Porro-Alternative zum Fujinon 10x50

Schiefspiegler

Mitglied
Lieber Uwe,

ich finde Deinen Fokus auf Orthoskopie wunderbar konsequent. Ein gutes Ortho ist etwas Herrliches.
Jiri, der ebenfalls an diesem Thread teilnimmt, beschreibt auf Cloudy Nights die Okulare seines Docter 8x56 als vermutlich Typ König mit wenig Linsen, gar nicht auf grosses scheinbares Gesichtsfeld oder große AP optimiert, dafür exzellente Transmission und Farbtreue. Das geht in die selbe Richtung wie orthoskopische Okulare, nämlich eine Konzentration primär auf das Himmelsobjekt, und nur sekundär, soweit dienlich, wenngleich durchaus intensiv, auf das Beobachtungsinstrument.

Astro/logie ist Stern/lehre im Sinne von Bedeutung fuer das Menschenschicksal
Astro/nomie ist Stern/wissenschaft
Heute, im Zeitalter des Spektakels, findet eine Verschiebung in Richtung Astro/spectaculum statt im Sinne von Aufregung und Augenweide.

Versteht mich dabei nicht falsch, denn ich mag auch die “nur schönen Bilder”!

Gruß, Christopher
 
Zuletzt bearbeitet:

leicam62003

Mitglied
ich weiß noch nicht ganz, worauf Du hinaus willst.
keinesfalls Verwirrung schaffen.
Es sollte, wenn dem so ist, nicht der Eindruck entstehen, Randschärfe stehe in direkter Abhängigkeit von einem geebneten verzeichnungsfreien GF. Eine eindeutige Antwort in Richtung Ja oder Nein steht für mich noch aus.

Was ich sagen will ist, das "richtige" Astronomen so was nie verwendet hätten
danke Uwe, verstanden. Aber es ging mir nicht um richtige ernsthafte Astronomiepraxis.
 

j.gardavsky

Mitglied
Guten Abend Christopher, guten Abend an alle Teilnehmer,

meine letzten Beobachtungen waren mit Okularen in AFOV 45° und 50°, und es ging um die schwierigsten großen Sharpless Nebel in Perseus und Auriga.
Jeder einzelner von den Sh2-216 (PN), Sh2-221 (SNR), Sh2-224 (SNR), Sh2-222 (EN),
kostete mich 30 - 40 Minuten Zeit für ein ständiges Wechseln zwischen den Nebelfiltern und für Wechseln zischen den Vergrößerungen von 30x und 24x (Austrittspupilen von 5mm und 6,3mm).

Wenn ich diese grauen Geister schön sehen will, dann schaue ich mir die Astrophotos an.
Aber es geht mir darum, diese Nebel auch mit den eigenen Augen gesehen zu haben.

Zurück zum Thema
Von den Ultrawide Okularen habe ich mich seit langer Zeit getrennt, jetzt benutze ich nur das Docter.
Die 70° AFOV Okulare nehme ich nur wenn es seien muß.
Meine meisten Beobachtungen sind mit den Orthos und mit ähnlichen Okularen.
In dem kleinen AFOV kann ich mich besser konzentrieren.

Und ähnlich sehe ich das mit den Ferngläsern, am Nachthimmel sind wir nicht beim Pferderrennen.

LG,
Jiri
 

ReneM

Mitglied
Hallo zusammen,

Was ich sagen will ist, das "richtige" Astronomen so was nie verwendet hätten. Ich übrigens auch nicht. Wenn ich die Helligkeit eines Kometen (oder meinetewegen auch eines Sterns) durch Vergleich mit einem unscharf eingestellten Stern vergleiche, dann ist so was hinderlich. Das dient nur zum schöne Bidler sehen. Für ernsthafte Astronomie (die es nach wie vor auch rein visuell nocht gibt) weniger geeignet.
Ich nehme orthoskopische Okulare.
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Von den Ultrawide Okularen habe ich mich seit langer Zeit getrennt, jetzt benutze ich nur das Docter.
Die 70° AFOV Okulare nehme ich nur wenn es seien muß.
Meine meisten Beobachtungen sind mit den Orthos und mit ähnlichen Okularen.
In dem kleinen AFOV kann ich mich besser konzentrieren.
Jiri, es freut mich außerordentlich, dass Du mit Deinem Wissen und Deinen Erfahrungen hier in die Diskussion eingestiegen bist.
Ich habe mal geschaut, das TS 15x85 MX wiegt schon satte 4 Kg. Mein Unterbau-Equipment wäre damit überfordert. Es schafft gerade so das Fujinon 16x70 mit 2 Kg.

