Quertalrille mit 6-Zoll?!

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Hallo Maciek,

danke für Deine Antwort im vorhergehenden Thread. Vielleicht ist hier jetzt die Rille besser zu sehen.

Grüße
Heiko
 
hallo Heiko,

das sind allesamt sehr gelungene bilder!
und zweifellos it mit einem guten 6" teleskop die zentralrille im alpental zu knacken - fotografisch zumindest, obwohl z.b. Matthias Wirth das schon in einem 6" Apo visuell gesehen hat.
ich selber she diese zentralrille, die an der breitesten stelle 1km mißt, nur im 9" Apo, dafpr aber über die gesamte länge...(-:
 
Hallo Heiko,

ja, die Rille ist eindeutig zu erkennen, das Schärfen hat sich also tatsächlich gelohnt... :super: Ich hätte das nicht geglaubt -jedenfalls nicht mit 6"- und habe auch keine vergleichbare Bilder gefunden. Also von mir Glückwunsch!

Viele Grüße & CS,

Maciek
 
Hallo Dietmar und Maciek,

vielen Dank für Eure Meinungen!

@Dietmar: hab ja lange gebraucht, meine Technik flottzukriegen. Diese ersten Bilder, auch in den vorhergehenden Threads, sind bzw. waren Versuche. Mein Ziel ist ne Barlow, da meine Okulare nicht ganz richtig zur Fotografie geeignet sind. Die Alpentalrille hab ich selbst erst gar nicht gesehen, durch Deinen Namensvetter bin ich erst drauf aufmerksam geworden. Hat sich also gelohnt. Es war wie Weihnachten, als ich diese ersten Bilder aufgenommen hatte :)

@Maciek: naja, da hat sichs ja wirklich gelohnt, noch mal so extrem nachzuschärfen, danke für Deinen Glückwunsch! Der Mond wird stets eines meiner Lieblingsobjekte bleiben :)

Grüße,
Heiko
 
Hallo Heiko,

Gratulation! Etwas weniger Schärfung hätte auch gereicht, finde ich, aber so kommt die sehr feine Rille bei dieser Beleuchtung gut heraus. Es wird Zeit für die Barlow - ich wünsche Dir noch viel gutes Seeing!

Mondsüchtige Grüße+cs,
Dietmar
 
Hallo Heiko!

Gratulation zu der schönen Aufnahme!

Durch die Okularprojektion mit 100mm Abstand bei 12,5mm Brennweite hast du das Öffnungsverhältnis deines Systems weit über den mindestens für die Webcam erforderlichen Wert von 26 angehoben. Damit ist gesichert, dass keine Information des Bildes verlorengeht.

Wenn auch die Rinne rein rechnerisch knapp unter dem Auflösungsvermögen von 6" liegt, bedeutet das nur, dass sich die Rinne nicht "geometrisch" mit beiden Kanten abbilden kann, das an dieser Stell vorhandene (oder bei Schatten fehlende) Licht wird aber von der Optik dargestellt, und die Rinne erscheint im Bild. Trotzdem ist das nur mit eine guten Optik möglich, Glückwunsch!

Ähnlich liegt die Sache übrigens bei Saturn. Besitzer kleiner Optiken dürften eigentlich Cassini nicht sehen, aber aus den oben genannten Gründen geht es doch! Das trifft bei größeren Optiken übrigens auch für Encke zu!

Gruß, Peter
 
Hallo Peter,

vielen Dank für Deinen super Beitrag! Über derartige Rechnereien hab ich mir, um ehrlich zu sein, noch keine Gedanken gemacht. Der 150/900-MN von Intes ist ein optisch unheimlich gutes Gerät, keine Frage! Dank für Dein Lob und Deine Mühe...

