Probleme Berechnung Fangspiegelgröße

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Applejack

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Hallo liebe Leute,

ich weiß zwar, dass diese Thematik schon des öfteren durchgekaut wurde, allerdings bin ich nach wirklich 10h reiner Recherche und Lesezeit mit meiner Denkfähigkeit am Ende und weiß nicht weiter..

Und zwar geht es vorrangig darum, dass ich einen 12" f4 Newton-Tubus baue und jetzt bin ich gerade dabei mir die Größe des Fangspiegels zu errechnen.

Dabei gibt es diverse Seiten, Rechner etc. aber ich hab da ein paar Problemchen:

Ich habe mir die Größe des FS mal nach diesen Formeln berechnet: http://www.martin-moeller.com/data/fangspiegel_groesse.pdf und komme auf ein Ergebnis von minor axis: 80mm, major axis 113mm.

Wobei ich die voll ausgeleuchtete Bildfeldgröße mal mit 70mm angenommen habe. Und da kommen wir zur nächsten Frage, ich möchte das Teleskop hauptsächlich fotografisch mit einer Spiegelreflexkamera nutzen und hab jetzt beispielhaft die Chipgröße von einer Canon Eos 1000da mit 63.78 × 42.49 ' angenommen. Dabei habe ich auf einer anderen Seite gelesen, dass bei einer Chipgröße von 26x36 das Bildfeld einen Durchmesser von 42 haben soll, daraus habe ich geschlossen, dass das Bildfeld bei der Canon Eos1000 wohl dann bei ca. 70mm liegen soll. Bin ich mit der Annahme richtig? (Ich habe leider zu dieser Thematik nichts brauchbares gefunden, wie man von Chipgröße auf die Bildfeldgröße schließt)

Was auch noch relevant ist, ich habe für den Tubusdurchmesser plus Dicke mal 350mm, für den OAZ 60mm plus einen Zuschlag von 2" genommen, diese Werte habe ich auch nach langer Recherche einfach mal angenommen, wobei meist steht, dass eben beim Fotografieren es besser ist, genug Spielraum zu lassen. SOmit komm ich auf eine Gesamtlänge von Brennebene auf die Hauptachse auf 461mm.

Jetzt bin ich allerdings bei etlichen anderen Seiten auf Berechnungsarten gestoßen, wie bspw. nach Schön oder Peter & Pike http://www.otterstedt.de/atm/mynewton.workshop.fangspiegelgroesseberechnen.php wo mir der Rechner dann Werte von bis zu 185mm ausspuckt.. ja wem soll man denn da glauben? :(

Und bei diesem Programm steht bei "Minimaler Fangspiegeldurchmesser um den Brennpunkt auszuleuchten: 115.25mm" also fast der gleiche Wert den ich erhalten habe - aber was heißt das, dass nur ein Punkt ausgeleuchtet ist? - Aber das ergibt doch keinen Sinn, wenn in der Berehnung das voll ausgeleuchetee Bildfeld schon miteinberechnet ist.

Ich hoffe einer von euch kann mir meinen Tag noch erhellen und mir weiterhelfen.

Danke im Vorraus und beste Grüße
Jenny
 
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Hi Jenny,

ich glaube du hast da einen kleinen Denkfehler.Wenn ich es richtig interpretiere, rechnest Du mit vollem Tubusdurchmesser plus OAZ und so weiter.

Halber Tubusdurchmesser + 1 x Wandstärke + OAZ, etc. reicht...
Der vom FS abgelenkte Lichtkegel muss ja nicht den gesamten Tubus durchqueren.

Ein paar weitere Gedanken:
Du musst doch "nur" den Sensor zu 100% ausleuchten und die größte Stelle ist dessen Diagonale. Bei einem APS-C Chip (Canon 1000d - Chipgröße 22,2 mm × 14,8 mm) sind das knapp 27mm, es sei denn du möchtest eine DSRL mit einem größeren Chip, z.B. Vollformat, etc. verwenden, dann entsprechend größer.

Schau dir da nochmal die Werte an, von denen du in deinem Text schreibst, die wirken da nicht ganz schlüssig.

Da du ja aber sowieso flats machen musst/solltest würde auch eine geringfügig kleinere Ausleuchtung, z.B. nur 96% in den Ecken, nicht weiter ins Gewicht fallen bzw. lässt sich sehr leicht durch die flats korigieren.

