Andi.H
Mitglied
Hallo,
heute möchte ich die Renovierung meines 8 Zoll f/6 Dobsons vorstellen. Ausgangslage war mein nun über 20 Jahre alter Dobson, den mir mein Astro-Freund Kurt gebaut hat. Mit diesem wirklich schönen Teleskop war ich schon als 12-Jähriger auf dem ITV in Stumpertenrod Ende der 90er. Der Tubus bestand aus einem blaulackiertem orangenen PVC-Rohr DN 250 und war entsprechend schwer. Das ist auch der Grund der Renovierung, das Gerät sollte leichter werden. Der Hauptsiegel von Westerholt und die Hauptspiegelfassung sollen weiter verwendet werden, der Rest kommt neu. Den Spiegel habe ich zwischenzeitlich bei Teleskop-Austria neu verspiegeln lassen. Der Einsatzzweck ist hauptsächlich visuell sowie Mond- und Planetenfotografie auf einer AZ-EQ6 im AZ-Modus.
Der neue Tubus ist aus Hartpapier von Gerd Neumann und hat Wandstärke von 4 mm. Der Tubus ist sehr stabil, vermutlich wäre auch eine Wandstärke von 3,5 mm oder 3 mm ausreichend. Der Innendurchmesser von 250 mm wurde von der vorhandenen Hauptspiegelfassung bestimmt. Innen habe ich den Tubus mit schwarzem Velours von d-c-fix ausgekleidet. Ich habe es zig mal abgesaugt, die befürchteten Fusseln auf dem Spiegel konnte ich noch nicht feststellen. Da Hartpapier nicht sehr ansehnlich ist, habe ich ihm außenherum eine Carbon-Folie spendiert. Leichter wird das ganze damit natürlich nicht.
Zur Bestimmung relevanter Maße wie Fangspiegelgröße und -offset, Abstand von Hauptspiegel und Spinne sowie die Konstruktion der Rockerbox nutze ich die Freeware QCAD. Mit QCAD mache ich einfach eine 1:1 Konstruktionszeichnung und kann damit die erforderlichen Maße bestimmen. Die Maße habe sich bei einer Nachrechnung mit myNewton bestätigt. Mit einem ausgeleuchteten Bildfeld von 12 mm ergibt sich ein Fangspiegel mit 46 mm kleiner Achse und 2 mm Offset. Das ist natürlich kein super planetenoptimierter FS, es soll ja auch ein Allround-Gerät sein. Der Fangspiegel stammt von ICS, die Spinne und der FS-Halter von Drehen und Mehr Horst Becker. Der Fangspiegel ist mit Aquariumsilikon aus dem Obi angeklebt.
Den Fokuspunkt habe ich 15 mm über den eingefahrenen Auszug gelegt, so komme ich mit allen Okularen (Ethos und Nagler) sowie mit dem Binoansatz und GWKs in den Fokus. Der OAZ soll nicht in das Tubusinnere ragen, da dort ein Filterschieber von Spheretec seinen Platz finden soll. Entsprechend musste ich eine Verlängerung mit einplanen. Ich durfte dann leider feststellen, dass die Maßhaltigkeit von Starlight Instruments leider nicht die Beste ist. Die einzelnen Teile werden mit Ringschwalbenschanz und Madenschrauben zusammengefügt. Der Ringschwalbenschwanz von der Verlängerung war minimal zu kurz, sodass die Madenschraube nicht sauber klemmte. Das habe ich auch erst festgestellt, als mit der Binoansatz samt Okularen und OAZ entgegen gefallen kam. Glücklicherweise konnte ich alles knapp vor den Waschbetonplatten noch auffangen. Da ist man wach! Da nochmal Danke an ICS, die das Teil problemlos umtauschten.
Die Rockerbox ist aus 18 mm und die Rohrschellen sind aus 2 x 15 mm Birke-Multiplex gefertigt. Alle Verleimungen sind mit Lamellos ausgeführt. Lamellolieren macht Spaß! Die Oberflächen sind mit Osomo Hartwachs-Öl rapid farblos seidenmatt geölt. Das macht eine schöne Oberfläche und lässt sich gut verarbeiten. Habe es 2-fach mit einem Lappen aufgetragen und dazwischen einmal fein geschliffen. Die Gleitlager sind alle aus Teflon und Formica von Spheretec. Das Azimutlager ist recht einfach, im Fußteil ist von oben eine Einschlagmutter mit Gewindestange und von unten gekontert. Der Widerstand kann in der Rockerbox mittels selbstsichernder Mutter und Kunststoffunterlegscheibe als Gleitlager eingestellt werden.
Der Tubus wiegt nun 13 kg, ist kein super Leichtgewicht aber wird von der AZ-EQ6 noch gut visuell getragen. Dazu kann einfach an einem Höhenrad eine Prismenschiene montiert werden.
