Satellitenspuren - Wie lange lassen die sich noch rausrechnen und wo sind Grenzen?

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Mr.Horsehead

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Hallo Allerseits,

da unser "Weltverbesserer", Herr M. ja immer weiter fleißig Satelliten ins All pumpt, frage ich mich seit Längerem, wie lange das mit der Fotografie noch gutgehen wird. Mir ist klar, dass man die Strichspuren mit Sigma Clipping rausbekommen kann. Die Frage, die ich mir stelle ist, wo da die Grenzen sind.
In wenigen Jahren werden wir wohl keine Lightframes mehr ohne Satellitenspuren haben, wenn man jetzt kein Lucky Imaging macht. Wenn man da mal 10 Minuten am Stück belichtet, dürften etliche Satelliten das Foto durchkreuzen.
Wie ist es mit dem Stacking? Es kann ja ein Mittelwert für jeden Pixel gebildet werden, bei dem Ausreißer entsprechend ausgeschleust werden. In so einem Fall wird der "Störwert" durch den Mittelwert ersetzt. Bedeutet dies, dass es grundsätzlich egal ist, wenn man in jedem Bild Spuren hat, solange diese nicht bildübergreifend übereinanderliegen?
Oder reicht eine Satellitenspur pro Bild schon aus, dass aus diesem Bild auch aus den "gesunden" Pixelwerten kein Median mehr mit den anderen Bildern gebildet werden kann? Weiß da Jemand Bescheid?

CS Johannes
 
Hallo Johannes,


Ich gehe davon aus, dass Spuren, die nur in einem Bild an einer Stelle vorkommen, unproblematisch sind. Genau dafür ist ja die Ausreißerstatistik und die Ausschleusung da. Natürlich vorausgesetzt du hast genug Einzelbilder (>2 :) ), dann sollte diese Fehlstellen gut rausgerechnet werden können.

Ich schaue mir nach dem Stacken auch immer die Details zu den verworfenen Bildanteilen (komme gerade nicht auf die Bezeichnung) in PI an. Dort ist dann sehr schön zu sehen was alles aus der Integration "rausgeworfen" wurde und bisher hat PI hier noch jeden Satelliten erwischt.

Und ja ich kann mir gut vorstellen, dass es mathematisch durchaus einen Unterschied macht, ob da Spuren sind oder nicht. Die Frage ob das dann im Summenbild sichtbar ist, steht aber auf einem anderen Blatt.

Gruß
Andreas
 
Ich schaue mir nach dem Stacken auch immer die Details zu den verworfenen Bildanteilen (komme gerade nicht auf die Bezeichnung) in PI an. Dort ist dann sehr schön zu sehen was alles aus der Integration "rausgeworfen" wurde und bisher hat PI hier noch jeden Satelliten erwischt.
Moin,

jo, das hilft, die temporären Objekte aus dem Bild zu werfen.

Als Nebenwirkung sind dann allerdings auch Asteroiden, Kometen, Sternschnuppen & Co draußen. Deswegen die Kontrolle der Rejection-Frames, um ggfs doch noch einen der echten Himmelsobjekte (also keine künstlichen) "rehabilitieren" zu können ;)

Mit "Linear Fit" und entsprechender Parametrierung anstatt "Sigma Clipping" hatte ich da ganz brauchbare Ergebnisse bekommen, Sats draußen, aber Asteroiden drinnen. Beim Quallen-Nebel (IC443) an den "Füßen" der Zwillinge (Propus und Tejat) ist mir das das erste Mal aufgefallen. Irgendwo hatte ich einen ausführlichen Beitrag dazu verfasst.... achja hier und hier.

