Qual der Wahl- APO Ed Spiegel wie groß...usw.

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crow021

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Hallo alle miteinander :)

Ich als halbastronomischer Leihe suche ein Teleskop für den Rucksack. Ich wohne in Österreich/Kärnten auf 2000m Seehöhe und habe daher fast immer perfekten Himmel (für Europa). Ich hatte vor Jahren einmal eine Russentonne mit der ich nicht wirklich glücklich war. Ich denke es lag an der ziemlich großen Brennweite von 1000mm die für Planeten sehr gut ist aber sonst naja. Also habe ich mir gedacht ich such mir nen kleinen Apo oder Ed der auf ein Fotostativpasst bzw. in meinem Rucksack platzfindet. Und er sollte nicht zu schwer sein (mein Beobachtungsplatz liegt fast auf 3000m, das ist ein stück Fußmarsch- aber dafür gibs 360° Rundumblick in atemberaubender Natur ;) ).

Ich wurde sehr gern mit dem kleinen einfach spaziernschaun, vielleicht ein paar Nebelobjekte anschaun bzw. ein paar Galaxien (mir würde es reichen wenn man sie erkennt).

Meine frage an euch: Kennt ihr vielleicht ein gerät das ihr mir empfehlen könnt? Es sollte auch nicht zu teuer sein.
Ich hätte da schon eines im Auge- Individual ED-70 von teleskop-express oder nen ED80 von Skywatcher. Ich tendiere eher zum ED-70 da er nur 31cm lang ist und perfekt in meinem Rucksack platzfinden würde. Ed 80 ist schon 61cm lang und daher schon recht klobig.

Mich würde auch intressiern was man einglich mit 70mm bzw. 80mm Öffnung am Himmel erreicht unter guten Bedingungen.
lg aus Österreich
Chris
 
Hi!

Ich hab einen ED80 als Reiseteleskop. Auf einem besseren Fotostativ (z.B. Berlebach Report) mit gutem Videoneiger oder noch besser einer echten azimutalen Montierung kann man bis ca. 100x recht gut damit arbeiten, für höhere Vergrößerungen sollte es schon ein besseres Stativ sein - auch, weil ein Refraktor ein recht hohes Stativ und/oder einen Stuhl verlangt. Außerdem wird's ab etwa 100x spürbar wacklig. Mit dem Teleskop alleine ist es aber nicht getan, da kommen noch Okulare und Zenitprisma dazu. Ich hab jetzt das ganze Teleskop samt Zubehör (Sternkarte... in einem Koffer und Stativ mit Montierung in einer großen Tasche.

Der Nachteil: Jetzt hab ich zwar nur zwei Teile, die ich zum Auto tragen muss, aber mit denen ist der Kofferraum (Ford Fiesta) auch schon ziemlich voll. Allzuweit will ich das nicht durch die Botanik tragen müssen. Und die Nicht-zu-teuer-Grenze habe ich auch schon längst hinter mir gelassen...

Um's in die Alpen zu tragen, wäre mir der ED 80 jedenfalls zu schwer, selbst wenn nur 1,25"-Zubehör dabei wäre.

Mit dem ED70 hab ich keine Erfahrungen.

Was vielleicht eine Überlegung wert wäre, wäre das FirstScope 76 von Celestron - ein Mini-Dobson mit 76/300. Eigentlich extrem Okularkritisch, aber bei der Brennweite liefern auch kurzbrennweitige Okulare mit geringerem Eigengesichtsfeld schon große Gesichtsfelder. Da ist die Frage, wieviel Randunschärfe Du zu ertragen gewillt bist. Mit etwas Bastelgeschick lässt er sich bestimmt auch auf ein Fotostativ adaptieren. Die Preisklasse kann man auch eher in einen Rucksack stopfen, ohne Gewissensbisse zu kriegen. Im aktuellen Sterne und Weltraum hat er auch eine gute Kritik gekriegt, allerdings würde ich schon zum Sucher aus dem Zubehörpaket raten.

