Reflexe / Geisterbilder am Maxbright Bino ?

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waago

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Hallo Leute,
ich verwende seit kurzem einen Maxbright Binoansatz an einem 12" Flextube Dobson, bisher nur ein paar mal für Planeten und Sternhaufen mit 25mm Plössel Okularen. Dabei sind mir zeitweilig (je nach Okulareinblick) störende Geisterbilder aufgefallen, d.h. zusätzliche Sterne im Gesichtsfeld überlagert.
Ich habe mir das ganze mal genauer an einem 70mm Refraktor angesehen und dabei folgendes festgestellt:
In jeder Okularaufnahme sind (ohne Okular) zusätzlich zum zentralen Hauptlichtaustritt zwei weitere, etwas versetzte Lichtaustritte sichtbar.
Mit Okular ergibt das jeweils 2 zusätzliche Austrittspupillen neben der Zentralen. Jede zeigt einen Teil des orginal Gesichtsfelds, geringfügig versetzt. Der Abstand der Austrittspupillen verringert sich mit kleinerer Okularbrennweite. Während es am 25mm Okular noch möglich ist, den Einblick so zu optimieren (genaues Einstellen des Augenabstands am Bino, sehr exakt gerader Einblick) dass nur das zentrale Bild gesehen wird, gelingt dies am 15mm Okular kaum mehr und am 8mm Okular gar nicht mehr, da der Abstand der Austrittspupillen zu klein ist. Ich habe hier immer überlagerte Geisterbilder gesehen !
Ich habe das ganze mit und ohne 2.6x GWK probiert, ohne einen merklichen Einfluss festzustellen. Wie gesagt, die 15mm und 8mm Okulare habe ich bisher nur am 70mm Refraktor probiert, gehe aber mal davon aus das es am 12" genauso ist.
Das Ganze ist am rechten Kanal deutlich kritischer als am Linken, prinzipiell aber an beiden Kanälen vorhanden.
Für Planeten mögen die Geisterbilder ja vieleicht ok sein, da sie meistens nur schwarzer Himmelshintergrund sind. Bei Sternhaufen freut man sich vieleich an der noch höheren Sterndichte? Aber für Mondbeobachtung ist das doch völlig untauglich da der Kontrast extrem leiden muss!
Ich hatte den Eindruck, der Maxbright würde im allgemeinen in Foren sehr gelobt und hätte angeblich keine störenden Reflexe. Sehe nur ich diese Geisterbilder, oder findet sonst niemand diese störend ? Immerhin gibt es einen Foren-Beitrag in dem genau diese Reflexionen im rechten Kanal erwähnt werden und als prinzipielles konstruktives Problem von Baader eingeräumt werden.
Wäre interessant euer Erfahrungen zu hören.
 
Hallo waago,

Als ich vor ein paar Jahren einen Binoansatz anschaffte, teste ich verschiedene Typen, dabei war auch das Baader Großfeldbino. So ähnlich, wie Du das beschreibst, hatte ich das beim Maxbright auch. Da ich auch gerne mal Mond/Sternbedeckungen durch Mond beobachtet, waren diese Reflexe für mich unakzeptabel. Beim Großfeldbino waren die Reflexe praktisch (fast) gleich null. Auch deshalb liegt zwischen beiden Geräten ein enormer Preisunterschied.

Ich kann nicht sagen, ob dieser Effekt bei allen Maxbright's so auftritt. Vielleicht ist an Deinem auch noch was anderes, jedenfalls hört sich das ziemlich schlimm an, so extrem war das bei dem, das ich ausprobieren konnte nicht.

Viele Grüße
Rudi
 
Hmmm, danke Rudi für deine Einschätzung, mal sehen ob es noch andere Erfahrungen gibt. Veileicht (eher hoffentlich) hat ja jemand z.B. mit geeigneten Okulartypen keine Probleme am Maxbright ?
Das Großfeldbino ist momentan genau wegen des Preises (noch ...) keine Option für mich.

