Sternenfee123
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Hallo Marius,
mehrere Wochen Recherche ist noch lange nicht ausreichend. Um die technische Situation zu verstehen, muß man zuerst herausfinden, was es derzeit alles an funktionierenden Lösungen (Teleskope + Montierung) am Markt gibt. Damit bist Du augenscheinlich noch nicht fertig. :/
Unter dem Arbeitstitel "nextgen. Teleskop" ist es planlos.
Unter dem Arbeitstitel "Astronomie für Laien erlebbar machen" ist es eine Ideensammlung, die auf "Machbarkeit" hin abgeklopft gehört.
Du schreibst, Du hast mit Deinem Newton (Öffnung/Brennweite?) "die Sterne" beobachtet. Sehr gut. Damit entfällt eine meiner Annahmen.
Magst Du uns mitteilen, mit welchen Erwartungen Du dieses Teleskop gekauft oder ausgeliehen hast? Und wie viel Geld Du dafür ausgegeben hast? Hat das Teleskop Deine Erwartungen erfüllt? Hast Du wirklich nur "Sterne" beobachtet? Also Pünktchen im Okular? War das alles, was Du beobachtet hast?
Falls ja, was hast Du beim Anblick dieser Pünktchen gefühlt, gedacht, gewünscht? Hat es Dich motiviert, Dich weiter mit diesen Pünktchen zu beschäftigen? Kannst Du nun die Namen der Pünktchen im Okular benennen? In welchem Sternbild sie stehen, zu welcher Jahreszeit diese Sterne besonders gut zu beobachten sind? Weißt Du nun, warum ein Stern leuchtet? Wo dieser Stern herkommt, wohin er in 10.000 Jahren gewandert sein wird? Wie er entstanden ist und wie er sein Ende gestalten wird?
Hat Dich der Anblick dieser Pünktchen motiviert, das Teleskop an einem 2., 3. Abend nochmals hervorzuholen und erneut die Pünktchen anzuschauen? ?)
Oder hast Du festgestellt, hmm, ja, aber irgendwie doch langweilig, sind ja nur Pünktchen...
Falls Du neben den Pünktchen auch noch etwas anderes beobachtet hast - wie hast Du das gefunden? Mit Hilfe einer Sternkarte und dem Sucher, einer Goto-Montierung, einer App? Was hast Du bei der Suche nach diesen anderen Dingen (Galaxien, Nebeln, Sternhaufen, Planetarischen Nebeln, Supernovaüberresten) dir selber ganz heftig gewünscht?
Und hat der Blick ins Okular bei diesen anderen Dingen auch Deinen Erwartungen entsprochen? ?)
dieser Teil klingt für mich nicht danach, daß Du mit dem Anblick im Okular zufrieden warst. Für mich hört sich das an, als wäre da eine Diskrepanz zwischen Deinen Erwartungen (geschürt durch TV-Dokus, Bildern in Kalendern, Zeitschriften und Internet) und der Realität.
Woran konkret lag es denn, daß Du keinen Zugang gefunden hast?
- Wunschobjekt nicht gefunden?
- Wunschobjekt (falls gefunden) nicht spektakulär genug?
oder andere Gründe? ?)
Da Du Dich selber als Teil der Zielgruppe empfindest, was konkret soll den ein Teleskop kosten dürfen und was soll es für diesen Preis machen, damit Du den Zugang zur Astronomie doch noch findest? Liegt es überhaupt an dem Hilfsmittel Teleskop oder an etwas anderem? ?)
Was meinst Du mit "Nutzeranspruch"? Fernrohre gibt es seit rund 400 Jahren. Sie sammeln Licht und bilden es im Okular ab. Der Benutzer guckt rein und freut sich über die Abbildung. Natürlich gab und gibt es Verbesserungen bei den eingesetzten Materialien, aber am Prinzip (Nutzeranspruch) hat sich nix geändert. Es wird immernoch Licht gesammelt und im Okular abgebildet. Was soll denn das Teleskop von "morgen" zusätzlich noch können?
