Saturn mit Titan 8.2.2025

Frank_Slotosch

Aktives Mitglied
Hallo zusammen
16:49 UT konnte ich Saturn so eben durch Wolken machen . Sehen im Sucher ging nicht . War alles noch sehr hell. Länger warten konnte ich auch nicht da sehr Dichte Wolken aufzogen . So war nur ein dünner Schleier davor . Also hoffen das die Montierung gut Saturn anfährt . Ganz am Rand vom Chip hat die Montierung es doch geschafft .
Sehr schwierig die richtigen Parameter einzustellen .
Grauenhaftes Bild aber Titan sieht man ( Schattenwurf )

saturn mit Titan durchgang.jpg

Gruß Frank
 
Glückwunsch.
Einer. der auch dran gedacht hat.
Ich hatte in Bad Windsheim im Wohnmobilpark Wetterglück und gute Verhältnisse. Ergebnisse gibt es erst nach der Rückkehr Sonntag Abend.
Dein Bild hatte ich etwa als Liveeindruck auf dem Laptop.
CS
Rudolf
 
Frank, Du warst dabei! Glückwunsch!
Das Ergebnis hat Vorrang vor „grauenhaft“!!
Toll, toll, toll.
Gruß, Olaf
 
Ei wadde Alter :ROFLMAO:
Mag so klingen, war aber eher abenteuerlich.
Vllt schilder ich das heute Abend mal von zu Hause genauer. Mit Bild.
CS
Rudolf
 
Hallo VG CptB

Was mich immer so wundert bei dir ........
Du schreibst wenig zum eigentlichen Ereignis.
Nur ein Kommentar zum Wohnmobilpark kommt ?
Warum?

Gruß Frank
 
Hi,
Du schreibst wenig zum eigentlichen Ereignis.
siehe: https://forum.astronomie.de/threads/titanschatten-auf-saturn.375479/post-1986500

Nur ein Kommentar zum Wohnmobilpark kommt?
Warum?
weil ich mich grad frage, was Rudolfs Frau dazu gesagt hat, wenn er die Inneneinrichtung des Campers aus-, und Montierung plus C14 eingebaut hat. :LOL:

VG CptB
 
So, will Euch nicht enttäuschen.
Zusammenfassung:
Nein, das C14 ist brav daheim auf der 85 Kilo-Montierung geblieben. Nein, weder meine Frau noch die Womo-Einrichtung mussten weichen, es war ein netter Gemeinschaftsausflug (von fetter Erkältung mal abgesehen, die mich aber an fünf Stunden im Freien gestern nicht gehindert hat).
Von vorn: Da ich die letzten Gelegenheiten seit November alle wegen Wetters nicht wahrnehmen konnte, war mir diese besonders wichtig. Also Tage vorher geplant. Wetter wieder mal schwer einschätzbar, am Freitag erst stand dann fest, dass es Richtung Franken gehen soll, wo die Aussichten am besten standen. Hier bei mir zuhause am Westrand des Harzes war kaum was zu holen; mindestens laut Prognose. Tatsächlich schien am Sonnabend aber auch hier viel Sonne. Wenn mal schon aml weg ist...
Also in Goggle Maps Stellplätze zwischen Würzburg, Bamberg, Nürnberg und Rothenburg gecheckt. Dabei war mir wichtig, dass in Blickrichtung ein flacher Horizont und möglichst viel Acker oder Natur sein sollten. Die erste Wahl fiel auf Colmberg nahe Rothenburg, der dafür geradezu perfekt war. Warum Stellplatz? Wegen Strom! Ich habe in unserem neuen Wohnmobil den alten Spannungswandler noch nicht wieder eingebaut, der mich anschlussunabhängig sein ließe.
Eingepackt: Celestron CGX-Montierung, C8 orange (Baujahr 1978, Top-Optik), Laptop mit Programmen für Montierung und Kameras/Filterrad. ASI290MM und ASI715MM.
Freitag erste Etappe bis Rothenburg o.d.T., da schön gegessen und kostenlos gestanden (die beiden offiziellen Stellplätze sind eher nicht zu empfehlen und zu teuer).
Sonnabend gegen Mittag Richtung Colmberg, war mit 16 km praktisch um die Ecke.
Platz gefunden. Dann gleich erstes Problem: Wegen technischer Störung geschlossen. OK, Blick auf die Stromsäulen, die sind wenigstens noch an. Aber: Nur mit der Parkkarte zu aktivieren, die man bei der Einfahrt bekommen hätte. Damit fiel Platz eins gleich völlig aus.
Nächster Stellplatz an einem Badesee 15 Kilometer nördlich. Angefahren, würde beobachtungstechnisch passen, Anmeldung war aber gerade in der Mittagspause, aber Telefonnummer ausgewiesen. Angerufen und gefragt, ob Stromanschluss geht. Nein, auch hier nicht, gerade im Umbau.
Langsam schmolz die geplante Aufbau- und Vorbereitungszeit dahin. Nächster halbwegs aussichtsreicher Platz der Phoenix-Mobilhafen in Bad Windsheim. Nicht optimal, da am nordwestlichen Rande einer Stadt, die damit teilweise in der Sichtlinie lag. Aber egal, langsam musste mal eine Lösung her.
Diesmal alles gut. Platz flach, ziemlich groß (ca. 40 Wohnmobile rundherum auf weitläufigem Gelände). Passenden Platz gesucht und es gab endlich auch Strom, den sogar günstig.
Da war es schon so gegen 14 Uhr, als ich endlich aufzubauen begonnen habe. Ungefähr eingenordet. Alles in Gang gebracht, Montierung intialisiert, Sonne angefahren, manuell Montierung besser ausgerichtet, dass es ungefähr stimmte. Dann zur Venus fahren lassen. Immerhin im Sucher, aber gutes Stück vom Sucherkreuz.
Das war erst mein zweiter Außeneinsatz mit der CGX, ich kenne sie also noch nicht so gut. Deshalb hat es auch eine weitere fast Stunde mit Align-Versuchen gebraucht, bis ich zwischen Venus und Sonne so hin- und herfahren konnte, dass es recht gut passte. Dann an Venus Kamera scharfgestellt und von da aus Saturnposition angefahren. Trotz IR685 und Kontrast auf 1 nix. Ich habe nochmal eine halbe Stunde rumgesucht, bis sich endlich ein extrem kontrastschwaches Fleckchen im Bild bewegte.
Die ersten Aufnahmen gegen 15.30 MEZ waren noch unscharf, dann hab ich auch den Fokus gefunden. Leider fehlte mir eine lange Taukappe, die ich nur fürs C14 habe, so dass ich meine Frau bitten musste, zur Kontraststeigerung die Sonne zu verdecken. Das ging aber erst, als sie von ihrem 13-Kilometer-Lauf wiederkam...
Nun denn, ab da lief es immer besser, zumal irgendwann auch die Sonne hinter anderen Wohnmobilen verschwand. Leider gab es den besten Kontrast erst gegen Ende noch vor 18 Uhr, da wurde das Seeing aber auch zusehends schlechter, das vorher noch recht gut gewesen war. In der Stunde ab 17 Uhr war Titans Schatten dann auch im Livebild wahrnehmbar. Titan selbst habe ich nicht gesehen, im Methanband waren zu der Zeit noch keine sinnvollen Aufnahmen möglich, da wäre Titan sogar vor der Kugel aufgefallen.
Anbei zwei Ergebnisse relativ nah am Ende der Beobachtungssession. Es sind L-Aufnahmen, die zusätzlich ein IR-Luminanzbild bekommen haben. Beides mit der ASI715MC aufgenommen am C8 fokal, als bei 2 Meter Brennweite. IR-Luminanz mit IR685 von Baader. Titan tritt auf dem einen Bild von ca. 17.40 MEZ gerade aus, auf dem zweiten von 17:51 MEZ steht er schon neben der Kugel, und auch Rhea ist links vom Ring mindestens auf der IR-Aufnahme klar auszumachen.
Den Rest werte ich morgen udn die nächsten Tage aus. Mal sehen, was da noch so drinsteckt.
Ans Thema Titan-Schattenwurf kann ich auf jeden Fall meinen Check-Haken machen. Bislang hatte ich dieses Vergnügen nur einmal, und das war bei der Kantenstellung 1980 (!!). Damals aber nur visuell in der Baugrube meiner heutigen Sternwarte mit dem selben C8 auf seiner Original-Gabelmontierung. Nun also auch als Bilddokument verewigt.
Soweit mein Bericht.
Und Carsten: Völlig falsch. Du glaubst gar nicht, wieviele junge Leute und Familien heute mit Wohnmobilen unterwegs sind. Längst kein Rentnerprivileg mehr. Aber ich muss immer im Blick haben, wann die Ferien haben etc. Nervig sowas. ;)
Fun Fact am Rande: Ich hatte eine Stunde ein Ehepaar zu Gast, das sich sehr interessiert zeigte. Die gingen auf die 80 zu und kamen gerade aus mehreren Wochen Griechenland zurück... Toller Sternenhimmel dort, schwärmten sie immer wieder.
CS
Rudolf
 

