Produktkonzept nextgen. Teleskop (Bachelorarbeit)

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

kyichu

Neues Mitglied
Ich hoffe ich bin hier mit meinem Thema richtig.

Und zwar bin ich Student für integriertes Produktdesign an der Hochschule Coburg und arbeite zur Zeit an meiner Bachelorarbeit im Bereich Produktdesign.

Als Thema habe ich die Entwicklung eines Produktkonzeptes für ein „Next Generation Teleskop“ gewählt. (Sprich ich möchte das Produkt Teleskop von Grund auf neu denken. Hierbei geht es in aller erster Linie weniger um die technischen Aspekte, da ich keine Optik oder einen Ingeneurstudium habe, sondern um Produktinnovation auf konzeptioneller Ebene, mehr dazu später).

Die Bachelorarbeiten in meinem Studiengang sind nicht theoretisch (geschriebener "Aufsatz" zum Thema) sondern bestehen aus einer umfangreichen Produktrecherche, einem Designprozess mit viel Zeichnen und Produktüberlegungen, einem CAD Modell des fertigen Produktkonzeptes sowie 3D Renderings, außerdem einem gebauten Modell des Produktes, oft auch einem Film zum Produkt und einer Präsentation der Arbeit. Sprich es ist keine theoretische Überlegung sondern ich muss Ansätze für Produktinnovation finden und diese dann auch wirklich umsetzen. Jedoch geht das Produktkonzept in meisten Fällen nicht in Produktion, sondern wird als Designkonzept (ähnlich Konzeptfahrzeugen im Automobilbereich) betrachtet.

Ich habe bereits eine umfangreiche Recherche gemacht und möchte diese mit Informationen aus erster Hand (von Ihnen) ergänzen.

Zuerst meine Problemstellung:

Ein Teleskop bietet die Möglichkeit, die Faszination der Sterne vom Boden aus zu entdecken. Doch wenn man dann den Weltraum mit einem Teleskop beobachten will, endet dieses Vorhaben häufig in Frustration.
Der Umgang mit klassischen Telekopen ist mit Aufwand, Fachwissen und oft schwierigen Sichtbedingungen verbunden. Außerdem ist das, was man am Ende sieht für den Laien oft nicht viel mehr als ein kleiner Punkt im Okular und hat nicht wirklich viel mit den bunten Bildern zu tun, die einem aus dem Internet, Büchern oder Planetarien bekannt sind.

Wie kann ein neu entwickeltes Teleskop aussehen?

Neue Technologien & Materialien bieten Möglichkeiten das Produkt weiterzuentwickeln und das Produkterlebnis für den Nutzer vollkommen neu zu gestalten. Kann das Teleskop zum Beispiel den Stern selbst anpeilen den ich gerade sehen möchte? Welche Möglichkeit bietet die Digitalisierung der optischen Daten? Weiss ein „smartes“ Teleskop wann der Himmel frei von Wolken ist und macht mich darauf aufmerksam?
Was bieten neue Technolgien? (z.B. Augmented & Virtual Reality, 3D Druck oder Sensorik) Was sind interessante Produkttrends? (z.B. Sharing, Automatisierung, Gamification, Smart Products)

Das sind nur ein paar Beispielansätze in welche Richtung meine Bachelorarbeit gehen kann.

Soviel zur Einführung in mein Thema.

Ein paar Eckdaten die ich für mein Produktkonzept bisher festgelegt habe:

- Zielgruppe Laien & Anfänger (Sprich es soll kein Profigerät sein und besonders Beginnern Spaß an der Astronomie und einen leichten Einstieg in das Thema ermöglichen.
- Thema Digitalisierung bietet für mich großes Potential, zum Beispiel Zusatzinfos der Sterne die man beobachtet mit in das Sichtfeldes des Okulars einzublenden etc.
- Das Produkt soll mit wenig Vorwissen über Astronomie möglichst einfach zu bedienen sein um einen leichten Einstieg für Anfänger zu ermöglichen.
- Es soll ein Konzept für ein Innovatives Teleskop sein, jedoch kein unereichbares Science-Fiction Konzept.
- Das "analoge Sterneschauen" und das Gefühl mit dem Teleskop die Sterne selbst zu entdecken soll am Ende nicht verloren gehen. (Sprich wenn man sich am PC die Sterne anschaut oder mit einem Teleskop ist das ein anderes Erlebnis, welches bewahrt werden soll.)


Was ich mir von Ihnen als "Experten" auf dem Gebiet wünschen würde wären besonders Beobachtungen von Problemen welche Laien oft mit Teleskopen haben, was Interessiert Anfänger am meisten, sowie andere nützliche Informationen und Anregungen was an Teleskopen verbessert werden könnte, in Sachen Umgang mit dem Produkt, Ergonomie, dem Erlebnis des Sterne Beobachtens oder generell Sachen die sie beim Umgang mit dem Produkt stört oder was sie sich wünschen würden.

Außerdem falls zufällig jemand aus dem Bereich Coburg/Oberfranken kommt und interessiert an dem Thema ist, oder jemand über Astronomie Treffen in der Gegend bescheid weiss würde ich gerne die Chance nutzen um mal mit zur Beobachtung zu gehen um ein paar Infos aus erster Hand zu ergattern. (Mit der lokalen Volkssternwarte bin ich schon in Kontakt)

Ich werde demnächst und im Laufe meiner Arbeit hier denke ich ein paar Updates geben, welche Ansätze ich bisher verfolge und bin auf Ihre Meinung als Experten gespannt!

Anmerkung: Ich komme aus einem fremden Themenfeld (Produktdesign), habe mich zwar schon mehrere Wochen in die Materie reingelesen, trotzdem bin ich auf keinem Fall Experte auf dem Gebiet und auch das Produktkonzept soll am Ende für Laien/Amateuer/Einsteiger gedacht sein.

Ich bin auf Ihre Anregungen gespannt!

mfg Marius Kindler
 
Hi Marius,
Zitat von kyichu:
- Thema Digitalisierung bietet für mich großes Potential, zum Beispiel Zusatzinfos der Sterne die man beobachtet mit in das Sichtfeldes des Okulars einzublenden etc.
Machbar. Allerdings mit massiven Nachteilen verbunden. Nehmen wir als Beispiel mal "nur" was astrobin anbietet - also in einem Foto die Bezeichnungen einblenden: Hierzu benötigt man noch eine zusätzliche Kamera mit eigener Optik, die perfekt mit Hauptteleskop kalibriert sein muss oder aber etwas ähnliches wie einen Binokularansatz. Letzerer raubt dem Auge dann aber sehr viel Licht, schlimmstenfalls verkleinert sich das Teleskop dadurch von 20cm Durchmesser auf 14cm. Evtl. reicht aber auch schn ein teildurchlässiger Spiegel wie bei den SLT von Sony.
Die Okulare bräuchten jeweils im Bereich der Feldblende noch ein durchlässiges Display, wie z.B. Fuji das mit den hybriden Suchern anstellt. Dadurch hätte man bei der Beobachtung noch weiteren Licht bzw. Kontastverlust.
Zitat von kyichu:
- Das Produkt soll mit wenig Vorwissen über Astronomie möglichst einfach zu bedienen sein um einen leichten Einstieg für Anfänger zu ermöglichen.
Das sind jetzt bereits schon sämtliche, naja - die meisten - Teleskope. Ich behaupte sogar, dass je mehr Technik wie GoTo etc. drinsteckt, desto komplizierter ist der Einstieg - auch diese vermeintlichen Vollautomatiken funktionieren nicht zu 100%, der Anfänger hat aber keine Chance herauszufinden, was denn gerade nicht geklappt hat bzw. ob der Fehler bei ihm oder an der Elektronik liegt.
Zitat von kyichu:
- Es soll ein Konzept für ein Innovatives Teleskop sein, jedoch kein unereichbares Science-Fiction Konzept.
Zitat von kyichu:
Was ich mir von Ihnen als "Experten" auf dem Gebiet wünschen würde wären besonders Beobachtungen von Problemen welche Laien oft mit Teleskopen haben, was Interessiert Anfänger am meisten, sowie andere nützliche Informationen und Anregungen was an Teleskopen verbessert werden könnte, in Sachen Umgang mit dem Produkt, Ergonomie, dem Erlebnis des Sterne Beobachtens oder generell Sachen die sie beim Umgang mit dem Produkt stört oder was sie sich wünschen würden.
Was tatsächlich fehlt und alles andere als Zukunftsmusik ist, sind Teleskope, die mit dem Beobachter mitwachsen, modular sind.
Beispiel:
Der Einsteiger kauft sich einen "eher visuellen" Newton mit dem typischen 1,25" Okularauszug. Später möchte er dann aber doch mehr Feld, muss dazu den Fangspiegel austauschen, den Okularauszug komplett (teils teurer als das Teleskop selbst) und auch noch den Hauptspiegel verschieben. Vielleicht will er aber gar kein sooo großes Feld, dafür aber weniger Obstruktion, also eine Visuelle Optimierung. Also FS nochmal ausgetauscht und den Hauptspiegel in die andere Richtung über die ursprüngliche Position hinaus verschoben.
Derartiges gibt es zwar ansatzweise, allerdings nicht für Einsteiger in deren Preis- und Größenklasse.

Ansonsten - der Markt hat ja schon vieles mit sehr sehr viel Elektronik. Schau bei Meade mal nach Starlock und Lightswitch.

cs
Jürgen

 
Hallo Marius,

erst mal Willkommen!
Nur in aller Kürze hier mein Senf dazu:

Ich gebe Jürgen zu 100% recht wenn er sagt, dass es das was Du vor hast in der ein oder anderen Form schon gibt.

Über die derzeitig am Markt erhältlichen Konzepte wie Starlock von Meade und Sky-Prodigy (Star Sense) von Celestron gibt es Systeme die einem unerfahrenen Anwender das meiste abnehmen. Mit entsprechenden Modulen (z.B. Sky-Link) lassen sich diese Geräte mit der entsprechenden Software vom Tablet oder Smartphone oder Notebook steuern - so ziemlich alle Infos zu den Objekten sind in dieser Software enthalten und abrufbar. Meist ist die Software (z.B. Red Shift Planetarium) sogar schon bei den Geräten dabei oder kostenlos verfügbar.
Besser noch - bei vielen Systemen sind entsprechende Zusatzdaten zum Objekt sogar in der Handbox und man braucht noch nicht mal ein zusätzliches Device.

Das Problem mit der praktischen / visuellen Astronomie ist nun mal, dass die Objekte klein und dunkel sind - es gibt zwar mittlerweile Kamera-Systeme die die einzelnen Bilder zusammenrechnen und auf einem Display ausgeben (Aktik Inifnity) aber um so ein Gerät zu verkaufen brauchst zu extrem zahlungsfreudige Kundschaft - und genau da sehe ich das nächste Problem. Gerade Einsteiger wollen ein Teleskop für 100 Eur und fragen sich dann wieso man jetzt auf dem Mars keine grünen Männchen fotografieren kann (mal davon abgesehen dass es die nicht gibt;)) - Geiz ist geil und viele sind sich nicht sicher ob das Hobby und damit die Investition das richtige ist.

Sicherlich ist die Technik ein wertvolles Helferlein in unserem Hobby, aber letztenendes ist man auch damit auf einen dunklen Himmel, saubere Luft und gutes Wetter angewiesen.

Ich hoffe ich konnte dir ein paar nützliche Sachen mitgeben - ich will dir das Projekt nicht madig machen, aber für mein Verständnis gibt es da ein paar Wiedersprüche und Du willst das Rad ja nicht neu erfinden...

Grüße,
Alex
 
Hallo Marius,

meine Antwort entspricht wahrscheinlich nicht ganz deinen Erwartungen. Ich empfehle dir kein nextgen. Teleskop zu entwerfen, sondern etwas, dass wirklich Potential hat sich gut zu verkaufen. Etwas völlig neues: Einen Teleskop Simulator.

Dieser soll vom Design her genau so dem Klischee eines Fernrohres entsprechen, welches der typisch Konsument ohne allzuviel Ahnung von der Materie erwartet: Also eine lange,weisse,dünne Röhre, die schräg gen Himmel ragt. Natürlich kann man sich da designmässig voll austoben, da es sich um einen Simualtor handelt, muß man auf die normalerweise optisch bedingten baulichen Vorgaben ja keine Rücksicht nehmen.

