Saturn vom 6. Juni

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Hallo Maciek, Jan, Micha,

wie muss ich das verstehen?

Verstehlt sich die Kollimation durch die Bewegung und bleibt verstellt, oder ist die Kollimation je nach Lage des Tubus anders, aber bei Rückbewegung wieder so wie eingestellt?

Das wäre für mich die einzige Erklärung, warum ich so etwas bei meinem SC bisher nicht beobachtet habe, weil ich immer per künstlicher Stern justiere und daher den Tubus immer in der gleichen Lage zum künstlichen Stern habe.

Vielleicht könnt Ihr das noch einmal erklären?
Falls sich die Kollimation durch die Bewegung an sich verstellt und auch bei Rückbewegung in die alte Lage verstellt bleibt, dann hat mein SC dieses Problem definitiv nicht.

Gruß,

Michael
 
Zitat von Attalar:
... oder ist die Kollimation je nach Lage des Tubus anders, aber bei Rückbewegung wieder so wie eingestellt?
Hallo Michael,

Das ist genau das, was ich meine: Da die mechanische Konstruktion nicht beliebig steif ist, verformt sie sich beim Schwenken, denn dann wird sie von den schweren Teilen in eine andere Richtung gebogen.

Wenn Du Glück hast, und die Durchbiegung ist rein "elastisch", dann nimmt die Konstruktion beim Zurückschwenken in die Ausgangslage auch wieder die ursprüngliche Form ein, und die Kollimation ist, wie sie zuvor in der Ausgangslage war. Das ist nach Deiner Beschreibung offenbar bei Dir der Fall, da Du ja in Richtung Deines künstlichen Sterns nach jedem Schwenk immer zum gleichen Kollimationszustand zurückkommst.

Du weißt aber vielleicht nicht, wie gut Deine Kollimation noch ist, wenn Du vom künstlichen Stern in eine weiter entfernte Richtung schwenkst und dort Aufnahmen machst.

Wenn Du Pech hast mit Deinem Instrument, dann gibt es beim Schwenken neben der elastischen Verformung zusätzlich noch Setzeffekte, so dass die Kollimation beim Zurückschwenken in die Ausgangsposition nicht mehr so ist wie zuvor in dieser Position. Solche Fälle sind offenbar keine Seltenheit.

Ein schöner Test der mechanischen Konstruktion besteht ja darin, dass man die Kollimation überprüft, nachdem man den Tubus auf die gegenüberliegende Seite der Montierung geschwenkt hat. Hast Du das schon einmal probiert?

Gruß, Jan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von Attalar:
...oder ist die Kollimation je nach Lage des Tubus anders, aber bei Rückbewegung wieder so wie eingestellt?

Hallo Michael,

genauso ist es. Vermutlich kollimierst du waagerecht an deinem künstlichen Stern und fährst anschließend in eine Schräglage,
um z.B. Saturn aufzunehmen. So wirst du schon eine leichte Dekollimation feststellen, wenn du die Justage an einem Stern in Saturns Nähe erneut überprüfst.
Fährst du wieder in die Ausgangslage der Kollimation zurück, stimmt diese dann wieder.

Es ist daher immer sinnvoll, an einem Stern in der Nähe des aufzunehmenden Objekts zu kollimieren.

Viele Grüße
Micha
 
Hallo Jan,

Zitat von Jan_Fremerey:
Ein schöner Test der mechanischen Konstruktion besteht ja darin, dass man die Kollimation überprüft, nachdem man den Tubus auf die gegenüberliegende Seite der Montierung geschwenkt hat. Hast Du das schon einmal probiert?

Das kann und werde ich demnächst einmal testen. Ich kann einmal durch die Tür meiner Sternwarte einen künstlichen Stern anpeilen und einmal auf der entgegengesetzten Seite durch's Fenster. Beides Mal ist der Tubus zwar in waage, aber es ist ein 180°-Schwenk.

Ich melde mich noch einmal dazu, wie's ausgegangen ist.

Gruß,

Michael
 
Hallo,

ich komme gerade vom Testen rein. Leider hatte ich das Dach der Hütte nicht rechtzeitig aufgemacht, so dass ich vor der Optik noch einiges an warmer Luft hatte. Dennoch habe ich den Versuch durchgeführt.