In einem Punkt kann euch aber nicht mehr gänzlich folgen. Redet ihr über Fernglasokular-Konstruktionen und/oder über reine Okulare?

Und Uwe, ich dachte immer, Du bist ein richtiger Astronom und habe ehrfürchtig zu Dir aufgeschaut. Wenn nicht Du, wer dann :unsure: Oder ich interpretiere das "...ich übrigens auch nicht" nur falsch. Zumindest scheine ich nach Deinen Worten kein ernsthafter Astronom zu sein, ich stehe auf schöne Bilder ;). Aber ich kann mich zumindest bei der Fernglas-Astronomie ein wenig heraus reden. Hier bin ich oft den Grenzen der Wahrnehmung unterwegs.

Sebastian, nach Deinen für mich sehr interessanten Ausführungen habe ich im Stillen überlegt, ob ich eher der Schwenk- oder der Stillhalte-Typ bin. Kurios. Zumindest stört es mich beim Beobachten nicht wirklich, wenn der Rand des Gesichtsfeldes nicht scharf ist. Und ich halte auch eher still und genieße den Anblick (Stativ-indiziert). Bei größeren schwachen Nebeln macht vermutlich Schwenken mehr Sinn.

Zurück zu den Porros dieser Welt.
Heute kam das Fujinon 10x50 und ich habe es am Tage gleich mal auf mein Stativ geschnallt und mit meinem Nikon Action Ex 10x50 verglichen. Hm, wie doch die Ansprüche mit der Zeit steigen. Am Anfang meiner astronomischen Laufbahn 2007 hat mir das Nikon gute Dienste geleistet. Damals hat es 110 EUR gekostet und sollte als Gradmesser für meine Begeisterungsfähigkeit für dieses Hobby her halten. Wäre meine Interesse abgeflaut, hätte ich trotzdem noch ein gutes am Tage nutzbares Fernglas drüber behalten. So zumindest damals meine Überlegungen ...
Heute beim Test war ich regelrecht erschrocken, wie groß der Unterschied zum Fujinon ist hinsichtlich Transparenz, Klarheit und Helligkeit war (und Randschärfe ... aber das war mir vorher klar). Von den Farbsäumen des Nikon berichte ich lieber nicht. Der Vergleich ist zwar etwa unfair, das Nikon ist 12 Jahre alt und hat viel durch gemacht (u.a. mussten die Okulare mal kurzzeitig als Luftgewehr-Diablo-Aufbewahrungs-Schalen für meine Neffen herhalten), aber das Bild im Nikon war im Vergleich zum Fujinon unerwartet flau und gefühlt dumpf/unscharf.
Für die Beobachtung von nächtlichen Standard-Fernglas-Objekten sollte das Nikon zwar auch heute noch ausreichen. Wenn es aber an Fitzel und schwache Nebel geht, dann ist hier Schluss mit Lustig. Ich werde das mal demnächst ausprobieren und dann gerne auch berichten, wenn hier Interesse bestehen sollte.

Viele Grüße

Rene
 

MikeS55

Mitglied
Hallo Rene,

Glückwunsch zum Fujinon(y)
Was adäquates wirst Du in 10x50 nur schwer finden. Oder man ist bereit weit mehr als 2000 Euro auszugeben. Swarovski EL 10x50 wäre der Kandidat (Laut manch Preisliste nähert man sich schon der 3000 Euro Marke).

Hast Du das FMTR-SX bekommen, also das Gummierte?

Übrigens hatte ich gestern eine Wintermilchstraßensession. Allerdings nicht mit dem 10x50 sondern mit dem 16x70. Und das, wie es bei mir meistens so ist nach einem 12 Stunden Arbeitstag...

Grüße

Mike
 

leicam62003

Mitglied
Heute kam das Fujinon 10x50 und ich habe............
Selbstverständlich auch von mir einen Glückwunsch und viele schöne Beobachtungen!

Laut manch Preisliste nähert man sich schon der 3000 Euro Marke
In diesem Fall sollte dann die Aufmerksamkeit auf den Händler und nicht auf das Glas fallen. Der übliche Marktpreis dürfte bekannt sein und liegt 30% darunter (was je nach Standpunkt immer noch eine Menge Geld ist).
 