Der Simulator hat viel Vorteile:
1.) Er funktioniert bei jeder Wetterlage
2.) Er funktioniert auch zu jeder Zeit, auch am Tag, wenn es hell wird
3.) Der Himmel wird immer klar,ruhig und rein simuliert, keine Probleme mit der Wetterlage.
4.) Keine Okularwechsel notwendig
5.) Zeitsprünge möglich
6.) Virtuelles Vergrößern der Öffnung oder Brennweite möglich
7.) Objekte bleiben ohne Erdrotation immer ruhig im Okular.
7.) Im Grunde genommen, der Traum jedes Beobachters!

Jetzt muß du dir nur überlegen, wie du das baulich umsetzt.
Im Grunde genommen, ist es ein Art Verbindung zwischen in einem Fernrohrdummy eingebauten Projektor und einer Datenbank.

Dieses Produkt würden, da es in der Anwendung sehr komfortabel ist, wohl sehr viel mehr Leute kaufen, als es Fernrohranwender gibt.

CS Mike



 
Also danke erstmal für die super Beiträge! Viel super Input, den ich sehr gut gebrauchen kann! Einige Sachen bestätigen, was ich aus der Recherche auch schon gedacht habe und viele Ideen hatte ich auch schon auf dem Zettel. :)

Das "modulare" Teleskop zum Nachrüsten ist mir als Idee auch schon gekommen. Hab herausgefunden, dass eigentlich jede Teleskopbauweise andere Vor- und Nachteile hat und es den berühmten "Alleskönner" nicht gibt, und man außerdem mit fortschreitender Erfahrung im Bereich Hobby Astronomie immer weiter "ins All" vordringen will, deswegen finde ich einen modularen Ansatz, bei dem man z.b. die Optik nachrüsten kann eine Richtung in die ich auf jedenfall weiterdenken will.

Zum Thema GoTo, Automatisierung und technischen Highend Teleskopen:
Hab mich da auch schon reingelesen und gesehen das z.B. GoTo Montierungen mit Vorsicht zu genießen sind, da sie auch nicht hunderprozentig akurat sind und bei Teleskopen mit kleinem Sichtfeld dann häufig auch einfach daneben liegen. Generell finde ich es schwierig wie ihr auch schon gemeint habt, das ganze Teil mit Technik zu überladen und auch bei den jetztigen Lösungen ist trotz angepriesener "kinderleichter" Bedienung das Ganze für Einsteiger relativ unzugänglich. Deswegen sehe ich zum Beispiel Potential darin die jetzige "Technik" wie Automatisierung etc. so Einsteigerfreundlich und dann denke ich auch reduziert wie möglich zu gestalten.

Einen Ansatz den viele Hersteller soweit ich das sagen kann verfolgen ist denke ich das vollautomatische Teleskop, welches weiss wohin es schaut, sich automatisch ausrichtet und man am Ende im besten Fall nur noch sagt was man sehen will und es dann wie von Zauberhand im Okular erscheint.

Zum Thema Digitalisierung:

Ich möchte Versuchen die Balance zu halten zwischen Digital (Zusatzinfos, besseres Erlebnis für Laien) und Analog (dem "Teleskop" Gefühl nachts draussen die Sterne zu beobachten ist was anderes als daheim vorm Rechner Bilder davon anzusehen.)

Auch hier finde ich es schwierig wie auch von euch angesprochen das technisch mit einem optischen Teleskop in Einklang zu bringen.
Ein erster Ansatz von mir war ein relativ kompaktes Teleskop (mit guter aber nicht überragender Optik) zu nehmen und das Ganze durch digitale Zusatzinformationen direkt im Okular anzureichern. Sprich man sieht den echten Mars beim Beobachten zwar, aber nicht super gut. Also kann man direkt im Okular beim Betrachten des Mars auch hochauflösende Bilder von Weltraumteleskopen sehen oder "digital" ranzoomen um auf ein simuliertes hochauflösendes Bild des Mars zu gelangen. Die relativ schlechte Optik würde so Digital verbessert sozusagen. Problem hierbei ist denke ich, dass das Ganze am Ende vielleicht zu komplex und überfrachtet ist. (Man muss mit Optik scharfstellen, kann aber digital auch auf das Bild zoomen ist irgendwie doppelte Ausführung)

Ein weiterer Denkansatz von mir war genau so eine Simulatorlösung wie oben schon erwähnt, das bietet viele Vorteile, jedoch auch die Gefahr da man "nur in eine Computersimulation" schaut den Bezug zum Sterneschauen und das handwerkliche an dem Ganzen vielleicht zu verlieren. (Müsste durch die Produktgestaltung dann ausgeglichen werden)

Vor allem auch das Freimachen von den Beobachtungsbedingungen ist ein wichtiger Punkt finde ich. Das ist mir in meiner Recherche aufgefallen, dass man mit der Qualität der Beobachtung von so vielen Faktoren abhängig ist, dass ein Laie vielleicht schnell die Lust dran verliert.

Ich bin im Laufe der Recherche auch über die "Dunkeladaption der Augen" gestolpert, wo ich mich dann gefragt hab wenn ich Zusatzinformationen ins Okular einblende stellen sich ja die Augen um, sprich ich seh nichtsmehr von lichtschwachen Objekten oder? und wie verhält sich das Beispielsweise bei anderen Bildschirmen wie Handy etc.?

Ein weiterer wichtiger Punkt ist denke ich das Thema "Teleskop als Investition" was oben schon erwähnt wurde. Ich habe auch herausgefunden, dass weit mehr Leute gerne mal durch ein Teleskop gucken würden als sich wirklich eins zu kaufen (teuer). Hier habe ich auch über das Produkt selbst hinausgehend ein paar Ansätze (zum Beispiel Teleskop Sharing, Produkte die Gemeinsam genutzt werden oder Live-Streamen von Beobachtungen etc.)

Ein weiterer Punkt meiner Recherche war, dass durch die Community wie hier im Forum oder auf Teleskop Treffen etc. das ganze erst spaßig wird. Ich denke wenn man nur allein die Sterne beobachtet ohne seine beobachtungen und Erfahrungen zu teilen, verliert das Hobby schnell an Reiz. Deswegen überlege ich auch viel in Richtung "gemeinsames Beobachten" wie kann man das Teleskop für mehrere Personen gleichzeitig interessant machen und viele Community Systeme die sich am Ende vielleicht in dem Entwurf einer zusätzlichen App manifestieren könnten.

Generell will ich versuchen das ganze weder mit Technik noch mit Komplexität zu überfrachten, viele Laien die ich gefragt hatte waren von den traditionellen Teleskopen schon abgeschreckt (da sind mehrere Rohre und Knöpfe dran wo man nicht weiss was man verstellt, und wo schaut man überhaupt rein? etc.)

Ich möchte auch mehr oder weniger das ikonische Bild was Menschen von einem Teleskop haben bewahren (sprich Röhre die schräg in den Himmel ragt^^) und mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen (Es soll am Ende noch als Teleskop erkennbar sein und nicht etwas gänzlich neues.)

Ist alles noch nicht konkret, ich befinde mich zur Zeit am Anfang der Ideenphase wo je mehr verschiedene und auch ausgeflippte Ideen desto besser (wegstreichen kann man immernoch).

Bin also für weiteres Feedback und Ideen immer Offen! :)

Marius
 
Hallo Marius,

Zitat von kyichu:
... ich möchte das Produkt Teleskop von Grund auf neu denken. Hierbei geht es in aller erster Linie weniger um die technischen Aspekte, da ich keine Optik oder einen Ingeneurstudium habe, sondern um Produktinnovation auf konzeptioneller Ebene,...

Was macht ein Teleskop? Es sammelt Licht und bildet dieses Licht im Okular scharf ab, so daß der Mensch mit seinem Auge etwas erkennen kann.

Um die dazu notwendige Technik zu verbessern,(neu denken) ist aber physikalisches Verständnis notwendig.

Die Bedienung eines Teleskopes ist prinzipiell sehr einfach. Hinstellen, auf gewünschtes Ziel ausrichten, scharfstellen, durchgucken, sich freuen. Auch das muß nicht "neu gedacht" werden.

Das setzt jedoch 3 Dinge voraus:
a) der Nutzer muß sich am Himmel auskennen (Sternbilder kennen und Aufsuchkarten lesen können)
b) das Teleskop muß technisch gesehen genügend Licht sammeln und abbilden können
c) der Himmel muß dunkel genug sein, daß der Nutzer dann das gewünschte Objekt auch im Okular sehen kann

Bei a) kann man das Wissen und die Erfahrung prinzipiell durch Elektronik ersetzen:

1) GPS sagt dem Teleskop, wo auf der Erde es sich gerade befindet und welche Uhrzeit am Beobachtungsort ist (Tag, Nacht)

Eine Datenbank in der Teleskopsteuerung kann aus diesen Daten errechnen, welche Objekte gerade für das Teleskop prinzipiell sichtbar wären

2) eine lichtempfindliche Optik parallel zur optischen Achse des Teleskops kann die aktuelle Position des Teleskops am Himmel aufnehmen und durch Abgleich mit Sternpositionen aus einer Datenbank feststellen, wohin es gerade zeigt. Und es kann dem Benutzer sagen, wohin er schwenken muß, um ein gewünschtes Objekt zu beobachten.

3) ein SQL-Meßgerät kann feststellen, wie hell oder dunkel der Nachthimmel ist.

Bis hier alles bereits "Stand der Technik", da muß nix neues Erfunden/Entwickelt/Gedacht werden.

Aus den Daten von 1), 2) und 3) kann dann eine mögliche Auswahl angezeigt werden, was gerade mit Erfolg (= Spaß) beobachtet werden kann. Und auch Hintergrundinfos zu den beobachtbaren Objekten lassen sich anzeigen.

Vorteil:
========
Jeder Mensch ohne marginale Kenntnisse von Himmelsmechanik und astronomischem Wissen kann mit dem Teleskop in den Himmel schauen.

Nachteil:
=========
Dieser ganze Elektronik-Schnickschnack funktioniert jedoch nur, wenn Strom zum Betrieb vorhanden ist. Sind die Batterien leer, taugt der ganze Kram überhaupt nix.

Der Blick auf das Display mit den diversen Anzeigen sorgt dafür, daß man wegen Blendung im Okular nur noch die allerhellsten Objekte sieht.

Die gesamte notwendige Elektronik treibt die Kosten für das Teleskop in den Bereich von mehreren Tausend Euro. Und sooo viel Geld will kein Anfänger ausgeben.

b) und c) läßt sich durch "neues Design" nicht beeinflussen.

Ein Teleskop bietet die Möglichkeit, die Faszination der Sterne vom Boden aus zu entdecken. Doch wenn man dann den Weltraum mit einem Teleskop beobachten will, endet dieses Vorhaben häufig in Frustration.
Der Umgang mit klassischen Telekopen ist mit Aufwand, Fachwissen und oft schwierigen Sichtbedingungen verbunden. Außerdem ist das, was man am Ende sieht für den Laien oft nicht viel mehr als ein kleiner Punkt im Okular und hat nicht wirklich viel mit den bunten Bildern zu tun, die einem aus dem Internet, Büchern oder Planetarien bekannt sind.

diese Frustration kann ich nachvollziehen. Sie ist jedoch nicht dem "klassischen Teleskop" anzulasten, sondern dem unbedarften Benutzer. Der erwartet, daß das Weltall durch ein Teleskop mit seinen Augen so "bunt" ausschaut, wie es Dokumentationen im Fernsehen zeigen. Diese Erwartungshaltung ist überzogen, naiv und falsch. Auch ein "Teleskop 2.0" zeigt nur den hellen Punkt. Eine stundenlang belichtete Aufnahme ist nun mal nicht mit dem visuellen Anblick im Okular zu vergleichen. Eine Fotografie ist etwas völlig anderes als der Blick mit dem Auge durch ein Teleskop. Will man den Frust bekämpfen, muß man an der Ursache anpacken. Der falschen Erwartungshaltung vom Benutzer. :teufelgrr:

Neue Technologien & Materialien bieten Möglichkeiten das Produkt weiterzuentwickeln und das Produkterlebnis für den Nutzer vollkommen neu zu gestalten. Kann das Teleskop zum Beispiel den Stern selbst anpeilen den ich gerade sehen möchte?

wenn das eigene "möchten" mit der Realität übereinstimmt (der gewünschte Stern zum Beobachtungszeitpunkt am Himmel sichtbar ist), dann geht das. Wenn der Stern aber nicht am Himmel steht (= Jahreszeit falsch, Beobachtungsstandort falsch), dann geht das eben nicht. Da hilft auch keine noch so gut gemeinte Produktentwicklung. :augenrubbel:

Welche Möglichkeit bietet die Digitalisierung der optischen Daten? Weiss ein „smartes“ Teleskop wann der Himmel frei von Wolken ist und macht mich darauf aufmerksam?

wozu Technik einsetzen für etwas, das mit einem Blick zum Himmel ersichtlich ist? Das ist weder effizient noch nachhaltig. :smiley64:

Ich möchte nicht durch mein Teleskop nachts um halb 4 aus dem Tiefschlaf gerissen werden, weil das Teleskop jetzt feststellt, daß für ein paar Minuten der Himmel frei ist... :mauer:

- Zielgruppe Laien & Anfänger (Sprich es soll kein Profigerät sein und besonders Beginnern Spaß an der Astronomie und einen leichten Einstieg in das Thema ermöglichen.

das beißt sich mit dem finanziellen Aufwand für so ein Teleskop wie oben beschrieben.