Stellung A: Künstlicher Stern in 60m Entfernung - Richtung Süd
Stellung B: Künstlicher Stern in 50m Entfernung - Richtung Nord-Nord/Ost.

In Stellung A wurde die Justierung durchgeführt und dann ein Video mit 400 Frames aufgenommen und überlagert (1. Bild der Anlage).

Danach habe ich in Stellung B umgeschwenkt und ebenfalls ein Video mit 400 Frames aufgenommen (2. Bild der Anlage).

Sicherlich waren die Bedingungen nicht optimal, aber es ist meiner Meinung nach zu sehen, dass trotz des annähernd 180°-Schwenks die Kollimation vergleichbar ist.

Wie seht Ihr das?

Gruß,

Michael
 

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Hallo Michael,

Danke, dass Du so schnell diesen aufschlussreichen Versuch durchgeführt hast! Mir erscheinen die Bilder in beiden Fällen gleichermaßen konzentrisch und damit "unverdächtig", was die Kollimation angeht.

Aus den unterschiedlichen Durchmessern der Beugungsbilder schließe ich, dass sich die Fokuslage beim Schwenk verstellt hat, oder hattest Du nach dem Schwenk ein wenig nachgestellt? Vielleicht lag es ja an der unterschiedlichen Entfernung der beiden künstlichen Sterne? Du könntest den Test natürlich auch am selben Stern durchführen, indem Du den Tubus auf die gegenüberliegende Seite der Montierung schwenkst.

Gruß, Jan
 
Hallo Arne,

Zitat von juri1:
auf dem 2.Bild meine ich dasder
FS-Schatten minimal nach oben
geht.

nein. Das täuscht aufgrund der Seeing-Schwankungen. Du mußt den Poisson-Punkt in der Mitte zum Orientieren nehmen. Der sitzt meiner Meinung nach bei beiden Auswertungen exakt in der Mitte des Schattens.

Was ich nicht im Bidl festhalten konnte ist der Durchgang durch den Fokus. Je näher man am Fokus ist, dest deutlicher sieht man Abweichungen. Da war bei beiden Stellungen nichts zu meckern. Der Fokus ging schön gleichmäßig zur Mitte und wieder nach außen.

Hallo Jan,

nein. Ich hatte nicht nachgestellt. Ich denke eigentlich nicht, dass die 10m einen Unterschied machen. Zumindest mein C9.25 scheint sich durch den Schwenk nicht zu verstellen, oder wenn nur wirklich so minimal, dass es aufgrund der Seeingeinflüße in der Praxis sowieso nicht merklich wird.

Gruß,

Michael
 
Zitat von Attalar:
Zumindest mein C9.25 scheint sich durch den Schwenk nicht zu verstellen, oder wenn nur wirklich so minimal, dass es aufgrund der Seeingeinflüße in der Praxis sowieso nicht merklich wird.
Hallo Michael,

wenn Dein C9 tatsächlich derartig justierstabil ist, und Du damit so hervorragende Planetenaufnahmen zusammenbringst wie diese, dann kann ich Dich nur beglückwünschen! - Vielleicht kann man ja herausbekommen, WARUM Dein C9 so gut ist, und dann denjenigen helfen, die da Probleme haben ...

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

Zitat von Jan_Fremerey:
- Vielleicht kann man ja herausbekommen, WARUM Dein C9 so gut ist, und dann denjenigen helfen, die da Probleme haben ...

oh nein - bitte nicht für die Wissenschaft sezieren :augenrubbel:

Im Ernst. Ich hoffe, dass ich mir das nicht nur einbilde, aber bisher habe ich den Eindruck, dass sich an der Kollimation durch Schwenks nichts (wesentliches) ändert. Da Torsten mit seinem C9 ähnliche Erfahrungen gemacht hat: Könnte es an dem besonderen Verhältnis von HS zu FS beim C9 liegen. Da gibt es ja eine Unterschied zum C8, C11 etc.

Oder liegt es nur daran, dass ein C9 einfach kleiner als ein C11 ist? Gibt es denn ähnliche Berichte von C8-SCs?

Gruß,

Michael

P.S.
Dei Lob ehrt mich natürlich, aber gute Planetenaufnahmen erfordern vor allem eins: Gute Bedingungen!!!
 