ReneM

Mitglied
Vielen Dank für Eure Glückwünsche Leute, bin stolz wie Oskar und vielleicht ergibt siech heute Nacht schon eine Gelegenheit. Ich würde das Fujinon dann gleich mal an ein paar Objekten testen, an denen ich mit dem Leica seinerzeit gescheitert bin.

@Mike - ich habe die FMT-SX-Variante gewählt. Das mit dem Rausgehen nach einem mehr oder weniger harten Arbeitstag kenne ich auch zur Genüge. Aber manchmal reichen ja 1-2 Stunden. Mit dem Fernglas schafft man da ne ganze Menge ...

Von mir aus kann der Thread hier ruhig noch weiter gehen. Ich fand es sehr interessant und für mich waren einige Augenöffner dabei, obwohl ich dachte, viel über Ferngläser zu wissen. Man lernt nie aus und dafür liebe ich dieses Forum.

Viele Grüße

Rene
 

MikeS55

Mitglied
In diesem Fall sollte dann die Aufmerksamkeit auf den Händler und nicht auf das Glas fallen. Der übliche Marktpreis dürfte bekannt sein und liegt 30% darunter (was je nach Standpunkt immer noch eine Menge Geld ist).
[/QUOTE]

Das weiß ich. Aber immer noch eine Menge Geld. Richtig.

@Mike - ich habe die FMT-SX-Variante gewählt. Das mit dem Rausgehen nach einem mehr oder weniger harten Arbeitstag kenne ich auch zur Genüge. Aber manchmal reichen ja 1-2 Stunden. Mit dem Fernglas schafft man da ne ganze Menge ...

Aha. Von ICS nehme ich an.
Na dann berichte mal weiter wie es dir gefällt. Bin gespannt.

Grüße
 

Dahlmann

Mitglied
Hallo zusammen,
um ein Brillenträger freundliches Bino kreisen meine Gedanken schon eine Weile und es ist schon interessant, wie einen dann solche Beiträg, wie dieser hier, beschäftigen und umtreiben. Eigentlich sollte es wenn immer ein Fujinon sein... ich glaube ich ticke da ähnlich wie Rene... nach vielen Recherchen und einem eigenen, wenn auch kurzen Vergleich am Taghimmel zwischen einem Fujinon und dem APM ED10x50, habe ich gestern das APM bestellt. Für eine rein astronomische Nutzung war mir der Preisunterschied des 10x50 Fuji zum APM einfach zu groß. Bin wirklich sehr gespannt, welche Qualität mich da erreicht....
@Rene.... vielleicht zum kommenden HTT dann mal ein direkter Vergleich der beiden Gläser, wäre bestimmt ein spannender Zeitvertreib.

Beste Grüße und einen guten Rutsch
Holger
 

ReneM

Mitglied
Hallo Holger,
Hey, freut mich, gratuliere zur Bestellung, sicherlich erstmal zur Ansicht, oder? Die Priorität zum halb so teuren APM-Glas ist verständlich. Ich war auch kurz davor, mich für das APM zu entscheiden, zumal M.Ludes ein Vorführglas im Angebot hatte. Aber ich habe mich historisch gesehen einfach schon zu oft über Bestellungen von APM-eigenen Produkten geärgert, so dass das meine Entscheidung in Richtung „Sicherheit“ gefallen ist.
Ist Dir schonmal aufgefallen, dass wir equipment-technisch parallel laufen? 10x50-4“- (8“ raus bei beiden)-12,5“.
Den Fernglas-Test können wir gern beim HTT machen.

Achso Mike, ich hatte beim Astroshop Hamburg (Vesting) bestellt. Mit dem Shop habe ich bislang immer gute Erfahrungen gemacht und sie sind mir auch ein wenig beim Preis entgegen gekommen.

Viele Grüße

Rene
 

Dahlmann

Mitglied
So, das APM MS ED 10x50 ist heute angekommen. Bis gestern hatten wir sehr guten Himmel, heute regnet es.... war ja klar. Optischer Test muss dann halt noch warten. Aber das Teil macht einen sehr hochwertigen Eindruck und ich bin zunächst mal vom fit und finish sehr begeistert.
Bin gespannt wie es sich gegen das Fuji so schlägt...