- Thema Digitalisierung bietet für mich großes Potential, zum Beispiel Zusatzinfos der Sterne die man beobachtet mit in das Sichtfeldes des Okulars einzublenden etc.

was fängt ein Laie z.B. mit diesen Informationen

- Entfernung: 63,5 Parsec
- Spektrum: A2 Stern
- photometrischer Doppelstern
- Sternbewegung: 0,3 Millibogensekunden in RA, 0,01 Millibogensekunden in DE pro Jahr

an? Ohne Wissen, was diese Informationen bedeuten (= astronomisches Fachwissen) sind diese Informationen so überflüssig wie ein Kropf.

- Das Produkt soll mit wenig Vorwissen über Astronomie möglichst einfach zu bedienen sein um einen leichten Einstieg für Anfänger zu ermöglichen.

da gibt es schon seit langem kostengünstige Lösungen: Ein Dobson-Teleskop. Hinstellen, auf den Mond richten, scharfstellen und Mondkrater angucken. :D

Um andere (= lichtschwache) Objekte wie Galaxien oder Nebel am Himmel zu finden, sind entweder sauteure "innovative" Lösungen notwendig (Elektronik-Schnickschnack) oder aber man eingnet sich entsprechendes Grundwissen an.

- Das "analoge Sterneschauen" und das Gefühl mit dem Teleskop die Sterne selbst zu entdecken soll am Ende nicht verloren gehen. (Sprich wenn man sich am PC die Sterne anschaut oder mit einem Teleskop ist das ein anderes Erlebnis, welches bewahrt werden soll.)

Dann muß sich der zukünftige Teleskopnutzer mit Himmelsmechanik, Sternbildern, Sternkarten, dem prinzipiellen technischen Aufbau eines Teleskops und der Physik/Optik auseinandersetzen. Also ganz klassisch lernen und üben. Und zwar Theorie und Praxis. Das ist bei nahezu allen Tätigkeiten so. Egal ob Klavierspielen, Schwimmen, Autofahren, Fahrradfahren, Barrenturnen, ...

Was ich mir von Ihnen als "Experten" auf dem Gebiet wünschen würde wären besonders Beobachtungen von Problemen welche Laien oft mit Teleskopen haben, was Interessiert Anfänger am meisten, sowie andere nützliche Informationen und Anregungen was an Teleskopen verbessert werden könnte, in Sachen Umgang mit dem Produkt, Ergonomie, dem Erlebnis des Sterne Beobachtens oder generell Sachen die sie beim Umgang mit dem Produkt stört oder was sie sich wünschen würden.

ich bin Mitarbeiterin einer Sternwarte und mache seit etlichen Jahrzehnten öffentliche Führungen an diversen Teleskopen. Ich beobachte dabei, daß immer mehr Menschen den Bezug zur Realität verlieren. Daß die ernsthaft erwarten, mit einem Teleskop bei Regen durch Wolken hindurch Sterne beobachten zu können, nicht wissen, wo "Norden" oder "Süden" ist, nicht wissen, daß es nachts kälter als tagsüber ist, nicht in der Lage sind, eine simple Bedienungsanleitung zu lesen und zu verstehen.

Ich wünsche mir, daß diese Menschen wieder anfangen, den Kopf zum Denken zu verwenden. Designänderungen, konzeptionale Änderungen an einem Teleskop ersetzen nicht das Verständnis für das, was man tut.

Natürlich gibt es bei den derzeit auf dem Markt befindlichen Teleskopen Verbesserungspotential. Allerdings eher nicht in der "äußeren Erscheinung", dem "Erlebnisspaß", dem "Design 2.0", sondern in konstruktiven Bereichen (Materialwissenschaft, Fertigungstoleranzen, besseren Vergütungen, besserem Zubehör, ...)

Welche Probleme Anfänger haben, kann man sehr schön in diversen Beiträgen hier im Forum nachlesen
Hier mal eine kleine Auswahl:

- welches Teleskop brauche ich
- wie stelle ich scharf
- wie zoome ich
- wie norde ich eine parallaktische Montierung ein
- warum sind die Galaxien/Nebel nicht bunt
- warum paßt das gewünschte Motiv nicht ins Okular
- warum fährt mein Teleskop bei Goto in die Grasnarbe

Im Einsteigersektor (unter 500 Euro) gibt es bereits Teleskope, die 80% der Anschaffungskosten für Elektronik beinhalten. Für den "Beobachtungsspaß" (das eigentliche Teleskop) bleiben dann 20 % übrig. Was nutzt dem Einsteiger ein Teleskop, welches zwar 40.000 Objekte elektronisch anfahren kann, der Benutzer aber mangels lichtsammelnder Fläche vom Teleskop dann nichts vom Objekt sieht?
Im Endefekt sind diese Teleskope für Laien keine "Einsteigerteleskope" sondern "Aussteigerteleskope".
 
Hi Marius,

Zitat von kyichu:
Ich bin im Laufe der Recherche auch über die "Dunkeladaption der Augen" gestolpert, wo ich mich dann gefragt hab wenn ich Zusatzinformationen ins Okular einblende stellen sich ja die Augen um, sprich ich seh nichtsmehr von lichtschwachen Objekten oder? und wie verhält sich das Beispielsweise bei anderen Bildschirmen wie Handy etc.?

das ist ein ganz wesentlicher Punkt. Setz mal für 20 Minuten eine Schlafbrille auf. Leuchte dann bitte mal mit einer Taschenlampe aus wenigen cm Entfernung direkt in Deine Augen. Und versuche direkt im Anschluß, das "Kleingedruckte" in einem Vertrag zu lesen. Du wirst merken, daß das nicht geht.

Ein Handy, ein Computerbildschirm zerstört definitiv durch seine Helligkeit die Dunkeladaption. Denn die wird biochemisch über die Produktion von Rhodopsin in den Stäbchen/Zäpfchen unseres Auges gebildet. Nach einem Blick auf so ein Display dauert es bis zu 40 Minuten, bis erneut genügend Rhodopsin gebildet wurde. Solange kann man lichtschwache Objekte nicht im Okular erkennen.

Daher wird üblicherweise mit einer stark gedimmten Rotlichttaschenlampe in Sternkarten gelesen. Dieses schwache Licht zerstört nicht die Dunkeladaption.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist denke ich das Thema "Teleskop als Investition" was oben schon erwähnt wurde. Ich habe auch herausgefunden, dass weit mehr Leute gerne mal durch ein Teleskop gucken würden als sich wirklich eins zu kaufen (teuer).

Ein sehr kostengünstiger Weg wäre da der Besuch einer Sternwarte. Gegen einen kleinen Obulus (meist um die 5 Euro) kann man da unter fachkundiger Anleitung durch verschiedene Teleskope schauen. Man muß die also nicht selber kaufen. Man muß sich auch nicht am Himmel auskennen. Die Sternwartenmitarbeiter stellen ein Objekt ein und erklären auch gleich noch, was man da sieht und was das Besondere daran ist.

Oder man wird für einige Zeit Mitglied in einem Astronomieverein. Kann da die Teleskope des Vereins nutzen. Durch den Kontakt zu den schon länger mit dem Hobby verbundenen Mitgliedern lernt man spielerisch und in der Gruppe den Umgang mit Teleskopen und hat gemeinsam Spaß.

Hier habe ich auch über das Produkt selbst hinausgehend ein paar Ansätze (zum Beispiel Teleskop Sharing, Produkte die Gemeinsam genutzt werden oder Live-Streamen von Beobachtungen etc.)

Teleskopsharing bringt nur was, wenn man das Teleskop schon selber bedienen kann, Livestreaming ist derzeit technisch unrealistisch. Weil die meisten Objekte viel zu lichtschwach sind.

Deswegen überlege ich auch viel in Richtung "gemeinsames Beobachten" wie kann man das Teleskop für mehrere Personen gleichzeitig interessant machen

-> Sternwarte
-> Astronomieverein
-> Sidewalkastronomyprojekte

und viele Community Systeme die sich am Ende vielleicht in dem Entwurf einer zusätzlichen App manifestieren könnten.

Astronomieaps gibt es bereits kostenlos wie Sand am Meer. Für jedes Betriebssystem mehrere. Mit dem "Live-Anblick" im Teleskop haben die aber nix gemein.

...viele Laien die ich gefragt hatte waren von den traditionellen Teleskopen schon abgeschreckt (da sind mehrere Rohre und Knöpfe dran wo man nicht weiss was man verstellt, und wo schaut man überhaupt rein? etc.)

Wer Autofahren will, muß nen Führerschein machen. Wer durch ein Teleskop gucken will, muß sich mit dessen Technik zumindest grob befassen. Bei nem Besuch auf einer Sternwarte kriegt der Besucher schon gesagt/gezeigt, wo er reingucken soll. Die Welt ist komplex. Wer davon schon abgeschreckt wird, soll halt weiter TV Dokus gucken. Es bringt rein garnix, nen "Hund zum Jagen zu tragen", wenn er keinen Bock auf "Jagen" hat...

 
Hallo Marius,

eine Anmerkung zu
Zitat von kyichu:
Ich bin im Laufe der Recherche auch über die "Dunkeladaption der Augen" gestolpert, wo ich mich dann gefragt hab wenn ich Zusatzinformationen ins Okular einblende stellen sich ja die Augen um, sprich ich seh nichtsmehr von lichtschwachen Objekten oder? und wie verhält sich das Beispielsweise bei anderen Bildschirmen wie Handy etc.?
Hier hilft Dir das weiter, was schon lange für Fadenkreuzokulare, Astrotaschenlampen und Sternwartenbeleuchtungen verwendet wird: Rotlicht, möglichst dimmbar!

Lichtschwache Objekte sehen wir mit den Stäbchen auf der Netzhaut, nur können die schon moderates Rot nicht wahrnehmen. Mit Rotlicht blendet man daher allenfalls sein Tagsichtvermögen.

Bei extrem schwachen Objekten stört rotes Licht zwar doch, aber diese Objekte sind für die Klientel Deines Projekts eher wenig interessant.

Deswegen überlege ich auch viel in Richtung "gemeinsames Beobachten" wie kann man das Teleskop für mehrere Personen gleichzeitig interessant machen und viele Community Systeme die sich am Ende vielleicht in dem Entwurf einer zusätzlichen App manifestieren könnten.
Das wäre durchaus interessant, nicht nur für Einsteiger.

Sternfreundliche Grüße

fquadrat
 
Danke nochmal für das Feedback!

Ich kann das auf jedenfall nachvollziehen, z.B. dass oft durch die ganze Technik das Sternebeobachten fast noch komplizierter oder umständlicher wird (v.a. wenn was nicht läuft wie es soll.) Es soll auch nicht alles umgekrempelt werden, vielleicht bringt es mehr Technik gezielt da einzusetzten wo es Sinn macht als das ganze nur um der "Innovation" Willen mit Technik vollzustopfen.