Das ich auch schon im Vorfeld so genau scharf stellen kann, liegt daran, dass mein MN mit einem Motorfokussierer ausgestattet ist, den ich über ein 10 m langes Kabel mit der Steuerbox bediene und das extrem feinfühlig. Thomas (astromas) und Martin waren mir da sehr behilflich und kann ihnen nicht oft genug danken! So kann ich direkt "in den Monitor stieren" und scharfstellen, auf mm genau fokussieren... :)

Ich hab die Länge einfach nur probiert, bis das Bild am besten war :). Je länger ich allerdings den Abstand wählte (eben Okularprojektion mit dafür nicht gerechneten Okularen) wurde das Bild immer mehr von Farbsäumen (blau vor allem) geprägt. So kam ich auf die 100 mm. Hab dafür M42-Zwischenringe in Verwendung. Um die Farbsäume gleich auszuschalten, nehm ich die AVIS gleich s/w auf, schalte also im Treiberfenster der ToUCam die Farbe ab. Der Mond gefällt mir s/w schon immer besser :)

Tja, so sind meine Gegebenheiten bisher. Barlow muß dennoch her, keine Frage...:)

Viele Grüße,
Heiko

 
Hallo Heiko!

Um die Farbsäume gleich auszuschalten, nehm ich die AVIS gleich s/w auf, schalte also im Treiberfenster der ToUCam die Farbe ab.

Ja, das geht schon, aber die Unschärfe durch den Farbsaum wirst du so natürlich nicht los, der Saum wird dann einfach s/w abgebildet.


Ist natürlich bei f6 nicht ganz einfach, um auf die idealen f26 für den Webcam-CCD zu kommen, ist da schon 4-5fach angesagt. Also ein teurer Spass mit Powermate oder FFC von Baader. Wo deine Okularprojektion so schön funktioniert, würde ich das genau überlegen....

Gruß, Peter

 
Hallo Dietmar!

Danke für Deine Meinung, naja extra für Dich hab ich so extrem nachgeschärft :biggrin:

Nee, Spaß beiseite, erst durch Dich bin ich auf die Rille gestoßen, wie ich schon sagte. Sonst wär sie mir wirklich nich aufgefallen :augenrubbel:

Bis zu den nächsten Bildern, vielleicht dann mit Barlow...

Viele Grüße, der mondsüchtige
Heiko
 
Hallo Heiko!

Noch ein Nachtrag: Auf der Seite von TS (gibt es sicher auch bei anderen Händlern) habe ich dreilinsige APO-Barlows gefunden, die bis 5fach gehen. Damit machst du vermutlich bei einem Preis von 59 Euro keinen Fehlkauf......

Die dort für ca. 100 Euro angebotenen 2fach Barlow ist vermutlich baugleich mit der entsprechenden Celestron- Barlow, einer der besten Barlows auf dem Markt, mit der wir alle unsere Bilder machen. (Wir verwenden allerdings original Celestron nach dem Motto "sicher ist sicher".

Die 5-fach APO-Barlow würde f6 auf f30 bringen, dass ist schon fast unnötig viel, und in jedem Fall besser als die Okularprojektion, bei der du ja mit 12,5/100mm auf f37 kommst.....

Gruß, Peter

 
Hallo Peter,

danke für Deine Message. Ich weiß schon wo ich meine Barlow herbekomme, ist sogar schon abgesprochen, konnte aber bisher wegen jeder Menge andere Dinge (muß mich finanziell erst mal wieder erholen :) ) noch nicht zuschlagen.

Mit der Okularprojektion ist schon ok. Aber Du hast recht: der insbesondere Blausaum wird s/w wiedergegeben! Da ich Zeiss-Huygens-Okulare verwende, die sowieso sehr farbfreudig sind, muß ich das noch ändern. Wenn man die Webcam s/w umschaltet, hat man zwar s/w, aber immer noch 24 Bit, nicht 8-Bit Gray, wie es sonst sein müßte bei reim s/w-Format.