Der andere Faktor ist die Höhe der Fokus über der optischen Achse bzw. über dem Tubus, da dass ja Einfluss darauf hat, wie groß der Lichtkegel ist, der vom HS am FS ankommt und damit unmittelbaren Einfluss auf die FS-Größe nimmt.

Bedingt durch OAZ-Bauhöhe, Komakorrektor, Auflagemaß Kamera, sonstiges Zubehör, ist man da meiner Meinung aber recht unflexibel.

In MyNewton kannst du die Werte sehr gut ermitteln, wenn die anderen Werte wie z.B. Fokuslage, etc. passen. Unter Fangspiegel / Details einblenden, siehst Du, bei gegebener FS-Größe, wie groß das 100% ausgeleuchtete Feld ist und kannst die FS-Größe verändern bis dir die Ausleuchtung passt.

Viele Grüße,
Alex
 
Hallo Alex,
erstmal danke für deine rasche Antwort.

Zitat von astro_alex80:
Hi Jenny,

ich glaube du hast da einen kleinen Denkfehler.Wenn ich es richtig interpretiere, rechnest Du mit vollem Tubusdurchmesser plus OAZ und so weiter.

Halber Tubusdurchmesser + 1 x Wandstärke + OAZ, etc. reicht...
Der vom FS abgelenkte Lichtkegel muss ja nicht den gesamten Tubus durchqueren.

Natürlich.. hab mir auch nur den halben skizziert aber wohl das Halbieren vergessen :D

Zitat von astro_alex80:
Ein paar weitere Gedanken:
Du musst doch "nur" den Sensor zu 100% ausleuchten und die größte Stelle ist dessen Diagonale. Bei einem APS-C Chip (Canon 1000d - Chipgröße 22,2 mm × 14,8 mm) sind das knapp 27mm, es sei denn du möchtest eine DSRL mit einem größeren Chip, z.B. Vollformat, etc. verwenden, dann entsprechend größer.

Aaah.. okee das macht Sinn, dass man da die Diagonale nimmt. (Hätt ich auch selbst draufkommen können)

Die oben geschriebenen Werte sind (bis auf die Gesamtlänge zur Bildebene) eigentlich korrekt, wenn auch etwas verwirrend dargelegt.

Und mit dem Programm hab ich auch schon gearbeitet, allerdings verunsichert mich eben die Tatsache, dass bei dieser Berechnung der Durchmesser der kleinen Achse um ca. 70mm größer sein müsste als zuvor mit den anderen Formeln berechnet.

Demnach bräuchte ich um 100% des Bildfeldes auszuleuchten einen kl. Durchmesser von 131mm und bei sagen wir 96% wären das sagen wir nicht ganz 120mm. (ntl. jetzt mit richtigem Abstand zur Hauptachse)

Da ich den Hauptspiegel von Orion UK beziehe, will ich den FS natürlich gleich mitbestellen und dabei ist der größte "empfohlene" FS 90mm (kleine Achse)

Die Tatsache, dass ich noch nie einen so großen FS irgendwo eingebaut gesehen habe verunsichert mich ziemlich.. auch wenn es laut der erstmal teils geschätzten Berechnung so stimmen würde.


Achja und wenn diese Formel in MyNewton stimmt, dann müsst ich daraus schließen, dass die Berechnung laut http://www.martin-moeller.com/data/fangspiegel_groesse.pdf nicht richtig ist, da käme ich jetzt auf nur 65mm für die kleine Achse, wobei das eig. recht plausibel aussieht..... man weiß einfach nicht, was man denn da glauben soll :help:


Beste Grüße
Jenny

 
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Zitat von Applejack:
ich möchte das Teleskop hauptsächlich fotografisch mit einer Spiegelreflexkamera nutzen
Hallo Jenny,

wenn ich selbst baue, würde ich bei einem 12" f/4 Newton für Weitfeld-Aufnahmen ([zensiert] Sky) den Fangspiegel weglassen und an dessen Stelle die Kamera mit vorgeschaltetem Komakorrektor unmittelbar auf die optische Achse setzen, etwa so, wie bei den Hyperstar-Bausätzen von Celestron. Für hochaufgelöste Mond- und Planetenfotos würde ich dann einen Fangspiegel mit vorgeschalteter zweifacher Brennweitenverlängerung (Barlow) einsetzen, damit kommst Du auf f/8, und es reicht ein halb so großer Fangspiegeldurchmesser zur vollständigen Ausleuchtung des Kamerachips im Vergleich zur f/4-Situation.