Zum Beispiel denke ich, dass GoTo Teleskope vor allem für Laien auch einen wesentlichen Teil das "Selbst Entdecken" vollkommen wegfallen lassen. Viel besser wäre es doch wie eine Art Navigationssystem selbst zum Stern geleitet zu werden (was aber auch nicht den Nutzer überfordern soll sondern vielleicht etwas subtiler einem zu dem Stern leitet)

Manchmal ist weniger mehr und durch gezielte Detailverbesserungen kann auch ein innovatives Produkt entstehen. Jedoch bin ich grade noch in einer Konzeptphase wo ich versuche möglichst viele verschiedene Ideen zu generieren, da tut Feedback hier (vor allem wenn es kritisch ist) auch sehr gut um zu Wissen bei welchen Ansätzen ich vielleich auf dem Holzweg bin.

Stromzufuhr finde ich auch ein interessanter Punkt. Ich habe ein Teleskop (Celestron Nextstar Evolution) gefunden, welches mit einem 10h Akku ausgestattet ist. Jedoch ist das auch nicht umbedingt ein Produkt für Beginner. Aber da man mit dem Produkt schon mobil sein will ist denke ich eine Akku Lösung eine gute Idee (Wenn man Technik reduziert braucht man auch kleineren Akku)

Eine Simulationslösung könnte das Teleskop von Jahreszeit, Wetter und Standort unabhängig machen. (Zeig mir den Himmel von vor 5 Wochen, Wie sieht der Himmel jetzt auf der Südhalbkugel aus, Zeig mir die letzte Mondfinsternis etc.) Das fände ich auf jedenfall einen riesen Vorteil, nicht für den Profi natürlich, aber als Einstieg für Laien um möglichst viel zu lernen.

Zum Thema smartes Teleskop weckt mich um 4 Uhr nachts:

Klar wäre das nicht zu wünschen, aber mir ist in der Recherche aufgefallen, dass bei Anfängern das Teleskop irgendwann in der Ecke landet und nicht mehr rausgeholt wird. Weil man die Lust verliert oder einfach man vergisst es. Hier fände ich eine gute Lösung wenn das Teleskop mir zum Beispiel sagen würde wann es Gutes zu sehen gäbe. Und zwar nicht nachts um 4 sondern beim Abendessen bekommt man vielleicht eine Nachricht aufs Handy. "Heute nacht super Bedingungen, man kann das und das Ergeignis toll erkennen, soll ich dich wecken, ja nein?" Und das im Voraus erechnet aus Wetterdaten etc. Ich denke für jemanden der das Hobby nur gelegentlich betreibt und nicht auch z.b. beruflich sich ständig damit beschäftigt wäre das ein super Feature.

Zum Thema Laien können mit Infos wie 63,5 Parsec etc. nichts anfangen:

Klar ist das so aber ich denke Wissen kann durch so ein Produkt auch vermittelt werden, deswegen macht mans ja. Für den Anfang wäre vielleicht interessant in welchen Dimensionen sich das Ganze befindet um erstmal einen Einstieg in die riesigen Entfernungen zu bekommen (aber mit vergleichswerten die man sich ansatzweise vorstellen kann z.B. stern xy ist 50.000 mal unsere Sonne groß etc.) Und je mehr der Nutzer das Teleskop benutzt, desto mehr lernt er und andere Daten erscheinen zum Beispiel (sprich das Teleskop weiss was man beobachtet hat und welche Infos man bekommen hat und für einen erfahrenen Benutzer werden dann schließlich Angaben in Fachbegriffen aufgelistet etc.) Also ich denke niemand wird als Experte geboren und vor allem ein Produkt für Anfänger sollte mit Informationen dienen die für die Zielgruppe auch zu handlen sind.

Generell habe ich für Laien festgestellt, dass sie das beste Ergebnis (Möglichst viel Entertainment, vgl. Bunte Weltraumbilder) mit möglichst wenig Aufwand (Am besten alles geht von allein und ich muss nichts wissen und machen) wollen. Inwiefern das 100% erfüllt werden kann ist eine andere Frage jedoch kann es auch eine gute Näherungslösung geben denke ich.
Klar ist beim Sterne beobachten mit dem Teleskop Übung gefragt wie bei allem anderen, jedoch ist der Mensch denke ich so gepolt, dass er versucht immer den leichtesten Weg zu nehmen, sprich mit wenig Lernen viel erreichen etc. und vielleicht kann man es den Leuten leichter machen einen Einstieg zu schaffen.
Ich denke auch, dass diese realitätsferne Einstellung (Bunte Weltraumbilder im Teleskop) besonders bei Laien auftritt. Wenn man sich ein bisschen mit der Materie beschäftigt sind wahrscheinlich kleine lichtschwache Punkte die man "wirklich" im Okular eines Teleskopes sieht viel aufregender als die bunten Bilder online. Jedoch müssen Anfänger erst zu diesem Punkt kommen denke ich und ein Produkt, was digital angereichert die Wirklichkeit im Okular mit dem Entertainment der NASA Bilder verbindet ist vielleicht ein guter Weg um die Nutzer zu schulen...

Die Dunkeladaption muss ich auf jedenfall beachten, auf Rotlicht bin ich auch schon gestoßen, denke das ist vielleicht ein guter Weg. (Habe mir auch eine Clelestron App runtergeladen die einen Rotlichtmodus enthält und im Dunkeln ausprobiert)

Zum Thema Sternwarte, Astroverein etc.

Ich denke da hast du völlig recht, dass das ein Weg ist den man gehen kann. Man kriegt alles erklärt, muss sich um fast nichts kümmern und nicht viel investieren um die Sterne zu beobachten. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass für einige Leute das nichts ist. Die entweder das Hobby nur ab und zu mal betreiben (spontan wenn sie im Sommer auf der Terasse sitzen) oder selbst Entdecken und Lernen wollen. Ich denke das Vorhandensein von Sternwarten und Astrovereinen und die Möglichkeiten die diese bieten schließt ein Produktkonzept wie auch immer es im Endeffekt aussehen wird nicht aus.

Das Teleskop selbst habe ich vor allem für meine Zielgruppe auch als Hobbyprodukt definiert. Sprich man nutzt es in der Freizeit, nach der Arbeit am Feierabend oder einfach spontan. Hierbei ist es denke ich wichtig, dass man relativ unabhängig von Bedingungen ist und nicht viel Planen muss. Vor allem für Laien wäre ein Produkt, dass man spontan nutzen kann denke sehr interessant. Sternwartenbesuche hingegen sind vielleicht nicht immer zeitlich mit dem Alltag zu verbinden oder mit trotzdem mit einem gewissen Aufwand verbunden. (Wenn man zum Beispiel zu Hause Sport machen kann oder erst ins Fitnessstudio fährt hat das auch beides seine Vor & Nachteile. Zu Hause ist man zeitlich unabhängig und kann gleich loslegen, im Fitnessstudio gibt es Trainer, entsprechende Geräte man muss jedoch erst hinfahren und sich selbst zu dem Besuch motivieren.)

Apps gibt es wie Sand am Meer.

Das ist mir auch schon aufgefallen, ich denke auch das auch jene Apps die man in den Himmel hält und die dann für einen den Sternenhimmel benennen oder "Augmented Reality" Apps welche die Kamera nutzen und man den Sternenhimmel mit Zusatzinfos sieht ganz gut sind. Jedoch bringen die auf keinen Fall das gleiche Feeling mit sich wie wenn man sich zb. nachts draussen hinsetzt und mit einem Teleskop die Sterne beobachtet. Ich sträube mich auch gegen eine Lösung durch eine App z.B. weil das heutzutage vor allem im Design auch immer einer der "einfachsten" Wege ist eine App für einen Sachverhalt zu machen (jedoch meistens nicht umbedingt die beste Lösung)


 
Hi nochmal,

ich finde die Inputs allesamt sehr interessant und zugegeben finde ich die Idee Daten und Infos beim "Spechteln" z.B. in ein Okluar zu projezieren ziemlich "sexy".

Wir sind ja jetzt schon einige Male auf das Thema Apps und Smartphones eingegangen - es gibt ja mittlerweile auch ein Produkt, dass die Anzeige einer Planetariums App in eine Brille einspielt - der Bilck in den Himmel selbst bleibt also erhalten + der Daten und Infos zu dem was man sieht.

Die Dunkeladaption wird meines Erachtens durch dunkles Licht nicht wirklich gestört zumal wir von relativ hellen Objekten reden...sowas wie ein Katzenaugennebel ist das glaub ich eher uninteressant weil viel zu klein.

Zum Thema "manuelles GoTo": In Frankfurt am Main gibt es einen Händler der mal digitale Encoder auf eine azimutale Giro Montierung gebaut hat. Dieses System hat er dann mit der App "Stellarium" verbunden.
Er hat also ein Objekt auf seinem Smartphone angewählt und die App hat seine "Teleskopausrichtung" mit der Position des Objektes abgeglichen und ihm durch Pfeile und Grad gesagt wo und wie er das Teleskop positionieren muss um das Objekt zu sehen.
Die Zusatzinfos waren dann in der App am Telefon nachzulesen.
Da Du ja nicht auf Apps gehen willst (den Ansatz finde ich verständlich) wäre hier vielleicht eine gescheite "Stand-alone" Lösung denkbar, also ein Rechner mit einer Astrosoftware und sozusagen Astronavi (manuelles Go-To) das aber auf Motoren etc. verzichtet...Nachteil - manuelles Aufsuchen geht, aber die Nachführung ist ziemlich unkomfortabel, da wird ein Anfänger nicht so begeistert sein.
Diese Lösung müsste nur updatebar sein um aktuelle Himmelsereignisse etc. einzuspielen.
Vorteil und der ist nicht zu verachten - das ganze bleibt relativ kompakt und transportabel, Kosten kann ich nicht einschätzen, sollten sich aber in Grenzen halten und somit kann mehr Wert auf die Optik gelegt werden.

Die Optik....ja die Optik... Ich schlage eine Art Spektiv mit festinstalliertem Zoom-Okular vor (da war ja noch das Thema mit der Dateneinspielung)

Zum Thema Astrovereine - nicht jeder mag Vereine und einige (mich eingeschlossen) beobachten lieber unabhängig und alleine.

Viele Grüße,
Alex
 
Hallo Marius

Zitat von kyichu:
Zum Thema smartes Teleskop weckt mich um 4 Uhr nachts:

Klar wäre das nicht zu wünschen, aber mir ist in der Recherche aufgefallen, dass bei Anfängern das Teleskop irgendwann in der Ecke landet und nicht mehr rausgeholt wird. Weil man die Lust verliert oder einfach man vergisst es. Hier fände ich eine gute Lösung wenn das Teleskop mir zum Beispiel sagen würde wann es Gutes zu sehen gäbe. Und zwar nicht nachts um 4 sondern beim Abendessen bekommt man vielleicht eine Nachricht aufs Handy. "Heute nacht super Bedingungen, man kann das und das Ergeignis toll erkennen, soll ich dich wecken, ja nein?"

Ich finde diese und einige andere deiner Ideen nicht zielführend! Du machst den Einsteiger in die Astronomie quasi zum Konsumenten, der einfach alles auf sich zukommen lassen kann und Eigeninitiative daher überflüssig wird. Genau das ist aber einer der großen Kritikpunkte, den auch Fee anspricht. Es gibt immer mehr Menschen, die sich nachts nicht am Himmel orientieren können und von der Himmelmechanik überhaupt keine Ahnung haben. Mit deinen Nextgen-Features muss sich der Couch-Astronom nicht mal mehr um das Wetter geschweige denn interessante Konstellationen kümmern, er bekommt alles einfach vorgekaut serviert!

Zitat von kyichu:
Das Teleskop selbst habe ich vor allem für meine Zielgruppe auch als Hobbyprodukt definiert. Sprich man nutzt es in der Freizeit, nach der Arbeit am Feierabend oder einfach spontan. Hierbei ist es denke ich wichtig, dass man relativ unabhängig von Bedingungen ist und nicht viel Planen muss.

Das Problem an der Sache ist, man ist abhängig von einigen Bedingungen und man muss auch planen! Du bist und bleibst abhängig vom Wetter, dem daraus resultierenden Seeing, der Lichtverschmutzung an deinem Beobachtungsplatz, der aktuellen Mondphase, ... und genau das muss man auch einplanen. Wenn man gezielt etwas beobachten will, muss man auch die Position zum Beobachtungszeitpunkt kennen und planen, eventuell ist das Objekt nocht nicht oder nicht mehr über dem Horizont, eventuell steht auch ein Haus im Weg? Oder bin ich gar auf der falschen Seite des Äquators?


