SC -Spiegelshifting / Warum noch nicht gelöst?

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Jochem

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

Seit einigen Jahren besitze ich einen Skywatcher Mak 127/1500 mit selbst bei 230x kaum erkennbarem Spiegelshifting.
Nun habe ich mir einen Meade 8" Zoll ACF bestellt und bin gespannt, ob der in dieser Beziehung mit halten kann.
Hier im Forum lese ich häufig über großes Spiegelshifting bei den gängigen SC von Celestron und Meade.
Wie kann das sein, daß seit ~30 Jahren keine technisch saubere Lösung gefunden wurde?
Aktuell wird eine Spiegelfestellung angeboten,
die dann einen extra Fokussierer am SC-Anschluß erfordert.
Da wird doch an den Symptomen herumgedoktert und nicht an den Ursachen?
Ist eine exakte Führung des Hauptspiegels zu teuer und zu aufwendig?
Eigentlich ist das Prinzip ja sehr praktisch.
Ein fixer und entsprechend stabiler Backfokus, an den dem man alles Zubehör fixieren kann.
Eure Meinung interessiert mich.
Woran hängt's?
Kann man nicht eine exakte Führung des Spiegels auf dem Blendrohr ohne Verkippung realisieren?

Grüße Jochem
 
Hallo zusammen,

klar, es wird gekauft... aber mal Hand auf´s Herz: Ich habe selbst das 8" ACF und zu Anfang nur über den Hauptspiegel fokussiert, bis ich mir zu Weihnachten einen entsprechenden OAZ (mit 1:10) gegönnt habe und möchte kein anderes System haben!

Ich denke es ist mit Sicherheit möglich, die Spiegelführung ausreichend stabil und genau zu realisieren, um eine Verkippung zu vermeiden und trotzdem wirst du die Fokuslage nicht so genau treffen wie mit einem 1:10 OAZ. Wenn man allerdings die Spiegelführung so feinfühlig einstellen würde, um z.B. an die Genauigkeit eines OAZ heran zu kommen, dann drehst du dir allerdings einen Wolf, wenn du von visuell auf Fotogfrafie wechselst. Da dreh ich so schon recht lang und möchte das nicht noch um den Faktor X verlängert wissen, oder man müsste auch dort eine 1:10 Untersetzung verbauen...

Aber wenn du dir das Angebot der Meade LX200 ACFs anschaust, dann haben die (sofern du nicht OTA kaufst) immer schon einen motorisierten Mircofokussierer am SC-Anschluss dran. Es bleibt halt die Frage was man will. Wenn ich eine individuelle Optik auf individueller Montierung haben möchte, dann kauf ich halt kein Gabelmontiertes SC. In der Regel passt dem Käufer allerdings dann auch nicht der verbaute OAZ, so dass ein Stelltrac usw. her muss und der alte OAZ fliegt in die Ecke/Bucht.

Zumal schlussendlich die Frage bleibt, was ist dem Endanwender eine genauere Spiegelführung wert? Wenn das ganze Produktionstechnsich merh kostet und sich das auf den Verkaufspreis niederschlägt, stellt sich ganz schnell die Frage, ob ich nicht doch lieber einen Billig-Spiegel-Schubser mit OAZ nehme oder nicht? (gleichwertige optische Qualitäten vorausgesetzt)

CS Markus
 
Hallo Markus,

selbst zu der Zeit als Vixen absolut am Ball war, machten auch die beiden Vixen Cassegrains mit festen (sphärisch optimalen) Spiegelabständen und Zahn & Trieb Auszügen keinen Eindruck auf die SC-Anbieter. Das heißt: Es wurde gekauft.

Wenn den SC-Käufern das Detail wichtig wäre, würden die Dinger mit der Standardmechanik liegenbleiben. Und auch Meades Spiegelfeststellung ist ja wirklich nur was für Fotografie oder für die Leute die einen Crayford zukaufen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

bei meinem letzten Einkauf hatte ich z.B. folgendes Instrument in der engeren Auswahl: Vixen VMC 200L. Es hat genau die Vorteile, die du anführst, ist ordentlich korrigiert und auch sonst laut Tests und Foren gut verarbeitet und gerade auch für die Fotografie sehr gut geeignet.