Mach es ja deshalb, weil die sonst sehr gute Farblayerkorrektur in Fitswork (was ich unheimlich gern verwende) bei dieser Art von "Farbversatz" bissl Probleme macht, es ganz wegzubekommen.

Viele Grüße
Heiko
 
Hallo Peter,

Durch die Okularprojektion mit 100mm Abstand bei 12,5mm Brennweite hast du das Öffnungsverhältnis deines Systems weit über den mindestens für die Webcam erforderlichen Wert von 26 angehoben. Damit ist gesichert, dass keine Information des Bildes verlorengeht.

Mich würde interessieren, wie du auf eine Blende von 26 kommst, damit mit der Webcam keine Informationen verloren gehen. Ist das nur auf dieses spezielle Instrument zugeschnitten oder soll das eine allgemeine Aussage sein?

Viele Grüße
Stefan
 
Hallo Stefan!

Die Angabe ist vom Instrument völlig unabhängig, und gilt so vom Fotoobjektiv bis zum 10m -Teleskop. Die Angabe berechnet sich nur aus der Pixelgröße der Kamera, der Frage ob s/w oder Farbe, und gilt nur für Interline-Transfer-CCD, wie sie in fast alle Videokameras eingebaut sind.

Im vorliegenden Fall geht es wohl um eine farbige Webcam mit 5,6 Mikrometer Pixelgröße, und nur dafür gilt die 26. Die allgemeinen Überlegungen und die Herleitung der Formel steht in unserem Kameratets im aktuellen SuW. Es ist eine längere Herleitung, aber wenn du SuW nicht in die Hände bekommst, kann ich das ja später mal im Forum darstellen.

Gruß, Peter
 
Hallo Peter,

vielen Dank für die Erklärung.

Heute morgen habe ich mir den ersten Teil deines Berichtes in SuW, in dem auch die Formel hergeleitet wird, zu Gemüte geführt (habe seit rund 15 Jahren ein SuW-Abo und das Heft somit bekommen, also keine Sorge deswegen :) ) Die Herleitung der Größe "26" finde ich zwar ein wenig unscharf (beispielsweise wird, wenn ich mich recht erinnere, der Unschärfefaktor, den die Interpolation von Farbkameras einbringt, mit "ungefähr" 1.3 angesetzt. Ist das ein empirischer Wert oder lässt sich das auch mathematisch belegen?), sie sollte jedoch für die Praxis vollkommen genügen. Denn die theoretische Überlegung kann ja durch die variablen praktischen Bedingungen (Seeing, geringfügig fehlerhafte Fokussierung, Registrierungsfehler bei der BB etc.) ohnehin nur in Grenzen herangezogen werden.

Unabhängig von der Blendenzahl sollte zudem auf einen ausreichenden Abbildungsmaßstab geachtet werden. Nur bei einer angenehmen Bildgröße kann das Auge auch alle Details wahrnehmen, die im Bild enthalten sind.

In der Praxis gibt es daher eher eine Spannbreite, innerhalb derer die Brennweite für ein optimales Ergebnis variiert werden sollte. Bei f/26 böte es sich z.B. an, mit einem f/10 SCT eine 3-fach Barlow einzusetzen und auf (ca.) f/30 zu kommen.

Beste Grüße
Stefan

PS: Deinen Bericht - zumindest den Teil, den ich bislang gelesen habe - finde ich übrigens sehr informativ. Vor allem die Testbilder mit dem Schraubenkopf finde ich gelungen.
 
Hallo Stefan!

...Unschärfefaktor, den die Interpolation von Farbkameras einbringt, mit "ungefähr" 1.3 angesetzt.
Der Faktor ist nicht fest anzugeben. Der Schärfeverlust hängt z.B. stark von der Lage einer Struktur (Linie oder Kante) relativ zur Zeile der CCD ab, und vom Farbsprung an der Strukturkante. Im günstigsten Fall ist der Verlust minimal, im ungünstigsten Fall deutlich über dem Faktor 1,3, der aber einen sehr realistischen Mittelwert für diagonal verlaufende Strukturen darstellt.