Ich denke du musst bei deiner Zielgruppe differenzieren, du hast natürlich die "Konsumenten", die alles vorgekaut haben wollen und den eigenen Kopf nur zur Nahrungsaufnahme nutzen. Eben solchen Menschen muss man ein Teleskop fertig aufgebaut irgendwo hinstellen und noch ehe sie einen Blick durch Okular werfen darauf hinweisen, dass es Schwarz-Weiss ist und nicht bunt... Genau diese Gruppe "fährt aber auch auf Kaufhausteleskope mit 2000-fach-Vergrößerung für 149€ ab".
Diejenigen jedoch, die sich ernsthaft mit der Astronomie auseinander setzen wollen, weil sie gewisse Dinge faszinieren, schrecken nicht davor zurück Bücher zu lesen! Himmelsmechanik, Goto-Alignment, Starhopping, Aufsuchkarten lesen und verstehen, alles mit ein wenig Eigeninitiative zu verstehen.

Schau dir mal die aktuellen Flaggschiffe von Meade an, mit Starlock sind diese Geräte in der Lage ihre Position eigenständig zu bestimmen, alle möglichen Objekte am Himmel automatisch anzufahren und auch die Nachführung permanent zu überwachen, Usereingriff unerwünscht! Eklatanter Schwachpunkt: DER PREIS!

Wie Mike auch, sehe ich in einem Teleskop-Simulator o.ä. deutlich mehr Potential als in einem nextgen. Teleskop. Das Teleskop ist und bleibt ein optisches Instrument mit dessen Bedienung man sich beschäftigen muss und auch wenn der Vergleich ein wenig hinkt, wenn ich nicht weiss, wo ich in einem Stromkreis welche Größe messen kann, nutzt auch das beste Multimeter nichts!
 
Hi Marius,

wie Du an den kritischen Antworten siehst, haben einige von uns etliche Bedenken zu Deinen Ideen.

Diese Bedenken kommen allesamt aus der Praxis. Auch wir waren einmal totale Laien. Aber wir haben uns bewußt für dieses Hobby entschieden und uns "durchgebissen".

Ich vermute, der große Unterschied zwischen "uns" und Deiner Zielgruppe liegt in der Definition des Wortes Hobby.

Für mich bedeutet "Hobby" Liebhaberei, Befriedigung meiner Neugierde, Wissensdurst, Bereitschaft zum Lernen und Ausdauer über Monate, Jahre, Jahrzehnte.

Hobby bedeutet für mich nicht heute dies (z.B. Klarinette spielen), morgen das (Schlittschuhlaufen) und übermorgen dann wieder was anderes (Tiefseetauchen) ausprobieren.

Amateurastronomie ist sehr vom Wetter abhängig. Bei Regen, Hagel, Schnee, Nebel, Sturm oder bewölktem Himmel kannst mit einem Teleskop nix machen. Bei klarem Himmel, aber Vollmond, geht auch nicht viel.

Im Sommer wird es erst ab Mitternacht dunkel genug, um was zu beobachten und man muß als Arbeitnehmer doch am nächsten Morgen raus zur Arbeit, im Winter ist es zwar früh dunkel, aber gleichzeitig auch [zensiert]kalt und jedes Teleskop muß rechtzeitig rausgestellt werden, um auszukühlen...

Prinzipiell ist jede Nacht irgend etwas besonderes am Himmel los. Das Spiel der Monde von Jupiter und Saturn, neue oder altbekannte Kometen, neue Supernovaeausbrüche, veränderliche Nebel, Lichtechos, Kleinplaneten dicht bei einem hellen Stern, Sternbedeckungen durch Asteroiden, Planeten oder dem Mond, Planeten dicht beieinander,...

Dann gibt es ne Menge an Motiven, die nur zu einer bestimmten Jahreszeit abends zu sehen sind. Und dann noch die extremen Ereignisse: Sonnenfinsternisse irgendwo auf der Welt.

Um das zu Beobachten, muß man immer planen. Teleskop rechtzeitig rausstellen, überlegen, ob der eigene Garten, Balkon, Terasse als Beobachtungsplatz paßt oder doch ein Baum, Haus,... zum Beobachtungszeitpunkt im Weg ist. Flieger, Hotel und Mietauto rechtzeitig buchen für Sonnenfinsternisreisen, Alternativbeobachtungsort raussuchen, falls das Wetter am Zielpunkt nicht paßt...

Als ich 1998 zur Sonnenfinsternis in die Karibik flog, hab ich 2 Jahre vorher mit der Planung begonnen. Schattenpfad auf diversen Karten eingezeichnet, Wetterstatistiken angeschaut, Infrastruktur (Hotels, Straßenzustand, mögliche Beobachtungsplätze) recherchiert, Flug, Hotel und Mietauto lange im Voraus gebucht. Auf dem Flugplatz liefen dann verzweifelte Menschen an den Checkinschlangen entlang und boten tausende D-Mark dafür, daß man vom gebuchten Flug zurücktritt. Beim Flug 2001 nach Afrika das selbe, nur waren es jetzt 10.000 Euro statt D-Mark...

Wer zu spät plant, den ... :D

Es gibt ne Menge Dinge, die man wirklich spontan machen kann. Essen gehen, Kino, Disko, Sex, Besaufen, aber wenn man Astronomie betreiben will, muß man planen. Und damit leben, daß ein Teil der Planungen wegen Wetter oder anderen Umständen ins Wasser fällt. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

Was Dir vorschwebt ist aus meiner Sicht etwas völlig anderes. Entertainment/Konsum für die breite Masse. Menschliche Langeweile spontan und wetterunabhängig ausfüllen...

Ich denke, mit einer computergesteuerten Teleskopatrappe mit integriertem Bildschirm in der Okularatrappe oder Binoatrappe wirst Du diesem Ziel am ehesten gerecht...
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Moin zusammen!

Zitat von Sternenfee123:
Es gibt ne Menge Dinge, die man wirklich spontan machen kann. Essen gehen, Kino, Disko, Sex, ...

Du Draufgängerin! :totlach:


Deiner Deutung des Wortes "Hobby" kann ich mich voll und ganz anschließen, und wenn man das so lebt, stellen sich auch Erfolgserlebnisse ein, die für eine innere Befriedigung sorgen!
Mit einem nextgen. Teleskop würde man den Couch-Astronomen dieser Erlebnisse berauben.

Ich habe mich damals beim Versuch den Nordamerikanebel zu fotografieren wie ein Schneekönig gefreut, den Nebel überhaupt im Sichtfeld meines 200mm Teleobjektivs zu haben! Und das mit einem Teleskop ohne Motoren, ohne Goto usw... Nachführen musste ich von Hand, mit einem Auge am Fadenkreuzokular. Das gleiche beim ersten Anblick von Saturn oder der Anblick verschiedener Objekte durch verschiedene Teleskope. M13 durch einen 130er Newton war nett, aber eine 8" Optik löst den Sternhaufen viel weiter auf!

Und was mir gerade noch so einfällt, Astronomie ist für viele hier die totale Entschleunigung! Man bringt Zeit mit, genießt die Ruhe der Nacht und (sofern man sich wirklich mit dem Hobby befasst) führt sich vor Augen, wie weit man gerade in die Vergangenheit schaut, da relativiert sich der Stress des Alltags ganz schnell und man ist selbst nach einer Nacht mit wenig Schlaf am nächsten Tag irgendwie "gut drauf".
 
Hallo zusammen,

um Lösungsansätze für die Eingangsfrage zu finden, sollten wir wohl tatsächlich von Begriff "Hobbyastronom" oder gar "Amateurastronom" abkommen.
Gesucht werden umsetzbare, möglichst bezahlbare technische Konzepte, die Leuten helfen, die "mal kucken" wollen.

Smartphones einzubinden wäre da z.B. interessant. Bei den meisten eh schon vorhanden, mit leistungsstarkem Prozessor, Kamera und allerlei Sensorik. Bisher aber aber nur für "Apps" verwendet.
Könnten die richtig mit dem Teleskop bzw. der Motorisierung kommunizieren, wären es vollwertige Steuerungen; mit längerer Brennweite der eingebauten Kamera sogar Autoguider.

Allgemein denke ich, dass Technik nicht die Arbeit abnehmen sollte, sondern einen dabei unterstützen.
Also beispielsweise statt stumpfem GoTo ein AR-Okular, das einem beim Starhopping die Richtung anzeigen kann.

cs
Jürgen
 
Zitat von Sternenfee123:
Ich vermute, der große Unterschied zwischen "uns" und Deiner Zielgruppe liegt in der Definition des Wortes Hobby.

Ich will und kann mit meinem Konzept nicht die Teleskope verdrängen oder die Zielgruppe streitig machen sondern ein neues Produkt entwickeln, deswegen ist "Next-gen Teleskop" oder "Teleskop 2.0" wohl als Arbeitstitel schlecht gewählt, jedoch sind das auch nur Arbeitstitel um dem Projekt irgendwie einen Namen zu geben. Bisher steht an sich noch nichts fest (Es steht ein Simulator im Raum oder ich nehme ein herkömmliches Teleskop und änder nur ein paar Features, vielleicht Lande ich auch bei einer App oder einem Öffentlich zugänglichen Teleskop, das entwickelt sich im Laufe des Prozesses schon noch welcher Weg am meisten Sinn ergibt.)

Zum Thema Zielgruppe:

Ich verstehe was ihr meint und bin genau eurer Meinung, das Astronomie mit Lernen, Übung und Arbeit verbunden ist. Und ihr als Hobbyastronomen nach diesem Hobby lebt und wirklich viel investiert und plant. Ich versuche jedoch sozusagen für die Astronomie eine "neue" Zielgruppe zu erschließen und die Couchastronomen wie ihr sie genannt habt zu erreichen. Also das Ganze ist wirklich gedacht um Leuten einen Einstieg zu geben, wen das Thema packt der wird wohl im weiteren Verlauf zu Profigeräten greifen, Astronomietreffen besuchen und Lernen, Arbeiten und Planen wie ihr es tut. Jedoch denke ich auch, dass ein Großteil einfach nur mal "kucken" oder Gelegentlich zu den Sternen schauen will. Was ich mir auch vorstellen könnte, dass Hobbyastronomen die sich schon auskennen so ein Gerät benutzten während sie z.B. mit ihren anderen Teleskopen parallel Astrofotos machen, nur als "Entertainment" nebenbei etc. Also ich will überhaupt nicht das was ihr tut hier versuchen zu vereinfachen oder Teleskope und Astronomie verdrängen. Ich respektiere was ihr tut und wie ihr euch für euer Hobby ins Zeug legt, jedoch finde ich das Astronomie das Potential hat viel mehr Leute zu erreichen und selbst wenn sie "nur entertained" bringt das die Leute doch mehr zur Astronomie, als wenn sie daheim Fernsehen.

Zitat von Sternologe:
Wir sind ja jetzt schon einige Male auf das Thema Apps und Smartphones eingegangen - es gibt ja mittlerweile auch ein Produkt, dass die Anzeige einer Planetariums App in eine Brille einspielt - der Bilck in den Himmel selbst bleibt also erhalten + der Daten und Infos zu dem was man sieht.

Ja die Universe2go Brille (http://universe2go.com/de/) habe ich auch schon gesehen, geht eigentlich genau in die Richtung die ich interessant finde. Ist auch für Leute die das Hobby eher sporadisch betreiben eigentlich eine gute Lösung. Inwiefern das Ganze gut funktioniert weiss ich nicht, aber finde die Brille an sich sehr interessant. Ist ja eine Kombination von Technik (aus dem Smartphone) und dem Blick in den Himmel (Wobei hier der "Zoom" fehlt.) Und das ganze Produkt ist halt relativ rudimentär gehalten (Da Kosten natürlich beachtet werden müssen)

Da viele hier die Kosten aufführen, klar müssen Kosten betrachtet werden, sie stehen jedoch bei meiner Bachelorarbeit vor allem in der jetztigen Phase nicht im Vordergrund, es geht erstmal eher um die Frage was überhaupt möglich ist, Sinn macht und ein gutes Konzept erstmal.