Es hatte aber für mich 2 Haken, die mich dann doch zum Meade getrieben haben. Zum einen war es gut 50% teurer als mein jetziges 8" ACF und zum anderen wollte ich ein geschlossenes System haben, da ich kein Bock mehr auf Reinigungen hatte (letzten Sommer nach einer Pollenatacke ist mir der §"()"Ä geplatzt, selbst schuld mag der eine sagen, aber ich musste einfach mal wieder raus und eine der wenigen klaren Nächte nutzen). Natürlich muss ich mich nun mit Tauschautz und längerer Auskühlzeit abfinden, dafür muss ich aber auch nur die Schmidtplatte (wenn überhaupt) reinigen und OAG-Prisma, CCD-Sensor und DSLR bleiben sauber.

Und selbst mit dem nachträglich erworbenen OAZ war es noch 350 € günstiger als das Vixen.

Und wenn ich mal die Preise der größeren Tuben betrachte, dann ist es beim 260L von Vixen verdammt schwer, den Preisunterschied zu einem 12" SC schön zu argumentieren...


CS Markus
 
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Hallo Markus,

siehst Du? Es gibt also keinen Grund, es zu verbessern... Die Dinger werden gekauft. Du ärgerst Dich, aber Du stellst gerade dar: Du kaufst es. Es gibt ja quasi schon Selbsthilfegruppen... Der Hersteller ist da gar nicht mehr in der Pflicht. So wie viele von uns auch Veloursfolie kaufen. Wozu sollte ein supertoller Mattlack der biblischen Finsternis erfunden und bezahlt werden?

Clear Skies
Sven
 
Hi zusammen,

biblische Finsternis, Sven, da sagst du genau das Richtige :-)
Hat mal jemand erforscht, ob Veloursfolien- und Teleskophersteller in wirtschaftlicher Symbiose, gar Abhängigkeit, zumindest aber Koexistens leben?

 
Hallo Sven,

ich ärgere mich nicht über das ACF! Ärgern kann ich mich nur über mangelhafte Fertigung usw. . Das ACF habe ich bewusst gekauft, trotz der Abstriche (geschlossenes System, OAZ für Fotografie nötig) die ich machen musste. Die Fertigung und auch das Hndling mit OAZ finde ich absolut ok!

Nur wenn ein SC mit den technischen Finessen des Vixen ebenfalls 500€ (im Falle eines 8"ers) mehr kostet als ein "normales" SC, dem ich dann für 200€ einen OAZ spendiere, stellt sich mir die Frage wozu die letzten 300€ ausgeben?

Stichwort Veloursfolie und Mattlack, TS hat doch einen optimierten Newton mit Lamellen usw. im Angebot... Aber ich denke auch hier regiert das Geld. Wenn ich nicht gerade 2 linke Hände habe und einen ausgeprägten Basteltrieb, dann spar ich mir ein paar Euros, schlage eine Menge Zeit tot und freue mich (im besten Falle) darüber, ein Gerät positiv zu meiner Zufriedenheit verbessert zu haben. Der Hersteller ist für mich nur so lange in der Pflicht, wie ein Produkt tatsächlich mängelbehaftet ist. Es nutzt einem Hersteller schließlich nichts, eine perfekte Mechanik zu bauen, wenn sich das Gerät aufgrund seines Preises nicht verkaufen lässt und damit sind wir doch wieder beim Basteltrieb und der Geiz-ist-Geil-Geschichte!

CS Markus
 
Hallo Jochem,

es gibt einen einfachen Grund warum ein SC mehr Spiegelshifting erkennen lässt wie Dein kleiner Mack.

Der HS eines üblichen SCs hat f/2 der von Maks hat f/3 oder ist sogar noch entspannter.
Maks können nicht mit rein sphärischen Flächen mit einem f/2 HS gebaut werden, auch nicht ein Rumak Design, der Grund ist dort eine zu große sphärische Aberration höherer Ordnung die mit einer entsprechenden Asphäre korrigiert werden müsste.
Auch der Farbfehler würde mit f/2 HS schon spürbar werden.

Logisch das ein SC mit f/2 HS dann entsprechend kritischer auf genau das gleiche Spiel reagiert.

