Porro-Ferngläser noch zeitgemäß?

AstroCarsten

Aktives Mitglied
Hallo,

da mein Minolta 10x50 nach gut 20 Jahren leider etwas in die Jahre gekommen ist, bin ich auf der Suche nach Ersatz. Nach aktueller Stand würde ich ein 10x40 bevorzugen.

Leider ist es so, dass viele der Hersteller kaum noch Porro-Ferngläser im Programm haben. Ist diese Bauart überholt oder welche Gründe sind hierfür ausschlaggebend?

Gruß Carsten
 
Ich empfinde Porro-Gläser durchaus noch als zeitgemäß und optisch vorteilhaft. Die neuen Entwicklungen finden halt nicht mehr in diesem Bereich statt. Ein wichtiger Grund dürfte sein, dass für viele Anwender - v.a. tagsüber - die Dachkant-Ferngläser als weniger sperrig empfunden werden - was sie ja auch sind.
 
Hi,

als einzigen Grund, sehe ich das Gewicht. Da Dachkantgläser oft leichter bei gleicher Öffnung sind.
Qualitätsmäßig dürfte es da kaum Unterschiede geben, wenn man im selben Preissegment vergleicht.

cs
Lothar
 
Hallo,

danke für die Hinweise. Die Nikon Action hatte ich im Blick. Es gibt ja auch noch das Swarowski Habicht, das aber preislich in einer anderen Liga spielt. Außerdem Steiner, die den Sport-Auto-Focus nutzen, also den fehlenden Mitteltrieb als Vorteil verkaufen wollen.

Für mich bleibt da eigentlich nur Nikon übrig. Hatte gehofft, dass hier jemand noch andere gute Gläser im Blick hätte.

Gruß Carsten
 
Hallo Carsten,
keine direkte Empfehlung, aber ich stand vor einiger Zeit vor einer ähnlichen Entscheidung.
Vielleicht kannst du für dich da etwas hilfreiches lesen.
Ich war ebenfalls verwundert, dass es gefühlt fast keine FG mit Porroprismen mehr gibt..

Grüße Rainer
 
Hallo Carsten,
auch von Fujinon gibt es noch sehr schöne Porro-Gläser. Ich habe selbst zwei. Ein 7x50 und ein 8x21. Aber es gibt immernoch eine große Auswahl an Porro-Gläsern auch von anderen bekannten Firmen. Hast du schon bei allen Astro-Händlern nachgeforscht?
Grüße
Dietrich
 
Hallo Carsten,

wieviel Geld könntest/wolltest Du ausgeben.

Nur für Astronomie oder als Glas für quasi alles..

Gruß

Mike
 
wieviel Geld könntest/wolltest Du ausgeben.

Nur für Astronomie oder als Glas für quasi alles.
Hallo,

das Glas ist nur für die Astronomie geplant, wenn ich mal schnell was schauen möchte.

Für das 10x50 habe ich damals keine 60 Euro bezahlt und war damit sehr zufrieden. Das neue Fernglas sollte schon unter 200 Euro bleiben.

Für Wanderungen und am Tage ist ein 8x20 und ein 8x32 vorhanden. Da wäre mir das 8x40 doch zu schwer und zu groß.

Gruß Carsten
 
Hallo Carsten,

von Pentax gibt es auch noch eine Auswahl an Porro Ferngläsern.


Gruß und CS
Thomas
 
Für das Geld (200 Euro) würde ich mir ein schönes, gut erhaltenes Zeiss Dekarem 10x50 (Jenoptem 10x50w) holen, ein wertbeständiger Klassiker.
Ansonsten weg von Porro und hin zu den günstigen Dachkanten von Bresser, Nikon usw.
Andreas
 
Den Gedanken an 10x40/42 halte ich für richtig. 5mm AP sind heute meist schon unnötig viel. Mit einem 40/42er-Objektiv kann man auf Gewicht verzichten (Beobachtungsdauer!) und sollte an Sehfeld noch hinzugewinnen. Bei 4 oder 4,2mm AP ist der Himmelshintergrund noch nicht so aufgehellt und man verliert in solchen Situationen gegenüber 50mm-Objektiven wenig oder nichts.
Porro-Optiken sind oft ruhiger zu halten, wenn die Ergonomie stimmt, wie bei Nikon.
Ich habe mir, bevor es ohne gleichwertigen Ersatz verschwindet, noch ein 16x50 Action EX besorgt. Das geht, gut in eine Lehnstuhl niedergelassen, auch gerade noch hinreichend wenig unruhig und liefert tolle Anblicke.
(Einem schlankeren Dachkant-Fernglas dieses Formates traue ich das nicht zu.)
 
Zuletzt bearbeitet:
Porroprismen-Ferngläser sind zwar von der Konstruktion her "alt", von den optischen Eingenschaften hingegen nicht.
Habe ein Swarovski Habicht 8x30W und das liefert eine bestechende Bildschärfe, besonders im Bildzentrum. Zum BIldrand hin fällt es etwas ab, das stört aber soweit nicht. Zudem ist es sehr leicht und handlich und für mich ganz wichtig: Auch ohne Brille sehr gut scharf zu stellen bei meinen -8 Dioptrieen.
In der Transparenz ist das Habicht 8x30W mit 96% weit vone dabei und liefert dadurch auch in der Nacht bzw. Dämmerung ein sehr schönes, helles Bild.
Das Glas ist aber auch nicht gerade günstig. Meines habe ich aus 2.ter Hand gekauft zu einem im Vergleich zum Neupreis unwiederstehlichen Kaufpreis;-)
 
Hallo,

danke für eure zahlreichen Empfehlungen.