Interessant finde ich die Einbindung von Smartphones (fast jeder hat eines) wie kann das mit einem wie auch immer gearteten Produkt zusammenspielen (Als Bildschirm, Okularattrape oder Sucherkamera)
Auch ein "manuelles GoTo" ohne Motor sprich Teleskop zeigt mir im Okular die Richtung an die ich suchen will (vllt ein sehr zurückgenommenes Rotlichtinterface) sehe ich als interessant an. Die Frage nach der Optik, ein Spektiv so wie ich das mitbekommen habe bietet ein großes Gesichtsfeld oder? Also kann man damit sogar Sternbilder sehen oder ist das zu weitläufig? und inwieweit kann man mit einem Zoom Objektiv dann sehen? (Reicht für Krater vom Mond + nahe Planeten im Sonnensystem?)

Was ich mich noch Frage zum Beispiel sind wie ich die Infos über Darstellen will, im Okular direkt ist vielleicht nicht so günstig alles "vollzustopfen" , Bildschirm will ich jedoch auch nicht anbringen eigentlich, Smartphone + App wäre eine Alternative oder Audioinfos...

Astronomie als Entschleunigung finde ich auch einen interessanten Punkt! Ich denke auch mein Konzept könnte das erreichen, da draussen die Sterne beobachten (auch mit einem Simulator) ist doch immernoch besser als daheim vor dem Fernseher zu sitzen oder?

:huhu:

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi,

hättest du das Pferd nicht einmal anders herum aufzäumen sollen, also nicht die Experten fragen, sondern deine potentielle Zielgruppe?

- Wer ist denn deine Zielgruppe? Ja okay, Laien, ....
- Was würden sie sehen wollen?
- Wieviel Zeit würden sie dafür investieren?
- Wieviel Geld würden sie dafür investieren?
- ...

Aus dieser Umfrage kannst du dann ableiten, was dir hier mehrfach gesagt wurde:

Das Gerät wird für die Zielgruppe schlichtweg zu teuer sein => Sinnhaftigkeit des Konzepts, keine SciFi, ...


Universe2Go ist halt einfach "einfach". Allerdings zeigt es auch nur einfache Sachen.


Gruß
Kai

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Marius,

Zitat von kyichu:
Ich verstehe was ihr meint und bin genau eurer Meinung, das Astronomie mit Lernen, Übung und Arbeit verbunden ist. Und ihr als Hobbyastronomen nach diesem Hobby lebt und wirklich viel investiert und plant. Ich versuche jedoch sozusagen für die Astronomie eine "neue" Zielgruppe zu erschließen und die Couchastronomen wie ihr sie genannt habt zu erreichen. [...] Ich respektiere was ihr tut und wie ihr euch für euer Hobby ins Zeug legt, jedoch finde ich das Astronomie das Potential hat viel mehr Leute zu erreichen und selbst wenn sie "nur entertained" bringt das die Leute doch mehr zur Astronomie, als wenn sie daheim Fernsehen.

Ich bin mir nicht sicher, ob du wirklich verstehst, was ich meine... Eine Serengeti-Doku schauen macht noch keinen Großwildjäger und eine Sammlung von bunten Bildern mit Vögeln drauf noch keinen Ornitologen. Was also soll dein Entertainment erreichen?

Um beim Sofa-Astronom zu bleiben, er schaut sich wie auch immer irgendwelche für ihn aufbereiteten Inhalte (idR. Bilder) an und was löst das bei ihm aus? "Der Hammer was da oben so rumfliegt!" Und dabei bleibt es sehr häufig dann auch... leider!
Wirklich nachhaltiges Interesse weckst du bei einem Menschen nur dadurch, das du ihn entweder emotional berührst oder seinen Intellekt reizt. Mit dem angedachten leichten Entertainment bleibt der Nachbar, der sich der Astrofotografie widmet, trotzdem der "Spinner von Nebenan", der sein 80kg-Equipment erst in´s Auto buckelt, dann auf´s Land fährt, nur um ein blödes Foto zu machen. Von der Zeit dir er dann am Rechner verbringt ganz zu schweigen! Und wozu? Machst du hier klick, nimmst nextgen. Teleskop, einschalten, Ziel auswählen, gucken, fertig! Das Bild ist dank digitaler Zusatzinformationen detailreicher als im Sternwartenteleskop und dank Airprint kann ich das auch direkt ausdrucken und an die Wand pappen! Warum in aller Welt sollte ich mir da wie der "[zensiert] von Nebenan" den [zensiert] abfrieren?

Ich denke mit dem leichten Entertainment bringst du keine neue Zielgruppe zur Astronomie, sondern erreichst genau das Gegenteil, du hinderst Menschen daran wirklich den Zugang zur Astronomie zu finden!
 
Hallo zusammen,

was die Zielgruppe angeht: Hier im Einsteigerboard den jeweiligen Eingangsbeitrag zu lesen, wird nicht schaden, oder auch eine Umfrage zu starten. Bei einer Umfage in der eigentlichen Zielgruppe käme wohl die Verpackung eines typischen Kaufhausteleskops raus: max. 150Euro, 500x Vergrößerung, GoTo und natürlich alles in Farbe.
Bzgl. Spektiven: Man landet da sehr schnell in Bereichen über 1500Euro, bei vergleichsweise kleiner Öffnung (der Einsteiger sieht also noch weniger) und anderen Nachteilen. Für rein astronomische Anwendungen sind 'normale' Teleskope egal welcher Bauart naturgemäß im Vorteil.

cs
Jürgen
 
Was ich mal gerne hätte ist ein "Fernglas" das mit CCD Kamera und Displays ausgestattet ist.
Man richtet es auf das zu beobachtende Objekt, es stabilisiert die Sicht und erzeugt mittels live stacking ein scharfes Farbbild (träum).
Darf natürlich nur maximal €100 kosten.
Na gut, 200 würde ich auch noch hinblättern.

Aber mal im Ernst:
schaut man sich die Möglichkeiten an, die 3D Druck inzwischen bietet, und was man in Mechanik und Architektur inzwischen damit macht, dann könnte ich mir gut vorstellen, dass man mit der Methode "biologisches Design" auch Teleskope stark verbessern kann.
Es gibt z.B. eine Firma, die die typischen Metallverbinder für Zeltdachkonstruktionen dadurch stark verkleinert und gleichzeitig stabiler gemacht hat.
Das lässt sich natürlich mit klassischen Fertigungsverfahren nicht herstellen, dafür braucht man Metall 3D Drucker.

Die momentan verwendeten Teleskope sind ebenfalls klassische Designs, d.h. so gemacht, dass sie einfach mit den üblichen Methoden herzustellen sind.

Mittels 3D Druck könnte man neue Designs entwerfen, die stabiler und gleichzeitig leichter sind. Denn Komplexität kostet beim 3D Druck nichts. Nur Material und Zeit.

Also sagen wir mal:
Ein kompaktes Teleskop, das durch biologisches Design stabil und gleichzeitig leicht und präzise ist.
Kein Okular, sondern ein fest eingebauter CCD, optischer Zoom soweit preiswert darstellbar, ansonsten digitaler Zoom.
Wlan Schnittstelle zum Tablet oder Smartphone.
Goto und Autoguiding über App.
App übernimmt ebenso die Kalibrierung, Standortbestimmung, Wettervorhersage, macht Vorschläge, VR, Livestacking, klassiches stacking und Nachbearbeitung.
Aufgenommene Bilder und Videos können auf einer zugehörigen Plattform hochgeladen und geteilt werden.

Wenn dann mal kein gutes Wetter ist, oder man sich die billigste Ausführung gekauft hat, kann man sich die Bilder von anderen an exakt derselben Stelle anschauen.

Beispiel DVD Laufwerk: Billigstes Plastikdesign, aber trotzdem sehr hohe mechanische und optische Präzision.

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Marius,

wenn der Preis egal ist wären Deine Vorstellungen /Vorgaben m.E. erfüllbar.

Man nehme diiesen Satz aus dem Thread:
Diese Meade Geräte mit Starlock sind in der Lage ihre Position eigenständig zu bestimmen, alle möglichen Objekte am Himmel automatisch anzufahren und auch die Nachführung permanent zu überwachen, Usereingriff unerwünscht!

Dazu einen kleinen Computer mit Bildschirm (zusäzliche Anschlüsse auch um das Ganze z.B. auf Fernseher oder Großleinwand zu bringen)in dem zu jedem Objekt weitrechendes Bild und Tonmaterial hinterlegt und direkt zum eingestellten Objekt abrufbar ist.

Optiken ab 4" oder 5" zeigen schon von sehr vielen hinterlegten Objekten zumidest einen kleinen Wattebausch, oft auch schon mehr.
Man kann solche Touren also bei gutem Wetter an real beobachteten Objekten machen, aber bei Regen auch als Saal- /Wohnzimmerveranstaltung mit dem Staubschutzdeckel auf der Optik durchführen (das Teleskop bewegt sich auch blind) und nur die Computerbilder ansehen.

Das erste Problem sehe ich in der Zielgruppe, das zweite Problem ist, dass der Spass ziemlich teuer wird.

Für mich wäre es mal ein Spass, aber kaufen würde ich so was nie.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,
Zitat von Staubkappenobser:
Kein Okular, sondern ein fest eingebauter CCD...
... oder CMOS.
Mir missfällt das dennoch aus 4 Gründen:
Günstiger als mit einer austauschbaren Kamera ist das Konzept auch nicht. Optik und Montierung werden in 10 Jahren immernoch aktuell genug sein - aber die Kamera ist dann vollkommen veraltet.

Jeder hat andere Ansprüche an ein Teleskposystem (vereinfacht) bestehend aus Montierung, Optik und Kamera. Wenn sich das nicht modular zusammenstellen lässt, hilft auch die beste Marktforschung nicht, um da "die" Kombination zu finden.

Jeder erinnert sich wohl noch durch seinen ersten Blick durch ein Okular, mit eigenem Auge. Idr. wurde das Objekt auch noch selbst Aufgesucht. Dieses Kribbeln kann ich mir selbst bei einem "besseren" elektronischen Okular nicht vorstellen - selbst mit einem Tunnelblick-Huygens fühlt sich das an, als sei man im Weltraum.


Ferner wärss bei dem Konzept so, dass man sich ja schon heute einfach ein Remote-Teleskop mieten kann. Unter bestem Himmel mit sehr gutem Material. Ganz bequem von der Couch aus, kein Aufbau und Einrichten nötig.

cs
Jürgen

 
Hi!

Zitat von *entfernt*GMS:
Man nehme diiesen Satz aus dem Thread:
Diese Meade Geräte mit Starlock sind in der Lage ihre Position eigenständig zu bestimmen, alle möglichen Objekte am Himmel automatisch anzufahren und auch die Nachführung permanent zu überwachen, Usereingriff unerwünscht!

Dazu einen kleinen Computer mit Bildschirm (zusäzliche Anschlüsse auch um das Ganze z.B. auf Fernseher oder Großleinwand zu bringen)in dem zu jedem Objekt weitrechendes Bild und Tonmaterial hinterlegt und direkt zum eingestellten Objekt abrufbar ist.
Klingt etwas nach einer Kombination eines solchen Meades mit einer Atik Infinity, einem Ultrabook, Internet und etwas Software.

Grüße

fquadrat
 
Hi,

genau so oder ähnlich, denn GoTo, Computer, und Co sind nicht mein Gebiet.
Ich weiß, was geht und dass es geht, aber nicht wie, was es im Einzelen ist, wie es funktioniert und im Speziellen heißt.

Wenn es so ist, was würde der Spass denn so in etwa kosten?

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Marius, hallo Fee,

Zitat von Sternenfee123:
Wenn der Stern aber nicht am Himmel steht (= Jahreszeit falsch, Beobachtungsstandort falsch), dann geht das eben nicht. Da hilft auch keine noch so gut gemeinte Produktentwicklung.
Was nutzt dem Einsteiger ein Teleskop, welches zwar 40.000 Objekte elektronisch anfahren kann, der Benutzer aber mangels lichtsammelnder Fläche vom Teleskop dann nichts vom Objekt sieht?
genau hier könnte die Steuerung doch intelligenter werden. Wenn das Teleskop schon weiß, wo es steht und wie spät es ist, dann kann es auch wissen wann die bürgerlichr Dämmerung vorbei ist und mir sagen, wann z.B. der Mars sichtbar ist. Zusätzlich tagsüber einmal mit dem Teleskop die eigene Horizontebene abfahren und abspeichern und die Steuerung weiß, ob das Objekt überhaupt an dem Standort sichtbar ist.
Und statt 40.000 Objekten nur die anzeigen, die mit der Optik wirklich sichtbar sind.