Gruß,
Dieter
 
Hallo Dieter,
ich vermute, dass der Binoansartz nur das wiedergibt, was das Objektiv des 70mm Refraktors hergibt.
Ich habe den Maxbright am C11 und an einem 80/600 Synta ED. Am liebsten verwende ich dazu die 26mm Superplössl von Meade. Weder am C11 noch am ED kann ich Reflexe feststellen, nicht mal wenn am C11 der Lumicon Klarglasfilter als Staubabdeckung, noch Deep-Sky-Filter im optischen Weg sind.
Den Bino nehme ich am C11 auch zur Beobachtung von Nebeln und Galaxien.
Der Maxbright Bino von Baader ist sehr gut. Du solltest ihn auch mal an anderen Objektiven ausprobieren.

CS

Alex
 
Hallo Dieter,

mir sind ähnliche Reflexe am William Optics Bino durchaus bekannt. Sie haben mich zeitweise gestört, waren aber bei richtiger Position der Pupille nicht vorhanden. Nach Deinem Post hab ich mir die Reflexe näher angeschaut, sind im wirklich rechten Okular deutlich stärker.

Wenn man von hinten auf das Bino blickt, sieht man rechts und links neben der Austrittspupille noch eine zweite, halbmondförmige Austrittspupille. Sobald man eine von diesen beiden mit der Pupille erwischt, sieht man die Doppelbilder.

Eine von diesen beiden erscheint mir unvermeidlich, das ist der direkte Blick vom Okular zum Objektiv. Unvermeidlich, weil ich keinen Weg sehe, diesen Strahlengang abzuschatten, ohne das Bildfeld zu verringern. Die zweite scheint mir aber eine Reflexion im Prisma zu sein, die eigentlich nicht sein müßte.

Ich kann mit den Spiegelungen leben, verwende allerdings nur 20mm Weitwinkel Okulare. Damit sind die Spiegelungen nur da, wenn das Auge schlecht positioniert ist. Die Vergrößerung stelle ich mit entsprechenden Glaswegkorrektoren / Barlows ein, so von 1.32x bis 3x, manchmal auch darüber. Aber 3x gibt bei meinem 16" f4.5 Dob bereits 270 fache Vergrößerung. Da macht normalerweise die Luft nicht mehr mit.

Bin gerade mal schnell in den Keller gegangen und hab mein Bino mit dem Stemmeisen geknackt (nur die aufgeklebte Plastikabdeckung abgesprengt, nicht den Rest zerlegt): für den rechten Strahlengang ist der Strahlenteiler direkt mit dem 90° Prisma verbunden (nur ein Prisma). Dann kommen ca. 5mm Luftweg und dahinter ein ein Glaszylinder der den Wegausgleich mit der linken Seite macht. Ich stelle später eine Skizze und ein Foto rein.

Könntest Du mal beim Großfeldbino darauf achten, ob diese Reflexe auch vorhanden sind? Nach meinem Verständnis müßte der eine zumindest da sein, jedoch um den Faktor 1.5 weiter von der optischen Achse entfernt. Sonst könnte ich mir nur vorstellen, daß dort der Strahlenteiler ein Würfel ist, der nicht mit dem 90° Prisma zusammenhängt. Dann ist der direkte Weg durch Totalreflexion unterbrochen. Prinzipiell möglich, aber von der Justage/Toleranz bei der Herstellung her kritischer.

Clear Skies
Arnold
 
Hallo Dieter,

ich hab heute mal das Williams Optics Bino vermessen und die Reflexionen genauer untersucht. Leider zeigt sich, daß die Reflexionen prinzipbedingt sind. Sie können nicht einfach durch Schwärzung oder Blenden weggebracht werden.

Die stärkste Reflexion kommt vom Eintrittsfenster des Strahlenteilers, das streifend angeschaut wird. Eine Abhilfe könnte nur das Aufkitten eines Glaszylinders und Schwärzen der verbleibenden Fläche schaffen. Dann ist die Eintrittsfläche weiter vom Strahlengang entfernt und wird nicht mehr gesehen.

Flächen, die nicht Eintritt oder Austrittsflächen sind, sind sauber geschwärzt. Dort sind auch keine auffälligen Spiegelungen zu sehen. Die Ein- und Austrittsflächen sind auf der ganzen Fläche blank und nicht geschwärzt oder mattiert. Dort wäre eventuell noch ein wenig zu holen, aber dazu müßte das Bino zerlegt und danach neu justiert und verklebt werden :mauer: . Und Schwärzen bis auf einen genau definierten Kreis ist halt auch eine Präzisionsarbeit, die in einer normalen Fertigung nicht vorgesehen ist.