"Automatisch" die gewünschten Objekte anfahren (tut jede Goto Montierung heute schon), Eckdaten über das Objekt anzeigen (tut auch jede gehobene Steuerung heute schon)? Damit Du in den Genuß dieser "Luxusfeatchers" kommst, mußt halt genügend Knete ausgeben. :Trost:
Natürlich könnte man die visuell (als Schrift oder als Graphik angezeigten Informationen zum Objekt) noch zusätzlich akustisch abrufbar machen. Wenn dann 2 oder 3 Teleskopbesitzer nebeneinander auf der Wiese stehen, wirds halt ungemütlich laut. :smiley64:
Könnte man durch Kopfhörer reduzieren. Ist aber etwas unpraktisch. Weil dann noch ein Kabel zur Steuerung führt. Bei Bluetouth oder Funkübertragung zum Kopfhörer kommt dann noch hinzu, daß womöglich alle Geräte auf der selben Frequenz arbeiten und man als User blos noch Kauderwelsch präsentiert bekommt... :krank:
warum stellst Du mir diese Frage? Ich will weder ein "nextgen Teleskop" noch so nen Simulator. Weil ich als "Experte" beides schlicht nicht brauche. :totlach: :mauer:
Du mußt die Zielgruppe der Laien fragen, wie sie sich das vorstellt. Also Dich selber.
ich wünsche mir vor allem, daß sich der an Astronomie interessierte Laie erstmal klarmacht, daß Astronomie ein Teilgebiet der Physik ist, eine Wissenschaft und keine "Unterhaltung" im klassischen (passiven) Sinn wie Theater, Schauspielhaus, Philharmonie, klassisches oder Rock-Konzert, Kino, Autokino, TV (wo man berieselt wird und selber nix macht außer konsumieren)... ist.
Daß hochaufgelöste, langzeitbelichtete und massiv mit Bildbearbeitung hergestellte Fotografien in Kalendern, Internet, Büchern, TV-Dokus nichts mit dem Anblick im Okular zu tun haben. Daß TV-Dokus in erster Linie passive Unterhaltung/Berieselung für die breite Masse sind und nichts mit der Wirklichkeit am Teleskop gemein haben. :neinnein:
Sowenig wie eine Tüte Mehl, Backpulver, ein paar Eier, Butter, Obst und Gewürze auf dem Küchentisch mit dem leckeren, fertig gebackenen Kuchen von Muttern oder dem Bäcker um die Ecke gemein haben. Ohne Rezept, Waage, Meßbecher, Mixer, Kuchenform, Backofen und Wecker wird aus den Zutaten nun mal kein leckerer Kuchen. Auch wenn sich der Backunkundige eine Fertigmischung kauft, benötigt er trotzdem Meßbecher, Mixer, Kuchenform, Backofen und Wecker und muß sie fehlerfrei bedienen können... Backen ist eine aktive Tätigkeit, die Eigeninitiative, Bereitschaft zum Lernen und Übung, Übung, Übung braucht und keine passive (konsumierende) Tätigkeit. :respekt:
Das selbe gilt für Amateurastronomie (Sterlesgucken). :biggrin:
Zum Reinschnuppern, was man mit einem (guten) Teleskop sehen kann, gibt es verschiedene Möglichkeiten.
