessen benutze ich das schwere und große BA8 (Kunming) 15x85. Genug Augenabstand, 1.25" Gewinde für die Nebelfilter, und die Frontlinsen sind einigermaßen gut korrigierte Dublets mit großem Luftspalt - ähnlich dem Baker Dublet.

Hier sind die Links:

15x85: Hier muß man die Filtergewinde mit TS abklären

LG,
Jiri
 

UwePilz

Mitglied
> Naglerokulare sind annähernd randscharf, besitzen aber eine Verzeichnung. (?)

Klar doch. Die Vergrößerung ist am Rande größer als in der Mitte. Für Meßzwecke ungeeignet.
 

leicam62003

Mitglied
Wie gesagt, indirekt. Über die Bildfeldwölbung.
Wir dürfen aber festhalten, eine einwandfreie Randschärfe muss nicht zwingend mit einer verzeichnungsfreien Abbildung zusammen hängen. Mein damaliges Nikon SE war auch fast Randscharf (Restfehler wurde wohl über die Akkomodation reguliert?) und hatte kein geebnetes BIldfeld, sondern eine gemäßigte natürliche kissf. Verzeichnung.

Klar doch. Die Vergrößerung ist am Rande größer als in der Mitte. Für Meßzwecke ungeeignet.
Es geht nicht um für Messungen geeignete Messinstrumente. Es geht um die voneinander abhängigen Zusammenhänge von Randschärfe und Verzeichnung. Dein Beitrag suggeriert mir, korrigiere ggf., wenn Randschärfe gefordert, generiert die notwendige Verzeichnung am Rand auf Kosten der besseren geforderten Randschärfe eine höhere Vergrößerung.
 

b_schaefer

Mitglied
Hallo Dominique,

ich weiß noch nicht ganz, worauf Du hinaus willst.

In jedem optischen System hast Du mehrere Parameter, die Du einzeln optimieren kannst, z.B. Randschärfe, Verzeichnung, Farbquerfehler als Folge einer unterschiedlichen Verzeichnung pro Wellenlänge, Öffnungswinkel bzw. Gesichtsfeld usw.

Je mehr Parameter Du optimieren willst, um so mehr aktive optische Flächen (beim Fernglas: Linsenradien) brauchst Du (so lange Du bei spärischen Linsen bleiben willst/musst) oder Du verwendest Asphären (die sich aber schlechter polieren lassen).

Allerdings kommen sich die Korrekturen irgendwann quasi in die Quere und behindern sich gegenseitig. Dabei kann z.B. Verzeichnung entstehen oder eben die von mir eher kritisch gesehene unstetige Verzeichnung.

Schau mal durch Dein umgedrehtes EL auf ein Blatt kariertes Papier, dann kannst Du vielleicht sehen was ich meine.

Viele Grüße
Sebastian
 

UwePilz

Mitglied
> Dein Beitrag suggeriert mir, korrigiere ggf., wenn Randschärfe gefordert, generiert die notwendige Verzeichnung am Rand auf Kosten der besseren geforderten Randschärfe eine höhere Vergrößerung.

Was ich sagen will ist, das "richtige" Astronomen so was nie verwendet hätten. Ich übrigens auch nicht. Wenn ich die Helligkeit eines Kometen (oder meinetewegen auch eines Sterns) durch Vergleich mit einem unscharf eingestellten Stern vergleiche, dann ist so was hinderlich. Das dient nur zum schöne Bidler sehen. Für ernsthafte Astronomie (die es nach wie vor auch rein visuell nocht gibt) weniger geeignet.

Ich nehme orthoskopische Okulare.
 
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