Im unteren Schema sind die Prismen hellblau dargestellt, der zweite Teil des Strahlenteilers hellgrün. Die Steckhülse und die Okularklemmen dunkelblau. Die Prismen sind zusätzlich entfaltet (also an jeder Spiegelebene gespiegelt) in hellgrau eingezeichnet. Maße bitte nicht zu ernst nehmen, da ist noch ein kleiner Fehler drin.

Vom Okular aus gesehen, spiegelt sich das Objektiv an Ein- und Austrittsflächen der Prismen. Diese sind mit roten Strichen markiert, die stärkste Spiegelung mit Doppellinie.

Die angekündigten Fotos sind leider nicht gelungen, ich muß sie neu machen. Aber mit dem 10mm Okular waren die Spiegelungen näher an der Austrittspupille.

Das Objektiv mit allen Spiegelungen wird durch das Okular auf die Austrittspupille abgebildet. Dadurch sind die Spiegelungen umso näher an der Austrittspupille, je kleiner die Okularbrennweite ist. Und sie landen bei kleiner Okularbrennweite in der Augenpupille und werden sichtbar. Bei großer Okularbrennweite stören sie sie nur, wenn das Auge nicht auf der optischen Achse ist. Die Probleme hängen nur mit der Okularbrennweite zusammen, nicht mit dem Okulartyp oder der Vergütung.

Ein Binoansatz ist halt immer ein Kompromiss, ähnlich wie auch ein Prismensatz im Feldstecher. Optisch sollte er eigentlich größer sein, aber aus Gewichts und Kostengründen darf er eine gewisse Größe nicht überschreiten. Und bei den günstigen Binoansätzen (egal ob William Optics, Baader, TS oder sonstige) ist halt die Prismengröße auf 25mm beschränkt, bei 23mm freier Öffnung und fast keinem Abstand von Öffnung zu Spiegelfläche.

Clear Skies
Arnold
 

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Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Wow Arnold,
super Darstellung und Erklärung. Sogar das eigene Bino zerlegt um der Sache auf den Grund zu gehen, da bin ich einigermaßen Platt! Respekt :respekt2:
Musste erstmal etwas darüber nachdenken um das ganze zu verstehen !
Also nochmal rekapituliert ob ich das richtig verstanden habe:
- Die Reflexe entstehen durch Spiegelung an den Prismen Ein/Austrittsflächen. Dies passiert wenn der Strahlengang im Prisma parallel zu der Fläche verläuft, also z.B. nach der ersten Reflexion an der 45 grad Kante direkt nach Eintritt ins Prisma.
- Der schräge Pfeil im rechten Zweig deines Bildes stellt einen möglichen gespiegelten Lichtweg aus Okularsicht dar.
- Noch nicht ganz klar: Warum gibt es dann genau jeweils die zwei scharf begrenzten Neben-Austritspupillen und keine kontinuierliche Erweiterung ? Ist das durch die Begrenzung der (roten) Reflektionsflächen ?
Und nebenbei, wie werden dann eigendlich reflexfreie Binos konstruiert ?

Wenn ich das bisher richtig verstanden habe, müsste doch der Winkel des Geisterbild-Strahls genau dem Objektwinkel (Winkelabweichung des Geisterbildes zum zentralen Gesichtsfeld) für die jeweilig Neben-AP sein ? Unabhängig von der Objektiv Brennweite, oder habe ich da einen Denkfehler ?
Der Winkel ist dann: atan(NebenPupillenAbstand / OkularBrennweite), überschlagen gibt das bei 3mm AP-Abstand (grobe Schätzung, muss heute abend mal nachmessen) im 25mm f_Okular etwa 7 grad.
Das ist zumindest in der Größenordung was ein f/5 System (der 70mm Refraktor) für soeinen reflektierten schrägen Lichtstrahl noch druchlassen würde, aber natürlich deutlich mehr als das echte vorhandene Gesichtsfeld bei Bino Beobachtung.
Könnte man dann nicht versuchen das Gesichtsfeld vor dem Bino entsprechend einzuschränken ? Dann würden die Geisterbilder ja nur dunkel sein und nicht stören. Wo sollte man das denn am Newton am besten machen ? Ultralange Taukappe wäre vermutlich möglich aber wahrscheinlich sehr unhandlich ?
Ist dies veileicht auch der Grund warum die Geisterbilder an manchen Systemen nicht störend auffallen bzw. gar nicht vorhanden sind, da deren Gesichtsfeld systembedingt kleiner ist (interne Blenden oder so) ?
Zusätzlich scheint ja noch das Teleskop Öffnungsverhältniss eine Rolle zu spielen, da man bei langbrennweitigen Systemen wie Cassegrain z.B. gar keine Okular f<20mm benötige, während ich bei meinem f/5 Dobson damit noch keine ausreichende Vergrößerung habe. Und oberhalb von etwa 20mm Okularbrennweite kann man ja durch genauen Einblick die Geisterbilder vermeiden.