Mit 7-8 cm Öffnung geht am Himmel schon verdammt viel, solange Du nicht zu hoch vergrößern willst - schon, weil diese Teleskope meist recht kurze Brennweiten haben und du hohe Vergrößerungen daher nur mit kurzbrennweitigen Okularen erreichst, die eher unbequemes Einblickverhalten/Augenabstand haben. Bei 140-160x ist dann eh Schluss. Aber alles, was etwas heller ist, geht - dazu gehört der komplette Messier-Katalog und alles, was im Fernglas geht. Lesetipp: Touring the Universe through Binoculars von Phil Harrington. Da sind einige tausend Objekte drin, auch für Ferngläser mit 50mm Öffnung. Am ED80 benutze ich zurzeit meist den Deep-Sky-Reiseatlas vom Oculum-Verlag, bei großem Gesichtsfeld langt eigentlich auch schon die Drehbare Sternkarte von Oculum.

Kritisch sind Dinge, die hohe Vergrößerungen verlangen, also z.B. die Planeten und die meisten Doppelsterne und Planetarischen Nebel. Bei den helleren Galaxien sieht man den hellen Kern und einen Halo rundrum.

Gruß,
Alex
 
Hallo Chris,
ich habe in Deinem anderen Thread aus dem Januar ein Budget von EUR 500,- gefunden, ist das noch aktuell?

Ein gutes Fotostativ ist schon da, das klingt gut.
Alex hat ja schon gut beschrieben, was so beobachtbar ist.

Ich sehe da zwei Möglichkeiten:
a) ein gutes 20x80 Fernglas (ev. mit Schrägeinblick) - der "Öffungs"-gewinn durch 2 Augen ist schon beeindruckend

b) ein Widefield-Refraktor (muss für Galaxien u. Nebel nicht mal ein ED / APO sein) so um 80/480 bis 102/500, je nach Tragebereitschaft + 2" Zenitspiegel + 3 gute Weitwinkelokulare (die Oku's sehe ich aber allein schon bei 300,-, da bleibt nicht mehr viel fürs Scope)

Ein kleiner Bericht dazu: http://www4.in.tum.de/~stenzg/skywatcher.html (nicht von mir, ich hab aber auch so einen...)

Wie schwer darf denn der Rucksack werden?

Ein Newton ist nach meiner Ansicht nix für den Rucksack, es sei denn, man baut ihn als ultraleichten Reise-Dobson.

PS: um Deine Beobachtungsbedingungen bist Du ja wirklich zu beneiden!
 
Hallo Chris,

wie geschrieben geht auch mit 80mm am guten Himmel schon das eine oder andere. Mein konkrete Erfahrung beruht auf einem derzeit genutzten achr. Refraktor 80/400.

Dieses Gerät ist für niedrige Vergrößerungen bis ca. 44x sehr gut geeignet. Mit einem 32mm Okular sind es 4° GF und eine AP von 6,4mm. Aber nur 13fache Vergrößerung. Mit dem Gerät habe ich Nebel und Galaxien beobachtet, aber auch offene Sternenhaufen. Mit einem UHC-Filter können Emissionsnebel sehr schön betrachtet werden.
Das Gerät passt auf deine Anforderungen, ist aber für Mond und vor allem Planeten, sowie höhere Vergrößerungen nicht geeignet. Es verlangt als f/5-Gerät aber nach hochwertigen Weitwinkelokularen, wenn diese eine längere Brennweite haben. Bis 15mm geht auch noch ein TSSWM15, aber längerbrennweitig sollten teure WW-Okulare herhalten.
Die Qualität der Geräte schwankt wohl etwas, der Preis ist mit 129€ niedrig. Das Gewicht liegt bei ca. 1,5kg, es ist ein 1.25" OAZ vorhanden. Ich habe ihn in einem 20 Liter Wanderrucksack, dazu ein leichtes Fotostativ.

