Probleme mit Farben bei FRA300

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TobiGH3

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Guten Abend,

Nach nun unzähligen Stunden die ich versucht habe, mein Bild von M31 zu bearbeiten, habe ich aufgegeben.
Frust ist auf dem Maximum, ich würde am liebsten das blöde Teil rausschmeißen.

Und zwar komme ich zum Verrecken nicht mit den Farben klar. Schon alles versucht.. Photometrische Farbkalibrierung in SIRIL, SCC in APP, Rumspielen an den Farbreglern in PS.
Aber einfach kein Erfolg.

Auf der anderen Seite kriegen es andere wohl hin, aber die benutzen sowas wie PixInsight. Wobei jemand anders benutzt nur kostenlose Software, aber habe nicht geschafft zu reproduzieren was er gemacht hat.

Kann mir jemand sagen, wie ich am besten ein farbreines Bild hinbekommen kann?

Aufnahmeparameter, und wie ich vorgegangen bin:

Askar FRA300
EQ6R
Omegon VeTEC571c
~2.5h Belichtungszeit

Stacking mit APP --> "Align Channels" und "Drizzle" (0.5 Droplet) aktiviert.
Danach Hintergrundkalibrierung und Gradientenentfernung in APP, anschließend photometrische Farbkalibrierung in SIRIL.

Das ist das Ergebnis:
Den Anhang 351797 betrachten

Einfach nur schrecklich, kompletter gelber Dunst und so gut wie keine Farben sichtbar in M31.
Zum Vergleich hier ein Bild mit meinem 200PDS, mit weniger als der Hälfte an Belichtungszeit (3 Panels je 1h):
Den Anhang 351798 betrachten

Es erscheint mir derzeit komplett unmöglich, auch nur im Entferntesten eine ähnliche Farbkomposition zu erreichen.
Hat jemand eine Idee?

Hier ist übrigens der Rohstack (noch nicht gedrizzled, aber sollte ja kein Problem sein): M31 Rohstack

Danke für eure Hilfe!


CS Tobi
 
Mein Versuch mit PixInsight und etwas Photoshop.
Was die Bildbearbeitung betrifft bin ich weiterhin wenig erfahren.
Habe selber keine Probleme mit Gradienten, deshalb auf dem Gebiet besonders unerfahren und der Hintergrund ist deshalb nicht besonders gut geworden.
Gradienten dürften allgemein dein größtes Problem sein.
Das Bild ist stark verkleinert, in voller Auflösung wären die Details der Galaxie sehr schön.

m31_align-RGB-session_1 Kopie.jpg
 
Hallo Tobi,

leider habe ich momentan keinen Zugriff auf meinen Rechner und kann mir den Original-Stack nicht ansehen. Grundsätzlich ist mir nicht verständlich, wie das Teleskop die Ursache sein könnte. Da würde ich eher auf Filter, Kamera oder Bearbeitung tippen.

Es scheint an Blau zu fehlen. Hast du einen Filter im Strahlengang und wenn ja, welchen? Und hast du das Problem auch bei anderen Aufnahmen mit dem Setup gehabt?

CS Peter
 
Hallo Tobi,

leider habe ich momentan keinen Zugriff auf meinen Rechner und kann mir den Original-Stack nicht ansehen. Grundsätzlich ist mir nicht verständlich, wie das Teleskop die Ursache sein könnte. Da würde ich eher auf Filter, Kamera oder Bearbeitung tippen.

Es scheint an Blau zu fehlen. Hast du einen Filter im Strahlengang und wenn ja, welchen? Und hast du das Problem auch bei anderen Aufnahmen mit dem Setup gehabt?

CS Peter
Ich vermute, das hat mit der Software zu tun und wenn ich tippen darf, mit der Gradientenentfernung.

warum habe ich keine Rechte die Fotos anzuschauen? Der Link funktioniert bei mir nicht.
Geht bei mir jetzt auch nicht, vor paar Stunden war es aber möglich.
 
