Probleme mit Barlow

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Darth_Vader

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Hallo an alle,

Wie einige von euch sicher wissen, habe ich mir vorkurzem ein 130/650 Dob gekauft.

Ich hab jetzt nur leider das Problem das ich meine 2x Barlow nicht verwenden kann, da ich das Bild mit der Barlow nicht fokussieren kann.

Liegt das an der Brennweite?

Wäre das bei einer 1,5 oder 3x Barlow anders?

CS
Felix
 
Hallo Felix,

ich kenne das im Normalfall so, dass der Fokus mit Barlow etwas weiter außen liegt, also extrafokal der OAZ-Weg nicht reicht.
In dem Fall musst Du nur die Barlow nicht bis zum Anschlag im OAZ versenken, dann sollte es gehen.
Es gibt natürlich auch Verlängerungshülsen zu kaufen.

Gruß
*entfernt*
 
Ich hab das mal ausprobiert, bei mir scheint das aber genau anders herum zu sein. Es wurde noch unschärfer als ich die Barlow ein Stück heraus zog.

Gibt es auch Verkürzungs Zwischenstücke oder so?

Felix
 
Hallo Felix,

Du musst die Barlow Linse vor dem Fokus des Parabolspiegels platzieren, und zwar bei einer 2x Barlow genau um die Hälfte der (negativen) Barlow Brennweite. Der Fokus verschiebt sich dadurch um denselben Betrag weiter nach außen, so dass er bei einer 2x Barlow dann um genau eine Barlow Brennweite hinter der Linse liegt.

Ob eine Barlow 2x, 3x, oder was auch immer vergrößert, hängt ausschließlich von der Platzierung der Linse vor dem Fokus des Objektivs und der Länge der Hülse dahinter ab. Je weiter die Barlow vor dem Objektivfokus steht, umso stärker vergrößert sie, wobei die Länger der Hülse dahinter immer länger wird.

Allerdings muss der Abstand der Barlow vor dem Fokus immer kleiner als ihre Brennweite sein. Wenn sie nämlich im Extremfall genau eine Brennweite (oder sogar noch weiter) davor steht, wird der Fokus auf Unendlich projiziert (oder sogar darüber hinaus, d.h. die Lichtstrahlen laufen nicht mehr zusammen, sondern auseinander) und dann funktioniert das Okular nicht mehr.

Die genauen geometrischen Zusammenhänge sind hier beschrieben:

Barlow Geometrie

(wobei die Form einer solchen negativen Linse natürlich nicht konvex, sonder konkav ist ...)

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Hallo,

den OAZ an diesem Dobs kannst Du nicht verändern. Ich werde mal bei Gelegenheit meine 2-fach Barlow an dem Dobs testen. Aber wirklich sinnvoll ist so eine Barlow nicht bei sowenig Öffnung und Brennweite.

Besorg Dir ein 6-7mm Planetary, da macht das Gerät richtig Spaß.
 
Also vermutlich dieses Scope

Skywatcher N 130/650 Flextube

Dafür gibt's auch Barlows, wie z.B. diese hier

2x Barlow

Bist Du wirklich sicher, dass Deine Barlow nicht tief genug in den vorhandenen OAZ eintauchen kann? Kann ich mir kaum vorstellen, jedenfalls nicht mit dem verlinkten Typ.

Es kann aber auch sein, dass die Barlow zu tief in den OAZ eintaucht und mit dem eingeschränkten Hubbereich vom OAZ nicht weit genug herausgefahren werden kann. In dem Fall solltest Du die Barlow mit dem daran montierten Okular etwas weiter aus dem OAZ herausziehen.

Wenn auch das nichts bringt, musst Du erst mal klären, wie tief innerhalb oder außerhalb vom OAZ die Brennebene von Deinem Spiegel liegt. Das kannst Du einfach herausfinden, indem Du die Optik auf eine entfernte Straßenlaterne richtest und dann (ohne Barlow und ohne Okular) mit einem Stück Butterbrotpapier oder ähnlichem als Mattscheibe den Ort des besten Fokus bestimmst.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Ja. Das Teleskop meinte ich. Die barlowlinse ist bis zum Anschlag im OAZ versenkt.

Hab inzwischen auch mal die Linse ein wenig heraus gezogen, das hat aber alles noch schlimmer gemacht.

Ist diese barlow nur fùr das 130/650 geeignet?

CS
Felix
 
Hallo Felix nochmal,

ich habe mir das Design von Deinem Teleskop auf der Webseite mal näher angeschaut und dabei ist mir ein anderer Verdacht als wahrscheinliche Erklärung von Deinem Fokussierproblem gekommen.

Ein besonderes Merkmal der Konstruktion ist ja dieser im doppelten Wortsinn "teleskopartige" Tubus, den man zum leichteren Transport zusammenschieben kann, mit dem man aber auch die Fokuslage weitgehend kontrollieren kann.

Wenn der Fokus entsprechend Deiner Beschreibung zu tief im OAZ liegt, so dass Du die Barlow nicht davor platzieren kannst, dann musst Du halt die Tubuslänge von dem Dobson durch geringfügiges Zusammenschieben etwas verkürzen. Dann wandert der Fokus im OAZ etwas weiter nach außen, und das ist ja genau das, was Du erreichen möchtest.