Gruß, Jan
 
Hello again,

als groben Richtwert bzw. Überprüfung deiner Berechnungen kannst du auch einfach nachschauen, was die bekannten Teleskopbauer als FS in einem 12" f/4 verbauen, insbesondere bei fotografischer Auslegung.

Wenn ich einen 12" f/4 in MyNewton eingebe,
- Tubus 350 mm (340 innen / 5 mm Wandstärke)
- eingefahrener OAZ 70 mm
- Höhe Brennebene 20 mm (weniger würde reichen)

kommt ein 90 mm FS, wie ihn Orion UK anbietet, auf 99,3% Ausleuchtung bei 27,5 mm.

Die Website von Uwe bestätigt das.

Grüße,
Alex
 
Man kann die erforderliche Größe des Fangspiegels mit elementaren geometrischen Überlegungen nach dem Strahlensatz bestimmen und kommt dabei auf folgende einfache Formel:

DF_d = DF_0 + (1 - f '/f) d

DF_0 = D * f '/f


dabei ist

DF_d = kleiner Fangspiegeldurchmesser für 100% volle Ausleuchtung eines Bildfeldes vom Durchmesser d

DF_0 = kleiner Fangspiegeldurchmesser für volle Ausleuchtung nur auf der optischen Achse (also Bidfelddurchmesser d = 0)

D = Durchmesser des Parabolspiegels

f = Brennweite des Parabolspiegels

f ' = seitliche Fokusablage von der Achse des Newton

d = Durchmesser des 100% voll ausgeleuchteten Bildfeldes

Für den hier diskutierten 12" f/4 Newton haben wir

D = 12" = 305 mm

f = 1219 mm

und mit einem äußeren Tubusradius von 175 mm, sowie einer Brennpunktlage von 90 mm außerhalb vom Tubus, ergibt sich für die Fokusablage von der optischen Achse des Newton:

f' = 175 mm + 90 mm = 265 mm

Für ein APS-C Sensorformat von 22,2 mm x 14,8 mm beträgt die auszuleuchtende Biddiagonale

d = Wurzel (22,2² + 14,8²) = 26, 7 mm

Damit ist

DF_0 = D * f '/f = 66,3 mm

und

DF_d = DF_0 + (1 - f '/f) d = 66,3 mm + 20,9 mm = 87,2 mm


 
1) Jan, da ich mit einer DSLR fotografieren möchte, wird das nicht wirklich funktionieren, die in den Strahlengang zu packen.

2) Peter, das ist definitiv die einfachste Formel, die ich in meiner langen Studie gesehen habe, danke fürs Aufschreiben. Warum einfach, wenns kompliziert auch geht :D

3) Ich hab das mit all den verschiedenen Methoden jetzt nocheinmal nachgeprüft und ich werd jetzt den 90er von Orin Uk nehmen, den du, Alex oben auch schon erwähnt hast.

Ich bin außerdem draufgekommen, dass die Werte des Chips oben von der Eos 1000d ntl. vollkommener Mist waren, da ist wohl auf der Seite ein Schmarren gestanden und bin da noch im Anfängerstadium was die Erfahrung in dem Bereich betrifft.

Nochmals danke an alle und ich bin immer wieder begeistert, wie schnell hier kompetente Antworten reinkommen!

Beste Grüße und einen schönen Tag noch

Jenny
 
ist doch prima, wenn wir mit vereinten Kräften helfen konnten.

Hatte dir versucht eine PN zu schicken, geht aber nicht, Postfach voll.
Aus purer Neugier, ist das der Selbstbau für deine Diplomarbeit? Wenn ja, wo stehst du? Finde das super spannend und mal ein echt gelungenes Thema für eine Diplomarbeit.

Grüße,
Alex



 
Zitat von Jan_Fremerey:
Zitat von Applejack:
ich möchte das Teleskop hauptsächlich fotografisch mit einer Spiegelreflexkamera nutzen
Hallo Jenny,

wenn ich selbst baue, würde ich bei einem 12" f/4 Newton für Weitfeld-Aufnahmen ([zensiert] Sky) den Fangspiegel weglassen und an dessen Stelle die Kamera mit vorgeschaltetem Komakorrektor unmittelbar auf die optische Achse setzen, etwa so, wie bei den Hyperstar-Bausätzen von Celestron. Für hochaufgelöste Mond- und Planetenfotos würde ich dann einen Fangspiegel mit vorgeschalteter zweifacher Brennweitenverlängerung (Barlow) einsetzen, damit kommst Du auf f/8, und es reicht ein halb so großer Fangspiegeldurchmesser zur vollständigen Ausleuchtung des Kamerachips im Vergleich zur f/4-Situation.