Hallo Tobi,

erst einmal wichtig nicht aufgeben! und hier im Forum zu fragen ist sicherlich hilfreich....ich versuche mal mit meinem Wissen udn Möglichkeiten Dir zu helfen:

- wie schon von Anderen hier erwähnt, glaube ich nicht, dass dies an Deinem Teleskop liegt....das FRA300 hat einen einen sehr guten Ruf und sicherlich
eine gute Abbildungsqualität
- welche Filter hast Du genommen?......am besten nimmst Du gar keine Filter für M31, wenn das Dein Standort von der Lichtverschmutzung hergibt
-> ansonsten einen Filter gegen Lichtverschmutzung, der aber alles andere durchlässt...z.B. einen optolong L´Pro oder ähnliches....für Wasserstoffgebiete,
um ein bisschen mehr an Farbe hereinzubekommen, kannst Du ja ein paar Stunden zusätzlich mit einen Dualband Filter, l´enhance oder ähnlichem
belichten und ergänzen
-> hierzu gibt es im übrigen einige gute und hilfreiche youtube videos für das making of von M31
- für 2,5h finde ich sind Deine Daten schon ziemlich gut....allerdings für ein richtig gutes M31 Bild benötigst Du deutlich mehr Belichtungszeit
...für mein M31 Bild mit eine 4" Apo f5,6 habe ich insgesamt 15h belichtet...
- ich hatte vor ein paar Jahren dasselbe Problem, wie Du und war mit meiner bisherigen Software - das ist vermutlich das einzige Thema, das Du momentan hast -
nicht zufrieden. Interessanterweise ebenfalls bei meinem M31 Bild, alles andere hat vorher mit Siril gut funktioniert, aber dann bin ich nicht weitergekommen
-> final habe ich Pixinsight ausprobiert ( trial Version, danach auch gekauft ) und hatte ein richtig gutes Ergebnis erzielt.....vielelicht lag das auch an mir,
aber das Endergebnis mit Pixinsight war bei mir Welten besser, zusätzlich verwende ich noch PS und Lightroom

Final: Probier mit verschiedener Software herum, bis Du mit dem Ergebnis zufrieden bist und belichte mehr!

Ich habe mal mit Deinem Foto in Pixinsight, PS und Lightroom herumgespielt und sicherlich kann man bei längerer und genauerer Bearbeitung noch mehr heraus holen, aber ich finde für einen ersten schnellen Entwurf und für 2,5h ist da schon ganz ansehnlich

Viele Grüße
Christian
 

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  • m31_align_RGB_session_final.jpg
    m31_align_RGB_session_final.jpg
    1,8 MB · Aufrufe: 219
Im direkten Vergleich sieht man noch gut den Grünstich (war deutlich schlimmer), der durch den hilflosen Versuch der DynamicBackgroundExtraction entstanden ist _affeaugen:
Deshalb vermute ich ähnliches beim TE.
 
beim Bearbeiten hatte ich etwas Schwierigkeiten mit den astronomischen Daten, die nicht hinterlegt sind und auch mit dem imagesolver in Pixinsight konnte ich mit den mir vorliegenden Daten aus dem Fits-Bild keine erfolgreiche Analyse herausholen...ich vermute beim Original liegen die Daten richtig vor und dann wäre die Bearbeitugn der Farben deutlich leichter mit SPCC in Pixinsight...so habe ich mit Colourcalibration, PS und Lightroom herumgespielt um auf das Ergebnis zu kommen.
Interessant wäre neben den verwendeten Filter auch die Lichtverchmutzung am Standort...bortle Klasse? das könnte hier natürlich auch deutlich zu einer Farbverschiebung führen
 
Ja, ImageSolver war bei mir auch nötig, hatte aber funktioniert. DBE war aber nicht der Hit, hätte es besser ganz gelassen und muss noch üben.
Mit Gradienten hat er auf jeden Fall zu tun.
 
Hi Tobi,
ich selbst arbeite mit ähnlichem Setup FRA300 + IMX571 (Touptek). Habe mich mal 30 Minuten an deinen Daten versucht. DBE hat recht seltsame Gradienten ausgespuckt und ich habe etwas großzügiger gecropt. Wie oben beschrieben hilft SPCC gut beim "Weißabgleich". Ich arbeite recht ähnlich zum Video von View into Space auf Youtube (Ultimate Pixinsight RGB Processing Tutorial incl. SPCC).

CS
Oliver
 

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  • M31_forum.jpg
    M31_forum.jpg
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Hallo Tobi,

für "nur" 2,5h Belichtungszeit finde ich Deine Daten wirklich sehr gut - auch die Sternenabbildung des kleinen FRA 300, selbst in den Ecken, ist wirklich beachtlich :).
Alles andere (insbesondere die Farben) sind ein Fall für die Bildbearbeitung.

