Ritchey-Chrétien Teleskop mit Bino?

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Hallo Sternenfreunde,

mich würde grundsätzlich interessieren, ob jemand von Euch bereits Erfahrungen mit einem Bino an einen Ritchey-Chrétien Teleskop z.B. Gso Rc8 gemacht hat? Nach Berichten auf CN soll ein RC visuell ob großer Obstruktion eher mäßig sein - genauere Angaben ab welcher Okularbrennweite einem 8 Zöller dann die Puste/Kontrast ausgeht, habe ich aber nicht gefunden. Öffnungsverhältnis und Backfocus sollten wieder Bino freundlich sein. Beim Schmidt-Cassegrain war die Kombination von Bino mit Reducer kontraproduktiv (siehe C8 mit Bino und Reducer ). Gilt gleiches auch für ein RC?

Wenn überhaupt würde ich Okulare zwischen 20 und 12mm verwenden wollen - also noch moderate Vergrößerungen. Ziel wäre DS und nicht Planeten. Newton ist klar besser - aber ich will an meiner Ayo/skyTee mit zusätzlichem Refraktor nicht immer "ums Eck" laufen müssen ;) .

Viele Grüße,
Andy
 
Hallo Andy,

An meinem kleineren 6" RC mache ich gerne mal ab und zu ein 2" 21mm rein, Schmerzgrenze visuell von der AP und der Obstruktion gerade noch verkrafte an meinem ist ein 2" 15mm. Beim 9mm 100Grader schlägt mir schon viel zu kräftig die Obstruktion zu, sehe ich persönlich nicht mehr als angenehm um meinen gewünschten Effekt beim Beobachten zu haben, auch nicht am Mond.
Ein grosses 32mm 2" habe ich auch gerne, aber auch wenn ich ein Bino habe den ich ausschließlich am 4" Refraktor mit maximalen 270mm Backfokus benutzte, bin ich bis jetzt noch nicht in die Versuchung gekommen den Bino am RC dranzumachen. Obligatorisch müsste ich da ein GWK dazwischen machen wobei mir dann das Bild bei meinem kleinen Bino einfach zu dunkel wird.
Solltest du ein Grossfeld Bino haben würde ich das noch probieren mit einem sehr guten kleinen Prisma passenden von Baader mit zwei 32mm Okularen plus 1.2x GWK, aber alles was darunter ist an Brennweite wäre mir persönlich nicht einmal den Versuch wert.
Jeder hat seine Schmerzgrenze beim Beobachten woanders.
Ich mag die RC's am liebsten für Astrofotografie, mit passenden Pixeln und Seeing.
Empfinde auch Beobachtung bei minimalen zu mittleren Vergrößerungen ganz Ok.
Beim RC mit Umlenkoptik und Bino bist du gezwungen einen GWK zu benutzten, was noch eine Limitation dazu ist.

Clear skies,
- Martin
 
Hallo Martin,

danke für die Info. In meiner Wühlkiste liegt noch ein Maxbright 1, ein Baader Gwk 1,25 und ein T2 Zenitspiegel. Großfeldbino hab ich keins. Entsprechend ist 20mm Okular die obere Grenze wegen der Feldblende am Bino.

Gruß, Andy
 
Hallo Andy,
damit kannst Du es auf jeden Fall probieren.
Und da der genannte Achtzöller über einen üppigen Backfokus verfügt (deshalb auch die heftige Obstruktion) kannst Du den Glaswegkorrektor wahrscheinlich weglassen. Aber da Du ja alles bereitliegen hast, kannst Du nach Herzenslust probieren.
Denn: Versuch macht kluch……..

CS

Dietmar
 
Den GWK braucht man allein wegen des Farbfehlers durch den Glasweg. Ich würde keinesfalls ohne beobachten.

LG
Olli
 
Den GWK braucht man allein wegen des Farbfehlers durch den Glasweg
Das ist völlig korrekt. Bei hellen Sternen und vor Allem an Planeten ist der GEK so gut wie unverzichtbar .
Baader schreibt ja bei der Produktbeschreibung eindrücklich, dass das Verlagern des Brennpunktes nur nachrangige Bedeutung hat…
Andy schreibt aber, dass Planeten nicht sein Ziel sind.
Deshalb käme es auf einen Versuch an, bei DeepSky, den GWK, der die Brennweite in dem Fall um immerhin 25% steigert, einfach mal wegzulassen.