Wenn es mehr Qualität, aber weiterhin Richfield sein soll, dann gibt es ED mit 80/480 (z.B. von Meade). Der kann höher vergrößern, hat sicherlich eine mechanisch bessere Qualität und einen serienmäßigen 2" OAZ. Durch das bessere Objektiv mag der Kontrast auch bei niedrigen Vergrößerungn noch ein wenig besser sein - aber er kostet bereits ca. 500€. Sollte dich ein Planet, ein Doppelstern oder ein kleiner offener Sternenhaufen auf deinem Beobachtungsplatz reizen, so hast du einfach mehr Möglichkeiten mit so einem Gerät. Als f/6-Gerät ist die Okularwahl nicht so kritisch, wie bei f/5.

Wenn es mehr Öffnung sein soll, dann wäre z.B. der achr. Refraktor 102/500. Der hat einen 2" OAZ, ist ein wenig länger und schwerer, sowie 190€ teuer - ansonsten wie der 80/400.

Die Geräte verlangen aber fast einen Nebelfilter - den plane am besten mit ein. Die 80er vertragen einen engen UHC (z.B. Astronomik), beim 100er weiß ich nicht, ob bei großer AP auch ein nicht so harter OIII (z.B. Astronomik) gehen könnte.

CS,
Stefan
 
hallo Chris,

ich empfehle dir den 80ED Volksapo. Ist ein bisserl sperrig weil er leider in einem 100er Tubus steckt, wiegt aber nur 2,5kg. Das geht auf einem halbwegs stabilen Fotostativ.

Andere 80er EDs wie der Meade wiegen bis zu 5kg.

Für mich sowohl Preis/Leistungsmässig als auch Transportabilität/Lichsammelvermögen der beste Kompromiss.
70mm Öffnung wären mir zweng.

lg Tommy
 
Hallo Tommy,

den 80ED habe ich auf der Sternwarte nutzen dürfen. Er verlangt durch seinen Hebel nach einem wirklich stabilen Fotostativ. Optisch absolut passend - Weitfeld und große AP sind aber als f/7.5 nur mit langbrennweitigen 2" Okularen machbar.

CS,
Stefan
 
Hallo Chris,

unter der Rubrik Beobachtung-visuell habe ich ab und zu geschrieben, was mit einem 80er am Himmel gehen kann. Dabei habe ich aber nie einen Gebirgshimmel gehabt, was sich aber bald ändern wird, wenn ich das Teil auf die Heilbronner Hütte ziehe.
Doch zur Auswahl der Objekte: Der Nordamerikanebel und Cirrus, aber auch IC-Verianten gehen zusammen mit einem engen UHC-Filter ganz herrlich. Galaxien gehen auch welche, die etwas über 10 mag haben, der Eulennebel , der kleine Hantelnebel, aber auch Richfield durch den Schwan - aber unter 80mm würde ich nicht mehr gehen wollen, auch wenn das Objektiv besser ist.

CS,
Stefan
 
Hallo Chris,

Mich würde auch interessieren was man einglich mit 70mm bzw. 80mm Öffnung am Himmel erreicht unter guten Bedingungen.

vielleicht ist mein Beobachtungsbericht für Dich interessant:

http://forum.astronomie.de/phpapps/...191/Beobachtungsbericht_Richfield_#Post600191

Wenns wirklich ein Rucksack-Teleskop werden soll, würde ich keinen 80/600 nehmen - einfach zu schwer, gerade mit nem Staiv, dass den eigentlichen Vorteil dieses Geräts - relativ farbrein hoch vergrößern - realisieren kann. Ausserdem lassen sich große Austrittspupillen nur mit "schweren" Mitteln realisieren.

Die kleinen kurzen EDs von William würde mir noch einfallen.

CS

Klaus


 
Zitat von Kerste:
Um's in die Alpen zu tragen, wäre mir der ED 80 jedenfalls zu schwer, selbst wenn nur 1,25"-Zubehör dabei wäre.
Das sehe ich genauso. Der ED80 (habe selber einen) ist nicht rucksacktauglich (riesiger Tubus für 80er Öffnung und Taukappe nicht einschiebbar). Ein gutes Spektiv mit Wechselokularen scheint mir die sinnvollste Lösung, z.B. so etwas:

http://www.baader-planetarium.de/zeiss_diascope/zeiss/diascope-start.htm

Wird aber nicht billig. :/

mfg
Torsten
 
Hallo Chris,

ich würde für den Rucksack zu sowas raten!