Es liegt also am Design und nicht daran das Skywatcher hier die mechanische Seite besser im Griff hat.
Es ist schon nicht so einfach das Spiel klein zu halten, schließlich soll sich das Ganze bei jeder Temperatur ordentlich fokussieren lassen.
Da kommt man wenn man nicht irgendeine Temperatur Kompensation realisiert um ein entsprechendes Mindestspiel nicht drum rum sonst klemmt die Sache bei tiefen Temperaturen.

Grüße Gerd
 
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Zitat von Sodiac:
stellt sich mir die Frage wozu die letzten 300€ ausgeben?

Weil du beim VCL im Vergleich zum SC einen offenen und schneller auskühlbaren Tubus hast, eine etwas höhere Lichtstärke, einen Korrektor für ein ebenes Feld hast, rel. justierstabiel ist, Taubeschlag nicht kennt und für den, der es mag, schöne Spikes abbildet ;-)

Und das für 300 Euronen mehr

OK, nicht gleich hauen....


Gruss Hans-Peter
 
Hi *,

Sven hat recht. Die Geräte werden gekauft und trotz der Unzulänglichkeiten.
SCT's werden auch oft von Anfängern gekauft. Allerdings wird auch nicht richtig vor den Unzulänglichkeiten gewarnt (in Foren). Viele geben sich mit den Unzulänglichkeiten der Geräte zufrieden. Da gibts dann auch Händler, die da sagen "You get what you pay for". Der Spruch kommt dann von Leuten, die zwar Teleskope verkaufen können, aber von Mechanik und Präzision keinen sitzen haben.

Viele Grüße,

Gerrit
 
Zitat von Hans_Peter:
Zitat von Sodiac:
stellt sich mir die Frage wozu die letzten 300€ ausgeben?

Weil du beim VCL im Vergleich zum SC einen offenen und schneller auskühlbaren Tubus hast...

Und genau den wollte ich NICHT haben! s.o. Die Spike-Frage habe ich gar nicht erst angeführt. ;-)
Justagestabil ist ein SC doch auch? Warum sollte da das VCL einen Vorteil haben?

CS Markus
 
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Hallo Markus,

autsch, das Spiegelshifting geht doch natürlich auch auf die Justage und wenn Du den Spiegel bei entsprechend ausgerüsteten Geräten festsetzt, weißt Du vorher nicht, wie er sich festsetzt - nachherkannst Du aber nicht justieren. Da hat das VLC schon einen Vorteil nur hätte man dem Gerät über die Jahre mal eine dünne Spinne verpassen können (geht trotzdem stabil). Ambitionierte Amateure machen das mit Draht.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Leute,
SC's haben eine Kugelspiegel

So ein Kugelspiegel ist überall gleich rund und hat kein optisches Zentrum.
Ansonsten könnte man an einen f/2 Spiegel schwerlich einen klapprigen Verschiebe-Fokusier-Mechanismus dran bauen. Da kippelt eben das Bild beim Scharfstellen - und sonst? Nix sonst - Alles ok!

Und es gibt ganz ausgezeichnete SC's, hab selber schon durchgesehen :super:
Ach ja, gekauft werde die Dinger weil es ein gelungenes Konzept ist. Der Bernhard Schmidt, auf den das ursprünglich zurückgeht, war ja nicht blöd.

cs Kai
 
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Hallo zusammen,
Zitat von Hans_Peter:
Weil du beim VCL im Vergleich zum SC einen offenen und schneller auskühlbaren Tubus hast, eine etwas höhere Lichtstärke, einen Korrektor für ein ebenes Feld hast, rel. justierstabiel ist, Taubeschlag nicht kennt und für den, der es mag, schöne Spikes abbildet ;-)
Hm, welches Vixen Teleskop meint Ihr genau? Das ""VISAC" VC200L? Für visuelle Applikationen ist es eher nicht zu empfehlen. Gedacht war es für das fotografische Feld von Kleinbild. Der asphärische HS ist wohl etwas heikel, da durch Auftragen verschiedener Schichten in Form gebracht. Die optische Qualität ist im Schnitt alles andere als berauschend, kaum jemand bekommt das Ding korrekt justiert, die HS-Zelle neigt zu starker Verspannung des HS. Eine Fotomaschine, die auch bei korrekter Justage visuell von jedem C8 düpiert wird.
Die VMCs mit dem Sub-Aperture Korrektor a'la Field-Maksutov sind auf der Achse oft besser und visuell eher zu empfehlen. Es bleibt aber die massive FS-Spinne, die heikle Justage und die empfindliche HS-Zelle. Zumindest beim VMC200L, das ich selbst besitze. Das VMC260L hat wieder eine HS-Fokussierung bekommen :D Ob das VMC330L in freier Wildbahn existiert, weiss ich nicht...