Unabhängig von der Blendenzahl sollte zudem auf einen ausreichenden Abbildungsmaßstab geachtet werden.
Es macht zunächst keinen Sinn, den Abbildungsmaßstab größer zu machen, als die Auflösung der Optik zulässt, weil dann die Belichtungszeit unnötig steigt. Das ist wie die "leere Vergrößerung" bei visueller Betrachtung, die keine Details mehr liefert, aber das Bild dunkel macht. Die Betrachtung gilt aber nur(!) für Interline-Transfer Chips, und nur(!) für die Planeten und Mondfotografie. Bei Deepsky sieht das ganz anders aus (s. den Testbericht), und auch für professionelle CCD gelten andere Regeln.

Nur bei einer angenehmen Bildgröße kann das Auge auch alle Details wahrnehmen, die im Bild enthalten sind.
Will man einen größeren Maßstab für den Betrachter, so sollte man das Bild nach(!) der Bearbeitung vergrößern, wie es ja auch bei fast allen Planetenbildern gemacht wird. Ich gebe dir aber Recht, sicherheitshalber kann man das Öffnungsverhältnis auch etwas größer wählen als berechnet, falls es die Belichtungszeit zulässt.

Bei f/26 böte es sich z.B. an, mit einem f/10 SCT eine 3-fach Barlow einzusetzen und auf (ca.) f/30 zu kommen.
Bei meiner Optik ist das bei Saturn z.B. schon ein Problem, weil bei f/30 die Framerate gerade unter 15fps sinkt, und viel Licht bei der DBK verschenkt wird, da die Kamera die Framerate nicht kontinuierlich an die Belichtungszeit anpassen kann. Bei der DMK(!) wäre f/30 schon ein Wert, der sehr auf der sicheren Seite liegt, und deutlich höher angesetzt ist, als die Auflösung der Optik zulässt.

Gruß, Peter
 
Hallo Peter,

Zitat von Wellmann:
Zitat von StHz:
...Unschärfefaktor, den die Interpolation von Farbkameras einbringt, mit "ungefähr" 1.3 angesetzt.
Der Faktor ist nicht fest anzugeben. Der Schärfeverlust hängt z.B. stark von der Lage einer Struktur (Linie oder Kante) relativ zur Zeile der CCD ab, und vom Farbsprung an der Strukturkante. Im günstigsten Fall ist der Verlust minimal, im ungünstigsten Fall deutlich über dem Faktor 1,3, der aber einen sehr realistischen Mittelwert darstellt.

in meiner Praxis "stehen" Details eher selten auf immer denselben Pixeln/Mikrolinsen, sondern wandern wg. Nachführungsfehlern und Seeing mehr oder weniger im Bildfeld herum ... ist das berücksichtigt?
Übrigens, im Grünen ist die Auflösung des Bayermasken-Farbchips ja bei 100% - also achte ich in Registax darauf, für das Endergebnis den "L=R+G+B mixer" in G auf 100% und R=50/B=10 ("visuelle" Erfahrungswerte für die ToUCam) einzustellen.

Ein gewisses "Oversampling" finde ich wie Stefan in der Praxis auch nützlich, und neben der Bildgröße spielt anscheinend sogar ein leichtes Bildrauschen eine fördernde Rolle für den subjektiven Detail-/Schärfeeindruck.

Naja, das sind aber eher Fragen und Feinheiten für einen eigenen Thread zu Deinen Kameratests, hat mit Heikos schönen Bildern nicht mehr viel zu tun ...

Gruß+cs,
Dietmar

P.S.: Heiko, den Mond in s/w aufzunehmen, kann bei nicht ganz optimalem Horizontstand die Möglichkeit verbauen, mit vielleicht nur einem Pixel Kanalverschiebung als Refraktionsausgleich noch ein Quentchen mehr Bildqualität herauszuholen - hat mir oft geholfen.
 
