Reinigung von Teleskop-Optiken

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NGC4711

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Hallo zusammen,

leider hört man immer wieder von fast waghalsigen Reinigungsversuchen der so kostbaren Teleskopoptiken.

Hier ein erprobtes und zuverlässiges Rezept, welches wir bei unseren Weltraumteleskopen auch einsetzen (seit Anfang der 90er):

Spiegel ausbauen und horizontal lagern

(1) Einen Spritzer normales Pril o.ä. in ca. einen Liter destillierten Wassers auflösen, den Spiegel damit vollständig benetzen und ca. 1 Stunde ruhen lassen.

(2) Mit einem ganz weichen Tuch oder mehreren Lagen Küchentüchern diese(s) ca. 10 cm oberhalb des Spiegels führen und es (sie) - nur durch das Eigengewicht beschwert - über die Spiegeloberfläche führen (also keinesfalls auf die Spiegelfläche drücken).

Mit destilliertem Wasser abspülen und nach verbliebenen Schmutzresten suchen.

Bei Rückständen die Schritte (1) und (2) wiederholen.

Danach die Oberfläche mit Isopropanol oder Ethanol - jeweils in Apothekenqualität - vollständig benetzen und wieder mit dem Tuch - lediglich unter seinem Eigengewicht - "abwischen"; aber niemals drücken!

Fortfahren, bis alle Schlieren verschwunden sind.

Danach das gleiche mit "Aceton reinst".

Für den Normalfall genügt diese zunächst etwas aufwändige Prozedur vollkommen.

Hiernach sollte aller normaler Schmutz verschwunden sein.

Bei Bedarf kann ich Euch die umfangreichere vollständige Prozedur als Mail schicken: vkgroebi (at) aol.com

Vielleicht konnte ich a bissl helfen...


Viele Grüße


Volker


 
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Moin,

also jeder hat ja so seine Reinigungsprozesse, aber Aceton bei Normalverschmutzten Spiegel hab ich auch noch nicht gehört.

Lieber Spülibad, danach destilliertes Wasser zum abspülen und restropfen mit abgerissenen Küchenpapierecken aufsaugen.

Und wenns harter Dreck ist nehme ich zumindest kein Tuch sondern die eigenen Hände mit eingetaucht im Spülibad.

hat bisher immer gereicht und mein Spiegel reinige ich alle 2 bis 3 Jahre je nach Nutzung und verschmutzung.


MfG,

Christian.


 
ist ja ein Riesen-Ding, das Reinigen.

Ich habe eine Brille, die reinige ich jeden Tag, ganz unkompliziert.

Bezogen auf mein Teleskop (2x pro Jahr) hat die Brille in einem Jahr bereits über 180 Teleskop-Jahre hinter sich ....
 
Das Problem ist das die silberne Spiegelschicht auf der Oberfläche des Glases ist - diese ist recht empfindlich

Bei einem normalen Spiegel wie er im Bad hängt ist die Vrespiegelung unter dem Glas und man kann sie nicht beschädigen.

Was aber in meinen Augen total übertreiben wird ist das reinigen von Okularen und Filtern. Diese mache ich einfach mit feuchten weichen Tüchern sauber.
 
...bei ganz hartnäckiegen Verschmutzungen nehme ich einen Edelstahlschwamm.
Der nagelneue Spiegel den ich dann brauche ist garantiert 100% Sauber ;-)
Spaß muss sein ;-)

Schönen Tag euch allen und reinigt nicht zu viel...
 
Hallo Christian,

letztendlich kann natürlich jeder seine Optiken reinigen wie es ihm gefällt...nur wundern muss er sich dann nicht, wenn bei nicht ausreichender Sorgfalt die "Wischer" egal auf welcher Optik mit der Zeit immer zahlreicher werden.

Die von dir vorgeschlagene Technik würde ich auch für Okulare ohne vorige Zwischenschritte so nicht anwenden wollen. Ich interpretiere (vielleicht falsch) aus deiner Beschreibung, daß du offenbar den Staub zu aller erst nicht wegbläst bzw. vorsichtig mit z.B. feuchter Watte abtupfst, sondern gleich mit dem Tuch drangehst...also gleich "wischen"?