Happy Rejection! :)
Okke
 
Hallo Andreas, hallo Okke

mit PI arbeite ich noch nicht, das kommt noch. Grundsätzlich hatte ich bislang auch noch keine Probleme mit dem Entfernen von Spuren. Allerdings habe ich von Fällen erfahren, in denen sich die Satellitenspuren offenbar nicht so einfach rausrechnen lassen. Und das war jetzt nicht bei nem Stack aus 2, 3 Bildern, sondern da waren schon mehrere Lights drin. Das habe ich nicht verstanden und da würde ich natürlich gerne rausfinden, welcher Prozentsatz an verseuchten Bildern tolerabel ist und von welchen Parametern das erfolgreiche oder eben nicht erfolgreiche Entfernen abhängt, von den Kappa-Einstellmöglichkeiten abgesehen.
Ich überlege halt auch, wie ich mich in Zukunft aufstelle, ob ich besser das Lucky Imaging verfolge oder trotz der Satelliten längere Belichtungszeiten anstreben soll.
Lohnt zukünftig noch ein f/9 oder f/10- Teleskop zur längeren Belichtung planetarischer Nebel oder nicht...
Das Auffinden von Asteroiden und Kleinplaneten mit deiner Methode ist natürlich eine tolle Sache, Okke. Bin gespannt, was du da noch so entdeckst in Zukunft.

CS Johannes
 
Hallo Zusammen,

ich bin ein akut betroffener von genau dem was Johanes da schreibt. ;)
Letztes Wochenende habe ich mal 1h auf M13 gehalten. Dies scheint ja eine sehr Satelitenreiche Region zu sein.
Jedenfalls habe ich auf mindestens 8 meiner 32 Bildern (120s) mind. eine Satelitenspur. Ich habe mal ein Extrembeispiel (Einzelframe) und das gestackte, fast unbearbeitete Bild hochgeladen. Außerdem die Rejection Map zum Vergleich. Die beiden schwacheren Spuren oben Rechts sind z.B. noch zu sehen.

Es sind eindeutig einige der Spuren die auch auf der Rejection Map sichtbar sind, noch im fertigen Stack zu sehen.
Gestackt wurde mit APP in den Standard Einstellungen.
Habt ihr einen Tipp mit wechen Einstellungen ich versuchen kann, diese Spuren komplett zu beseitigen? Ich habe es mal mit der "adaptive rejection" probiert, damit wurde es schon etwas besser.

CS
Kevin
 

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Genau das würde mich auch interessieren, warum das nicht weitergeht bzw was man machen muss, damit die Spuren verschwinden. Mit APP sollte man da Möglichkeiten haben. Wie ist es eigentlich, wenn man Bilder mit unterschiedlicher Helligkeit aufnimmt durch zB aufgehenden Mond, kann dann ein vernünftiger Median gebildet werden, um Ausreisser auszuschleusen, oder ist dann im Grunde jedes Bild ein Ausreisser aufgrund sich ändernder Helligkeit?

CS Johannes
 
hier die rejection map von PI. war beim rausrechnen der spuren - hier wohl die geostationäre bahn - sehr erfolgreich, artefakte blieben aber doch noch zurück. ich hatte mich alleine damit stunden gespielt. jeder stack dauerte zudem ca. 40 minuten, die DSLR hat 16 Mpx. wahrscheinlich gibt es hier auch noch eine goldene einstellung dazu.
https://www.spektrum.de/alias/wunder-des-weltalls/satellitenspuren/1695872
 
Mahlzeit,

Habt ihr einen Tipp mit wechen Einstellungen ich versuchen kann, diese Spuren komplett zu beseitigen
Genau das würde mich auch interessieren, warum das nicht weitergeht bzw was man machen muss, damit die Spuren verschwinden. Mit APP sollte man da Möglichkeiten haben.
mit APP kenne ich mich jetzt nicht aus, aber es müßte hier genauso möglich sein, die Parametrierung der Rejection-Algos zu ändern, genau wie in PI. Wie das in PI geht, darauf habe ich ja hier oben in Post #3 hingewiesen. Einfach mal versuchen, in Richtung restriktiver zu parametrieren, das muß in APP auch gehen, wahrscheinlich ganz ähnlich, das Rad wird auch hier nicht neu erfunden :)

Happy Rejection!
Okke
 
Wenn man einen "Worst Case" hat, kann man immer noch anstatt eine Mittelwertbildung bei der Image-Integration den Median bilden lassen. Das ist zwar nicht ganz so optimal und kostet Signal, eliminiert aber auch stärkere Ausreißer gut.

 
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