Bei Beobachtung der Sonne, wo Farbfehler noch weniger eine Rolle spielen, lasse ich den GWK fast immer weg.

CS

Dietmar
 
Das ist völlig korrekt. Bei hellen Sternen und vor Allem an Planeten ist der GEK so gut wie unverzichtbar .
Baader schreibt ja bei der Produktbeschreibung eindrücklich, dass das Verlagern des Brennpunktes nur nachrangige Bedeutung hat…

Pauschal sollte man das so nicht sagen denn der vom Glasweg verursachte Farbfehler ist stark von der Öffnungszahl abhängig.
Bei größer Öffnungszahl kann man auf einen GWK also durchaus verzichten.

Die Wellenoptische Schärfentiefe vergrößert sich mit dem Quadrat der Öffnungszahl.
Entsprechend drastisch verändert sich auch der vom Glasweg verursachte Farbfehler mit der Öffnungszahl.
Allein eine Brennweitenverlängerung vor dem Glasweg und damit die Vergrößerung der Öffnungszahl bewirkt also schon eine spürbare Verringerung des Farbfehlers.

Ein Bino dürfte so um die 80mm Glasweg haben.
Der Farbfehler entspricht hier bei F8 dann einem RC von rund 2.
Damit könnte man durchaus noch leben, insbesondere dann wenn man eh nur mit größerer AP beobachten möchte.
Schon bei einer AP von 2mm entspricht der subjektiv empfundene Farbfehler in diesem Fall hier lediglich einem RC von 1.

Grüße Gerd
 
Also ich sehe schon den Farbfehler von nur 36mm BaK4 bei F/7,5 deutlich.

Bei 80mm BaK4 rutscht c gegenüber e um 180my rein, während f gegen e um 150my raus läuft. Macht zwischen c und f eine Differenz von über 300my bei einer Schärfentiefe von 70my, mir wäre das zu viel.

Allein schon um nicht Obstruktion UND Farbfehler zu haben.

LG
Olli
 
Zuletzt bearbeitet:
Also ich sehe schon den Farbfehler von nur 36mm BaK4 bei F/7,5 deutlich.

Am Spiegel?

Bei 80mm BaK4 rutscht c gegenüber e um 180my rein, während f gegen e um 150my raus läuft. Macht zwischen c und f eine Differenz von über 300my bei einer Schärfentiefe von 70my, mir wäre das zu viel.

Du fokussierst aber nicht auf F oder C sondern auf e und bei diesem Fokus befindet sich C eben 180ym und F 150ym aus dem Fokus und nicht über 300ym.
Das es einmal Intrafokal und einmal extrafokal ist spielt dabei keine Rolle.
Der Durchschnitt des Defokus von F und C (ohne Berücksichtigung des Vorzeichens) wäre also 165ym und das wäre bei F8 ein RC Wert von 2,3.

Grüße Gerd
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Sternenfreunde,

very funny. Kaum lässt man den Thread einen halben Tag unbeaufsichtigt, schon lernt man durchaus Interessantes zu Gwks und Öffnungsverhältnissen ;) .

Um was ging es denn eigentlich? Ach ja. Um die Frage, ob jemand bei einem Ritchey-Chrétien schon mal mit Bino Deep Space beobachtet hat. Und ob das einigermaßen taugt bzw. bis zu welchen Vergrößerungen man gehen kann.
Es hat jetzt keiner laut aufgeschrien, also scheint's nicht ganz abwegig zu sein?!

Clear skies,
Andy
 
Ich habe nochmal den Okularrechner der Sterfreunde Münster bemüht.
Mit 1,25 GWK komme ich für den Gso RC8 auf f 2835mm. Bei einem 20er Okular wäre die AP 1,4mm, bei 16mm nur noch auf 1,1mm. Schon düster.

Ohne GWK wäre f 2270mm und die AP bei den obigen Okularen bei 1,7mm und 1,4mm. Ob das bei DS wirklich sinnvoll ist - da fehlt es mir eindeutig an Erfahrung.

CS,
Andy
 
Hallo Andy,

wozu benötigst du den einen Okularrechner?
Die Rechnung ist doch wirklich sehr simpel
Vergrößerung = Brennweite Teleskop / Brennweite Okular.
AP = Öffnung Teleskop/ Vergrößerung.

Ohne GWK wäre f 2270mm und die AP bei den obigen Okularen bei 1,7mm und 1,4mm. Ob das bei DS wirklich sinnvoll ist - da fehlt es mir eindeutig an Erfahrung.