Ich habe mir auch mal erlaubt, Deinen Rohstack in Pixinsight und final in Affinity Photo zu bearbeiten. Dabei habe ich extra die Farben etwas mehr betont - ist halt immer auch Geschmackssache. Hier das Ergebnis. Falls gewünsch kann ich Dir gerne ein paar mehr Infos zu meinem Workflow geben.

Viele Grüße
Michael

M31.jpg
 
Vielen Dank für eure Hilfe!
Ich lese hier raus, dass PixInsight wohl das einzig Wahre ist für eine gute Bearbeitung, wobei das Bild von Michael auch sehr schön ist. @Chemiker wie hast du das Blau so gut herausgearbeitet bekommen? Abgesehen vom Hintergrund finde ich die Farben von M31 wirklich sehr schön.

Zu den Fragen:
Bortle 4
Kein Filter oder sonstiges Zubehör, nur Teleskop + Kamera + Objektivwärmer.
Mit Gradienten hatte ich lustigerweise keine Probleme, das hat APP mit dem "Light Pollution Removal" Tool super hinbekommen, und gleichzeitig auch den Hintergrund.
Grünstich kann man ja ohne Probleme in PS mit HLVG entfernen, was ich auch immer mache.
Aber dennoch ist das Bild halt blass/gelblich, und ich kriege es in PS einfach nicht hin..
 
Hi Tobi,

”das einzig Wahre” wäre mir zu eng gefasst. Wenn man sich gut auskennt mit PS, ist auch die Kombi APP+PS ganz hervorragend und in vielen Belangen deutlich ergonomischer als PI allein. Auch mit PI benötigt man für beste Ergebnisse einen leistungsfähigen Editor wie PS oder Affinity Photo. Ich selber komme mit der Arbeitsfolge APP->PI->PS->LR am besten zurecht. Ich nutze zwischendrin aber zunehmend mehr Funktionen von PI, wie z.B. SPCC, BXT und GHS, die in APP und PS nicht verfügbar, aber die in ihrer Art momentan ziemlich einzigartig sind.

CS Peter
 
Kann ich Peter nur zustimmen. Für wirklich feine Detailbearbeitung mit guten Masken etc ist PS Pixinsight weit überlegen.
Ich selbst nutze Pix meist bis nach dem Stretch mit GHS.

CS
Oliver
 
Hallo Tobi,

ich nutze eine Kombination aus PixInsight und Affinity Photo

In PI:
  • BackgroundExtraktion mitt DBE > Sterne verkleinern mit BXT > Farbkalibartion mittels SPCC > Entrauschen > Sterne entfernen mit StarXTerminator > Entrauschen mit NXT
  • Stretchen des sternenlosen Bildes mit GHS. GHS hat auch die Möglichkeit separat die Sättigung zu stretchen(!) - hierzu gibt es einige gute Videos im Web
  • Erstellen einer Luminazmaske. LocalHistogramEqualization auf das maskierte Bild
  • Anpassen der Farben mittels CurveTransformation
    • Hier nutze ich immer eine Luminanzmaske und "tweake" dann die Kurven für Saturation>Hue>CIE>R,G,B und L bis es "passt". Dies sind oft sehr viele aber auch sehr kleine Schritte
    • Danach invertiere ich manchmal die Maske und mache das Ganze mit dem "Hintergrund". Oft ergeben sich so noch einige zusätzliche Detailverbesserungen
Danach geht es mit diesem sternenlosen Bild in Affinity Photo. Hier werden nur noch sehr geringe Anpassungen vorgenommen.
  • Hintergrund nochmals leicht entfernen - das Tool ist unter dem Reiter "Filter" zu finden
  • Spuren der Sternentfernung (wenn vorhanden) werden entfernt (Restaurations-Tool)
  • Letzte Änderungen mit Tonwertkorrektur > Anpassung Leuchtkraft (inkl. Sättigung) > Anpassung Schatten / Lichter > Anpassung selektive Farbkorrektur

Die Sterne stretche ich getrennt in PI und füge sie dann in Affinity Photo ins sternenlose Bild ein (mittels negativ Multiplizieren).