- Sternwarte besuchen (kostet so um 5 Euro rum)
- öffentliche Beobachtungsabende eines Astrovereins besuchen (sind meist kostenlos)
- ein Teleskoptreffen besuchen (kostet minimalen Eintritt)
- Teleskop ausleihen und selber probieren (kostet deutlich mehr und ist sehr frustbehaftet, weil mangels Wissen/Erfahrung nicht viel klappt)
Zum Reinschnuppern, wie vielschichtig Astronomie ist, gibt es ebenfalls verschiedene Möglichkeiten:
- Besuch eines Planetariums
- Bücher lesen
- im Internet die Seiten der NASA, ESO, YAXA und sonstiger Organisationen anschauen und neben Konsum der Bilder/Videos auch die erklärenden Texte dazu lesen
- Youtube-Videos seriöser Quellen konsumieren
- Mitglied auf Zeit in einer Sternwarte oder einem Astro-Verein werden
Der Wunsch: "es muß doch möglich sein, ohne erlerntes Wissen alleine ohne Hilfe von Experten für unter 100 Euro spontan mit einem technischen Gerät (Teleskop oder Teleskop-Simulator) das anzuschauen, was mir jetzt gerade in den Sinn kommt" ist ein nicht erfüllbarer Wunsch. :neinnein:
Zu dem Preis gibt es weder die erforderliche Hardware noch die nach "klassischem Teleskop" aussehende Simulationslösung. :mauer:
das ist ein frommer Wunsch, hat aber mit der tatsächlichen Geschichte der Technik, die mit den ersten Erfindungen (Hebel, Seilzug, Rollen zum Transport von schweren Gütern, Dammbau zum Stauen von lebensnotwendigem Wasser, Archimedischer Schraube zur Bewässerung von Feldern, erste primitive Uhren (Wassergefäß mit Loch), Getrieben, Wasserrädern, Windmühlen, Jakobsstab zur Positionsbestimmung, Hammerwerken, ...) vor rund 5.000 Jahren begann, nix zu tun. Auch im Dampfmaschinenzeitalter gab es keine "beteiligten" Designer. Und selbst die Raketen, mit denen die ersten Satelliten/Menschen ins Weltall geschossen wurden, hatten keine Designer. :teufelgrr:
Diese Argumentation ist ein Zirkelschluß. Eine "Nutzerrecherche" durch den Designer kann erst erfolgen, wenn das Produkt bereits testweise auf dem Markt ist und die Tester dieses Produkt einige Zeit verwendet haben. Erst dann stellen die Tester/Nutzer fest, wo es klemmt. :smiley65:
Bei neuen Produkten sind das üblicherweise Konstruktionsmängel für Anwendungsbereiche, die der Techniker/Ingenieur nicht bedacht hat (die nicht in der Spezifikation enthalten waren, weil noch nicht als relevant bekannt). Dann ist wiederum der Techniker/Ingenieur gefordert, derartige Anforderungen in den Spezifikationen zu implementieren und die festgestellten Konstruktionsmängel zu beseitigen.
Erst wenn die funktionalen Konstruktionsmängel beseitigt sind, kann über "Design" nachgedacht werden.
feif:
hat Dein Prof an der Uni wirklich so einen hahnebüchenen Quatsch erzählt? :erschreck:
Ich war über 20 Jahre lang erfolgreich in der Forschung/Entwicklung in der Industrie beschäftigt. Also da, wo so ein "nextgen Teleskop" bzw. so ein Teleskopsimulator entwickelt und hergestellt werden würde. Meine ersten Testaufbauten zu einem neuen (= geheimen) Produkt waren weder "ergonomisch" noch gab es dazu Marketingvorgaben oder Marktforschung. Das war bis zur Patentbeantragung "Geheimsache hoch 3" mit sehr begrenztem informierten Personenkreis. Schon mal was von Wirtschaftsspionage gehört? :smiley60:
