Hi Zusammen,
Saturn und Mond werden in diesem Zusammenhang gern in einen Topf geworfen. Der Unterschied besteht darin, dass Jupiters Pastelltöne sehr anfällig auf schlechten Kontrast sind. Hat man also egal aus welchem Grund ein schlechtes Bild im Teleskop, dann verwischen diese zarten Strukturen sehr leicht - und gerade bei der Jupiterbeobachtung bezieht man sich ja interessanterweise nie darauf, dass man Jupiters Rand scharf sieht. Beim Saturn hingegen beobachtet zieht man den Rand von Planet und Ring sehr gerne als Kriterium heran und diese Strukturen haben soviel Kontrast, dass man die scharfe Kante immer noch sehr definiert sieht, auch wenn das Schwarz des Hintergrundes etwas grauer und der Saturn ein etwas brauneres Ocker hat... Beim Mond mit seinen kräftigen Kontrasten zwischen Licht und Schatten ist das sehr ähnlich, eigentlich ganz genauso.
Aber ich möchte auch darauf hinweisen, dass ein Saturn-Beobachter guten Kontrast dennoch zu schätzen weiß, denn auch Saturn zeigt Wolkenstrukturen, als erstes die sogenannte "Bauchbinde", weiter ist auch der "Flor-Ring", also der nach Innen schwächer werdende C-Ring, nur bei gutem Kontrast zu sehen. Schwierige Details wie Encke-Minimum und Encke-Teilung sind meist allein durch Seeing an der Auflösungsgrenze und brauchen somit auch eine gute Kontrastübertragung. Tja, und auch der Mondbeobachter findet Strukturen, die eben nicht im gewohnten Hell/Dunkel-Kontrast wahrnehmbar sind.
Clear Skies
Sven