Gruß
Michael
 
Hallo Tobi,

ich nutze eine Kombination aus PixInsight und Affinity Photo

In PI:
  • BackgroundExtraktion mitt DBE > Sterne verkleinern mit BXT > Farbkalibartion mittels SPCC > Entrauschen > Sterne entfernen mit StarXTerminator > Entrauschen mit NXT
  • Stretchen des sternenlosen Bildes mit GHS. GHS hat auch die Möglichkeit separat die Sättigung zu stretchen(!) - hierzu gibt es einige gute Videos im Web
  • Erstellen einer Luminazmaske. LocalHistogramEqualization auf das maskierte Bild
  • Anpassen der Farben mittels CurveTransformation
    • Hier nutze ich immer eine Luminanzmaske und "tweake" dann die Kurven für Saturation>Hue>CIE>R,G,B und L bis es "passt". Dies sind oft sehr viele aber auch sehr kleine Schritte
    • Danach invertiere ich manchmal die Maske und mache das Ganze mit dem "Hintergrund". Oft ergeben sich so noch einige zusätzliche Detailverbesserungen
Danach geht es mit diesem sternenlosen Bild in Affinity Photo. Hier werden nur noch sehr geringe Anpassungen vorgenommen.
  • Hintergrund nochmals leicht entfernen - das Tool ist unter dem Reiter "Filter" zu finden
  • Spuren der Sternentfernung (wenn vorhanden) werden entfernt (Restaurations-Tool)
  • Letzte Änderungen mit Tonwertkorrektur > Anpassung Leuchtkraft (inkl. Sättigung) > Anpassung Schatten / Lichter > Anpassung selektive Farbkorrektur

Die Sterne stretche ich getrennt in PI und füge sie dann in Affinity Photo ins sternenlose Bild ein (mittels negativ Multiplizieren).

Gruß
Michael
Danke dir für die genaue Vorgehensweise :) Ist sehr aufschlussreich, aber leider ist SPCC mir ja leider nicht zugänglich.
Arons Version ist auch wirklich gut geworden!
 
Freut mich dass es gefällt :D
Die Farbkalibrierung habe ich in APP gemacht.
In Photoshop habe ich dann mit HLVG Green angefangen (Wie bei Tobi war es nach dem Export sehr grün stichig) und habe dann die Farben noch mit Gradiationskurven und Tonwertkorrektur in PS angepasst. Danach habe ich noch selektiv den Hintergrund entsättigt und bei Galaxie und Sterne die Sättigung erhöht. Zum Schluss noch entrauscht und Sterne leicht verkleinert ;)
 
Hier mal zum Vergleich meine Farb-Vorstellung.
Ich habe dafür nur in Siril einen linearen Hintergrund-Abzug gemacht, dann eine manuelle Farbkalibrierung mit der Galaxie als Weiß-Referenz. Dann etwas gestreckt und die Farbsättigung leicht erhöht.
Kein Etrauschen, kein Schärfen, keine Behandlung der Sterne. Mir ging es nur um die Farbe.

Grüße,
Steffen

Edit: Hm, die Forensoftware behandelt scheinbar Farbprofile falsch und zeigt das Bild mit leichtem Grünstich an...
m31_align-RGB-session_1_siril_scale.jpg
 
schon interessant wie hier die unterschiedlichen Vorgehensweise letztendlich zu einem recht respektablen Ergebnis führt.
Ganz nebenbei, M31 wirkt in der horizontalen Darstellung irgendwie gestaucht. Meist sieht man sie diagonal was optisch zu einer Streckung führt.
Kann aber auch hier daran liegen das die feinen Ausläufer bedingt durch die schwierige Hintergrundbearbeitung gelitten haben. Das hat Steffen etwas besser gelöst.
Zumindest muß Tobi seinen ASKAR nicht aus dem Fenster werfen ;)

CS
Franz
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe den Stack auch mal kurz mit Siril und Gimp bearbeitet. Die manuelle Farbkalibration auf den Kern liefert relativ kalte Farben. Ich habe die photometrische Kalibration auf die Sternfarben gewählt, die eine eher warme Farbdarstellung liefert. Ansonsten habe ich das gleiche gemacht wie Steffen. Ich habe in Gimp nur noch etwas die Rottöne rausgenommen. Die photometrische Kalibration liefert schon "sehr" warme Farben bei Andromeda. Das hat man öfter bei Galaxien. Z.B. bei auch M81. Das Galaxien eher rötlicher sind als auf den meisten Bildern entspricht eher der Realität. Die Kerne haben die Farben von späten K Sternen. Dass das bei Andromeda aber so ausgeprägt ist, kann ich mir nur über Extinktion erklären.