Mein Chef hat mir ganz konkrete Aufgaben gestellt und ich hab sie zuerst theoretisch analysiert (Spezifikation, Lastenheft erstellt), dann Schritt für Schritt mechanisch/elektrisch umgesetzt. Wenn das Teil dann nach einiger Entwicklungszeit tatsächlich die geforderte Aufgabe erfüllt hat, wurde es von mir in Kleinserie (5-20 Stück) von Hand hergestellt und an weitere Tester innerhalb der Firma abgegeben. Nachdem es auch dort den Praxistest erfolgreich bestanden hat, wurden die klobigen mechanischen/elektrischen Bestandteile miniaturisiert, dann wurde erneut getestet. War es dann auch noch erfolgreich, wurde ein Patent angemeldet. Erst dann kamen die Designer und Ergonomen, dann wurde es auf Messen und in der Fachliteratur präsentiert, dann hat die Werbeabteilung die Trommel gerührt und die Firma hat Geld mit dem neuen Produkt verdient. Zwischen Aufgabenstellung und Patentanmeldung lagen immer mehrere Jahre. So schaut es in der Praxis jenseits des Hörsaals aus. :Trost:
Nach dem, was Du hier beschreibst, hast Du von "Produktentwicklung" eine völlig andere Vorstellung als ich und alle meine Berufskollegen. Wenn Du die Aufgabe "Designer" mit der eines "Ingenieurs" verschmelzen möchtest, mußt Du 2 komplette Studiengänge absolvieren und am besten dann auch noch in beiden Berufen mehrere Jahre arbeiten. Dann geht das. Aber keine Firma wird Dich dann adäquat zu Deinem Können bezahlen wollen. :smiley46:
Was haben "Sternbilder" mit "Horoskopen" zu tun? Kein heute studierter Astronom erklärt Dir ein Horoskop, spritzt Hühnerblut auf den Boden oder betreibt Kaffesatzlesen, Knochenwerfen, Runenlesen oder legt Tarotkarten aus. :mauer: :totlach: :krank:
Du solltest schon den Unterschied zwischen Astronomie (Wissenschaft) und Astrologie (gewerbsmäßige, vorsätzliche Verar...schung von Kunden) kennen. So viel "Allgemeinwissen" erwarte ich von einem Student.
Falls nicht:
Sternbilder sind flächige Areale (wie Ländergrenzen auf einer Karte) am Himmel bzw. auf Sternkarten, deren Grenzen durch die IAU sehr genau vermessen und festgelegt wurden.
Was Du eventuell meinst, sind die figürlichen oder strichmäßigen Verbindungslinien von hellen Sternen innerhalb eines Sternbildes.
Horoskope beziehen sich aber nicht auf Sternbilder, sondern auf "Tierkreiszeichen", "Häuser", "Aszendenten", "Geburtszeitpunkt", Sonnen-, Planeten- und Mondkonstellationen und zielen auf "menschliche" Eigenschaften (durchsetzungsstark, erfolgreich, sensiebel, empfindsam, neugierig, ängstlich, ...), "Problembewältigungen" und "zukünftige Möglichkeiten" ab. Also "Lebensberatung" für Menschen, die selber keine Entscheidung auf Grund von Fakten treffen wollen/können und darum irgendwas externes (Gott, Horoskop, Guru) brauchen, um nicht selber die Verantwortung für ihr Leben in die Hand zu nehmen...
Wie schon mehrfach gesagt handelt sich das Ganze hier erstmal um eine Ideensammlung "planlos" ist vielleicht ein bisschen überspitzt, also ich hab mehrere Wochen recherchiert mich in das Thema eingelesen und auch mal selbst mit meinem Newton Teleskop die Sterne beobachtet.
mehrere Wochen Recherche ist noch lange nicht ausreichend. Um die technische Situation zu verstehen, muß man zuerst herausfinden, was es derzeit alles an funktionierenden Lösungen (Teleskope + Montierung) am Markt gibt. Damit bist Du augenscheinlich noch nicht fertig. :/
Unter dem Arbeitstitel "nextgen. Teleskop" ist es planlos.
Unter dem Arbeitstitel "Astronomie für Laien erlebbar machen" ist es eine Ideensammlung, die auf "Machbarkeit" hin abgeklopft gehört.
Hab zwar früher des öfteren schonmal mit einem Teleskop in die Sterne geschaut und war auch immer weitestgehend interessiert an der Materie,
Du schreibst, Du hast mit Deinem Newton (Öffnung/Brennweite?) "die Sterne" beobachtet. Sehr gut. Damit entfällt eine meiner Annahmen.