Gruß Uwe

 
Hi Marius,

hast Du eigentlich schon mal selber durch ein Teleskop geschaut? Du äußerst viele Vermutungen und "stellst Dir vor", hast aber anscheinend noch keine eigene praktische oder auch nur theoretische Erfahrung mit der Astronomie. Wie willst Du dann eine fundierte Entscheidung treffen, was Sinn machen könnte? ?)

Was Du bisher geäußerst hast, ist in meinen Augen noch lange kein Konzept. Sondern eine planlose Ideensammlung. Das einzig konkrete, was ich bislang rauslesen kann, ist: ich will "was neues" machen. Und zwar nicht, weil es Dich interessiert, sondern durch das Studium zwingend vorgegeben ist. Bachelorarbeit...

Zitat von kyichu:
Ich will und kann mit meinem Konzept nicht die Teleskope verdrängen oder die Zielgruppe streitig machen sondern ein neues Produkt entwickeln, deswegen ist "Next-gen Teleskop" oder "Teleskop 2.0" wohl als Arbeitstitel schlecht gewählt, jedoch sind das auch nur Arbeitstitel um dem Projekt irgendwie einen Namen zu geben.

dann änder doch einfach den Arbeitstitel in "Astronomie für Laien erlebbar machen". Dann hast immer vor Augen, was Du prinzipiell willst. ;)

Bisher steht an sich noch nichts fest (Es steht ein Simulator im Raum oder ich nehme ein herkömmliches Teleskop und änder nur ein paar Features, vielleicht Lande ich auch bei einer App oder einem Öffentlich zugänglichen Teleskop, das entwickelt sich im Laufe des Prozesses schon noch welcher Weg am meisten Sinn ergibt.)

ich "übersetze" das, was damit bei mir ankommt, mal in den Alltag:

Ich hab keinen Führerschein, bin auch noch nie mit einem Auto als Beifahrer mitgefahren, kenne "Autofahren" nur aus dem Fernsehen und will jetzt als Bachelorarbeit für mein Designstudium irgendwas mit Autofahren machen. Ob ich da nun ein vorhandenes Auto statt mit Reifen mit Kettenantrieb, Außenbordmotor oder einem großen Segel und Kufen ausstatte, oder aber einen Fahrsimulator baue, weiß ich (noch) nicht.

Vielleicht mache ich auch einfach nur eine Brille, mit der ich als Fußgänger mal den Blick durch die Windschutzscheibe dem Menschenstrom in der Fußgängerzone überlagere und die mir gleichzeitig den Sound vom Motor liefert...


Wie willst Du mit so einem Ansatz Menschen motivieren, in eine Fahrschule zu gehen?

Wer den Führerschein braucht, weil er Autofahren will oder muß, der geht hin. Und wer kein Interesse am Führerschein/Autofahren/Verkehrsregeln hat, der läßt es bleiben.

Zum Thema Zielgruppe:

...Ich versuche jedoch sozusagen für die Astronomie eine "neue" Zielgruppe zu erschließen und die Couchastronomen wie ihr sie genannt habt zu erreichen. Also das Ganze ist wirklich gedacht um Leuten einen Einstieg zu geben, wen das Thema packt der wird wohl im weiteren Verlauf zu Profigeräten greifen, Astronomietreffen besuchen und Lernen, Arbeiten und Planen wie ihr es tut.

Nochmal in eine "Alltagssituation" übersetzt: Du möchtest also jemand, für den bisher "Kochen" aus dem Aufwärmen einer Dose Ravioli oder dem Auftauen und Erwärmen einer Tiefkühlpizza bestand, die gutbürgerliche Küche mit "Spätzlesschaben, Kartoffelsalat selber machen und einen gemischten Braten selber kochen" nahebringen, indem Du ihm eine Plastikküche für Kleinkinder (= Teleskopatrappe) hinstellst und auf dem "Kochfeld" auf einem Monitor handygesteuert ein Youtube-Video zeigst, wo Kochrezepte vorgelesen und gezeigt wird, wie man Wasser kocht? :augenrubbel:

Bitte erkläre mir mal, wozu "Design" nach Deinem Verständnis gut sein soll.

Ich verstehe unter "Design" die "haptische", optische und ergonomische Verbesserung eines vorhandenen, funktionierenden Werkzeuges/Gebrauchsgegenstandes. Statt Kanten, die in die Finger schneiden, Rundungen anbringen. Statt rutschiger, kalter Oberflächen griffige und angenehme Oberflächenstrukturen einbringen. Statt langweiligem Grau hübsch anzusehender, gut zu reinigender n Anstrich... Kurzum, das vorhandene Produkt in der Handhabung und Ansicht zu verbessern.

Ein revolutionär neues Produkt (Werzeug/Gegenstand) zu entwickeln ist aus meiner Sicht ist nicht Sache eines Designers sondern eines Ingenieurs. Wenn es dann seinen technischen Zweck hinreichend erfüllt, kommt der Designer und macht es gebrauchsfreundlicher. Aber eventuell habe ich da auch zu konservative Ansichten?

Das Ganze kommt mir so vor, als ob Du statt meiner (konservativen) Definition von der Aufgabe eines Designers krampfhaft versuchen willst, völlig neue Bedürfnisse beim Verbraucher zu generieren. Den Konsum um des Konsums willen anzukurbeln. Pubsegal, ob es gebraucht wird, was es kostet und ob es überhaupt auch nur im entferntesten "Sinn macht". :mauer:

Jedoch denke ich auch, dass ein Großteil einfach nur mal "kucken" oder Gelegentlich zu den Sternen schauen will.

dazu reichen zuerst die Augen völlig aus. Das nächste "Hilfsmittel" wäre dann ein Fernglas.

Wenn ich wissen will, wie der Stern heißt, der da so schön hell über dem Kirchturm funkelt, reicht es völlig, mit dem Handy (und einer kostenlosen App da drauf) in seine Richtung zu zeigen. Schon erscheint eine Anzeige, welcher Stern das ist. Und wenn ich weitere Infos zu dem Stern will, werden die auch noch geliefert. Ein Stern ist auch im besten "Profiteleskop" nur ein Punkt. Hell, mit einer bestimmten Farbe versehen, das wars.

Interessant sind Dinge, die man nicht mit dem blosen Auge sehen kann. Galaxien, Nebel, Sternhaufen, Doppelsterne... Da fängt die Wissenschaft Astronomie an. Dafür braucht man ein Mindestmaß an Öffnung beim Teleskop. Das hat dann seinen Preis. Und man muß die Position dieser Objekte anfahren. Entweder per "Wissen" oder teurer Elektronik.

"Wissen" (und "Erfahrung") sind kostenlos. Elektronik ist von Haus aus fehlerbehaftet, stromabhängig, aufwändig, meist kompliziert und vor allem sehr teuer.

Wobei ich als Hobby-Astronom diese App oder Elektronik nicht brauche, weil ich die Sternbilder und die helleren Sterne da drinn mit Namen kenne. :D

Aber ein Laie ist mit Handy und App gut bedient, um rauszufinden, welcher Stern das ist...

Was ich mir auch vorstellen könnte, dass Hobbyastronomen die sich schon auskennen so ein Gerät benutzten während sie z.B. mit ihren anderen Teleskopen parallel Astrofotos machen, nur als "Entertainment" nebenbei etc.

Also, ich will das definitiv nicht. :totlach:

Entweder ich bin mit der Nachführkontrolle beschäftigt oder wenn die läuft, guck ich parallel mit nem anderen Teleskop irgendwelche Deepsky-Objekte an. Wenn ich das Original live sehen kann, warum soll ich mich dann mit ner popeligen Simulation begnügen?

Überspitzt formuliert, ein Kuß von meinem Mann im realen Leben ist viel angenehmer als eine "Aufklärungsdoku übers Küssen" im Fernsehen. :D

Ich respektiere was ihr tut und wie ihr euch für euer Hobby ins Zeug legt, jedoch finde ich das Astronomie das Potential hat viel mehr Leute zu erreichen und selbst wenn sie "nur entertained" bringt das die Leute doch mehr zur Astronomie, als wenn sie daheim Fernsehen.

nein, "Entertainment" in allen Lebenslagen führt zu weiterem Realitätsverlußt und geistiger Unterforderung. Zum Irrglauben, daß absolut alles einfach (= digital) gemacht werden kann und man nichts mehr selber lernen/üben muß.

Auch ein "manuelles GoTo" ohne Motor sprich Teleskop zeigt mir im Okular die Richtung an die ich suchen will (vllt ein sehr zurückgenommenes Rotlichtinterface) sehe ich als interessant an.

wenn das Teleskop bzw. die Steuerung (woher auch immer) "weiß", wohin es "guckt", könnte das ganz simpel durch das farbige Aufleuchten der Richtungstasten für RA und DE angezeigt werden. Ist die Position erreicht, verändert sich die Farbe der Beleuchtung. Könnte man mit 2 LED´s unter dem jeweiligen Taster erreichen. Das kostet ein paar Cent, der Ingenieur entwirft die entsprechende Schaltung/Platine, ein Programmierer macht die "Rückkoplung" zwischen tatsächlicher Position und der Positionsanzeige und der Designer entscheidet, welche Farben von der Signalwirkung her für die LED´s geeignet wären.

Und der Käufer bringt dann die Rückmeldung, daß die LED´s viel zu hell für die Praxis sind und haut das Produkt dem Händler um die Ohren und verlangt lautstark sein Geld zurück. :smiley60:

Ob da jetzt ein Mensch das Teleskop von Hand schwenkt, oder ein Elektromotor die Bewegung veranlaßt, ist egal.

Die Frage nach der Optik, ein Spektiv so wie ich das mitbekommen habe bietet ein großes Gesichtsfeld oder? Also kann man damit sogar Sternbilder sehen oder ist das zu weitläufig?

Halte Dir ne leere Klopapierrolle vor das Auge. So viel kannst mit dem Spektiv am Himmel überblicken. Für die Plejaden oder den Mond reicht das. Die sind aber kein Sternbild. Sternbilder sind viel größer. Die passen zwischen die ausgestreckten Arme...

inwieweit kann man mit einem Zoom Objektiv dann sehen? (Reicht für Krater vom Mond + nahe Planeten im Sonnensystem?)

Mondkrater kannst prima schon mit einem normalen Fernglas sehen. Planeten sind im Fernglas nur Lichtpunkte.

 
Hi Uwe,

Zitat von Radfahrer:
genau hier könnte die Steuerung doch intelligenter werden. Wenn das Teleskop schon weiß, wo es steht und wie spät es ist, dann kann es auch wissen wann die bürgerlichr Dämmerung vorbei ist und mir sagen, wann z.B. der Mars sichtbar ist.

das macht die Steuerung meines Teleskopes von 2003 (Starbook der Sphinx) genau so. Es zeigt mir auf dem Display die Position als Graphik (Sternkarte) bezogen auf den Horizont von jedem Objekt, das ich als Ziel eingebe.

Zeigt es mir an daß das Objekt unter dem Horizont steht und ich binn so doof, trotzdem auf "Goto" zu drücken, kommt die Meldung "Objekt unter dem Horizont" und das Teleskop bewegt sich nicht.

Auch die wesentlich primitiveren SynScan-Steuerungen von EQ-3, EQ-5, EQ-6 bringen die Meldung "Objekt unter dem Horizont" und weigern sich, loszulaufen. :D

Zusätzlich tagsüber einmal mit dem Teleskop die eigene Horizontebene abfahren und abspeichern und die Steuerung weiß, ob das Objekt überhaupt an dem Standort sichtbar ist.

ist doch auch längst technisch realisiert. Wenn Du den eigenen Horizont in Stellarium, Guide, CdC, Redshift... eingibst, kann das die Teleskopsteuerung berücksichtigen, sofern Du die Steuerung vom Planetariumsprogramm aus bedienst...