Ich kann jetzt nur vermuten, da ich deine Bilder im Post nicht sehen kann. Meiner Meinung kommt dein gelber Dunst vom selben Effekt. Wahrscheinlich ist das der selbe Effekt wie bei mir der rote. Je weiter man über die Mitten streckt, desto mehr werden Rottöne gelblich. Das liegt daran, dass in dem Fall rot eher gegen die Sättigung geht als grün und das Bild beim Weiterstrecken dann immer gelber wird, da grün noch deutlich zulegen kann, während rot sich kaum noch verändert. Diesen Dunst kriegt man aber relativ einfach weg.
1693312800992.jpeg


Die Sternabbildung in der Mitte ist super. Allerdings ist in den Ecken an den Sternen etwas Chromatische Aberration zu sehen. Ohne Crop ist das noch deutlicher.

Das kommt nicht von der Atmosphäre, da der Effekt radialsymmetrisch ist. Evtl. ist minimal der Korrektorabstand nicht ganz ideal. Ohne Crop sieht man das aber erst ab 100cm Bilddiagonale mit Lesebrille. Ob du das noch korrigieren willst, musst du entscheiden. Man kann dem auch mit EBV gegensteuern. Weiter hochziehen würde ich das Bild ohne die Sterne getrennt zu bearbeiten allerdings nicht.

Trotzdem ist die Abbildungsleistung super. NGC 206 ist in Einzelsterne aufgelöst. Die Auflösung in der Mitte entspricht mehr oder weniger dem, was du mit dem Setup erreichen kannst. Was willst du mehr?
 
Ich bin ja total baff wie viele Leute hier mithelfen und Lösungsansätze bieten, finde ich wirklich toll, vielen Dank! :D
Auch echt spannend zu sehen, wie man hier zu tollen Ergebnissen kommt, auf unterschiedlichste Art und Weise.
Und hier sehe ich auch, dass das Teleskop eine schöne Abbildung hat, die Farbprobleme haben mich da zuvor etwas abgelenkt.


@steffens Dein Bild gefällt mir hier wirklich sehr gut muss ich sagen. Ich sehe auch keinen Grünstich hier im Forum, sieht wirklich total natürlich aus. Zur Not einmal kurz mit HLVG noch drüber gehen dann wäre das eh erledigt.
Darf ich kurz Fragen, was genau der lineare Hintergrundabzug in Siril macht? Ist das die Hintergrundneutralisierung?
Und magst du mir eventuell sagen, wie man den manuellen Weißabgleich vornimmt? Das scheint mir bisher von den Schritten die einfachste und dabei effektivste Methode zu sein.

@joetaiga
Wie man den Dunst wegkriegt würde mich aber schon interessieren. Hast du da eine Idee?
Es gibt hier ja vor allem Ansätze, wie sich dieser Dunst komplett vermeiden lässt. Bei mir war es ja so, dass dieser Dunst einfach da war nach der Farbkalibrierung. Aber ohne dass ich viel bearbeitet habe, außer Hintergrundneutralisation und Gradienten entfernen.
Wie kann man denn die photometrische Kalibrierung auf einen bestimmten Punkt anwenden? Ich dachte, der Sinn der photometrischen Kalibrierung ist der, dass es eben anhand einer Datenbank abgeglichen wird.
Die chromatische Abberation stört mich nicht so besonders. Ich habe StarXTerminator, und falls es mir zu stark ist, sollte ich das irgendwie wegbekommen können.


CS Tobi
 
Und magst du mir eventuell sagen, wie man den manuellen Weißabgleich vornimmt?
In Siril selektiert man einen nebelfreien Bereich aus dem Hintergrund für die Hintergrundneutralisierung und dann wählt man einen Bereich für die Farbkalibrierung. In dem Fall kann man das Ergebnis steuern. Wenn ich den Galaxienkern auswähle, wird der als weiß angenommen und entsprechend kalibriert. Da der Galaxienkern allerdings eher gelb-orange ist, wird das Bild etwas ins Blaue verschoben sein. Will man nahe an die photometrische Kalibration kommen, nimmt man einen Bereich in dem möglichst viele nicht gesättigte Sterne sind. Je nachdem was man auswählt, kann man das Ergebnis manipulieren.