Magst Du uns mitteilen, mit welchen Erwartungen Du dieses Teleskop gekauft oder ausgeliehen hast? Und wie viel Geld Du dafür ausgegeben hast? Hat das Teleskop Deine Erwartungen erfüllt? Hast Du wirklich nur "Sterne" beobachtet? Also Pünktchen im Okular? War das alles, was Du beobachtet hast?
Falls ja, was hast Du beim Anblick dieser Pünktchen gefühlt, gedacht, gewünscht? Hat es Dich motiviert, Dich weiter mit diesen Pünktchen zu beschäftigen? Kannst Du nun die Namen der Pünktchen im Okular benennen? In welchem Sternbild sie stehen, zu welcher Jahreszeit diese Sterne besonders gut zu beobachten sind? Weißt Du nun, warum ein Stern leuchtet? Wo dieser Stern herkommt, wohin er in 10.000 Jahren gewandert sein wird? Wie er entstanden ist und wie er sein Ende gestalten wird?
Hat Dich der Anblick dieser Pünktchen motiviert, das Teleskop an einem 2., 3. Abend nochmals hervorzuholen und erneut die Pünktchen anzuschauen? ?)
Oder hast Du festgestellt, hmm, ja, aber irgendwie doch langweilig, sind ja nur Pünktchen...
Falls Du neben den Pünktchen auch noch etwas anderes beobachtet hast - wie hast Du das gefunden? Mit Hilfe einer Sternkarte und dem Sucher, einer Goto-Montierung, einer App? Was hast Du bei der Suche nach diesen anderen Dingen (Galaxien, Nebeln, Sternhaufen, Planetarischen Nebeln, Supernovaüberresten) dir selber ganz heftig gewünscht?
Und hat der Blick ins Okular bei diesen anderen Dingen auch Deinen Erwartungen entsprochen? ?)
... jedoch keinen wirklichen Zugang gefunden mich wie ihr so ausgiebig mit dem Hobby zu beschäftigen. (Sprich ich bin eigentlich Teil der Zielgruppe)
dieser Teil klingt für mich nicht danach, daß Du mit dem Anblick im Okular zufrieden warst. Für mich hört sich das an, als wäre da eine Diskrepanz zwischen Deinen Erwartungen (geschürt durch TV-Dokus, Bildern in Kalendern, Zeitschriften und Internet) und der Realität.
Woran konkret lag es denn, daß Du keinen Zugang gefunden hast?
- Wunschobjekt nicht gefunden?
- Wunschobjekt (falls gefunden) nicht spektakulär genug?
oder andere Gründe? ?)
Da Du Dich selber als Teil der Zielgruppe empfindest, was konkret soll den ein Teleskop kosten dürfen und was soll es für diesen Preis machen, damit Du den Zugang zur Astronomie doch noch findest? Liegt es überhaupt an dem Hilfsmittel Teleskop oder an etwas anderem? ?)
Das ist allerdings ein wichtiger Punkt, weshalb weniger Technik oder ein modulares Konzept oft auch wirklich besser ist. Vor allem wenn sich innerhalb der 10 Jahre (höchstwarschenlich) auch die Nutzeransprüche ändern würden.
Was meinst Du mit "Nutzeranspruch"? Fernrohre gibt es seit rund 400 Jahren. Sie sammeln Licht und bilden es im Okular ab. Der Benutzer guckt rein und freut sich über die Abbildung. Natürlich gab und gibt es Verbesserungen bei den eingesetzten Materialien, aber am Prinzip (Nutzeranspruch) hat sich nix geändert. Es wird immernoch Licht gesammelt und im Okular abgebildet. Was soll denn das Teleskop von "morgen" zusätzlich noch können?