Gruss,
Dieter

@ Arnold, ich habe nur den Maxbright, kein Grossfeldbino. Kann also dort nichts nachmessen.
 
Hallo Dieter,

neben einem hellen Objekt (Mond, Planet, heller Himmelshintergrund am Tag) entstehen in der Brennebene rechts und links jeweils um 25mm (Prismenbreite) versetzte Spiegelbilder. Wie weit sie beleuchtet sind, hängt von Lage und Ausdehnung der spiegelnden Fläche ab. Die Nebenaustrittspupillen sind die Abbildungen des gespiegelten Objektivs, ihr Durchmesser ist gleich der Austrittspupille. Begenzungen der spiegelnden Fläche beschneiden diese Nebenaustrittspupillen.

Eine Einschränkung des Gesichtsfeldes vor dem Bino ist nicht praktikabel, zumindest nicht, wenn keine Relaisoptik vorhanden ist. Eine Taukappe, die auf 0.5 Grad einschränkt, müßte bei 100 mm Öffnung mindestens 10m lang sein, und würde dann kontinuierlich vignettieren. Für eine einigermaßen scharfe Begrenzung wäre sie noch viel länger ?)!

Wirklich reflexfreie Binos kann ich mir nicht so einfach vorstellen, zumindest nicht, wenn der gesamte Prismenquerschnitt ausgenutzt werden soll. Bei manchen aufwendigeren Geräten sind die Fenster wenige mm über die Prismenfläche erhaben, oder Gruben eingefräst, die als Lichtfallen wirken. Dann können auch die restlichen Flächen mattiert und geschwärzt werden. Kostet aber wieder Lichtweg, oder Bildfeld. Je nacht Sichtweise.

Das Bino hab ich ja eigentlich geöffnet, um es zu verstehen. Früher oder später wird wohl ein echtes Großfeldbino kommen, aber dann wirklich groß ! Und bevor ich dieses Abenteuer starte, möchte ich alle Einschränkungen genau kennen. Licht hat ja mein 16" Dobson genug, aber das Aufteilen auf 2 Okulare ist nicht so einfach.

So als erste Abhilfe bleibt mir nur der bereits genannte Rat: Okulare mit maximaler Brennweite, die noch ein ausreichendes scheinbares Gesichtsfeld bietet. Bei mir sind es 20mm Okulare mit ca. 66 Grad Bildfeld. Und dann die Vergrößerung mit Barlow oder GWK vor dem Bino machen! Damit bringt man die Spiegelungen auf maximale Entfernung von der Austrittspupille.

Details kann ich mir erst mal überlegen wenn ich ein wenig mehr Zeit habe. Dann möchte ich das Ganze vielleicht in ein Raytracing Programm bringen. Aber derzeit hab ich zu viele Baustellen.

Clear Skies
Arnold

 
So, der Vollständigkeit halber hänge ich hier noch mal die Bilder rein mit den Nebenpupillen, welche die Geisterbilder erzeugen. Aufgenommen mit dem Bino an einem 50mm Sucherfernrohr welches auf eine helle Wand guckt. Die ersten beiden Bilder an einem 25mm Okular, das letzte an einem 15mm. Im rechten Okular jeweils 2 Nebenpupillen sichtbar, im linken Kanal nur eine ausgeprägt.
Die Unschärfe kommt durch die Aufnahmekamera, ist in der Realität nicht vorhanden.
Man sieht die Nebenpupillen auch wenn man den Bino mit Okular ohne jedes Objektiv vor eine helle Fläche hält (dann aber noch mit zusätzlichen Reflexen).