Wie man den Dunst wegkriegt würde mich aber schon interessieren. Hast du da eine Idee?
Ja, aber dazu müsste ich das Bild sehen können. In deinem Post sind die Anhänge nicht mehr sichtbar. Vermutlich wird es darauf hinauslaufen, im Histogramm Tool die Rot und Grüntöne zu stauchen und dann den Hintergrund zu neutralisieren. Evtl. muss man das ein paar mal iterieren, da durch die Hintergrundneutralisierung die unerwünschten Farbtöne immer wieder etwas zurück kommen. In meinem Beispiel hätte ich das auch noch besser nochmal wiederholt.

Es spricht allerdings auch nichts dagegen die Sterne mit Steffens Methode zu kalibrieren die Galaxie mit meiner und das dann wieder zusammenzufügen. Wir arbeiten natürlich mit Siril. Mit PI kenne ich mich nicht aus, aber das sollte damit erst recht funktionieren.
 
In Siril selektiert man einen nebelfreien Bereich aus dem Hintergrund für die Hintergrundneutralisierung und dann wählt man einen Bereich für die Farbkalibrierung. In dem Fall kann man das Ergebnis steuern. Wenn ich den Galaxienkern auswähle, wird der als weiß angenommen und entsprechend kalibriert. Da der Galaxienkern allerdings eher gelb-orange ist, wird das Bild etwas ins Blaue verschoben sein. Will man nahe an die photometrische Kalibration kommen, nimmt man einen Bereich in dem möglichst viele nicht gesättigte Sterne sind. Je nachdem was man auswählt, kann man das Ergebnis manipulieren.


Ja, aber dazu müsste ich das Bild sehen können. In deinem Post sind die Anhänge nicht mehr sichtbar. Vermutlich wird es darauf hinauslaufen, im Histogramm Tool die Rot und Grüntöne zu stauchen und dann den Hintergrund zu neutralisieren. Evtl. muss man das ein paar mal iterieren, da durch die Hintergrundneutralisierung die unerwünschten Farbtöne immer wieder etwas zurück kommen. In meinem Beispiel hätte ich das auch noch besser nochmal wiederholt.

Es spricht allerdings auch nichts dagegen die Sterne mit Steffens Methode zu kalibrieren die Galaxie mit meiner und das dann wieder zusammenzufügen. Wir arbeiten natürlich mit Siril. Mit PI kenne ich mich nicht aus, aber das sollte damit erst recht funktionieren.
Danke!
Den Prozess iterativ zu machen wäre definitiv nervig, da ich das Bild dann immer in PS laden müsste, um die Kurven anzupassen, und dann wieder in Siril / App um den Hintergrund wieder zu neutralisieren. Da muss ich mal schauen.

Meinst du dann die Sterne separat zu kalibrieren, nachdem man sie mit StarXTerminator getrennt hat?
Und was spricht für eine manuelle Farbkalibrierung, gegenüber der photometrischen kalibrierung in Siril? Wie schon gesagt sollte die photometrische Kalibrierung in der Theorie ja immer überlegen sein, oder nicht?
 
Hallo Tobi,

hier ist ja ein richtiger Battle entstanden o_O

Eines können wir also jetzt sicher sagen, an Deinen APO liegt es nicht, dass bei Deinem ersten Versuch ein eher flaues Ergebnis herauskam. Im Gegenteil, es ist ja jetzt „bewiesen“, dass Dein FRA300 wirklich gut abbildet und in Deinen Daten jede Menge Farbe und Details versteckt sind.

In meiner Version hatte ich extra mit den Farben übertrieben, um zu zeigen, es sind Blautöne vorhanden.

Jetzt hat mich allerdings doch der Ehrgeiz gepackt und ich habe mir Deinen Rohstack nochmals etwas genauer vorgenommen. Hier das Ergebnis
Zudem habe ich den Bildausschnitt im Rahmen der Möglichkeiten angepasst und unsere Nachbargalaxie „schräg gestellt“, wie man sie von dem meisten Aufnahmen her kennt. So wirkt die Aufnahme meiner Meinung nach deutlich dynamischer.

Gruß
Michael


M31.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
@steffens Dein Bild gefällt mir hier wirklich sehr gut muss ich sagen. Ich sehe auch keinen Grünstich hier im Forum, sieht wirklich total natürlich aus. Zur Not einmal kurz mit HLVG noch drüber gehen dann wäre das eh erledigt.
Darf ich kurz Fragen, was genau der lineare Hintergrundabzug in Siril macht? Ist das die Hintergrundneutralisierung?
Damit meine ich den Hintergrund-Abzug in Siril.
Da gibt es zwei Methoden: "Polynomial" und "RBF".
Normalerweise nutze ich bei meinen komplexen Gradienten im Bild immer RBF (was auch die Standard-Methode in GraXpert ist).
In Deinem Fall war aber der Hintergrund-Gradient sehr schwach ausgeprägt, ein einfacher linearer Farbverlauf. Deswegen habe ich "Polynomial" mit Ordnung/Grad "1" genutzt. Bei komplizierteren Methoden der Gradientenentfernung müsste man sehr gut auf den stetigen Übergang zwischen Hintergrund und Galaxie achten und mit den Sample-Punkten nicht zu nah an die Galaxie herankommen.