"Automatisch" die gewünschten Objekte anfahren (tut jede Goto Montierung heute schon), Eckdaten über das Objekt anzeigen (tut auch jede gehobene Steuerung heute schon)? Damit Du in den Genuß dieser "Luxusfeatchers" kommst, mußt halt genügend Knete ausgeben. :Trost:
Natürlich könnte man die visuell (als Schrift oder als Graphik angezeigten Informationen zum Objekt) noch zusätzlich akustisch abrufbar machen. Wenn dann 2 oder 3 Teleskopbesitzer nebeneinander auf der Wiese stehen, wirds halt ungemütlich laut. :smiley64:
Könnte man durch Kopfhörer reduzieren. Ist aber etwas unpraktisch. Weil dann noch ein Kabel zur Steuerung führt. Bei Bluetouth oder Funkübertragung zum Kopfhörer kommt dann noch hinzu, daß womöglich alle Geräte auf der selben Frequenz arbeiten und man als User blos noch Kauderwelsch präsentiert bekommt... :krank:
Anstatt Kritik an Entertainment, Verdummung der Leute durch Technik und Leuten die es einfach haben wollen wären doch ein paar gute Vorschläge wie das Ganze deiner Meinung nach aussehen soll interessant! Wie würdet ihr euch das im Besten Falle wünschen?
warum stellst Du mir diese Frage? Ich will weder ein "nextgen Teleskop" noch so nen Simulator. Weil ich als "Experte" beides schlicht nicht brauche. :totlach: :mauer:
Du mußt die Zielgruppe der Laien fragen, wie sie sich das vorstellt. Also Dich selber.
ich wünsche mir vor allem, daß sich der an Astronomie interessierte Laie erstmal klarmacht, daß Astronomie ein Teilgebiet der Physik ist, eine Wissenschaft und keine "Unterhaltung" im klassischen (passiven) Sinn wie Theater, Schauspielhaus, Philharmonie, klassisches oder Rock-Konzert, Kino, Autokino, TV (wo man berieselt wird und selber nix macht außer konsumieren)... ist.
Daß hochaufgelöste, langzeitbelichtete und massiv mit Bildbearbeitung hergestellte Fotografien in Kalendern, Internet, Büchern, TV-Dokus nichts mit dem Anblick im Okular zu tun haben. Daß TV-Dokus in erster Linie passive Unterhaltung/Berieselung für die breite Masse sind und nichts mit der Wirklichkeit am Teleskop gemein haben. :neinnein:
Sowenig wie eine Tüte Mehl, Backpulver, ein paar Eier, Butter, Obst und Gewürze auf dem Küchentisch mit dem leckeren, fertig gebackenen Kuchen von Muttern oder dem Bäcker um die Ecke gemein haben. Ohne Rezept, Waage, Meßbecher, Mixer, Kuchenform, Backofen und Wecker wird aus den Zutaten nun mal kein leckerer Kuchen. Auch wenn sich der Backunkundige eine Fertigmischung kauft, benötigt er trotzdem Meßbecher, Mixer, Kuchenform, Backofen und Wecker und muß sie fehlerfrei bedienen können... Backen ist eine aktive Tätigkeit, die Eigeninitiative, Bereitschaft zum Lernen und Übung, Übung, Übung braucht und keine passive (konsumierende) Tätigkeit. :respekt:
Das selbe gilt für Amateurastronomie (Sterlesgucken). :biggrin:
Zum Reinschnuppern, was man mit einem (guten) Teleskop sehen kann, gibt es verschiedene Möglichkeiten.