Viele Grüße und CS
Andreas
heute möchte ich die Renovierung meines 8 Zoll f/6 Dobsons vorstellen. Ausgangslage war mein nun über 20 Jahre alter Dobson, den mir mein Astro-Freund Kurt gebaut hat. Mit diesem wirklich schönen Teleskop war ich schon als 12-Jähriger auf dem ITV in Stumpertenrod Ende der 90er. Der Tubus bestand aus einem blaulackiertem orangenen PVC-Rohr DN 250 und war entsprechend schwer. Das ist auch der Grund der Renovierung, das Gerät sollte leichter werden. Der Hauptsiegel von Westerholt und die Hauptspiegelfassung sollen weiter verwendet werden, der Rest kommt neu. Den Spiegel habe ich zwischenzeitlich bei Teleskop-Austria neu verspiegeln lassen. Der Einsatzzweck ist hauptsächlich visuell sowie Mond- und Planetenfotografie auf einer AZ-EQ6 im AZ-Modus.
Der neue Tubus ist aus Hartpapier von Gerd Neumann und hat Wandstärke von 4 mm. Der Tubus ist sehr stabil, vermutlich wäre auch eine Wandstärke von 3,5 mm oder 3 mm ausreichend. Der Innendurchmesser von 250 mm wurde von der vorhandenen Hauptspiegelfassung bestimmt. Innen habe ich den Tubus mit schwarzem Velours von d-c-fix ausgekleidet. Ich habe es zig mal abgesaugt, die befürchteten Fusseln auf dem Spiegel konnte ich noch nicht feststellen. Da Hartpapier nicht sehr ansehnlich ist, habe ich ihm außenherum eine Carbon-Folie spendiert. Leichter wird das ganze damit natürlich nicht.
Zur Bestimmung relevanter Maße wie Fangspiegelgröße und -offset, Abstand von Hauptspiegel und Spinne sowie die Konstruktion der Rockerbox nutze ich die Freeware QCAD. Mit QCAD mache ich einfach eine 1:1 Konstruktionszeichnung und kann damit die erforderlichen Maße bestimmen. Die Maße habe sich bei einer Nachrechnung mit myNewton bestätigt. Mit einem ausgeleuchteten Bildfeld von 12 mm ergibt sich ein Fangspiegel mit 46 mm kleiner Achse und 2 mm Offset. Das ist natürlich kein super planetenoptimierter FS, es soll ja auch ein Allround-Gerät sein. Der Fangspiegel stammt von ICS, die Spinne und der FS-Halter von Drehen und Mehr Horst Becker. Der Fangspiegel ist mit Aquariumsilikon aus dem Obi angeklebt.
Den Fokuspunkt habe ich 15 mm über den eingefahrenen Auszug gelegt, so komme ich mit allen Okularen (Ethos und Nagler) sowie mit dem Binoansatz und GWKs in den Fokus. Der OAZ soll nicht in das Tubusinnere ragen, da dort ein Filterschieber von Spheretec seinen Platz finden soll. Entsprechend musste ich eine Verlängerung mit einplanen. Ich durfte dann leider feststellen, dass die Maßhaltigkeit von Starlight Instruments leider nicht die Beste ist. Die einzelnen Teile werden mit Ringschwalbenschanz und Madenschrauben zusammengefügt. Der Ringschwalbenschwanz von der Verlängerung war minimal zu kurz, sodass die Madenschraube nicht sauber klemmte. Das habe ich auch erst festgestellt, als mit der Binoansatz samt Okularen und OAZ entgegen gefallen kam. Glücklicherweise konnte ich alles knapp vor den Waschbetonplatten noch auffangen. Da ist man wach! Da nochmal Danke an ICS, die das Teil problemlos umtauschten.
Die Rockerbox ist aus 18 mm und die Rohrschellen sind aus 2 x 15 mm Birke-Multiplex gefertigt. Alle Verleimungen sind mit Lamellos ausgeführt. Lamellolieren macht Spaß! Die Oberflächen sind mit Osomo Hartwachs-Öl rapid farblos seidenmatt geölt. Das macht eine schöne Oberfläche und lässt sich gut verarbeiten. Habe es 2-fach mit einem Lappen aufgetragen und dazwischen einmal fein geschliffen. Die Gleitlager sind alle aus Teflon und Formica von Spheretec. Das Azimutlager ist recht einfach, im Fußteil ist von oben eine Einschlagmutter mit Gewindestange und von unten gekontert. Der Widerstand kann in der Rockerbox mittels selbstsichernder Mutter und Kunststoffunterlegscheibe als Gleitlager eingestellt werden.
Der Tubus wiegt nun 13 kg, ist kein super Leichtgewicht aber wird von der AZ-EQ6 noch gut visuell getragen. Dazu kann einfach an einem Höhenrad eine Prismenschiene montiert werden.
Viele Grüße und CS
Andreas