Das RC8 von GSO hat 1624mm Brennweite und nicht 2270.
Es hat F8 und nicht F 11,2

Ich sehe auch absolut keinen Grund sich bei der Okularbrennweite auf 20mm zu beschränken.
Mit Bino ist man zwar auf 1,25“ beschränkt aber auch da ist es absolut kein Problem zb. ein Plössl mit 40mm Brennweite zu verwenden.


Das hat dann zwar „nur“ 46° SGF aber damit kann man durchaus leben.
So ein RC ist zwar im, Feld beschränkt aber bezüglich einer für DS ausreichend großen erreichbaren AP gibt keine größeren Einschränkungen, selbst mit Bino nicht.
Auch wenn das Bino nur 21mm Durchlass hat, der 1,25“ Anschluss aber maximal 28mm ermöglicht die das 40mm Plössl natürlich auch nutzt so ist das halb so wild da die Vignettierung die hier durch das Bino bewirkt wird visuell vermutlich überhaupt nicht zu bemerken ist.

Du kannst also am RC8 auch mit Bino mit einem handelsüblichen 40mm Plössl locker eine AP von 5mm erreichen.

Selbstverständlich kann man mit AP 5 sehr gut DS machen.
Verwendest du einen GWK sinkt die mit der gleichen Okularbrennweite erreichbare AP um den Faktor des GWK.
Bei 1,25 fach also auf 5/1,25 = 4 aber auch eine AP von 4 ist noch gut für DS geeignet.

Grüße Gerd
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Gerd,

sorry, ich hatte die 1624mm mit dem Faktor 1.4 multipliziert um die Dämpfung/Lichtumverteilung durch das Bino zu simulieren. Die tatsächliche AP ist dann zwar 1.4 mal so groß, aber so hell wie angegeben. So ist dann ein Vergleich zur monookularen Sicht einfacher. Korrigiere mich da bitte, falls der Gedankengang falsch war.

An meinem Maxbright habe ich zwei ES 68° 20mm dran - und da sehe ich schon, dass die an den Rändern vignettiert werden. Ok, ist ja schon deutlich weitwinkeliger als das Plössl. Aber du hast natürlich recht, ich könnte Plössl Okulare mit größerer Brennweite verwenden - nein, muss sogar, wegen der Formgröße der Okulare.
Den Okularechner nutze ich zum rumspielen und wollte ihn erwähnt haben (vielleicht kennt der ein oder andere Leser den auch noch nicht).

Grüße,
Andy
 
sorry, ich hatte die 1624mm mit dem Faktor 1.4 multipliziert um die Dämpfung/Lichtumverteilung durch das Bino zu simulieren. Die tatsächliche AP ist dann zwar 1.4 mal so groß, aber so hell wie angegeben. So ist dann ein Vergleich zur monookularen Sicht einfacher. Korrigiere mich da bitte, falls der Gedankengang falsch war..
Mathematisch korrekt, aber in der Realität nur dann, wenn du nur mit einem Auge durch das Bino schauen würdest, aber das Hirn summiert die Eindrücke beider Augen wieder auf, man bekommt einen Teil der halbierten Helligkeit tatsächlich wieder zurück.

LG
Olli
 
Hallo Olli,
mathematisch korrekt trifft es - von daher warst du gnädig mit mir. Aber Erklärung von mir ist Käse. Eigentlich hätte ich die Öffnung durch 1,4 teilen müssen - das entspricht eher einer lichtschwächeren Optik. Am AP Ergebnis ändert sich nichts (einmal 1,4 im Nenner).
Die Brennnweite kann man zwar auch mit 1,4 multiplizieren, wenn man den Eindruck der wahrgenommen Vergrößerung durchs Bino darstellen möchte. Der Vollständigkeit zuliebe: Öffnung dividieren und Brennweite multiplizieren macht keinen Sinn (zweimal 1,4 im Nenner).

CS,
Andy
 
Ich habe noch etwas weiter recherchiert. Der Fangspiegel beim GSO RC8 hat einen Durchmesser von 85mm. Lineare Obstruktion ist dann etwas mehr als 42% (die Fs Streben habe ich nicht berücksichtigt).
Schon heftig. Dann habe ich noch die Webseite Diffraction Patterns gefunden. Als Beispiele sind 30% (kaum sichtbar) und 50% (deutlich sichtbar) Obstruktion angegeben. Wie deutlich die Obstruktion bei verschiedenen Okularbrennweiten dann hervortritt, kann ich aber nicht ableiten und beurteilen.

Gruß,
Andy
 
Ich habe noch etwas weiter recherchiert. Der Fangspiegel beim GSO RC8 hat einen Durchmesser von 85mm. Lineare Obstruktion ist dann etwas mehr als 42% (die Fs Streben habe ich nicht berücksichtigt).
Schon heftig. Dann habe ich noch die Webseite Diffraction Patterns gefunden. Als Beispiele sind 30% (kaum sichtbar) und 50% (deutlich sichtbar) Obstruktion angegeben. Wie deutlich die Obstruktion bei verschiedenen Okularbrennweiten dann hervortritt, kann ich aber nicht ableiten und beurteilen.

Gruß,
Andy
Ich find 30% schon deutlich sichtbar, sowohl in der Realität als auch auf der von dir verlinkten Seite.
Und 85mm hat der Fangspiegel allein, also nur das Glasteil. Da ist aber auch noch eine Streulichtblende drum rum. 50% sind eher realistisch für dieses Teleskop.

LG
Olli
 
Hallo,
50% sind eher realistisch für dieses Teleskop.
Bei meinem kleinen 6" RC wird von diversen "ehrlichen" Händlern angegeben dieses Teleskop mit 152mm bis zu 154 mm HS und 50% Obstruktion.

Irgendwie mal eines Tages ohne den Funzeltest zu machen beim zerpflügen meines Rätsel-RC's musste ich doch mal nachmessen. Nun gut bei HS kam ich da auf knappe 150mm was älterer Dokumentation entspricht von Orion USA.
Fangspiegel mit seiner Fassung und Gehäuse das im Strahlengang liegt kam ich dort auf 76.6mm Obstruktion.
Gut das sind ja alles Zahlen die sich auf gerade Linien parallel zum Tubus ihre Aussage machen. Sollte man nochmal mit den diversen Winkeln kommen kann man sicherlich eher noch ein bisschen höher rechnen bei der Obstruktion.

Von hier ab mache ich dann meine Rechnungen, bezüglich den Kontrast.
Dabei ist mir rausgekommen im besten Fall das es sich um ein Instrument handelt mit der Kontrasteffizienz eines <~73,4mm Durchmesser Refraktors.
Nimmt man nochmal die theoretische MTF Kurve dazu minus der Reflektivität und anderen Schönheitsfehlern sah ich doch dann schon ganz Ok die empfundene Beobachtung visuell mit einem 21mm 100º 2" Okular. Mit dem 31mm 2" Trümmer auch sehr zufrieden. Abstriche gibt es dann ab dem 15mm von der selben Kategorie.
Wenn ich jetzt einen Bino draufschnallen möchte, ist dabei klar das mit meinen 20mm Okus dann das Bild einiges dunkler sein muss, ungefähr die Hälfte minus was man noch verliert am Strahlenteilerwürfel.
Da das RC nicht all zu üppig Backfokus hat(~150mm) darf man gleich noch den GWK dazurechnen, was dann nochmal dunkler wird.

Bei mir kommt da ganz einfach raus: kleines RC mit Bino, 20mm Pärchen(66º) und GWK wird mir viel zu dunkel und ist klares "no go".
In mein kleinem Bino jetzt noch 32mm Okulare reinzumachen, die ich auch habe, zwei solche nette ergonomische Plössl von Baader, könnte man eventuell genug Backfokus haben am kleinen 6" RC und einem verschraubbaren Bino direkt an kleiner Umlenkoptik(weniger Backfokus) um sich den GWK sparen zu können.
Nur ist mir die Vignette zu derb Nachts, tagsüber an der Sonne mit Herschelkeil kommt das aber noch gut an, da macht dann logisch bei diesem Bildfeld die Vignette nichts aus... Logisch!

Irgendwie aus Praxis auch wenn mein Bino von WO nicht verschraubbar ist direkt an der Umlenkoptik macht mir das alles keinen Sinn für die Beobachtung, das sind mir zuviel Abstriche.

Außer den Fall eines Grossfeldbinos mit passender Umlenkoptik bei minimalen GWK wenn erforderlich, und auch nur den GWK um genügend Backfokus zu haben. Macht so ein 32mm wie 40mm Okularpärchen mir Sinn an einem RC in der Kategorie 6" wie 8".

Clear skies,
- Martin
 
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