- Sternwarte besuchen (kostet so um 5 Euro rum)
- öffentliche Beobachtungsabende eines Astrovereins besuchen (sind meist kostenlos)
- ein Teleskoptreffen besuchen (kostet minimalen Eintritt)
- Teleskop ausleihen und selber probieren (kostet deutlich mehr und ist sehr frustbehaftet, weil mangels Wissen/Erfahrung nicht viel klappt)
Zum Reinschnuppern, wie vielschichtig Astronomie ist, gibt es ebenfalls verschiedene Möglichkeiten:
- Besuch eines Planetariums
- Bücher lesen
- im Internet die Seiten der NASA, ESO, YAXA und sonstiger Organisationen anschauen und neben Konsum der Bilder/Videos auch die erklärenden Texte dazu lesen
- Youtube-Videos seriöser Quellen konsumieren
- Mitglied auf Zeit in einer Sternwarte oder einem Astro-Verein werden
Der Wunsch: "es muß doch möglich sein, ohne erlerntes Wissen alleine ohne Hilfe von Experten für unter 100 Euro spontan mit einem technischen Gerät (Teleskop oder Teleskop-Simulator) das anzuschauen, was mir jetzt gerade in den Sinn kommt" ist ein nicht erfüllbarer Wunsch. :neinnein:
Zu dem Preis gibt es weder die erforderliche Hardware noch die nach "klassischem Teleskop" aussehende Simulationslösung. :mauer:
Produktdesigner sind im besten Falle von Anfang an an der Produktkonzeption und Entwicklung beteiligt.
das ist ein frommer Wunsch, hat aber mit der tatsächlichen Geschichte der Technik, die mit den ersten Erfindungen (Hebel, Seilzug, Rollen zum Transport von schweren Gütern, Dammbau zum Stauen von lebensnotwendigem Wasser, Archimedischer Schraube zur Bewässerung von Feldern, erste primitive Uhren (Wassergefäß mit Loch), Getrieben, Wasserrädern, Windmühlen, Jakobsstab zur Positionsbestimmung, Hammerwerken, ...) vor rund 5.000 Jahren begann, nix zu tun. Auch im Dampfmaschinenzeitalter gab es keine "beteiligten" Designer. Und selbst die Raketen, mit denen die ersten Satelliten/Menschen ins Weltall geschossen wurden, hatten keine Designer. :teufelgrr:
Entwicklungsingenieure entwickeln meist die technischen Aspekte z.b. Mechanik von Produkten "Wie mache ich eine automatische Teleskopmontierung" Designer dagegen entwickeln Innovationen zum Beispiel aus Nutzerrecherche (z.b. wie benutzt er es, warum, was will der Nutzer, wie könnten seine Wünsche besser erreicht werden) oder Material, Ergonomie, oder oder oder...
Diese Argumentation ist ein Zirkelschluß. Eine "Nutzerrecherche" durch den Designer kann erst erfolgen, wenn das Produkt bereits testweise auf dem Markt ist und die Tester dieses Produkt einige Zeit verwendet haben. Erst dann stellen die Tester/Nutzer fest, wo es klemmt. :smiley65:
Bei neuen Produkten sind das üblicherweise Konstruktionsmängel für Anwendungsbereiche, die der Techniker/Ingenieur nicht bedacht hat (die nicht in der Spezifikation enthalten waren, weil noch nicht als relevant bekannt). Dann ist wiederum der Techniker/Ingenieur gefordert, derartige Anforderungen in den Spezifikationen zu implementieren und die festgestellten Konstruktionsmängel zu beseitigen.
Erst wenn die funktionalen Konstruktionsmängel beseitigt sind, kann über "Design" nachgedacht werden.
meist passiert die Arbeit auch Hand in Hand mit Ingenieuren, Marketing, Fertigung, Markforschung oder oder oder...