Und magst du mir eventuell sagen, wie man den manuellen Weißabgleich vornimmt? Das scheint mir bisher von den Schritten die einfachste und dabei effektivste Methode zu sein.
Die Farbkalibrierung mache ich normalerweise mit der Photometrischen Farbkalibrierung. Allerdings liefert diese - genau wie @joetaiga schreibt - gerade bei großen Galaxien oft ein etwas zu rötliches Bild. Deshalb habe ich hier die manuelle Farbkalibrierung gemacht. Einfach ein Stück neutralen Hintergrund auswählen und als Background-Reference übernehmen, dann die Galaxie großzügig auswählen (nicht nur den Kern!) und als Weiß-Referenz übernehmen. Dann auf "Apply" klicken. Wenn die Farben nicht den Geschmack treffen, dann kann man das rückgängig machen und noch etwas mit den ausgewählten Bereichen spielen, bis es passt.

Grüße,
Steffen
 
Wirklich vielen Dank für eure tolle Hilfe noch einmal!
Ich bin nun wie folgt vorgegangen:
1. Den Stack in GraXpert von Gradienten entfernt und hintergrundkalibriert
2. In APP anschließend 2 verschiedene Stretches abgespeichert (ein stärkerer Stretch und ein schwacher Stretch ohne/mit wenig ausgebranntem Kern)
3. In PS die 2 Versionen kombiniert
4. In Siril die manuelle Farbkalibrierung gemacht, wie @steffens es beschrieben hat.
Dabei habe ich ein bisschen rumprobiert, aber alles hat ähnliche Ergebnisse geliefert, von Stern zu Galaxienkern zu Galaxie komplett ausgewählt. Es war aber definitiv okay, allerdings etwas "blass".
5. Mein klassischer anfangs-Workflow in PS - HLVG + StarXTerminator und NoiseXTerminator
6. Dann mit Frank Sackenheims LAB-Farbe2 geschaut, ob ich die blassen Farben hervorheben kann. Und siehe da, ja - es ging! Es hat allerdings einige Iterationen gebraucht, und der Kern wurde dabei auch etwas blau. Das musste ich anschließend mit einer Maske wieder entsättigen.
Hier hätte ich mir ein bisschen mehr orange in richtung Zentrum gewünscht, wusste aber nicht wie ich das selektiv hinbekommen kann. Vielleicht hat jemand noch eine Idee?

7. Jetzt war ich echt zufrieden mit den Farben. Noch mit einer Maske allgemein leicht Sättigung reingebracht, dann noch das typische hier und da, bisschen geschärft, bisschen Sterne verkleinert, bisschen Hintergrund entsättigt.

Ich muss sagen, ich bin wirklich total zufrieden mit dem Ergebnis.
Wie gesagt, wäre das Zentrum und der Bereich darum eher in Richtung Orange als Blau wäre es noch besser, aber ich kann garnicht meckern im Vergleich zu dem was ich am Anfang hatte. Dennoch, wenn einer ne Idee dazu hat dann gerne her damit. ;)
Wirklich nochmal vielen Dank für die vielen Vorschläge und Herangehensweisen. Auch wenn ich jetzt die Möglichkeit mit Siril am einfachsten fand, ist es doch spannend zu lesen, über wie viele Wege man tolle Ergebnisse erzielen kann.
Ich weiß es wirklich zu schätzen, dass so viele ihre Zeit investiert haben und sich regelrecht einen Bearbeitungscontest geliefert haben :D

Nun hier auch mal meine Version:
1693524376498.png


Edit:
Ich denke ich habe es herausgefunden: Habe einfach den Rotkanal minimal mit einer Gradationskurve angehoben, und anschließend über Tonwertkorrektur den Schwarzpunkt für Rot wieder angeglichen. Damit sieht es jetzt noch etwas natürlicher aus:
1693524876426.png
 
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