Hallo Peter,

die Erläuterung zu dem "ungefähren" Wert 1,3 ist nachvollziehbar. Wie schon gesagt, sollte ein solcher "Mittelwert" für die praktische Betrachtung vollkommen ausreichen. Wie Dietmar meinte, spielen ja noch zusätzliche Faktoren hinein.

Es macht zunächst keinen Sinn, den Abbildungsmaßstab größer zu machen, als die Auflösung der Optik zulässt, weil dann die Belichtungszeit unnötig steigt. Das ist wie die "leere Vergrößerung" bei visueller Betrachtung, die keine Details mehr liefert, aber das Bild dunkel macht. Die Betrachtung gilt aber nur(!) für Interline-Transfer Chips, und nur(!) für die Planeten und Mondfotografie. Bei Deepsky sieht das ganz anders aus (s. den Testbericht), und auch für professionelle CCD gelten andere Regeln.

Weshalb gelten für professionelle CCD andere Regeln? Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt, es mag sein, dass das Bild keine zusätzlichen Informationen enthält. Die vorhandenen Informationen sind jedoch sehr viel besser zu erkennen (jedenfalls solange, bis man einen Wert überschreitet, bei dem die seeing-bedingte Unschärfe den Effekt umkehrt). Das gilt übrigens genauso für die visuelle Beobachtung, wie ich am vorletzten Wochenende mit Freunden, die zum ersten Mal durch ein Teleskop sahen, bestätigt fand. Wir sahen uns Saturn bei mäßigem Seeing mit dem VMC260 an. Bei etwa 150 facher Vergrößerung war das Bild scharf, aber Saturn sehr klein, so dass man kaum etwas erkennen konnte. Bei 300facher Vergrößerung war das Bild dann größer, die Details waren besser zu erkennen und das Bild war noch immer knackig scharf. Dennoch brauchte es noch einige Anstrengung, bis die "astronomischen Laien" beispielsweise den Schatten des Planeten auf dem Ring erkannten. Bei rund 430facher Vergrößerung (7-mm-Okular) war das Bild dann endlich angenehm groß, noch immer ziemlich scharf (wenngleich natürlich nicht mehr ganz so scharf wie zuvor) und hier erkannten meine Mitbeobachter sofort die beschriebenen Details.

Will man einen größeren Maßstab für den Betrachter, so sollte man das Bild nach(!) der Bearbeitung vergrößern, wie es ja auch bei fast allen Planetenbildern gemacht wird. Ich gebe dir aber Recht, sicherheitshalber kann man das Öffnungsverhältnis auch etwas größer wählen als berechnet, falls es die Belichtungszeit zulässt.
Das ist ein Fehler! Die nachträgliche Vergrößerung (bikubisch) erleichtert die Wahrnehmung ebenfalls, jedoch liefert sie schlechtere Ergebnisse als eine von vorneherein größer aufgenommene Aufnahme. Das gilt allerdings nur in einem (dem Seeing) angemessenen Rahmen. Meine besten Ergebnisse an Jupiter (als dieser noch höher stand) erzielte ich mit rund f/35. Aufnahmen mit f/25 blieben dahinter bei weitem zurück. (Siehe hier die Aufnahmen aus dem Jahr 2004.)
Übrigens sollte man in keinem Fall nachträglich vergrößern, je nach Seeing bietet sich allenfalls eine geringe Verkleinerung an. (Die oben verlinkten Aufnahmen sind selbstverständlich nicht vergrößert.)

Viele Grüße
Stefan
 
Hallo Stefan!

Weshalb gelten für professionelle CCD andere Regeln?
Professionelle CCD sind prinzipiell Full Frame Chips ohne Zwischenräume zwischen den Pixeln (s. genaue Erläuterung im SuW-Test).