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Hi,
Hut ab, das nenne ich Einsatz !! Und gerade die ganze Action & Spannung im Vorfeld tut auch was dazu, dass es ein einmaliges Erlebnis geworden ist, was man so schnell nicht vergisst :love:
VG CptB
 
Danke, Carsten.
Die Bilder an sich liegen ja weit hinter dem, was ich an Saturn sonst gewohnt bin.
Es sind die Umstände, unter denen man sie dem Himmel abgerungen hat, die sie besonders machen.
Und das feier ich schon.
Den Tag vergess ich nicht.
CS
Rudolf
 
Hallo zusammen.
Vielen Dank erstmal allen, die sich lobend zu den beiden Erstlingsbildern geäußert haben.
In der Tat macht manchmal die Geschichte erst eine Beobachtung so richtig rund und interessant. Ich werde diese Expedition auf jeden Fall nicht vergessen.

Inzwischen habe ich alle Videos durch; das Beste daraus als Tableau im Anhang.
Aus den Erfahrungen lässt sich - auch in Hinblick auf noch ein am 24. Februar anstehendes - Titanschattenereignis noch einiges ableiten.
Ich habe wohl rechtzeitig begonnen, aufzunehmen, der Schatten ist aber erst ab dem Video von 16:24 UT wirklich sicher wahrnehmbar. Das ist gute 42 Minuten nach dem tatsächlichen Erstkontakt. Vorher geht er noch im Rauschen unter, zumal ich anfangs mit der ASI290MM aufgenommen habe, in der Annahme, sie würde mit dem IR den nötigen Kontrast am Taghimmel garantieren.
Das war nur bedingt richtig, weil ja auch das Bild um gut die Hälfte kleiner ist als mit der später eingesetzten ASI715MC. Die hat sich richtig gut bewährt und ich würde auf sie auch am 24. bauen, wenn ich es da noch einmal versuchen könnte. Im Tableau sind 1,5x gedrizzelte Bilder der 290er verwendet.
Die zweite wichtige Erfahrung ist natürlich, für einen besseren Streulichtschutz zu sorgen, denn die Sonneneinstrahlung ins C8 oder jedes andere Telskop genauso mindert den Kontrast doch heftig.
Eine visuelle Aufsuche am Taghimmel wird wohl unmöglich sein. Ein gutes Goto ist also am 24. sicher Pflicht.
Insgesamt habe ich noch deutlch zu sparsam und in zu großen Abständen aufgenommen. Zwar waren die Einzelvideos bis über 10.000 frames stark, aber durch den enorm nach oben geschraubten Kontrast wäre es sicher noch besser gewesen, viele Videos direkt nacheinander aufzunehmen und dann mehrere Bilder nochmals stacken zu können. Das hatte ich aus heimischer Gewohnheit nicht primär im Blick.
Sollte sich am 24. Februar noch eine Beobachtungsgelegenheit für mich ergeben, würde ich ggf. auch das IR 807 als Kontrastfilter einsetzen. Das hatte ich diesmal nicht dabei.
Insgesamt war es aber ein doch gelungener Außeneinsatz, der Lust auf mehr macht, zumal ich auf der Montierung auch mein RASA 11 mal an dunklen Orten ausgiebig zum Einsatz bringen könnte.
Jetzt müsste man als Rentner nur mal Zeit haben...
CS
Rudolf
 

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