RGB-Jupiter nach YUV-Bearbeitung

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Jan_Fremerey (verstorben)

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Am 14. November hatte ich Jupiter unter etwas weniger guten Sichtbedingungen aufgenommen als am 13. Dezember und konnte nur mittels einer R-RGB-Bearbeitung ein für meinen Geschmack noch einigermaßen befriedigendes Ergebnis herausholen, siehe letztes Bild in dieser Diskussion.

Im Hinblick auf die ein wenig verfälschte Farbwidergabe von R-RGB-Bildern im Vergleich zu reinen RGB-Bearbeitungen habe ich nun die Kontrastbearbeitung des RGB-Bildes nach dessen Zerlegung in seine YUV-Komponenten allein auf die Y-Komponente (Luminanz) beschränkt und auf diesem Wege die Verfälschung des Farbeindrucks vermieden.

Für diejenigen, denen das YUV-Farbmodell noch nicht geläufig ist, hier - neben dem Hinweis auf Wikipedia - eine kurze Erläuterung des Konzepts: Die Y-Komponente des Bildes beinhaltet ausschließlich die Gesamthelligkeit aller drei Farbkomponenten, R, G und B, also keine Farbinformation, während die U- und V-Komponenten allein der "Kolorierung" des Bildes dienen. Die beiden Farbkomponenten gewinnt man, z.B. in Fitswork, nach folgendem Schema: U = (B-Y)*0,493 und V = (R-Y)*0,877. Die Y-Komponente ist in Fitswork unmittelbar als Luminanzbild zugänglich.

Aus den mittels AutoStakkert gewonnenen Summenbildern für die Farben R, G und B habe ich also zunächst nach dem oben beschriebenen Rezept die Y-, U- und V-Komponenten erzeugt, anschließend nur die Y-Komponente einer Kontrastbearbeitung unterzogen und diese dann am Ende wieder mit den unbearbeiteten U- und V-Komponenten zusammengefügt. Hier ist das Ergebnis:

Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/YUV_G105B105_rot-2_0-45Kg100_Einsatz_ss2.png

Auch wenn die Detailschärfe aufgrund der Sichtbedingungen zur Zeit der Aufnahme nicht gerade den Möglichkeiten meines 10" Teleskops entspricht, so gefällt mir das Bildergebnis hinsichtlich der Farbgebung doch entschieden besser als die zuvor gewonnene R-RGB-Bearbeitung.

Die Farbkomponenten des links vom Planeten stehenden Mondes Europa erscheinen hier gegeneinander verschoben, weil ich die Justierung der Farblayer des RGB-Komposits auf den zentralen Bereich der Planetenscheibe gesetzt hatte. Während der Aufnahmedauer von insgesamt ca. 3 min war Europa hinter dem Planeten um etwa einen Durchmesser nach Osten (links) gewandert.

Gruß, Jan
 
Möglicherweise erschien das YUV-Konzept an dieser Stelle ein wenig unverständlich. Darum will ich versuchen, die Idee nochmal anhand eines anderen Bildbeispiels zu erläutern.

In der nachfolgenden Gegenüberstellung (Animation) habe ich die bereits zuvor in etwas kleinerem Maßstab gezeigte Jupiteraufnahme vom 13. Dezember nach drei unterschiedlichen Rezepten aufbereitet, die aus den jeweiligen Bildunterschriften hervorgehen:

Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/Ju121213_RRGBvsYUVvsRGB.gif

Meine ursprüngliche Absicht, mit der YUV-Technik unter Einbringung des Rotkanals für die Luminanz (Y) ein hinsichtlich der Farbgebung günstigeres Ergebnis hinzubekommen als mit einer RRGB-Aufbereitung, hat sich hier leider nicht erfüllt. Beide Versionen führen zum gleichen Ergebnis, sie sind in ihrer Auswirkung auch beim Blinken nicht zu unterscheiden und fallen in der Wiedergabequalität deutlich gegen die einfache RGB-Bearbeitung ab.

Wie schon an anderer Stelle diskutiert, werden die sich in Umfangsrichtung des Planeten hinziehenden Streifenwolken bei der RGB-Aufbereitung etwas stärker betont, dafür sind die beiden rotbetonten Aufbereitungen weniger farbdifferenziert und zeigen mehr Rauschen.

Fazit: Der Umweg über YUV scheint sich zumindest gegenüber RRBG nicht zu lohnen, und RGB führt mit dem geringsten Aufwand zu farblich und in der Detailzeichnung ansprechenden Ergebnissen.

Gruß, Jan
 
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