Bezogen auf den (zu) großen Abbildungsmaßstab schreibst du:

es mag sein, dass das Bild keine zusätzlichen Informationen enthält. Die vorhandenen Informationen sind jedoch sehr viel besser zu erkennen
Ja, dass ist korrekt. Daher die Vergrößerung nach(!) der Bearbeitung. Hierzu schreibst du:
Das ist ein Fehler! Die nachträgliche Vergrößerung (bikubisch) erleichtert die Wahrnehmung ebenfalls, jedoch liefert sie schlechtere Ergebnisse als eine von vorneherein größer aufgenommene Aufnahme. Das gilt allerdings nur in einem (dem Seeing) angemessenen Rahmen. Meine besten Ergebnisse an Jupiter (als dieser noch höher stand) erzielte ich mit rund f/35.
Das stimmt auch, obwohl die Verschlechterung bei korrekter Vergrößerung kaum feststellbar ist. Bei Jupiter kannst du das auch so machen, der ist hell genug. Bei Saturn geht das (zumindest an meinem Meade SC mit der unempfindlichen Farbkamera) nicht, weil sich durch die größere Abbildung die ohnehin lange Belichtungszeit nochmals mindestens(!) verdoppelt. Das gibt unschärfere Bilder und weniger Bilder, daher später mehr Rauschen und weniger Schärfung des Summenbildes.

Wenn du mit einer monochromen Kamera arbeitest, ist die Reserve bei der Belichtung größer, bei der Farbkamera am SC bleibt nur die Möglichkeit des geringstmöglichen Öffnungsverhältnisses nach unserer Formel und die spätere Vergrößerung.

Übrigens sollte man in keinem Fall nachträglich vergrößern, je nach Seeing bietet sich allenfalls eine geringe Verkleinerung an.
Das mit der Verkleinerung mache ich zwar auch so, ist aber eine Notlösung. Eine Verkleinerung reduziert prinzipiell die Pixelzahl und damit die Bildinformation, die man ja optimal nutzen will. Besser ist es, von Anfang an die Blende den Seeingbedingungen so anzupassen, dass das Bild ohne Verkleinerung optimal ist. Man erreicht damit eine kürzere Belichtungszeit, was gerade bei schlechtem Seeing sehr(!) sinnvoll ist!

Also du siehst, dass wir uns in unseren Erfahrungen kaum unterscheiden, Jeder hat sein Argumente für die kleinen Differenzen.

Gruß, Peter


 
Hallo Peter,

hm, dann sind die Starlíght Xpress Kameras mit Sony Interline Chips keine professionellen CCDs? (Mir ist allerdings bewusst, dass die Chips ursprünglich aus der Videotechnik stammen.) Nun, wie auch immer, ich glaube auch, dass wir "unter dem Strich" ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Eines möchte ich noch zur nachträglichen Vergrößerung anmerken: Die Interpolationsroutinen (zB bikubisch) haben einen anti-aliasing-Effekt. Dadurch werden die Kanten weicher (und man vermeidet den Pixeleindruck der linearen Hochrechnung). Weicher bedeutet aber leider auch einen Schärfeverlust. Deshalb ist ein nachträglich vergrößertes Bild unschärfer als ein von vorneherein größer aufgenommenes Bild. Allerdings hast du Recht, dass sich das nur minimal auswirkt, wenn das Seeing bzw. die sonstigen Bedingungen schlecht sind.

Richtig ist natürlich - wieder unter einem praktischen Gesichtspunkt - ebenfalls, dass man üblicherweise nicht stufenlos vergrößern kann und der jeweils verfügbare nächste Schritt oftmals zuviel des Guten ist. Wie du es beschreibst, ist es auch mir schon oft passiert, dass Jupiter oder momentan eher Saturn bei einer angenehmen Vergrößerung bereits zu schwach ist. Hier wäre der Einsatz einer monochromen DMK sicherlich interessant. Wenn ich dich richtig verstehe, ist die Kamera deutlich empfindlicher bei geringerem Rauschen als die ToUcam, stimmt das? Ist das eigentlich ein anderer Chip (abgesehen von der SW-Variante)? (Habe den Testbericht wie gesagt noch nicht zu Ende gelesen, vermutlich erwähnst du das dort.)