Nach wie vor bin ich mir nicht sicher ob mein Bino-Exemplar ein Ausreisser mit extremen Reflexen ist, oder das wirklich normal ist. Wenn also jemand mit einem 25mm Prismen Bino das bei sich mal ausprobieren könnte ... :help:

Als momentane "Lösung" werde ich mich in der Tat auf die 25er Okulare beschränken müssen und sehen wie ich meine schon gekauften 8mm und 15mm (je 2x !) loswerde.

Gruss,
Dieter
 

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Hallo Dieter,

leider kein Ausreisser, sondern ganz normal. Die Okularbilder sehen bei meinem William Optics Bino gleich aus. Die Fehler treten bei allen kleinen Binos (egal welcher Markenname) in der selben Form auf, sind in Reviews immer wieder erwähnt :Trost:.

Interessant wäre es zu wissen, ob die Fehler beim Großfeldbino ähnlich sind (nur ein wenig weiter von der Hauptpupille weg), oder ob dort das Prismenlayout etwas anders ist ?) . Ein Bino ist halt ein Kompromiss, vielleicht dort etwas besser getroffen. Vielleicht kann ein Besitzer des Großfeldbinos (Baader, Denk, Televue) ein Okularbild reinstellen? Die ganz großen von Siebert sind ja kaum verbreitet.

Bei Planeten schaut es ja nicht wirklich schlimm aus, da ist kein zweiter Planet daneben. Am Mond hilft nur lange Okularbrennweite und Barlow/GWK. Und am Kugelsternhaufen darüber freuen, daß noch ein zweiter ganz in der Nähe ist :totlach:.

Jedenfalls trotzden viel Freude mit Deinem Bino, es zahlt sich aus!

Clear Skies
Arnold
 
Hi Zusammen,

mir fällt in dem Zusammenhang auf/ein, dass man an dem Verhalten etwas verändert, indem man beim "knicken" des Binos für den Pupillenabstand mal mehr auf der einen Seite oder auf der anderen Seite kippt, wobei man die Positionen in der Nähe des Anschlags aber auch wieder vermeiden sollte. Wenn man sich die Zeichnung anschaut wird klar: man dreht den Reflex in "bequeme Ecken" des Bildes.

Clear Skies
Sven
 
Hallo

Habe heute mein Maxbright bekommen. Wenn ich ohne Okular durchsehe, kann ich an den "Seitenwänden" auch Spiegelungen entdecken. Am Teleskop konnte ich das Gerät noch nicht ausprobieren.
Mal ein, evtl. naiver, Lösungsvorschlag: Könnte man die Reflexe nicht durch, dem AP-Durchmesser angepasste, Blenden ausblenden? Also dass man sich aus schwarzem Tonpapier einen Kreis mit passendem Loch ausschneidet und damit das Okular bedeckt?

LG Michael
 
Hallo Michel,

inm Prinzip würde es helfen. Aber die Blende müßte idealerweise am Ort der Austrittspupille sein, ebenso das Auge. Wenn ich die Blende mal 5mm vor der Austrittspupille plaziere, hilft sie sicher. Aber ein Okular mit angenehmen Einblick (Augenabstand von 15-20mm) hat dann den Einblick eines kurzbrennweitigen Orthos.

Herzliche Grüße
Arnold
 
Hallo

Habe ich jetzt einen Denkfehler? Der Lichstrahl der AP verlässt ja das Okular annähernd parallel und somit sollte es egal sein wo die Blende plaziert ist, oder? Bzw. wie man an den Fotos von Dieter sieht, wäre ja auch noch ein bissl Spatze vorhanden, sprich die Blende könnte größer ausfallen als die tatsächliche AP.

LG Michael
 
Hallo Michael,

der Durchmesser der Augenlinse ist bestimmt durch den Augenabstand und das Gesichtsfeld. Sobald Du an der Linse abblendest, schattest Du die äusseren Teile des Gesichtsfeldes ab

CS
Arnold
 
Hallo Michael,

die Idee hatte ich anfangs auch. Habe einiges probiert mit zusätzlichen Einlegescheiben auf die Blenden in der Okularaufnahme des Maxbright. Oder auch mit Blenden am Eingang des Maxbright. Hat alles nicht geholfen. Bzw. das Gesichtsfeld wäre auf weniger als die Hälfte zu verringern.