Gruß, Jan

Hallo Jan,

Aha, und was wären denn dann die Vorteile?
Hast Du dir mal genau überlegt, was Du da schreibst?

Grüße,
Gerrit
 
Zitat von MountyPython:
Hallo Gerrit,

die Vorteile wären vergleichbar mit denen der offenbar erfolgreichen Hyperstar-Systeme, die man mit wenigen Handgriffen vom Weitfeld-Modus (Schmidt-Kamera) in den hochauflösenden Modus (Schmidt-Cassegrain) umrüsten kann. Im Weitfeldmodus kann man sich ohne nennenswerte Bildbeeinträchtigung eine größere Obstruktion leisten, die man ja auch mit einem 90 mm Fangspiegel hätte. Bei hochauflösender Fotografie arbeitet man bevorzugt mit längeren Brennweiten und möglichst geringer Obstruktion. Mit einer Negativlinse vor dem Fangspiegel lässt sich die Strahlauslenkung weiter in Richtung des Primärfokus verlegen, und man kommt mit einem deutlich kleineren Fangspiegel aus. Ich würde da sogar eher mit dreifacher Brennweitenverlängerung auf f/12 gehen.

Zitat von MountyPython:
Aha ... Hast Du dir mal genau überlegt, was Du da schreibst?
Ich würde noch lieber mit Dir diskutieren, wenn Du Dir diese albernen Verbalattacken verkneifst.

Gruß, Jan
 
Zitat von Jan_Fremerey:
Zitat von Applejack:
ich möchte das Teleskop hauptsächlich fotografisch mit einer Spiegelreflexkamera nutzen
Hallo Jenny,

wenn ich selbst baue, würde ich bei einem 12" f/4 Newton für Weitfeld-Aufnahmen ([zensiert] Sky) den Fangspiegel weglassen und an dessen Stelle die Kamera mit vorgeschaltetem Komakorrektor unmittelbar auf die optische Achse setzen, etwa so, wie bei den Hyperstar-Bausätzen von Celestron. Für hochaufgelöste Mond- und Planetenfotos würde ich dann einen Fangspiegel mit vorgeschalteter zweifacher Brennweitenverlängerung (Barlow) einsetzen, damit kommst Du auf f/8, und es reicht ein halb so großer Fangspiegeldurchmesser zur vollständigen Ausleuchtung des Kamerachips im Vergleich zur f/4-Situation.

Gruß, Jan

Und ich würde von derartigen Empfehlungen unbedingt abraten.
Begründung:
1. Würde man durch die Kamera eine zusätzliche Obstruktion ins System einführen (Atik 11002 z.B. eine lineare Obstruktion von 125 mm)
2. Die automatische Fokussierung findet hier kaum gangbare Lösungen.
3. Die Filterauswahl muß manuell erfolgen.
3. Um visuell und fotographisch arbeiten zu können, müßte man mehrere Halterungspositionen in Kauf nehmen oder entsprechend stabil bauen. Die Halterung muß im letzten Fall schon wesentlich größer gebaut werden, damit überhaupt noch ein Bildkreis von 30 mm voll ausgeleuchtet wird.
4. 12" F/4 und Weitfeldaufnahmen. Da kann man sich das Leben mit einem 8" F/4 oder 6" F/4 Newton durchaus einfacher machen.
5. Das Hyperstarsystem ist eine schöne Sache. Aber ein Kompromiss, aus dem F/2 ..F/2.5 Kugelspiegel + Korrektor eines SCT eine schnelle Fotomaschine zu machen.
etc. Das bekommt man derzeit mit einem Newton bei F/2.8 für Vollformat von der Stange nicht hin. Selbst der ASA-Reducer bietet mit x0,73 ein vollausgeleuchtetes Bildfeld von ca. 22 mm. Damit kann man die Belichtungszeit verkürzen, aber Weitfeld scheidet da erstmal aus.

etc.