Viele Grüße
Werner
 
Servus,

also ich fide den Beitrag von NGC4711 in Ordnung!

Gut er hat vergessen zu sagen, dass man natürlich eine staubfreie Oberfläche voraussetzt.
Abder die Prozedur entspricht dem was ich auch immer mache, und ich habe mein Teleskop schon seit 16 Jahren (ohen Austausch irgendwelcher Teile).

Diese Methode ist übrigens die gleiche, die mir am Instiut für Strahlwerkzeuge beigebracht wurde. Wir am Institug reinigen Spigel nur so. Übrigens ich benutze nur Aceton, Isoprop. verdampft nicht schnell genug.
 
Hallo zusammen,

was mich an obiger Prozedur irritiert, ist, dass es zu immer leichtflüchtigeren Komponenten geht, die dann noch in unzureichender Qualität herangezogen werden. Wenn sich ein Stoff per Verdampfen verabschiedet bleibt der Dreck natürlich zurück. Ohne Auswirkungen bleibt sowas nur wenn
* die Oberfläche schon sauber war und
* das Aceton auch sauber ist. Und da liegt der Knackpunkt: Die Qualität "reinst" ist i.A. recht bescheiden und enthält noch reichlich Verunreinigungen. Und man glaubt gar nicht, welche Schlieren auch kleine Verunreinigungen hinterlassen können.

Daher mein Tipp: Spüli (Tenside reinigen Fettflecken, etc.) Wer etwas Druck geben will verwendet das ganze aus einer Spritzflasche (gibt's in jedem Baumarkt), mit sehr viel demin. Wasser nachspülen und abtropfen lassen (z.B. umgedreht auf eine sauberes, weiches Baumwolltuch).

Wer dann noch Dreck auf der Optik hat, sollte mal die Eichhörnchenfamilie aus dem Tubus vertreiben...

Beste Grüße,
Martin
 
Hi,

ich verwende auch ausschließlich Wasser und Spülmittel, keine weiteren alkoholichen oder flüchtigen Zusätze.
Wenn nach dem Spülen einzelne Tropfen auf dem Spiegel nicht ablaufen wollen, sauge ich die mit einem Aquarellpinsel auf.
 
Also ich spüle als erstes mit normalem Leitungswasser (Dusche) den groben losen Dreck runter. Dann spüle ich das kalkige Wasser mit destilliertem Wasser ab. Nun beginne ich erst die eigentliche Reinigung. Ich lege den Spiegel dazu in eine Plastewanne und gebe eine schöne Ladung aus Fit und Isopropanol drauf. Nun kommt destilliertes Wasser drauf bis es etwa einen Zentimeter über dem Spiegel steht. Jetzt wird das Ganze etliche Male geschwenkt und dann ein paar Stunden ruhig stehen gelassen. Nach dem Ausgießen und Nachspülen mit destilliertem Wasser gebe ich ein paar Spritzer Spüli und etwas mehr Isopropanol drauf. Ich nehme nun einen weichen Fotopinsel und massiere den "Rasierschaum" damit ein. Man kann dabei beobachten wie die halbmatte Spiegelfläche wieder superklar wird. nachdem ich die volle Spiegelfläche zwei bis dreimal gepinselt habe gieße ich die Lösung ab, spüle nach und vergewissere mich im Licht, ob alles schön blank ist. Bei Reststellen gibt's die Pinselprozedur eben nochmal. Danach ist mein Spiegel für das nächste Jahr wieder fit.

Ich habe diese Methode erst einmal ausgeführt und damit erst den festen Dreck abbekommen der vorher immer draufblieb - nur schwenken und einwirken lassen half einfach nicht.

Sternklare Grüße
Alko
 
den Spiegel habe ich erst einmal gereinigt. mit Isopropanol
und brillenputztuch. Das ging prima, keine Kratzer sichtbar
(mit mikroskop geprüft), die wenigen verbliebenen
Schlieren machen keine Probleme.

Für Filterreinigung habe ich mir ganz billig beim
Optiker ein Ultraschall-Reinigungsgerät besorgt.

Meine aktuelle Haupt-Brille ist nach einem Jahr Reinigung
mit Isopropanol+Brillenputztuch deutlich verkratzt =>
regelmässige Reinigung ist, wenn per Hand gemacht
schädlich.
Die nächste wird wohl nur noch mit Utraschall gereinigt.
 
was wäre denn wenn man etwas mehr druck beim reinigen mit den tüchern verwendet?
 
Hallo Dirk,

...hmmm, also es sieht mir doch so aus, als ob du irgend etwas nicht ganz richtig gemacht hast beim Reinigen deiner Brille(n). JEDES Wischen, ohne den Staub vorher gründlich zu beseitigen führt IMMER zu Kratzern. Kleine Partikel machen kleine/schmale Kratzer, größere Partikel größere Kratzer!

Ich habe mehrere Brillen (Computerbrille, 2 unterschiedliche Fernbrillen) seit mehr als einem Jahr. Da ist nichts passiert! Keine Kratzer und obwohl ich mehrmals in der Woche reinige. Die Vergütung ist auch noch in Topzustand. Man benötigt auch nicht zwingend ein Ultraschallgerät sondern nur Sorgfalt dahingehend, daß man zuerst einmal den gesamten Staub abwäscht. Leitungswasser + Spüli + frische Watte (Wattestäbchen) + Aqua dest + Blasebalg reichen aus und alles ist völlig schlieren- und kratzerfrei absolut sauber. Isopropanol + Brillenputztuch benötige ich überhaupt nicht. Sicher, eine solche Reinigung kostet etwas mehr Zeit und Geduld, aber die nehme ich mir. Belohnt wird es durch schöne Gläser in Topzustand auch nach mehr als einem Jahr. Aber wie ich bereits weiter oben erwähnte...letztendlich muss jeder selbst wissen, wie er am besten mit der Reinigung klarkommt. Mehrere Wege führen zum Ziel. ;)

Vielleicht habe ich mit meinen Brillen auch deswegen keine Probleme, da ich die Gläser ähnlich sorgfältig behandle wie die Okularlinsen (diese reinige ich allerdings ca. nur 2-3x im Jahr, mehr ist nicht notwendig). Vergleiche ich die Preise meiner Gläser mit manchem Okular, stelle ich fest, daß die Brillengläser teilweise deutlich teurer sind. Also auch unter diesem Aspekt macht es Sinn, Sorgfalt zu verwenden. Letztendlich sind es ja auch die Brillengläser, welche dem Auge als letztes vorgeschaltet sind. Was hilft's denn, wenn man seine Teleskopoptiken incl. Okulare sorgfältig behandelt und dann durch eine verkratzte oder verschmierte Brille schaut...Dann kann man sich eine sorgfältige Reinigung der Okulare auch schenken.

Viele Grüße
Werner


 
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Hallo,

wir hatten eine Führung am Herschel Teleskop auf LaPalma im März. Die reinigen mit CO2 (Trockeneis) zweimal im Monat und verspiegeln etwa jährlich alle Ihre Spiegelteleskope neu.

Ich lese immer, dass man blos die Finger vom (Dobson) Spiegel lassen soll. Reinigen mache mehr kaputt als es hilft. In welchen Anständen geht Ihr Euren Spiegeln an den Staub?

CS Hardi
 
Hallo,

Die vergleiche mit Großteleskopen kann man kaum heranziehen, sicher geht das auch bei unseren Spiegeln, nur der Aufwand wäre zu groß.

1. haben sie mit viel größeren Flächen zu tun.
2. wie du schreibst, werden die ständig neu versilbert.

Meinen Spiegel reinige ich alle 2 bis 3 Jahre je nach Nutzung.

CS,

Christian.
 
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