Bei der Verkleinerung stimme ich dir vollkommen zu. Doch gilt hier wohl dasselbe wie bei der Vergrößerung, es fehlt oft die passende Verlängerungshülse oder Barlow, um den gewünschten Maßstab zu erreichen. Z.B. verkleinere ich gerne auf rund 80% der Originalgröße, wenn das Seeing mehr nicht hergibt und das Bild dann noch ausreichend groß bleibt. Dafür habe ich in der Regel keine passende Okularkombination parat.

Beste Grüße
Stefan
 
Hallo Stefan!

Ich will keine Namen nennen, aber es ist immer viel billiger, einen massenhaft produzierten Video-Chip zu verwenden, als ein professionelles Stück. Die Nachteile der professionellen Full Frame CCD liegen ja auch auf der Hand (s. Test), und um diese zu vermeiden, wird die Konstruktion noch mal erheblich teurer. Wer will das bezahlen!

Hier wäre der Einsatz einer monochromen DMK sicherlich interessant. Wenn ich dich richtig verstehe, ist die Kamera deutlich empfindlicher bei geringerem Rauschen als die ToUcam
Ja, so ist es! Das wirst du ja dann in dem Test noch bei Gelegenheit lesen, da sind die entsprechenden Faktoren genau angegeben.

es fehlt oft die passende Verlängerungshülse oder Barlow, um den gewünschten Maßstab zu erreichen.
Ich habe das Oberteil meiner Barlow abgeschraubt, und kann die Hülse mit den Linsen in einem Rohr stufenlos verschieben, und so die Vergrößerung beliebig anpassen.

Übrigens noch Gratulation zu den sehr schönen Jupiterbildern auf deiner Homepage!

Gruß, Peter
 
Hallo Peter,

in der Tat sind gewisse Chips offensichtlich preiswerter herzustellen. Ich verwende seit einigen Jahren eine SXV-H9 CCD Kamera und bin mit den Ergebnissen hoch zufrieden. Wenn nur die begrenzte Chipfläche nicht wäre... :)

Inzwischen habe ich den Bericht zuende gelesen. Sehr informativ und hilfreich, vielen Dank dafür! Die DMK31 ähnelt von ihrem Rausch- und Empfindlichkeitsverhalten wohl der 41er, sehe ich das richtig? Dass die Kameras für DS nur begrenzt verwendbar sind, lässt sich ja verschmerzen. Da führt für optimale Ergebnisse ohnehin kein Weg an einer gekühlten CCD-Kamera vorbei.

Freut mich, dass dir die Jupiterbilder gefallen. Leider ist die günstige Position des Planeten ja schon eine Weile her ;) Es reizt mich aber, mit einer noch besseren Kamera aufzunehmen, wenn es in den kommenden Jahren wieder besser wird.

Viele Grüße
Stefan
 
Hallo Stefan!

Die DMK31 ähnelt von ihrem Rausch- und Empfindlichkeitsverhalten wohl der 41er, sehe ich das richtig?
Ja, die 31er und 41er sind im Rauschen und in der Empfindlichkeit völlig identisch.

Leider ist die günstige Position des Planeten ja schon eine Weile her Es reizt mich aber, mit einer noch besseren Kamera aufzunehmen, wenn es in den kommenden Jahren wieder besser wird.
Mit den neuen Kameras und einer ordentlichen Optik werden geradezu phantastische Jupiterbilder entstehen! Aber wie du schon sagst, da müssen wir leider noch etwas warten, dieses Jahr werde ich es erst garnicht versuchen...

Gruß, Peter

 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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