Gruss,
Dieter
 
Hallo

Ehrlich gesagt stehe ich noch immer auf dem Schlauch *gg* . Aber macht nichts - ich werde meine Idee mal antesten um die Zusammenhänge zwischen AP, Augenabstand, Gesichtsfeld, ... besser kennen zu lernen.

Anyway: Heute konnte ich mein Maxbright kurz vor Sonnenuntergang ca. 1/2h am Herschelkeil verwenden. Reflexe konnte ich dabei weder im 25mm HR Planetary noch im 15mm TV Plössl entdecken.

LG Michael
 
@waago: Hast du es auch mit Blenden auf der Augenlinse versucht? Weil hier sollte das Strahlenbündel ja am dünnsten sein.
 
Zitat von Arnold3:
Interessant wäre es zu wissen, ob die Fehler beim Großfeldbino ähnlich sind ...

Hallo allerseits,

also beim Großfeldbino von Baader gibt es keine derartigen Geisterbilder, und zwar unabhängig von der verwendeten Okularbrennweite.

Ich habe das heute mal an meinem Tak FS-102, also einer f/8 Optik mit drei verschiedenen Okularbrennweiten untersucht:

35 mm Baader Eudiaskopisch (AP = 4.4 mm)
8 mm TV Radian (AP = 1 mm)
5 mm TV Radian (AP = 0.63 mm)

Außer der jeweiligen AP ist nichts Auffälliges zu sehen.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter


 

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Hier ist noch ein weiteres Bild, welches das Binokular (mit den 35 mm ED Okularen) als Ganzes Zeit.

Die Reflexe neben der AP stammen nicht vom Binokular, sondern von der kameraseitigen Beleuchtung.

 

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Hallo Peter,

herzlichen Dank für die Bilder, obwohl sie ein Loch in meine Kasse reissen könnten.

Jedenfalls scheint das Baader Großfeldbino ein besseres Prismendesign als das Maxbright und bauähnliche China Binos zu haben. Ich nehme an, daß die Ein- und Austrittsfenster ein wenig abgesetzt sind. Kostet Glas und Bearbeitung, aber wie man sieht zahlt es sich aus.

Früher oder später wird vermutlich in meinem Dob auch ein großes Bino stecken, das Kleine ist halt im Moment der Apettitanreger. Aber die Spiegelungen sind zumindest ein Tip, bei einem Exoten zwei mal hinzusehen, ob dort das Problem im Griff ist.

Clear Skies
Arnold
 
Ich besitze das abgebildete GF-Bino seit ca. 5 Jahren.
Ich hatte zu Beginn Probleme mit den hier diskutierten Reflexen und habe daraufhin eine Reihe von Tests durchgeführt.
Ich habe kein Protokoll über die Tests geführt, daher nachfolgende Anmerkungen aus meiner Erinnerung:

1) Wenn man okularseitig in das nicht mit einem Teleskop verbundene Bino schaut, sind Nebenpupillen zu sehen die mir die Ursache für die Reflexe zu sein schienen. Die Nebenpupillen sind auch mit eingesetzten Okularen zu erkennen.

2) Beim bestimmungsgemäßen Gebrauch des Bino (also am Teleskop) waren Reflexe (verursacht durch Sichtbarkeit der Nebenpupillen) nur unter bestimmten Bedingungen wahrzunehmen, nämlich dann, wenn das Bino mit stärker die Brennweite verlängernden GWK's oder einer TV 2xBarlow verwendet wurde - wobei die Reflexe um so ausgeprägter waren, je stärker die Brennweitenverlängerung war. Ohne GWK oder mit eingesetztem GWK 1,25 nahm ich keine Reflexe wahr. Die Reflexe waren am ausgeprägtesten, wenn ich die TV 2xBarlow benutzte. Interessanterweise verschwanden die Reflexe bei Benutzung der TV 2xBarlow, wenn ein bestimmter Abstand zwischen Barlow und Eingangsstutzen des Bino überschritten wurde (GWKs benutzte ich gewöhnlich nur eingeschraubt in das Bino, habe also eine evtl. vorhandene Variabilität der Reflexe bei Veränderung des Abstands zwischen GWK und Bino nicht geprüft).