 
Zitat von Thalamus:
hättest du das Pferd nicht einmal anders herum aufzäumen sollen, also nicht die Experten fragen, sondern deine potentielle Zielgruppe?

Jo da bin ich parallel auch dran, paar Sachen hab ich hier auch schon mit einfließen lassen (Viele würden mal durchschaun aber nicht alle in ein Teleskop investieren z.B.)

Zitat von Sodiac:
Ich denke mit dem leichten Entertainment bringst du keine neue Zielgruppe zur Astronomie, sondern erreichst genau das Gegenteil, du hinderst Menschen daran wirklich den Zugang zur Astronomie zu finden!

Also ich weiß wirklich nicht ob ich damit jemanden von Astronomie abhalte, wer sich dafür interessiert wird auch weiterhin sich in das Thema einarbeiten. Wer zum Beispiel Oldschool im Zeitalter von Streamingdiensten lieber Musik mit dem Plattenspieler hören will, der macht das ja auch. Nur weil es etwas anderes gibt, heisst das nicht das alle Leute das machen (Hat ja beides Vor- und Nachteile)

Zitat von Staubkappenobser:
Mittels 3D Druck könnte man neue Designs entwerfen, die stabiler und gleichzeitig leichter sind. Denn Komplexität kostet beim 3D Druck nichts. Nur Material und Zeit.

Find ich einen sehr interessanten Punkt, auch wenn es zum Beispiel ein do it yourself Konzept sein könnte, wo man mittels 3D Druck bestimmte Teile selbst herstellt (bzw. online beim Drucker bestellen) und den Rest selbst baut (Bausätze per App o.Ä.) nur das wäre für Einsteiger denke ich wiederum zu fortgeschritten schon. Generell bietet der 3D Druck denke ich viele Potentiale auch in Sachen "modulares" Teleskopkonzept.

Zitat von Nasus:
Optik und Montierung werden in 10 Jahren immernoch aktuell genug sein - aber die Kamera ist dann vollkommen veraltet.

Das ist allerdings ein wichtiger Punkt, weshalb weniger Technik oder ein modulares Konzept oft auch wirklich besser ist. Vor allem wenn sich innerhalb der 10 Jahre (höchstwarschenlich) auch die Nutzeransprüche ändern würden.

Zitat von Radfahrer:
Genau hier könnte die Steuerung doch intelligenter werden. Wenn das Teleskop schon weiß, wo es steht und wie spät es ist, dann kann es auch wissen wann die bürgerlichr Dämmerung vorbei ist und mir sagen, wann z.B. der Mars sichtbar ist. [...] Und statt 40.000 Objekten nur die anzeigen, die mit der Optik wirklich sichtbar sind.

Denke auch, das für Laien das ein sehr nützliches Features wäre, wenn das Teleskop sozusagen eine intelligente Vorauswahl trifft angepasst an aktuellen Himmel, Jahreszeit, Bedingungen und vielleicht auch was andere Teleskopnutzer heute bereits angeschaut haben (Was ist sehr beliebt oder Bedinungen sind gut). Generell wie schon erwähnt, Technik eher weniger und unterstützend als den Nutzer komplett damit zu überfordern.

Zitat von Sternenfee123:
Was Du bisher geäußerst hast, ist in meinen Augen noch lange kein Konzept. Sondern eine planlose Ideensammlung.

Wie schon mehrfach gesagt handelt sich das Ganze hier erstmal um eine Ideensammlung "planlos" ist vielleicht ein bisschen überspitzt, also ich hab mehrere Wochen recherchiert mich in das Thema eingelesen und auch mal selbst mit meinem Newton Teleskop die Sterne beobachtet. Wie gesagt ich bin hier auf der Suche danach was Experten über das Thema denken, ich dagegen bin ein Laie auf dem Gebiet. Hab zwar früher des öfteren schonmal mit einem Teleskop in die Sterne geschaut und war auch immer weitestgehend interessiert an der Materie, jedoch keinen wirklichen Zugang gefunden mich wie ihr so ausgiebig mit dem Hobby zu beschäftigen. (Sprich ich bin eigentlich Teil der Zielgruppe)

Genau das Problem keinen mehr oder weniger leichten Zugang zu dem Ganzen zu kriegen denke ich muss es nicht geben (klar Picasso hat auch nicht "Malen nach Zahlen" gemacht, aber nicht jeder Mensch kann und will ein Picasso sein. Und vielleicht bringt ein Malen nach Zahlen Buch am Anfang mehr Spaß und weckt mehr Interesse an dem Hobby, als ein Theoriebuch über Kunst. Sprich es gibt auch Leute die einen leichten Zugang schätzen würden und mit einem Einsteigerprodukt sich zufrieden geben.)
Einsteiger "Kaufhausteleskope" sind oft von der Optik oder Montierung her nicht gut und können die geweckten Erwartungen bei Laien einfach nicht erfüllen und enden verstaubt in der Ecke. Hightech Goto Teleskope wären zwar von der Idee her leichter für Laien (da sie Sterne automatisch anfahren) sind jedoch weder vom Preis noch von der Bedienung auf Laien ausgerichtet, da die schlicht und einfach nicht die Zielgruppe dafür sind trotz Werbung wie "kinderleichte Bedienung" etc. Ich denke, dass es da auf jedenfall Bedarf nach einem sinnhaften Produkt für Laien gibt.

Ich denke auch, dass durch eine Bachelorarbeit niemand von der Astronomie abgehalten wird oder das Ganze die Aufregung von manchen hier wert wäre (da warscheinlich eh nie wirklich realisiert, wird das wohl ein Produktkonzept bleiben.)

Zitat von Sternenfee123:
dann änder doch einfach den Arbeitstitel in "Astronomie für Laien erlebbar machen

Das ist ein guter Punkt finde ich, wenn man das Thema so betrachtet kommen gleich viel mehr Möglichkeiten, und wie gesagt es MUSS nicht ein supertechnisches Teleskop sein, es MUSS nicht das einfach Entertainment für die breite Masse sein. Noch bin ich total offen für Ideen und habe mich auf keinen Weg wirklich festgelegt.

Anstatt Kritik an Entertainment, Verdummung der Leute durch Technik und Leuten die es einfach haben wollen wären doch ein paar gute Vorschläge wie das Ganze deiner Meinung nach aussehen soll interessant! Wie würdet ihr euch das im Besten Falle wünschen?

Zitat von Sternenfee123:
Ein revolutionär neues Produkt (Werzeug/Gegenstand) zu entwickeln ist aus meiner Sicht ist nicht Sache eines Designers sondern eines Ingenieurs. Wenn es dann seinen technischen Zweck hinreichend erfüllt, kommt der Designer und macht es gebrauchsfreundlicher.

Produktdesigner sind im besten Falle von Anfang an an der Produktkonzeption und Entwicklung beteiligt. Entwicklungsingenieure entwickeln meist die technischen Aspekte z.b. Mechanik von Produkten "Wie mache ich eine automatische Teleskopmontierung" Designer dagegen entwickeln Innovationen zum Beispiel aus Nutzerrecherche (z.b. wie benutzt er es, warum, was will der Nutzer, wie könnten seine Wünsche besser erreicht werden) oder Material, Ergonomie, oder oder oder... meist passiert die Arbeit auch Hand in Hand mit Ingenieuren, Marketing, Fertigung, Markforschung oder oder oder... Es geht also nicht um die Farbe der LED (das schön anmalen am Ende) sondern um Produktentwicklung von Anfang bis Ende (Muss es ein Knopf sein, wäre ein Drehregler nicht logischer, ist das verständlich, ist das ergonomisch, muss das überhaupt verstellt werden oder geht das automatisch = die Summe vieler kleiner Entscheidungen. (Sehr vereinfacht dargestellt, oft verschmilzt das Berufsbild auch mit dem von Ingeneuren, Marketing o.ä.)

Leider ist das nicht immer so und "Design" wird oft nur als schön anmalen gesehen. (Das ist ein bisschen wie wenn man zu einem Astronomen geht um sein Horoskop nachzufragen, weil er kennt sich ja schließlich mit Sternbildern aus.)
 
Hallo Marius,

Zitat von kyichu:
Also ich weiß wirklich nicht ob ich damit jemanden von Astronomie abhalte, wer sich dafür interessiert wird auch weiterhin sich in das Thema einarbeiten. Wer zum Beispiel Oldschool im Zeitalter von Streamingdiensten lieber Musik mit dem Plattenspieler hören will, der macht das ja auch. Nur weil es etwas anderes gibt, heisst das nicht das alle Leute das machen (Hat ja beides Vor- und Nachteile)

Naja, du hältst niemanden davon ab, sich für bunte Weltraumbildchen zu interessieren, aber das hat noch nicht ganz viel mit Astronomie zu tun!

Was treibt jemanden dazu, mit einem Auge an einem Okular in den Nachthimmel zu starren, schweres Gerät freiwillig durch die Gegend zu schleppen und sich ggf. den [zensiert] abzufrieren? Was motiviert so jemanden?

Dein Beispiel mit dem Plattenspieler ist gar nicht mal so weit weg, von der Antwort...


Zitat von kyichu:
Anstatt Kritik an Entertainment, Verdummung der Leute durch Technik und Leuten die es einfach haben wollen wären doch ein paar gute Vorschläge wie das Ganze deiner Meinung nach aussehen soll interessant! Wie würdet ihr euch das im Besten Falle wünschen?

Das verstehe ich nicht, Fee hat dir doch genug Dinge aufgezeigt, wie man ihrer Meinung nach Menschen zur Astronomie bringt... Die Lösung heisst nur nicht nextgen. Telekop sondern Oldschool Volkssternwarte/Verein.

Zitat von kyichu:
Denke auch, das für Laien das ein sehr nützliches Features wäre, wenn das Teleskop sozusagen eine intelligente Vorauswahl trifft angepasst an aktuellen Himmel, Jahreszeit,

Gibt´s schon, nennt sich "Tour" und ist schon seit Jahren in der SkyScan implementiert...


Ehe du dich ideenmäßig verrennst, geh´ zu einer Volkssternwarte, einem Astronomieverein, einem Astrostammtisch, einem Teleskoptreffen, ... und schau dir mal die gängigen Systeme an, sowohl die Dobsons, als auch die weit verbreiteten EQ-Plattformen und mach dich mit deren Features vertraut. Sschau vor allem selbst durch Teleskope, je mehr, desto besser!
Dazu solltest du auch unbedingt mal die Einsteigerberatungen lesen! Was erwartet der Einsteiger, was antwortet der fortgeschrittene? Wie groß ist die Differenz zwischen Erwartung und Realität?


 
Zitat von kyichu:
Zitat von Staubkappenobser:
Mittels 3D Druck könnte man neue Designs entwerfen, die stabiler und gleichzeitig leichter sind. Denn Komplexität kostet beim 3D Druck nichts. Nur Material und Zeit.

Find ich einen sehr interessanten Punkt, auch wenn es zum Beispiel ein do it yourself Konzept sein könnte, wo man mittels 3D Druck bestimmte Teile selbst herstellt (bzw. online beim Drucker bestellen) und den Rest selbst baut (Bausätze per App o.Ä.) nur das wäre für Einsteiger denke ich wiederum zu fortgeschritten schon. Generell bietet der 3D Druck denke ich viele Potentiale auch in Sachen "modulares" Teleskopkonzept.

dieses Konzept gibt es mittlerweile auch schon....sogar mit einer App gesteuert, mit Halterung fürs Telefon etc....
Google mal nach Wevolver + Ultrascope.


 
Hallo zusammen
Zitat von Sodiac:
Das ist wohl der Punkt, an dem man bei der Arbeit ansetzen muss.
Ich würde sogar behaupten, alles was es geben kann ist bereits erfunden. Das macht die Sache noch einfacher.
Insofern:
- welche Technologien gibt es überhaupt
- woran scheitert es, was ist gut umgesetzt
- wie lassen die sich besser kombinieren
- wie schafft man das in einer Einsteigertauglichen Preisklasse? (sonst wäre der ideale Einstig ja einfach eine Gartensternwarte und einen Astronemen als Personal Trainer einzustellen, der im Poolhaus lebt und immer auf Abruf bereit ist etc.)

cs
Jürgen
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben