Reisegerät: Spektiv oder Richfield?

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Hallo Olli,

fquadrat hat recht. Ich habe mich verschrieben. Statt sGF muss wGF stehen.

40-42mm sind gemeinhin die längsten Okularbrennweiten mit einem max. scheinbarem Gesichtsfeld von 68-70°.

Also wGF = sGF (Okular) : ( Brennweite Objektiv / Brennweite Okular )

Gruß Uwe
 
Lieber Olli,

ich würde nicht über E-Bay kaufen, sondenr beim selben Händler zu denselben Konditionen im Laden:

http://www.astroversand.com/Skywatcher1-p17h2s26-Sky-Watcher-ED-80-PR.htm

Es kann sein, dass du durch eine Nachbesserung / Tausch musst. Mein Apo-Dreilinser war z.B. nicht 100%ig justiert. Es war wenig und ich habe es nicht gleich bemerkt.

Da er Justageschrauben hat, habe ich das an einem künstlichen Stern selbst gemacht. Das ist nicht jedermanns Sache, setzt Justageschrauben voraus und ist bei einem Neugerät unnötig - man sollte lieber tauschen oder gleich drum bitten, das Teil mal gegen einen künstlichen Stern zu prüfen, um Rücksendungen zu vermeiden.

All dass geht in einem richtigen Versandgeschäft ein wenig einfacher.
 
Ok, wahres und scheinbares Gesichtsfeld habe ich nun begriffen und mir die Formel auch gleich abgespeichert. Begriffen habe ich übrigens auch endlich den Unterschied zw. einem "ED / Halb-Apochromat" (zweilinsiges System mit ED-Glas) und "Voll-Apochromat" (dreilinsiges System, mitunter sogar mit Fluorit-Glas oder reinen Fluorit-Linsen). Apos sind der Korrektur nach beide, nur der eine nicht ganz perfekt und der andere perfekt. ;) Was ich nicht begriffen habe ist, wo das "L" aus "Extra Low Dispersion" verlorengegangen ist. Eigentlich müsste es ja "ELD-Glas" heißen. Na, wurscht.

"Kaufen beim niedergelassenen Händler" - sehe ich ein.


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Nun gehts langsam in Richtung Okulare.
Mir ist klar, dass ich einen ED nicht mit minderwertigen Okularen kastrieren darf. Was echter Weitwinkel ist, habe ich bereits bei dem erwähnten Freund erlebt (meine Fr.esse! :smiley60: Sehr beeindruckend!) und bei ihm auch durch Okus von Televue und Nagler geschaut.


Frage 1:
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Aber für den Anfang, zur Orientierung am Himmel ... was meint ihr, taugt dieses sehr beliebte Zoom von Seben nur für einfache Achromaten und ist es an einem ED rausgeschmissenes Geld oder kann man damit zur Orientierung arbeiten? (Vor der Anschaffung höherwertiger Festbrennweiten.) Sinn: erstmal gucken, welche Brennweite sich als Festbrennweite an dem angestrebten 80/600 lohnt bzw. mir am genehmsten ist.

Die Rezensionen zu dem Okular klingen jedenfalls vielversprechend.

Und vor allem: für terrestrische Beobachtungen sollte es doch gleichermaßen ausreichend wie praktisch sein, oder?


Frage 2:
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Welche Festbrennweiten (Okular) empfehlt ihr mir ungefähr an einem 80/600er ED
a) zur Planetenbeobachtung und
b) für Widefield? ("Milchstraßenspaziergang")
(Nach dem, was ich hier so gelesen habe, schätze ich, dass man für Planeten an die Leistungsgrenze gehen sollte um alles an Details rauszuholen, also ca. 160fach, also 3,5mm.)

Ich weiß auch, dass die Brennweite nicht alles ist, sondern das Gesichtsfeld für Widefield primär ist.

Und auch an der Stelle wieder: danke an alle, verzeiht, wenn ich nicht namentlich reihum gehe! :smiley47:


Und noch ein Wort zu dem
Fluid-Stativkopf:
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Das Ding ist angekommen und ist erstaunlich robust! Falls es jemanden interessiert, ich habe eine "Ersteindrucks-Rezension" dazu verfasst.
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Zitat von Olli_Kern:
mitunter sogar mit Fluorit-Glas oder reinen Fluorit-Linsen)
Die Glaslinsen enthalten Fluorid, Fluorit ist nie Glas, sondern ein Kristall.

Was ich nicht begriffen habe ist, wo das "L" aus "Extra Low Dispersion" verlorengegangen ist.
Faulheit, vermute ich. Die bei Kameras zu findende Angabe "ISO" ist dagegen jahrzehntelange Dämlichkeit. Angegeben ist ASA, zu ISO wird das erst in Kombination mit den DIN-Graden. Läßt man die aus der ISO-Angabe weg, bleibt wieder ASA übrig, was eben kein ISO mehr ist.

auch durch Okus von Televue und Nagler geschaut.
Die Nagler sind von Televue ...

Grüße

fquadrat
 
> ED nicht mit minderwertigen Okularen kastrieren

Das kann täuschen. Einfache Okulare sind nicht automatisch minderwertig können durchaus ordentliche Ergebnisse liefern. Ich rede hier freilich nicht von Billigstokularen mit Plastiklinsen, aber gut gefertigte Plössls geben an einem nicht zu kurzbrennweitigen Instrument auch gute Bilder.

Teurere Okulare geben vor allem mehr Beobachtungskomfort: Größeres Bildfeld, angenehmer Augenabstand. Die ganz teuren schaffen es, die Koma zu redutieren, welche kurzbrennweitige Istrumente einführen. Das ist vor allem für Newton-Teleskope wichtig.
 
Hi!

Die 40-60° vom Seben Zoom wären mir zu wenig Bildfeld, vor allem wenn du eh auf Weitwinkel stehst. Doppelt kaufen lohnt nicht. Ich kenne das Seben nicht, aber Preisklasse und Daten ähneln dem Okular, das Celestron am Ultima 80 Spektiv verbaut hat - brauchbar, aber auch am Spektiv ersetze ich es gerne durch das Hyperion Zoom. Extra kaufen würde ich es nicht, oder wenn, dann nur gebraucht (gerade, wenn es nicht als endgültige Lösung geplant ist - der Wiederverkaufswert ist doch relativ konstant).

Meine endgültige Ausstattung am ED80/600 ist:
  • 36mm Baader Hyperion Aspheric. Kein übertriebenes Weitwinkel; der Bildfeldrand ist noch zu sehen - was ich sehr angenehm finde, da ich das ganze Bildfeld überblicken will, das ich bezahlt habe. Da finde ich die 72° sehr angenehm.
    Ausschlaggebend war für mich, dass ich mit dem Okular in den Fokus gekommen war - bei die Kombination Celestron ED80, MaxBright Zenitspiegel und TS-WA-Okular (38mm?) hatten mir ein paar Millimeter zum scharfen Bild gefehlt; die Zenitspiegel haben keine genormte Länge. Mit einem billigeren Zenitspiegel hätte es gepasst; ich hab später noch den Okularauszug getauscht.
    Schöne Abbildung und deutlich über 4° Bildfeld am Himmel. Damit und mit einem Leuchtpunktsucher ist Galaxienjagen fast schon unsportlich - man hat sie eigentlich immer beim ersten Versuch im Bildfeld:-)
  • Baader Hyperion 8-24mm Zoom (noch die alte Version). Bei 24mm noch kein Weitwinkel; zwischen 20 und 8mm stört mich der Bildrand nicht mehr. Mit 25-75x ist der Vergrößerungsbereich nicht so enorm; ich nutze das Okular aber auch am C8, wo es fast den gesamten interessanten Vergrößerungsbereich abdeckt. Eigentlich wollte ich es durch Festbrennweiten ersetzen, aber der Vergleich mit den Hyperion Festbrennweiten hatte mir keinen Vorteil gebracht, das Hyperion Zoom taugt. Wenn ich es jemals ersetzen wollte (zum Beispiel, um es an meinem Spektiv zu lassen), würde ich eine Festbrennweite irgendwo in der Mitte nehmen.
  • Die Barlowlinse für das Hyperion Zoom gab's damals noch nicht, daher kam für die Höchstvergrößerung dann das Lacerta UWA Zoomset, 82° ca. 7-3,5 mm Brennweite von *entfernt* her. Fast schon zu viel Bildfeld, da ich bei Tag näher ans Okular muss, um alles zu überblicken, aber sehr komfortabel. Ich hab noch einen der Prototypen, bei denen am Zoom-Mechanismus rumprobiert wurde; aber egal ob Zoomen durch Drehen oder Ziehen: Funktioniert beides sehr schön.
    Es gibt nur zwei Nachteile: Wenn ich vom Hyperion auf das AstroZoom wechsle, muss ich deutlich nachfokussieren; aber selbst wenn ich das Teleskop azimutal und ohne Nachführung betreibe, ist das kein Problem, sondern nur etwas störend.
    Außerdem habe ich nie eine Ahnung, welche Vergrößerung ich gerade nutze - es gab schon den Verdacht, dass das Ausgangsokular eigentlich eine andere BRennweite als vom Hersteller angegeben hat, und das *entfernt* hat keine Brennweitenmarkierungen. Aber ich habe auch festgestellt, dass mir die exakte Vergrößerung sowas von egal ist: Für die Maximalvergrößerung wird einfach bis zu einem angenehmen Wert gezoomt; bei geschätzen 3,5mm Maximalvergrößerung des Okulars ist ja eine deutliche Übervergrößerung möglich. Solange ich nicht zeichne, brauche ich die Vergrößerungsangabe nicht, da langt mir ein schönes Bild.
Das AstroZoom hat bei mir das 5mm und das 3,5mm Hyperion ersetzt. Die 3,5mm habe ich kaum eingesetzt und verkauft; das 5mm ist für die Öffentlichkeitsarbeit noch da, so kann ich das AstroZoom schonen (Besonders toll sind Kinderveranstaltungen in der Innenstadt, wenn die Kids erst beim Schminken waren und danach ans Teleskop kommen. Schminke von Gummi oder der Optik zu entfernen, ist nervig).

Sehr angenehm ist, dass ich so in der Nacht nur mit drei Okularen hantiere und eine aufgeräumte Ablageplatte am Stativ habe: Zwei Okulare, Filterboxen, Sternkarte. Das ist mir in der Praxis wichtiger, als mit einem Ortho ein kleines bisschen mehr Kontrast am Planet rauszukitzeln.

Ich bin also von Festbrennweiten abgekommen und (außer beim Übersichtsokular) bei Zooms gelandet. Wenn du Festbrennweiten für die Planetenbeobachtung suchst, sind Orthos immer noch die Empfehlung, da beste Abbildung auf der Achse. Nur bist du bei der Vergrößung weniger flexibel.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo Uwe,

ich kann hier mal nicht die Klappe halten. Du weißt es wirklich besser und kannst es doch nicht lassen. Die ganz teuren Okulare korrigieren immer noch keine Koma. Sie sind nur gegenüber Okularastigmatismus gut korrigiert und haben eine zu vielen teleskopen passende Ebnung. Du bist da wirklich ein harter Brocken und doch schon ganz lange dabei.
Und auch ansonsten regt sich in mir Widerspruch, was Du zu teuren Okularen sagst. Bitte schau doch mal nach, was für Preise TMB Mono und Pentax XO laut Liste haben (hatten) und erzähle mir mal, wo da großes Gesichtsfeld, Augenabstand und Einblickkomfort sind.
Auch zu sehr guten Bildern beim Plössl möchte ich anmerken, dass Plössls gegenüber dem Abbe Ortho den Nachteil haben, die besten Spots einige Grad (des scheinbaren Gesichtsfelds) abseits der Mitte zu liefern. Hinzu kommt, dass Deine Formulierung "nicht zu kurzbrennweitig" leider am Kern der Sache vorbei geht: Das Öffnungsverhältnis darf nicht zu groß werden (im Sinne von f/4 ist größer als f/10, was auch nicht jeder auf anhiebnso liest).