3) Die Reflexe schienen abhängig vom Öffnungsverhältnis des Teleskops zu sein. Ich besaß damals nur einen Refraktor mit f/5.6. Bei einem Kollegen probierte ich das Bino an einem f/8 Refraktor aus. Ich meine, an diesem Teleskop gab es keine Reflexe oder sie waren weitaus weniger ausgeprägt (bei jeweils gleicher Konfiguration GWK/Barlow - Bino).

Aus den Ergebnissen meiner Tests habe ich geschlossen, dass die Reflexe wohl dann entstehen, wenn das in das Bino eintretende Strahlenbüschel durch eine Barlow oer einen GWK so aufgeweitet wird, dass die ohne Teleskop sichtbaren Nebenpupillen (siehe 1) von diesem "beleuchtet" wurden. Das schien mir deshalb plausibel, da die Reflexe bei weit entfernter Barlow wieder verschwanden. Hier bildet die Begrenzung des Bino-Eingangsstutzen wohl eine Blende für den aufgeweiteten Strahlungsbüschel, so dass die Nebenpupillen nicht "beleuchtet" wurden. Für die Korrelation der Reflexe mit zunehmenden Öffnungsverhältnis hatte ich keine Erklärung.

Jens
 
Hallo allerseits nochmal,

ich habe mein Großfeldbino heute nochmal eingehend untersucht und dabei insbesondere die von Jens aufgeführten Punkte soweit wie möglich beachtet.

Zu (1): Wenn man das Binokular ohne Teleskop gegen den Tageshimmel oder gegen eine helle Wand richtet und dann aus gehörigem Abstand von etwa 50 cm von hinten auf die Okulare schaut, kann man in der Tat in jedem Okular neben der zentralen Pupille rechts und links noch zwei wesentlich schwächere Nebenpupillen sehen.

Diese Nebenpupillen sind unterschiedlich stark abgeschnittene und auch unterschiedlich stark verschobene Abbilder der zentralen Pupille. Insbesondere fällt dabei eine erhebliche Asymmetrie im Erscheinungsbild zwischen dem linken und dem rechten Okular auf.

Zur besseren Veranschaulichung habe ich das mal photographiert. Das erste Bild zeigt das Binokular als ganzes aus einem Abstand von etwa 50 cm vor dem Tageshimmel. Das zweite Bild zeigt das rechte Okularende, und das dritte Bild das linke Okularende. Dabei waren auf beiden Seiten 35 mm Baader ED Okulare montiert. Frontseitig ohne Teleskop und ohne GWK.

Die hier photographierte artifizielle Situation macht zwar deutlich, dass auch das Großfeldbinokular solche konstruktionsbedingten Nebenpupillen hat. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass diese bei bestimmungsgemäßer Verwendung am Teleskop eine Rolle spielen. Meine Untersuchungen an einer f/8 Optik mit verschiedenen Okularen und Glaswegkorrektoren zeigen denn auch, dass diese Nebenpupillen unter realistischen Beobachtungsbedingungen (Auge am Okular) keine Rolle spielen.

Fortsetzung folgt ...

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 

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Fortsetzung Nr. 1:

Jetzt ist das Großfeldbino bestimmungsgemäß an einer f/8 Teleskopoptik montiert, und zwar diesmal mit dem 1.7-fach GWK davor.

Okulare sind wieder das Baader 35 mm ED und die 5 mm und 8 mm TV Radians:

Anders als von Jens unter Punkt 2 berichtet, kann ich bei meinen Gegebenheiten keinen negativen Effekt durch den GWK feststellen.
 

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Fortsetzung Nr. 2:

Dasselbe mit 2.6-fach GWK:

Auch hier kann ich keinen negativen Effekt durch den GWK feststellen.

 

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Fortsetzung Nr. 3:

Und zum Schluss noch mal drei Bilder von den Nebenpupillen. Diesmal am Teleskop mit Großfeldbino und 2.6-fach GWK.
Okular ist 35 mm Baader ED. Mit den kurzbrennweitigen Radians sieht man überhaupt nichts von den Nebenpupillen.

Um die Nebenpupille überhaupt auf's Bild zu bekommen, musste die Kamera ca. 50 mm hinter dem Okular platziert und
20° bis 30° gegen die Okularachse verkippt werden. Das ist eine völlig unrealistische "Einblickposition" unter normalen
Beobachtungsbedingungen!

