Hallo Namensvetter,
äh... da müssen wir dann ja die machbare Leistung herabsetzen
Okay, also mal ab von dem Händlermurks und der Refraktoraura, was gerne zu teuren Paketen zusammengemischt wird.
1. Du hast hier Achromaten als Refraktoren gewählt. Die haben ein kräftiges Leistungsdefizit durch den angeborenen Farbfehler, was bei großer Öffnung und relativ kurzer Brennweite voll zum Tragen kommt. Bei 150mm Öffnung bräuchte man sowas um f/30 damit ein Achromat wenig (keinen unsichtbaren) Farbfehler hat. UFF! Selbst als Faltrefraktor ist das lang und schwer und nicht besonders Vielseitig.
150/750 oder 150/1200 sind als Achromat daher eingeschränkt und zwar immer dann wenn der Farbfehler sichtbar wird (Ästhetik) und/oder die Bildqualität herabsetzt. Das gilt für alles, was hoch vergrößert wird mit wenigen Ausnahmen. Betroffen sind also Planeten, Mond, Sonne (im Detail), (Kugel-)sternhaufen und Sterne wenn sie hell genug sind. Weniger betroffen sind planetarische Nebel und alles was mit niedriger Vergrößerung beobachtet wird. Das heißt seine Stärken spielt ein 150/750 aus, wenn man damit bei schwacher Vergrößerung Nebel beobachtet, weil hier der Farbsaum um helle Sterne nur wenig vergrößert wird, also wenig stört oder unbeobachtet/unbeachtet bleibt und weil Nebel vom Auge praktisch nur im grünen Licht wahrgenommen werden (was nicht heißt, dass man alles grün sieht).
2. Ein Newton hat bauartbedingt eine Obstruktion. Die setzt grob gesagt den Bildkontrast herab (indem Sie den 1. Beugungsring um jeden Stern oder jeden "Bildpunkt" aufhellt). Relevant ist das bei Objekten mit schwachem Kontrast. Namentlich mal Jupiters Pastelltöne. Die Auswirkung ist Thema mancher Diskussion, man kann aber sagen, dass unter 20% Obstruktion (bezüglich des Durchmessers, nicht der Fläche) die Sache selbst im direkten Vergleich kaum wahrnehmbar ist. 30% oder mehr lässt sich sehen. Im Vergleich zu einem Vollapo, also einem Refraktor ohne Farbfehler (der bei 150mm Öffnung ein Geld kostet, über das wir hier gar nicht reden).
Bedingung seitens des Newtons ist: Man muss damit um können! Das heißt im Detail, dass man das Gerät sauber justieren muss, taugliche Okulare einsetzt, je nach Produkt mal für 20 Euro noch "nachbastelt" und dass man sich auch darum kümmert, dass das Ding keine schädliche Thermik hat. (Wird beim Refraktor gern vergessen: die großen Thermopenfenster kennen das Problem auch.)
Nun zur eigentlichen Frage: Es gibt da wegen der Obstruktionsgeschichte den Kontrastdurchmesser. Ziemlich handhabbar definiert: Optikdurchmesser minus Obstruktionsdurchmesser.
Was sagt das aus? Na in etwa, dass Jupiters Pastelltöne in einem 150/900 mit 40mm Fangspiegel so gut aussehen, wie in einem 110mm Vollapo. Also Achtung: Ein 150/1200 Achromat ist kein Vollapo (und ein 150/750 erst recht nicht). Der schneidet dank Farbfehler noch viel übler ab, wenn man ein entsprechendes Objekt betrachtet. Kleines Schmankerl, was der Kontrastdurchmesser NICHT aussagt: Die Auflösung geht NICHT auf die einer 110mm Optik zurück, bei kräftigen Kontrasten behält der Newton die Auflösung seiner Öffnung, ja wenn die Optik gut beherrscht wird, dann ist die Optik sogar bei bestimmten Detailgrößen etwas kontrastreicher als sie ohne Obstruktion wäre - das ist der Effekt wenn zwei Details grad den Abstand haben wie 1. Beugungsring und Beugungsscheibchen. Dann verstärkt der Beugungsring das Detail noch.
Somit also ist unter den genannten Bedingungen der von mir vorgeschlagene 140/900 Newton optisch beiden Achromaten-Varianten 150/750 und 150/1200 mehr als gewachsen. Echte Leistungsunterschiede gibt es nur im maximal beobachtbaren Himmelsausschnitt. Der ist bei 750mm Teleskopbrennweite einfach größer, bei 1200mm aber auch entsprechend kleiner. Konkret geht es um 3,6° bei 750mm gegenüber 3° mit 900mm und 2,2° mit 1200mm Brennweite die ein 2" Okular mit maximalem Feld zeigen würde (z.B. ein 41mm Panoptic).
Was die Deepsky-Fotografie angeht, ist ein Achromat eine recht undankbare Lösung, hier stört der Farbfehler denn doch sehr stark. Ein 150/900 Newton wäre als Allrounder schon ganz gut geeignet. Ein 150/750 Foto-Newton würde das natürlich toppen, auf kosten der visuellen Leistung und der Ansprüche, die ein schnelles Öffnungsverhältnis von f/5 natürlich an das restliche Equipment, vor allem die Okulare, stellt.
Nun ist, um mal diesen Beitrag zum Abschluss zu bringen, so ein Newton 150/900 so erschreckend preisgünstig zu haben, das man angesichts des Budgets eigentlich gleich auf einen 8" Newton setzen müsste. Kann man aber auch lassen. Ich würde eher empfehlen, mit einem Dobson anzufangen (wobei dabei 150/900 oder 200/1200 dem eigenen Schleppwillen überlassen ist), um dann später für die Fotografie gezielt weitere Ausrüstung zuzukaufen. Für 1000 Euro ist so ein Dobson schon üppig mit Okularen bestückt und man hat dann ein Restbudget, das man nach so ein, zwei Jahren Wartezeit gemütlich mit speziell fotografisch ausgelegtem Material umsetzen kann.
Clear Skies
Sven