Aktuell schwanke ich zwischen dem Nikon Action und dem Pentax SP WP in 8x40. Beide liegen preislich noch im Rahmen und scheinen gut verarbeitet zu sein.

Gruß Carsten
 
Leider ist es so, dass viele der Hersteller kaum noch Porro-Ferngläser im Programm haben. Ist diese Bauart überholt oder welche Gründe sind hierfür ausschlaggebend?

die Gründe sind vielschichtig und lassen sich in ein oder zwei Sätzen nicht beantworten. Herr Jülich selbst hat seinerzeit auch einmal seine Fachexpertise in einem Beitrag zu deiner Frage geleistet, den ich noch suche - sehr interessant

.... gefunden: Porroprismenferngläser
WJ "Ein paar (subjektive) Argumente...."

Wenn du Brillenträger sein solltest und das ganze Sehfeld überblicken möchtest, teste dein-ein Porro vorab.
 
Hallo Carsten,
das von Dir oben erwähnte Pentax 8x40 besitze ich und kann es sehr empfehlen, es ist ein sehr angenehmes Glas mit hervorragendem Einblick gerade für Brillenträger. Scharf praktisch bis zum Rand, ABER das ist bei 6,3° Sehfeld kein überragendes Kunststück - Plössl-artige Okulare(?). Das Sehfeld ist wohldefiniert, aber knapp. Gerade noch erträglich aufgrund der Randschärfe. Das Erlebnis am Sternenhimmel würde ich als konzentriert beschreiben.
Es verhält sich zum Kite Birdwatcher 8x42, das ich auch betreibe, geradezu gegenläufig. Dieses hat ein großes Sehfeld, 8,2°, bei eher ungenügender Randschärfe, ist aber für große Überblicke dennoch brauchbar - aber längst nicht mehr auf dem Markt (außer vielleicht gebraucht).
Das Pentax hat eine wesentlich neutraler Farbwiedergabe als das Kite mit seinem gewissen Gelbstich. Es ist praktisch frei von chromatischer Aberration u. auch beim Kite wäre mir eine solche nicht aufgefallen. Porro-Ferngläser sind meist farbreiner als Nicht-ED-Dachkantgläser (v.a. bei großen Öffnungsverhältnissen, die wir hier aber schon vorliegen haben).
Beim Pentax gefallen mir außerdem die Innenfokusierung und der fixierbare Fokus.

LG, Herbert
 
Überall steht 770 g für das SP 8x40. Das Glas finde ich interessant mit seinen 143 m Bildfeld, leider nix für Brillenträger. Es kling allerdings nach einfachen, billigen Okularen, die vermutlich nicht annähernd randscharf sind. Die Brillenträgervariante "WP" hat dann nur noch inakzeptable 110 m Bildfeld und ist wasserdicht.
 
Ja das WP ist sackschwer, ich hatte mich versehentlich auf das ohne WP bezogen.
900 g, indiskutabel.
Ein Wanderglas ist es nicht gerade. Ob es tatsächlich 900g auf die Waage bringt, müsste ich erst prüfen. Das Glas ist sehr solide gebaut - fast schon militärisch(?) - und liegt gut in der Hand, aber es ist vorwiegend für den stationären Einsatz gedacht (auch daher mein 700g leichtes Kite Birdwatcher als Alternative).
 
Ja das WP ist sackschwer, ich hatte mich versehentlich auf das ohne WP bezogen.
900 g, indiskutabel.

Das ist schon ein ganz schönes Gewicht. Auch wenn das Glas bei mir ja nicht wirklich getragen werden muss, ist die Überlegung angebracht, ob sich beim längeren Beobachten das Gewicht nicht irgendwann unangenehm bemerkbar macht.

Gruß Carsten
 
was ist eine längere Beobachtungsphase? Eine Grundmasse sollte für ein relativ ruhiges Bild (da haben wir es schon wieder, was ist ruhig?) vorhanden sein, denn sie stabilisiert ja auch das Bild - und das je nach Tremor des Beobachters. Zusammenfassend kann man aber sagen, der Kipp-Punkt für okay oder nicht okay liegt bei jedem auf Grund der Spanne im Bereich der Akzeptanz anderswo. Bei 8fach wie von dir angedacht KÖNNTEN die 900 Gramm so gerade noch toleriert werden und das nicht einmal nahe der Frustrationsgrenze. Da ich einige Gläser in dem Gewichtsbereich verwende und verwendet habe, primär DK Gläser, gehe ich davon aus, du schaffst das :), auch weil oftmals die Porrobauweise eine an sich höhere Masse wegen des Griffmusters kompensiert.
Im Liegestuhl oder bei nicht zu steil aufgesuchten Objekten und wo aufgestützt oder angelehnt sowieso - je nach wunschausgeprägter Bildruhe.
Berichte einmal......
 
...ist die Überlegung angebracht, ob sich beim längeren Beobachten das Gewicht nicht irgendwann unangenehm bemerkbar macht.
Ein Absetzen-Müssen ist in der Praxis weniger nötig als bei 50er-Porrogläsern, aber tatsächlich etwas öfter als bei leichteren 40/42er (Porro-)Gläsern. Die Ergonomie des Pentax empfinde ich als ausgezeichnet.
Meines Erachtens wäre zwischen Randschärfe (astronomisch wichtig!), Sehfeld und Gewicht als Hauptfaktoren abzuwägen.
 
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