 

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Soeben habe ich verschiedene Konfigurationen an meinem f/5.6 Refraktor getestet. Die GWKs 2.6 und 1.7 habe ich vor Jahren verkauft, so dass ich mit dem GWK 1.25, einer TV 2xBarlow sowie einer ABBE Barlow testen konnte. Die Barlows sind jeweils mit T2 Gewinde am okularseitigen Ende ausgerüstet, so dass ich sie direkt mit einer Ringschwalbe am Binostutzen ansetzen konnte. Zum Test waren 18mm Takahashi LE Okulare im Bino eingesetzt.

Folgende Ergebnisse, visuell axial aus 50cm Abstand auf die Okulare blickend:

1) GWK 1.25 im Bino eingeschraubt: keine Nebenpupillen

2) TV-Barlow am Bino: Stark sichtbare Nebenpupillen (siehe Bild)

3) TV-Barlow am Bino plus GWK 1.25 im Bino: Sichtbare Nebenpupillen, weniger auffällig als ohne GWK.

3) ABBE-Barlow am Bino: Sichtbare Nebenpupillen, stärker sichtbar als 3) aber geringer auffällig als 2)

4) ABBE-Barlow am Bino plus GWK 1.25 im Bino: Kaum sichtbare Nebenpupillen

Für 2) habe ich das Ergebnis fotographisch festgehalten. Dieses Bild anbei, etwas unscharf da verwackelt und der Makrobereich unzureichend war.


Für jede Konfiguration habe ich noch geprüft, ob Reflexe bei direkten Einblick in die Okulare sichtbare waren. In jedem Fall, bei dem Nebenpupillen bei Blick aus der Entfernung sichtbare waren, waren Reflexe im direkten Einblick bemerkbar. Nach meinem Dafürhalten müssten die Reflexe bei kürzer brennweitigen Okularen umso stärker auffallen, da sie näher ins Zentrum der augenseitigen Okularlinse rücken und die Augenpupille nachts weit geöffnet ist.

Jens
 

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Peters Informationen und meine neuen Tests scheinen meine Erinnerungen zu bestätigen:

Reflexe am GF-Bino werden sichtbar je höher die Brennweitenverlängerung und je höher das Öffnungsverhältnis des verwendeten Objektivs ist. F/8 Objektive sind unkritisch während f/5.6 Objektive zumindest bei direkt angesetzter 2xBarlow starke Reflexe zeigen.

Die Gründe hierfür könnten sein:

1) Reflexe sind in das Auge des Beobachters eintretende Abbildungen von Nebenpupillen.

2) Die Nebenpupillen werden sichtbar, wenn entsprechende Nebenpupillen erzeugende Teile des Binos beleuchtet werden. Das ist der Fall, wenn der ins Bino eintretende Strahlenbüschel entsprechend groß ist, z.B. ohne angesetztes Objektiv oder mit Objektiv und entsprechend großem und durch Barlow nach aussen aufgeweitetem Strahlengang. Große Strahlenbüschel werden durch Objektive mit großem Öffnungsverhältnis erzeugt, z.B. f/5.6

Oder?

Jens
 
Hallo Jens,

also, dass schnelle Optiken wie f/5 oder sogar f/4, für den Durchgang durch das Prismensystem problematisch werden, kann ich mir gut vorstellen.
Das zeigen ja auch die Bilder von Dieter ("Waago") mit einem Sucherobjektiv am Maxbright Bino.

Von einer Barlow würde ich aber eher eine Verbesserung erwarten, denn damit reduziert sich ja der Öffnungswinkel und aus einer schnellen Optik wird eine langsame.
Auch mit Barlow oder GWK konvergieren ja die Strahlen immer noch, halt nur etwas langsamer ...

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
hallo Arnold und alle,

hervorragende Forschungsarbeit hier, wollte mein Willi Bino schon seit einem halben Jahr aufschrauben und nachsehen was da los ist. Wie sagte Wolfgang Pauli, "wer zu warten versteht..."

Verwende auch die 20mm 66° Okulare und verwende fallweise GWKs um zu anderen Brennweiten zu kommen. Die scheinen wirklich gut zu harmonieren.

danke und aloha :-) Tommy
 
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