Grüße,
Gerrit
 
Hallo Jan,

Meine Liste ...die in der Kürze der Zeit nicht vollständig sein kann, dürfte als Begründung erstmal ausreichen.

Albern: Offensichtlich mußt Du für Dich erstmal klären, wie man bei einem 12" F/4 Newton im Primärfokus des HS Weitfeldfotographie betreiben kann. Was technisch möglich ist, habe ich Dir zu diesem Thema oben schon skizziert.

Deine Empfehlung kommt mir wenig durchdacht vor. Und praktische Referenzen hast Du da leider auch keine. Und von daher wäre ich vorsichtig, jemanden hier mit solchen Tipps einen guten Rat mitzugeben. Deine durchaus theoretische Expertise gerade in diesem Bereich deckt nicht mal einen Teil der Hindernisse ab, die ich oben skizziert habe. Von der praktischen Umsetzung und mechanischen Einschätzung eines solchen Systems mal ganz zu schweigen. Jan, da fehlt Dir einfach die Erfahrung.

Um sowas umzusetzen, muß man schon den entsprechenden Zugriff auf Ressourcen zur mechanischen Fertigung haben. Entweder man konstruiert so, daß man die Spinne versetzen muß, um eine entsprechende Ausleuchtung von 42 mm zu haben. Die Obstruktion wird aber bleiben. Also kann man getrost einen weiteren größeren Fangspiegel ins System einfügen. Das ist bei einem 12" F/4 bei weitem kein 140 mm Fangspiegel. Damit ergibt sich aber die Chance unter Verwendung eines 3" Okularauszuges einen entsprechenden Korrektor fürs Vollformat ins System einzuführen. Bei der Konstruktion unten reicht eine um lediglich 20 mm längere FS-Halterung völlig aus.

Ich hätte verstanden, wenn Du die Fotographie im Primärfokus des HS im Planetenbereich als möglichen Anwendungsfalll skizziert hättest. Denn hier besteht die Chance bei einer Obstruktion von unter 20% eine Planetenkamera zu betreiben.

Ja, ich selbst hatte schon einen 12" F/2.8 Astrographen hier zum Testen. So ein Ding mußt auch erstmal justiert werden. Und da nimmt einem das SCT durch den zentrierten Korrektor schon eine ganze Menge Arbeit ab. Und an sehr hellen Sternen schlägt die Obstruktion durch.

Also Entschuldigung. Ohne sich praktisch mit der Materie auseinander gesetzt zu haben und mal hinter die Konzepte zu blicken, würde ich beim Erstlingswerk 12" F/4 erstmal klassische Wege beschreiten. Und davon mal abgesehen, geht es auf die klassische Art und Weise selbst mit zwei Fangspiegeln wesentliche einfacher.

Grüße,
Gerrit
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Hallo Jan,

kannst Du mir einen Kollegen nennen, bei dem sich eine Canon bei Aufnahmen innen im Tubus befindet, und dessen Aufnahmen ich im Internet anschauen kann?

Viele Grüße

Kurt
 
Hallo Jan,

"als insbesondere durch Deinen imposanten Eigenbau ausgewiesener Experte bist Du verständlicherweise für neue Wege weniger aufgeschlossen als unsere jüngeren Astroamateure."

Also Deine Wahrnehmung in Ehren, aber begriffen hast Du die Konstruktion nun noch nicht. Und aus einem Satz wie diesem "1) Jan, da ich mit einer DSLR fotografieren möchte, wird das nicht wirklich funktionieren, die in den Strahlengang zu packen."
entnehme ich kaum Aufgeschlossenheit. Eher: Skepsis. Und die war auch angebracht.

Grüße,
Gerrit
 
Hallo Kurt,

der APM 12" F/2.8 Astrograph ist im Grunde ein Newton im Primärfokus mit einem großen Korrektor (Bildfeld ca. 70 mm). Alleine das Gehäuse des Korrektors obstruiert schon so stark, daß man dahinter schon eine Vollformatkamera aber mit manuellen Filterschubladen betreiben kann. Das Gerät wurde für rein wissenschaftliche Zwecke gebaut (wenn ich mich recht erinnere), und da gings nicht um Pretty-Pictures. Und es war schon eine Aufgabe dieses Gerät zu justieren. Wie man sieht, gibts keinen Fokusser am Korrektor. Aber dafür hat dieses Gerät eine nahezu shiftingfreie Hauptspiegelfokussierung. Eine Mittenmarkierung hat dieses Gerät in Folge dessen nicht. Das macht die Justage zwar nicht unmöglich, aber mit klassischen Tools nicht gerade einfach.

LG
Gerrit
 
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Zitat von Kurt_Schneider:
kannst Du mir einen Kollegen nennen, bei dem sich eine Canon bei Aufnahmen innen im Tubus befindet, und dessen Aufnahmen ich im Internet anschauen kann?
Hallo Kurt,

nein, ich kenne aber die auf der oben verlinkten Website gezeigten Aufnahmen mit Canon DSLR Kameras am C11, und ich habe selbst zahlreiche Aufnahmen ohne Fangspiegel im Primärfokus meines 10" Newtonspiegels gemacht. Der Primärfokus eines geschlossenen Newtonteleskops liegt bei herausgenommenem Fangspiegel vermutlich bereits außerhalb des Tubus, so dass das Hantieren der Kamera in ähnlicher Weise möglich sein sollte wie bei den Hyperstar-Aufsätzen am C11.

Gruß, Jan
 
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Hallo Jan,

gerade habe ich mir Deine Homepage angeschaut und finde Deinen 10" Newton sehr interessant. Auch ein Foto von Jupiter das ich gesehen habe ist sehr gelungen. Für Weitfeld/Deep-Sky Aufnahmen mit einer Vollformat-DSLR glaube ich aber dass das Schmidt-Kamera Prinzip nicht vorteilhaft ist. Die Obstruktion des Bodys wird wohl nicht geringer sein als die eines Newton-Fangspiegels. Man müsste mal durchrechnen ab welchem Öffnungsverhältnis sich das lohnen würde.

Viele Grüße,
Marcus
 
Hallo Marcus,

genau so ist es.

Und Jan hat zahlreiche Planetenaufnahmen mit seinem Aufbau gemacht. Das geht ja auch ganz gut.

Jetzt meint er, diese Erfahrungen auf DSLR's und wohlmöglich seinem Spiegelteleskop übertragen zu können.

Da wird die Luft im Elfenbeinturm gerade ziemlich dünn. Aber zum Thema Weitfeld mit 12" und F/4 haben wir immer noch keine näheren Erläuterungen.

Viele Grüße,
Gerrit
 
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Gerrit, Ich bin aber überzeugt dass das für bestimmte Spiegelgrößen und Öffnungsverhältnisse vorteilhaft sein wird. Die Frage ist nur ob das erst bei 20" und F/3 der Fall ist oder schon früher.
 
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Hallo Marcus,

Welche Vorteile würdest Du nennen? Im Prinzip gibts diese Systeme ja schon: Siehe unten.

Da kommen aber verschiedene Herausforderungen auf einen zu. Und ich hoffe, wir reden noch über Teleskope für den Amateurbereich.

1. Wird man bei 1,5 m Brennweite kaum von Weitfeldaufnahmen sprechen können
2. Bei F/3 braucht man schon einen entsprechend großen Korrektor, damit wenigstens das APC-C voll ausgeleuchtet wird.
3. Will das System auch kollimiert werden und das ist neben dem monetären Aufwand für den entsprechenden Korrektor der nächste Aufwand.

Im Prinzip ist ja F/3 ja schon die ausschlaggebende Größe.

Wir wollen die liebe Jenny doch am Ende ihres Lebens nicht dazu verführt haben, daß VLT nach zu bauen, richtig? Nur weil wir mal eben einen theoretisch angekratzten Hinweis aus der Luke des Elfenbeinturmes herab fallen lassen.

Nehmen wir mal an, man hätte ein 20" F/3 System. Damit wenigstens APS-C vollausgleuchtet wird und setzen wir mal einen Korrektor voraus, der mindestens einen Durchlass von 90 mm hat. Sowas gibts von ASA für über 1000 Euro. F/3!
Dagegen ist F/4 ja noch günstiger respektive der Ausleuchtung.

Und das Prinzip was Jan vorschlägt ist ja sooo neu auch nicht. Er meint, er wäre gerade einer Innovation auf der Spur. Kann man glauben lassen.

Aber da schaut man sich mal Philip Kellers Hypergraph an. Der kann auch im Primärfokus bei F/3 betrieben werden. Nur: Der Korrektor für die 70 mm Bildfeld kostet mit Sicherheit etliches mehr, als das komplette Selbstbauprojekt das Jenny da auf der Werkbank hat.

Viele Grüße,
Gerrit
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Gerrit,

gehen wir mal davon aus, dass man für F/3 einen 3" Korrektor für Vollformat benötigt. Dann komme ich bei der Fangspiegelberechnung eines 16" F/3 überschlägig(!) auf eine Obstruktion von ca. 130mm. Eine 5D Mark III ist 152 x 116,4 x 76,4 mm groß.

Wenn meine Berechnung zu später Stunde richtig ist wird es sich nicht für kleinere Spiegel und kleinere Öffnungsverhältnisse lohnen eine DSLR vor den Spiegel zu setzen. Mit einem schmaleren Gehäuse sieht das natürlich anders aus.

Jetzt bin ich keine Deep-Sky Fotograf, aber ich habe den Eindruck, dass Obstruktion bei Deep-Sky Aufnahmen nicht so wichtig ist wie andere Faktoren wie z.B. eine stabile Fokuslage, Kamerakühlung, Guiding, Seeing und Kollimation.

Viele Grüße,
Marcus
 
Nachtrag:
-Für kleinere Sensorgrößen ist das Verhältnis Fangspiegelobstruktion zu Gehäusegröße noch unvorteilhafter für das Schmidt-Prinzip. Wenn ich es richtig verstanden habe soll hier kein Vollformat in Einsatz kommen.
-Laut aokswiss reicht ein 3" Paracorr für eine 52mm Bildfelddiagonale. Wenn ich schon Vollformat fotografierte dann würde ich einen Korrektor am Parabolspielgel auch nutzen, egal wo die Kamera hängt. Der 3" Paracorr ist immernoch deutlich günstiger als eine Vollformat-DSLR.

Wie schon eingangs vermutet, Ich sehe in diesem Fall leider keine Vorteile am Schmidt-Prinzip.
 
Zitat von Marcus_Zengl:
Man müsste mal durchrechnen ab welchem Öffnungsverhältnis sich das lohnen würde.
Hallo Marcus,

meine Idee war einfach nur, dass man sich die Anschaffung eines größeren Fangspiegels und des mit diesem verbundenen Kollimationsaufwands erspart, indem man die Kamera direkt auf die Hauptspiegelachse setzt. Das APS-C Format würde im Primärfokus eines 12" f/4 ein Bildfeld von etwa 2° erfassen. Diesen Bildwinkel bezeichne ich hier nur im Vergleich zur hochauflösenden Fotografie als "Weitfeld", bei der man je nach Kameraauflösung mit Öffnungsverhältnissen von < f/10 an der Auflösungsgrenze des Teleskops arbeitet. In dieser Betriebsart würde sich die Obstruktion durch einen DSLR Kamerabody auf der Spiegelachse bereits störend bemerkbar machen. Daher erscheint mir in diesem Fall die Anbringung der DSLR außerhalb des Tubus und die Installation eines Fangspiegels sinnvoll, der aber z.B. bei f/12 erheblich kleiner dimensioniert sein kann als bei f/4 und dementsprechend als Obstruktion nicht mehr störend in Erscheinung tritt.

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

in den meisten Fällen, in denen der Astroamateur mit verfügbaren Mitteln von der Stange bis zu einem Bildkreis von 50..60 mm und <=F/3 arbeitet.

Der Kollimationsaufwand wird leider von Dir völlig unterschätzt.

Viele Grüße,
Gerrit
 
Hallo Jan,

warum es nicht verstehst, läßt verschiedene Interpretationen zu.

Aber das ist nicht Gegenstand des Threads.

Und um meine Intervention nochmal klar zu skizzieren: Man sollte Einsteigern nicht gerade mit Konzepten begegnen, die man selbst noch nicht mal umgesetzt hat. Geschweige denn bis zu einer gewissen Detailtiefe verstanden hat.

Dann spiele Du selbst lieber das Versuchskaninchen und wenn Dein Konzept sich auch praktisch für Dich bewährt hat, stelle es als Empfehlung vor.

Ich möchte Dir mal bei Deinem Innovationshunger folgende Lektüre (Verantwortung vs. Wissenschaften) ans Herz legen:

Dürrenmatt: Die Physiker

Jenny wird schon froh sein, wenn der Selbstbau-Newton nach dem klassischen Prinzip funktioniert.

In diesem Sinne wünsche ich Dir ein besinnliches neues Jahr 2017.

Beste Grüße,
Gerrit

 
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