den 72 mm SD William Optics MEGREZ -(72/432 SD-APO
http://www.teleskop-austria.at/prod.php?lng=de&tid=10#rapo-066-wi
- gute Verarbeitung Mikrofokussierung schon dran und sehr guter Abbildungsleistung.
- auf einer AZ3 Azimutale Montierung mit Feinbewegung in beiden Achsen
http://www.teleskop-austria.at/prod.php?tid=8&lng=de#mont-az3-sw
- und zum Anbringen an fasst Allem was Du in den Bergen stabiles vorfindest diese Superklemme. Senkrecht oder Waagerecht und auch an Steinplatten an Mauern zu verwenden!
http://www.teleskop-austria.at/prod.php?tid=8&lng=de#foto-klemme-tr


Gruß Günter
 
Hi Chris,

ich mache hier mal die Methode, erstmal zu grübeln, was mir so einfällt, ohne andere Gedanken zu kennen. Ich lese also erstmal nicht die anderen Beiträge und schaue die danach an, was mich eventuell auf weitere Gedanken bringt.

OK, also ich denke so ein Standort ist ganz toll für Deepsky-Beobachtungen und da zählt (wenn man den Standort schonmal hat) wirklich die Öffnung.
Da ist also so ein 80mm ED durchaus ein Ding, das Spaß machen kann. Ich tendiere bezüglich Deiner Frage klar zu 80mm, wenn man's nur irgendwie unter kriegt. Trotzdem kommt mir auch etwas anderes in den Sinn, aber mit ganz eigener Problematik.
Der Gedanke lautet 114/450 Parabol-Newton. Also nicht die Variante mit Kugelspiegel. Da hat man nen Tick mehr Öffnung am Start und Obstruktion und Reflektion eingerechnet hat man auch etwas mehr Licht. Der wirkliche Nachteil: Man braucht schon ausgesuchte Okulare dazu. Allerdings ist auch ein 80mm ED so unkritisch nicht, will man den ausreizen kommt man auch nicht mit einem Satz Plössl davon.
Die coolste Lösung wäre natürlich, einen 6" Spiegel mobil zu machen. Ich habe einige Lösungen gesehen, wie Sternfreunde sich aus einem 6" Newton von der Stange mit Hilfe von Alustangen oder anderen Ideen einen transportablen Mini-Dobson gemacht haben. Das wäre ein wirklicher Gewinn unter einem solchen Himmel und auch nicht mehr so kritisch bezüglich der Okulare. Das Ding könnte zerlegt ausschauen wie eine große Tubberdose und dazu ein Satz Stangen.

Ist natürlich nicht jedermanns Sache, aber ich möchte das einfach mal als Möglichkeit aufzeigen. Sehr grob gesprochen: Als Minimallösung ein Stück aus dem Blechtubus raussägen und durch Stangen ersetzen.

Clear Skies
Sven
 
Hi Chris,
mit dem Himmel kann man aus kleiner Öffnung sicher einiges rausholen, aber warum mit 80mm und Stativ etc quälen?
Ich denke das Gewicht kann man besser in Öffnung investieren und das wird sich im Seherlebnis deutlich bemerkbar machen.

Daher würde ich auch bei Deinen Gedanken das Prinzip leichter Dobson bevorzugen. Mit etwas Geschick und ein bischen Holz, Alu und Schrauben kann man sich einen Dob bauen. Ich habs es auch geschafft.

Schau Dir mal meinen Großfeldtraum, den 6" Reisedob und den 8er Reisedob an und überlege ob Du das nicht auch hinbekommst.
Der Großfeldtraum wiegt 1 Kilo , der 8er 5,3.
Selbst der 8er ist kompakt genug für einen Rücksack und auch vom Gewicht her meine ich tragbar. Darüber würde ich nicht gehen, bei Deiner Wegstrecke.

Warum der Reisedob? Weil er am meisten bringt und das meiste zeigt. Obwohl ich ein 20x90 FG, ein 90mm Mak und einen 80mm Apo habe geht der 8er deutlich öfter mit auf Reisen - und das nicht ohne Grund ;)

CS
 
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