Wenn Du mit den Okularen ohne Barlow problemlos fokussieren konntest, fehlt vermutlich nur wenig, um auch die Barlow in die richtige Position kurz vor dem Fokus zu bringen. Ich empfehle Dir auf jeden Fall die Fokuslage mit einer Mattscheibe oder ähnlichem, wie vorher schon beschrieben, zu verifizieren. Das hilft u.U. auch bei der Auswahl anderer Zubehörteile in der Zukunft.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass Du durch geringfügiges Zusammenschieben vom Teleskoptubus Dein Problem lösen wirst.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Zitat von Darth_Vader:
Kann man denn das auch bei Deepsky Objekten einsetzen?

Hättet ihr einen Vorschlag für ein Oku in dem Bereich?

Hallo,

ich benutze mit dem Scope immer mein TS32mm SP um ein großes Feld zu haben. Und das bereits erwähnte 7mm Planetary. Damit sieht man am Zentrum vom Orionnebel schon richtig viel.

Das Teleskop kann im Prinzip nur DeepSky und natürlich Mond. Für Planeten ist die Brennweite einfach zu kurz und ne Barlow hat bei mir das Bild fast immer nur unschärfer gemacht. Deshalb benutze ich bei Planeten mein C6.
 
Super! Das zusammen schieben des Tubus hats voll gebracht!

Ich überlege gerade trotzdem noch ein wenig ob ich mir noch ein Oku zulege.

Ich hab bei der Suchfunktion im Astroshop mal Planetary eingegeben und der hat mir gleich 53 ausgespuckt.

Welche Firma ist denn ganz gut? (und ist nicht zu teuer)

CS
Felix
 
HR Planetary kostet so um die 40-50 €
 
Zitat von NickQuick:
Hallo,

den OAZ an diesem Dobs kannst Du nicht verändern. Ich werde mal bei Gelegenheit meine 2-fach Barlow an dem Dobs testen.

So, hab gerade mal Mars mit und ohne Barlow angetestet. Dabei habe ich das 7mm HR Planetary und das TS32SP benutzt.

Um in den Focus zu kommen, musste ich den OAZ schon mächtig rausdrehen, nicht reindrehen. Aber den Schärfepunkt zu treffen war kein Problem.

Insbesondere mit dem 7mm hat es aber nicht viel gebracht, da das Seeing für 3,5mm (also knapp 200-fach) einfach noch zu schlecht war.

Als Barlow habe ich hier TS 2-fach benutzt.
 
Um in den Focus zu kommen, musste ich den OAZ schon mächtig rausdrehen, nicht reindrehen. Aber den Schärfepunkt zu treffen war kein Problem.

Naja, ob man den OAZ dazu rein- oder rausdrehen muss, hängt völlig davon ab, wie man den Schiebetubus von diesem Scope Typ eingestellt hat.

Immerhin weiß der Fragesteller ja nun wohl, dass der Abstand zwischen Haupt- und Fangspiegel die Lage vom Fokus beeinflusst ...



 
NA ja, danke für eure hilfe.

Ich schiebe den Tubus einfach jedes mal wenn ich die Barlowlinse einsetzen möchte ein wenig zusammen. Klappt bei mir super. Hab so vorkurzem auch den Mars beobachtet.

Ich werde mir jetzt noch ein 5mm HR Planetary kaufen.

Jetzt noch eine letzte Frage, passt zwar nicht mehr ganz zum Thema ich stell sie aber trotzdem mal:

Welche Fotoadapter gibt es und für welche Kameras sind die geeignet?

Gruß
Felix
 
Welche Fotoadapter gibt es und für welche Kameras sind die geeignet?

Hallo Felix,

Was für eine Kamera möchtst Du denn da anschließen, und was willst damit aufnehmen?

Mit dem kleinen Dobson kannst Du wohl nur am Mond was ausrichten, und zwar entweder mit einer Web-Kamera damit quasi filmen, oder mit einer Kamera kurzbelichtete Schnappschüsse machen.

Was für eine Kamera hast Du denn? Ist das eine DSLR, wo man die Linse abschrauben kann, oder eine Digi-Knipse mit fest eingebauter Linse? Im Prinzip geht beides, aber die Adaption ans Fernrohr ist schon sehr verschieden.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Also ich habe eine D300 von Nikon und eine kleine Olympus zur Verfügung.
Ich hatte eigentlich vor die Kamera an meinen Refraktor zu hängen.

Hab mir inzwischen aber schon eine Diggiklemme gekauft, somit wäre die Olympus ja schon mal abgedeckt.

Was gibt es denn für Adapter für die D300?

Hat schon mal jemand die D300 persöhnlich für die Astrofotographie getestet?

CS
Felix
 
Hallo Felix,

also eine Digi-Knipse (bei der die Kameralinse nicht entfernt werden kann) betreibt man "afokal", d.h. man hält die Kamera im einfachsten Fall einfach ans Okular, oder befestigt sie dort mit "Digi-Klemme". Die Methode leidet aber unter sehr eingeschränktem Gesichtsfeld (Tunnelblick) und die Abbildungsqualität ist auch ziemlich mau.

Mit einer DSLR arbeitest Du "fokal", d.h. Du montierst die Kamera ohne Okular und ohne Kameralinse direkt am Okularauszug. Dazu brauchst Du einen kameraspezifischen T2 Adapter und einen T2/1,25" OAZ Adapter. Z.B.:

Nikon - T2 Adapter

Nikon - T2 Adapter

Adapter von T2 auf 1,25" Steckhülse

Adapter von T2 auf 1,25" Steckhülse

Derartiges Standardzubehör gibt es bei allen Astro-Händlern.

Nikon Kameras werden für Astro vergleichsweise selten eingesetzt, deshalb findest Du dazu relativ wenig Erfahrungsberichte.
Die Nikon D300 ist ja schon ein semi-professionelles Modell mit vorzüglicher Empfindlichkeit. Damit sollten Dir sicher gute
Mondaufnahmen am Dobson gelingen. Eigentlich schreit diese Kamera dann aber schon nach wesentlich mehr Scope ...

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Ich hab neulich mal einen Adapter gesehen mit dem man den Fotoapparat AUF das Okular setzten konnte.

Gibt das dann auch wieder einen Tunnelblick?

CS
Felix
 
Ich hab neulich mal einen Adapter gesehen mit dem man den Fotoapparat AUF das Okular setzten konnte.

Gibt das dann auch wieder einen Tunnelblick?

Ja, das ist leider so, jedenfalls wenn die Kameralinse drin bleibt.

"Fokal" ist allemal besser, wenn's denn geht.

Vielleicht meinst Du aber auch Okular-Projektion: damit kann man dann die effektive Brennweite und den Abbildungsmaßstab vergrößern, was vor allem bei Planeten wichtig ist. Auch da arbeitet man aber "fokal", d.h. ohne Kameralinse. Das Okular dient dann als optische Relay Linse, welche das Bild im Primärfokus auf ein vergrößertes Bild auf dem Kamera-Chip projiziert.


 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ja, ich meinte die Variante ohne Kameraobjektiv.

Macht man das bei einer Siegelreflexkamera nicht immer ohne Objektiv?

CS
Felix
 
Zitat von Darth_Vader:
Ja, ich meinte die Variante ohne Kameraobjektiv.

Macht man das bei einer Siegelreflexkamera nicht immer ohne Objektiv?
Link zur Grafik: http://www.astronomie.de/sonnensystem/mond/mondfoto/afokal_klein.jpg Hi!

Nicht immer ;) Die Vollversion von Bild und Teleskop ist hier beim Artikel zur Mondfotografie verlinkt, einfach da aufs Bild klicken. Oder gleich hier. Da sind die verschiedenen Methoden auch noch mal vorgestellt.

Der Setup war aber zugegeben nur für Demozwecke, das ganze stellt schon etwas höhere Ansprüche an die Montierung. Auf den Zenitspiegel verzichtet man normalerweise auch, wenn ohne ihn ein scharfes Bild möglich ist.

Tunnelblick gibt's dabei vor allem, wenn das Objektiv größer ist als die Augenlinse vom Okular.

Sehr sinnvolles Zubehör: Der Baader DSLR-T-Ring mit UV/IR-Sperfilter. Das ist eine Kombination aus T2-Ring und 2"-Filterhalter und dient vor allem als Staubschutz. Die Astronomik-Clipfilter gibt's für Nikon ja glaub nicht, und wenn die Kamera zum Teleskop hin offen ist, hast Du sofort Staub auf dem Chip.
Der Nachteil: Wenn Du am Refraktor einen Bildfeldebner nutzt, stimmt der Abstand zum Chip nicht mehr.
Die Alternative: Ein 2"-Filter in der 2"-Steckhülse, oder ein Linsensystem wie Bildfeldebner/Reducer.

Mit der D300 geht Astrofotografie (ein Freund von mir hat die D200 oder D300, bin mir nicht sicher), nur Nebel sind ohne Umbau (IR-Filter raus) blöd - aber es gibt Sternhaufen, Galaxien uvm.

Gruß,
Alex
 
hallo,

Felix kriegt ja prima Unterricht von euch :super:

Zum direkten Verschrauben von Kameraobjektiven per Filtergewinde im Objektiv möchte ich nur anmerken, dass die Objektive darunter leiden können, denn dafür sind sie eigentlich nicht gemacht. Das Gewicht der Kamera hängt dann dran, und grad bei günstigen Kompaktknipsen sind wesentliche Teile des Objektives aus Kunststoff. Also Obacht!

Bei afokaler Projektion mit visuellen Barlows und auch bei Okularprojektion haperts leider mit der Randschärfe, denn die Teile sind nicht dafür gerechnet, sondern für parallel austretende Strahlen, die von der Augenlinse fokussiert werden. In der Bildmitte liefern sie aber zufriedenstellende Ergebnisse.

lg Tommy
 
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