In eurem Geschäftsbereich kommt hinzu, das Teleskope schon seit etlichen Jahren auf einem hohen Niveau sind, trotz immer wieder neuer Entwicklungen für spezielle Zwecke. Teleskope, Montierungen und Okulare sind langlebig. Immer wieder gelangen durch Nachlassauflösungen hervorragende reichhaltige Ausrüstungen im besten Zustand, weil kaum genutzt, auf dem Markt. Wenn man sich anschaut, wie billig heute ein C8 verkauft wird mitsamt Stativ und Montierung, kann man nur staunen. Der Markt wird geflutet mit günstigen Teleskopen aus China, die seit Jahren auf einem hohen Qualitätsniveau produziert werden, auch wenn das abfällige Gelaber über 'billige Chinarohre' anhält. Angesichts der Langlebigkeit der Teleskoptechnik stellt sich ohnehin die Frage, ob der Bedarf nicht einer Sättigung entgegen strebt. Die europäische Wirtschaftskraft ist am sinken, die Arbeitslosigkeit steigt, viele Arbeitsplätze scheinen nicht mehr sicher. Das soll nicht heißen, dass es nicht zahlreiche Menschen gibt, die auch in einer Zeit der Krise über das nötige Kleingeld verfügen, um sich kostbare Ausstattungen zu kaufen. Jedoch schrumpft die Anzahl der potentiellen Käufer.
Zudem scheint es mir, dass der Reiz an eigenen astronomischen Fotografien immer kürzer wird, weil irrsinnig viel Bildmaterial aus dem Weltall im Internet in hoher Qualität kursiert. Sicherlich macht es auch mal Spaß, ein paar schöne Aufnahmen von Sonnenflecken aufzunehmen oder einen Planeten gefällig abzudichten, aber sobald man die Technik beherrscht, fehlen reizvolle Objekte, denn alles ist längst mehrfach aufgenommen worden. Die computergestützte Fotografie ist zu leicht geworden. Die Nachführung, das Aufsuchen von Objekten sowie die Bilderstellung wird von Automaten übernommen. Man kann eine Aufnahmeserie programmieren, die selbständig abläuft. Der immer höhere Grad der Perfektionierung und Automatisierung mindert die spannenden Herausforderungen. Macht das noch Spaß? Wozu soll man sich am Sternenhimmel auskennen, wenn eine App auf dem Tablet bestens informiert ist und die Montierung per GPS und Autoalign mehr weiß als ihr Benutzer? Wir Hobbyastronomen reiten unser Steckenpferd überwiegend ohne einen wissenschaftlichen Auftrag, sondern zu unserem Vergnügen.
Die allzuleichte Fotografie mit Ergebnissen, bei denen man sich fragt, wie viele von den Details real sind oder von einer fantasievollen Software realitätsnah erfunden, wird nur wenige nachhaltig fesseln. In wenigen Sekunden liefert dir das Web ein besseres Bild.
Die Sinnlichkeit einer Nacht auf einer taubedeckten Wiese beim Entdecken der Wunder am sternenklaren Himmel und die Freude am Auffinden eines schwierigen Objektes ist mit Feldstecher und einem billigen Tal 150 bestens zu bedienen. Angesichts der vielen Teleskope, die billig auf dem Gebrauchtmarkt zu haben sind, scheinen viele Instrumente nur kurzfristig genutzt zu werden, um nach einer mehr oder weniger längeren Standzeit abgestoßen zu werden. Kein Wunder, dass die Lager der Astrohändler voll sind.
Das muss nicht sein. Es gibt genügend Leute, die gerne ein Teleskop kaufen würden, wenn sie es in einem ihnen ansprechenden Rahmen wahrnehmen würden. Die meisten Naturfotografen haben Teleskope noch gar nicht als Teleobjektive erkannt. Und gerade dort steckt ein riesiges Kundenpotential, das kaum angesprochen wird. Die Beschränkung auf Astronomie ist total beknackt. Teleskope sind optische Instrumente, die nicht nur am nächtlichen Himmel einsetzbar sind. Es gibt zahlreiche andere Verwendungsbereiche. Ich bin zuversichtlich, dass man mit entsprechenden Konzepten ganz andere Formen der Teleskopvermarktung realisieren könnte. Falls ein Händler dazu Anregungen hätte und experimentierfreudig ist, fragt nach. Markus ist mit seinem Umzug an die Ostsee in die richtige Richtung gegangen. Dort gibt es diverse Bereiche völlig außerhalb der Astronomie, in dem in die Ferne geschaut wird.
Beispiel:
http://www.medienarchiv.com/a/index...burg-Vorpommern/Usedom/DeuMvUsedom1990-13.jpg
Tom