Ich sammle damit bestimmt keine Beliebtheitspunkte, aber vielleicht zeigt eine direkte Ansprache ja auch mal Wirkung.

Clear Skies
Sven
 
fquadrat:
"Die Glaslinsen enthalten Fluorid, Fluorit ist nie Glas, sondern ein Kristall."
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Fluoride sind auch kristallin. Sind ja Salze. Was du in Bezug auf Fluorit meinst, ist wohl, dass es ein Mineral ist. Also ein natürlich-geologisch gewachsenes und nicht industriell dargestelltes Salz. Aber selbst das Mineral "Fluorit" ist chemisch gesehen ein Fluorid, nämlich Kalziumfluorid. ;-)
Worauf ich mich in meinem letzten Posting bezog, war, dass mein Astrofreund in irgendeinem Museum oder einer wissenschaftlichen Eindrichtung einen Refraktor gesehen hat, mit einer Objektivlinse, geschliffen aus einem künstlich gezogenen Fluorit-Einkristall. Unbezahlbar teuer, maximale Transmission. Er meinte, da guckt man ins Objektiv und sieht zwar anhand der optisch-geometrischen Veränderungen des Raumes dahinter, dass da eine Linse sein muss, aber hat auf den ersten Blick das Gefühl, in einen leeren Tubus zu schauen, weil - flüchtig hingeschaut - keinerlei Lichtreflexe auf der Linsenoberfläche auszumachen sind. Er meinte, das Licht geht komplett durch das Material durch.
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"Die Nagler sind von Televue ..."
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Aha! Wieder was gelernt. Danke! Ich dachte, es wäre ein Firmenname. Aber es bezeichnet wohl das Konstruktionsprinzip.
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Alex:
Vielen Dank für diese ausführliche Darlegung! :-)
Ich habe auch gleich deine Seite durchstöbert. Sehr lehrreich!
Ich habe mich auch ein bisschen in die Okulartypen eingelesen und mich erstmal grundlegend über die Stärken der einzelnen Arten informiert. "Superplössel" fiel mir da recht positiv ins Auge. Der Vor-(Schärfe/Kontrast) und Nachteil (geringes Sehfeld) von orthoskopischen Okus ist mir jetzt auch klar. Zumindest theoretisch.
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Uwe und Sven:
Ich hoffe, ich habe jetzt keine Reibungswärme zwischen Koryphäen ausgelöst. :-/
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Äh, warum kann ich hier eigentlich keine PNs verschicken? Das hier ist mein erster Thread. Muss ich mehrere erstellen um privat schreiben zu dürfen?

 
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Zitat von Olli_Kern:
fquadrat:
"Die Glaslinsen enthalten Fluorid, Fluorit ist nie Glas, sondern ein Kristall."
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Fluoride sind auch kristallin. Sind ja Salze.
Allerdings ist ein Fluorid kein Kristall mehr, sobald es in der Glasschmelze gelöst ist. Das ändert sich beim Erkalten auch nicht mehr. Dagegen ist Fluorit, also Calciumfluorid, meines Wissens nicht in den Glaszustand zu befördern, sondern immer kristallin (sofern fest).

Somit gibt es Glaslinsen, Fluoritlinsen und Fluoridglaslinsen, aber keine Fluoritglaslinsen.

"Die Nagler sind von Televue ..."
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Aha! Wieder was gelernt. Danke! Ich dachte, es wäre ein Firmenname. Aber es bezeichnet wohl das Konstruktionsprinzip.
Es ist der Nachname des Televuegründers, Al Nagler.

Grüße

fquadrat
 
"Somit gibt es Glaslinsen, Fluoritlinsen und Fluoridglaslinsen, aber keine Fluoritglaslinsen."
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Ok, jetzt ist es klar. Ich habe meine diesbezüglichen Informationen nur phonetisch aufgenommen. Da liegen "d" und "t" dicht beieinander. ;o)
 
Die sind hier auch dicht beieinander, aber eben nicht gleichbedeutend. Und der Unterschied in der Bedeutung kann dann schon einmal den Unterschied zwischen "gibt es" und "gibt es nicht" ausmachen.
 
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