Zitat von Attalar:
oh nein - bitte nicht für die Wissenschaft sezieren :augenrubbel:
Das erleichtert mich! - Wolfgang Sorgenfrey machte mich nämlich eben schon freundlich darauf aufmerksam: "... laß den Attalar lieber mal sein C9 so wie es ist, denn es gibt solche und solche Exemplare. Nur wenn man Ärger hat, geht man in die Eingeweide. So wie ich. Und das kann schon “tödlich” sein!"

Gruß, Jan
 
Ergänzung

Wolfgang Sorgenfrey schickte mir heute noch zwei Links [1,2], die mir im Zusammenhang mit unserer Diskussion hier interessant erscheinen. Demnach variiert wohl die Justierstabilität von SC-Teleskopen in relativ weiten Grenzen, und es lohnt sich offenbar - zumindest bei unerwartet schlechten Bildergebnissen - die Justierung gelegentlich zu überprüfen.

Jedenfalls habe ich durch die Diskussion einiges hinzugelernt und bin froh, dass es an meiner "Schüssel" garnichts zu justieren gibt - bis auf den Fokus. Den Fokus justiere ich mittels einer aus Pizzapappe zurechtgeschnittenen Mrotzek-Blende an einem hellen Stern und schwenke dann ohne Verluste auf das Zielobjekt.

Gruß, Jan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Michael,

auch ich kann keinen signifikanten Unterschied der beiden Abbildungen (bis auf die Größe) feststellen. Dann ist bei dir alles in Ordnung
und du kannst das Verkippen des Hauptspiegels, zumindest bei deinem Gerät, vernachlässigen und brauchst das nur gelegentlich überprüfen.

Viele Grüße
Michael
 
Hallo Jan,

danke für die beiden Links zu der interessanten Diskussion bzw. Anleitung.

Viele Grüße
Michael

OT: Da sind ja noch einige Leutchen vertreten, von denen man hier gar nichts mehr hört.
 
Liebe Sternfreunde
Habe eure interessante Diskussion verfolgt, danke auch für eure Rückmeldungen.
Musste zuerst wieder eimal die Gelegenheit bekommen um die nachstehenden Bilder machen zu können.
Hier zeige ich euch ein Bild intra und exrafokal.
In etwa solcher Qualität habe ich die Kollimation mit der DMK21 hingebracht.
Die Anordung ist die gleiche wie bei der Aufnahme von Saturn.
Filterrad, Barlow 1.7 Linse bezw. Baader Verlängerungslinse und Kamera.
Was meint Ihr zu den Bildern, ist schon ein frappanter Unterschied intra und extrafokal?
LG
Peter
 

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Hallo Michael
Danke dir für deine Antwort.
Dann muss ich halt ein Bild vom künstlichen Stern machen, das sollte ja ohne Seeing gehen.
Hatte gestern den künstlichen Stern in etwa 150 m aufgebaut, leider deckte meine Klappdachhütte das Bild einbisschen ab, mache ich nocheinmal besser.
Dachte schon, dass die unterschiedlichen Beugungsbilder von der 1.7 Verlängerungslinse kommen könnte oder sonst etwas nicht stimmt.
LG
Peter
 
Hallo Peter,

Zitat von astropeter:
Dann muss ich halt ein Bild vom künstlichen Stern machen, das sollte ja ohne Seeing gehen.

naja. Wenn wie bei mir 70m mit heißem Betonpflaster dazwischen sind, oder die Optik nicht ausreichend ausgekühlt ist, dann hat man sogar ganz gewaltiges Seeing. Ich habe sonst noch eine Halle, wo ich das SC auf eine kleine mobile Montierung packen kann. Da habe ich aber dann nur 30m. Reicht zum Justieren aber auch.

Gruß,

Michael
 
Hallo Michael
Bei mir ist die Situation so, dass ich den künstlichen Stern auf einer kleinen Anhöhe platziere, dazwischen ist nur grüne Wiese, das heisst ich habe direkte Sicht mit ein paar Meter Bodenabstand.
Da ich sowas eh auch nachts mache, sollte die Qualität dieser Kollimatin schon recht gut sein.
Mal schauen, stelle dann die Bilder hier rein, muss halt nur noch wettertechnisch klappen und die Zeit dafür nehmen.
LG
Peter
 
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