hat Dein Prof an der Uni wirklich so einen hahnebüchenen Quatsch erzählt? :erschreck:
Ich war über 20 Jahre lang erfolgreich in der Forschung/Entwicklung in der Industrie beschäftigt. Also da, wo so ein "nextgen Teleskop" bzw. so ein Teleskopsimulator entwickelt und hergestellt werden würde. Meine ersten Testaufbauten zu einem neuen (= geheimen) Produkt waren weder "ergonomisch" noch gab es dazu Marketingvorgaben oder Marktforschung. Das war bis zur Patentbeantragung "Geheimsache hoch 3" mit sehr begrenztem informierten Personenkreis. Schon mal was von Wirtschaftsspionage gehört? :smiley60:
Mein Chef hat mir ganz konkrete Aufgaben gestellt und ich hab sie zuerst theoretisch analysiert (Spezifikation, Lastenheft erstellt), dann Schritt für Schritt mechanisch/elektrisch umgesetzt. Wenn das Teil dann nach einiger Entwicklungszeit tatsächlich die geforderte Aufgabe erfüllt hat, wurde es von mir in Kleinserie (5-20 Stück) von Hand hergestellt und an weitere Tester innerhalb der Firma abgegeben. Nachdem es auch dort den Praxistest erfolgreich bestanden hat, wurden die klobigen mechanischen/elektrischen Bestandteile miniaturisiert, dann wurde erneut getestet. War es dann auch noch erfolgreich, wurde ein Patent angemeldet. Erst dann kamen die Designer und Ergonomen, dann wurde es auf Messen und in der Fachliteratur präsentiert, dann hat die Werbeabteilung die Trommel gerührt und die Firma hat Geld mit dem neuen Produkt verdient. Zwischen Aufgabenstellung und Patentanmeldung lagen immer mehrere Jahre. So schaut es in der Praxis jenseits des Hörsaals aus. :Trost:
Es geht also nicht um die Farbe der LED (das schön anmalen am Ende) sondern um Produktentwicklung von Anfang bis Ende (Muss es ein Knopf sein, wäre ein Drehregler nicht logischer, ist das verständlich, ist das ergonomisch, muss das überhaupt verstellt werden oder geht das automatisch = die Summe vieler kleiner Entscheidungen. (Sehr vereinfacht dargestellt, oft verschmilzt das Berufsbild auch mit dem von Ingeneuren, Marketing o.ä.)
Nach dem, was Du hier beschreibst, hast Du von "Produktentwicklung" eine völlig andere Vorstellung als ich und alle meine Berufskollegen. Wenn Du die Aufgabe "Designer" mit der eines "Ingenieurs" verschmelzen möchtest, mußt Du 2 komplette Studiengänge absolvieren und am besten dann auch noch in beiden Berufen mehrere Jahre arbeiten. Dann geht das. Aber keine Firma wird Dich dann adäquat zu Deinem Können bezahlen wollen. :smiley46:
Das ist ein bisschen wie wenn man zu einem Astronomen geht um sein Horoskop nachzufragen, weil er kennt sich ja schließlich mit Sternbildern aus.
Was haben "Sternbilder" mit "Horoskopen" zu tun? Kein heute studierter Astronom erklärt Dir ein Horoskop, spritzt Hühnerblut auf den Boden oder betreibt Kaffesatzlesen, Knochenwerfen, Runenlesen oder legt Tarotkarten aus. :mauer: :totlach: :krank:
Du solltest schon den Unterschied zwischen Astronomie (Wissenschaft) und Astrologie (gewerbsmäßige, vorsätzliche Verar...schung von Kunden) kennen. So viel "Allgemeinwissen" erwarte ich von einem Student.
Falls nicht:
Sternbilder sind flächige Areale (wie Ländergrenzen auf einer Karte) am Himmel bzw. auf Sternkarten, deren Grenzen durch die IAU sehr genau vermessen und festgelegt wurden.
Was Du eventuell meinst, sind die figürlichen oder strichmäßigen Verbindungslinien von hellen Sternen innerhalb eines Sternbildes.
Horoskope beziehen sich aber nicht auf Sternbilder, sondern auf "Tierkreiszeichen", "Häuser", "Aszendenten", "Geburtszeitpunkt", Sonnen-, Planeten- und Mondkonstellationen und zielen auf "menschliche" Eigenschaften (durchsetzungsstark, erfolgreich, sensiebel, empfindsam, neugierig, ängstlich, ...), "Problembewältigungen" und "zukünftige Möglichkeiten" ab. Also "Lebensberatung" für Menschen, die selber keine Entscheidung auf Grund von Fakten treffen wollen/können und darum irgendwas externes (Gott, Horoskop, Guru) brauchen, um nicht selber die Verantwortung für ihr Leben in die Hand zu nehmen...