Gruss Holger
 

Dahlmann

Mitglied
Hallo zusammen,

nach Rücksprache mit Rene, stelle ich meinen kleinen Bericht mal hier hinten an.... so kann es manchmal gehen, wenn man durch einen solchen Thread hier auf andere Geräte und Technik kommt...

Gestern (13.01.) gab es bei mir unverhofft CS und der Himmel war anfangs sehr transparent und klar. Also gleich raus mit dem neuen 10x50 (APM MS ED) und getestet und probiert. Im Vergleich zum ersten Test, letztes WE, hatte ich zum Anfang keinen Mond und es hat mich echt schwer begeistert! Mir war nicht wirklich klar, was ein FG mit 50mm Öffnung stativgebunden alles zeigen kann! Die offenen Sternhaufen im Fuhrmann bis runten zu den Zwillingen waren unbeschreiblich schön! Teilweise hatte ich den Eindruck, dass diese Sternwolken leicht granuliert erschienen, definitiv ein toller Anblick gerade dann, wenn gleich mehrere dieser Wattebäusche im Blickfeld sind.

M31 stand fast im Zenit und das war natürlich eher unangenehm..... da wünschte ich mir gleich ein Glas mit Winkeleinblick. So konnte ich diesen tollen Anblick nicht wirklich genießen, obgleich es zu diesem Zeitpunkt und der tollen Transparenz viel hätte zu sehen gegeben. Ich war mir nicht ganz sicher ob ich sogar NGC206 als kleine Aufhellung in der Scheibe erkannt hatte, die beiden Begleiter vielen mir nicht ins Auge (ich vermute aber eher, es war NGC 205 und nicht 206 was ich da gesehen habe), dass Staubband als klare Abgrenzung der Scheibe natürlich schon. Als ich später, bei etwas niedrigerem Stand, nochmals vorbei geschaut hatte, war die Transparenz aber deutlich schlechter und es war ein eher Matter Anblick.

Wunderbar auch M81/82 - sie waren sofort sichtbar. Interessant hier, im Vergleich zu einer Teleskop-Beobachtung, dieses tolle Galaxienpaar im weiten Raum zu sehen! Das hatte echt was! M81 relativ groß und deutlich elongiert, M82 als breiter Strich sofort zu unterscheiden. Auch hier war ich wieder sprachlos, was ein FG dieser Größe hier schon zeigt! Die Position, bzw. die Ausrichtung der Galaxien zueinander, als auch deren Form waren direkt sichtbar!

Den Eskimonebel (NGC 2392) hatte ich, genauso wie M1 auch noch eingestellt. Hier war eher das identifizieren der Spaßbereiter, das sind dann halt die Objekte, für die man dann den 12,5" zur Verfügung hat :)

Highlight des Abends..... M42/43...... das war schon fett!! Ich habe in Summe bestimmt eine Stunde alleine mit diesem DS verbracht! Selbst ohne Filter waren nicht nur die Schwingen zu sehen, es ging noch viel mehr! Der westliche Bogen ging weit und füllte den Innenbereich deutlich sichbar mit Material aus! Das hätte ich so, in dieser Detailfülle, nicht erwartet! Ich habe auch mit Filtern gearbeitet. Mit dem Filterschieber des Martini kann ich mir hier aushelfen, da der Abstand der Objektivlinsen ungefähr mit dem Abstand der Filter im Schieber übereinstimmt. So hatte ich auf dem einen Objektiv UHC, auf dem anderen leider dann den OIII.... aber so konnte die Ausdehnung des Nebels nochmals deutlicher sichtbar werden.

Zum Abschluss (mir war da dann aber auch schon ordentlich kalt) gab es noch einen Blick auf den Mond. Und hier kommt dann echt der Eindruck auf, dass es sich definitiv um eine Kugel handelt! Knackscharf - wie man so schön sagt. Stöhrende Reflexe sind keine Aufgefallen - hervorragend gefertigte Innenschwärzung!

Kurz noch was zum APM Glas.. diese FG-Serie (auch die mit Winkeleinblick) scheint wirklich sehr sehr gut zu sein! Punktförmige Sterne bis weit an den Gesichtsfeld-Rand. Farbneutrale Abbildung, auch am Mond. Sterne können direkt farbig unterschieden werden. Sehr transparente Optik! feinste Sterne sind sichtbar

Das Bino-Fieber ist jedenfalls geweckt......

Gruss Holger
 
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