Viele Grüße,
Oliver
 
Hallo *,

auch hier hat Sven wieder recht. Die SCT's sind nicht so justierstabil, wie immer geschrieben wird. Und: Auch wenn der Spiegel vom SCT sphärisch ist, heißt es nicht, das Verkippungen keine Einflüsseh haben. Das kann man sich ganz einfach an dem folgenden vereinfachten Modell verdeutlichen. Stellt euch Hauptspiegel (sphärisch) und Fangspiegel (sphärisch) so angeordnet vor, daß sie auf einer optischen Achse liegen, alle Radien liegen aber äquidistant zueinander.
Verschiebt mal die Sphären von Fang und Hauptspiegel orthogonal zur optischen Achse (Mirror-Flop -> Koma, scheinbarer Astigmatismus). Verkippt den Hauptspiegel zur optischen Achse (Shifting, Mirror-Flop -> Koma, scheinbarer Astigmatismus). Ich glaube das Gerücht der Justage-Stabilität von Mc-SCT's begründet sich eher in der Ohnmacht, den Hauptspiegel nicht justieren zu können . D.h. in der Unzugänglichkeit und der Unzulänglichkeit der mechanischen Konzeption und vor allem in der produktionstechnischen Umsetzung.

Es gibt aber im Prinzip zwei Fehlerarten: Mirror-Shifting (Beim Fokussieren) und Mirror-Flop (Während der Beobachtung).

Kleinere SCT's mögen zudem gut arbeiten, weil hier die Anforderungen an die Mechanik >> im Vergleich zu größeren << Tuben nicht so grafierend sind. Ein 8" Spiegel ist nicht so schwer, wie ein 16" Spiegel oder 14" Spiegel. Es wird oftmals die skalierte Mechanik verbaut und dann kommen die Schwächen zu Tage.

Bein Newtons kann dieses Problem (Mirror-Flop) auch eine Rolle spielen (je nach dem, wie die Hauptspiegelzelle geartet ist). Aber: Dieses System ist zugänglicher und beherrschbarer.

Dann zu komafreien Designs: Die EdgeHD-Geräte und ACF sind noch empfindlicher was die Dejustage anbelangt. Beim ACF: Die kleinste Dejustage reicht und das System reagiert mit Aberrationen. Und je schneller ein System ist, umso empfindlicher ist es (F/10 -> F/8).

Warum noch keine Lösung für SC-Spiegelshifting? Weil die Firmen vielleicht gute Optiker haben. Aber die mechanische Umsetzung und fertigungstechnische Umsetzung .... Heimatland! Celestron scheint da aber in der Vergangenheit bessere mechanische Qualität abgeliefert zu haben, als es die Alternativhersteller tun.

Beste Grüße,
Gerrit
 
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Hallo Gerrit,
...daß sie auf einer optischen Achse liegen,...
Genau, auf "einer" Achse, Kugelspiegel haben keine optische Achse. Man darf sich eine aussuchen.

Ich wollte nur andeuten, dass ein SC gewisse Toleranzen erlaubt, die zB bei einem RC zu sofortigen Versagen führen.

Ohne genaue Analyse kommt man bei sowas nicht weiter.
Werde ich heut und morgen nicht liefern, vielleicht später wenn das Wetter schlechter ist...

Viele Grüße
Kai
 
Zitat von MountyPython:
Und je schneller ein System ist, umso empfindlicher ist es (F/10 -> F/8)
Das würde auch erklären, warum Meade damals mit seinen RX400 Systemen ein elektronisches Fokussystem an der Korrektorplatte eingebaut hatte, mit dem auch eine feine Kollimation möglich war.

CS,
Peter
 
Hi Peter,

möglicherweise. Das Konzept war nett, es hat wohl an der Umsetzug gelegen, daß es sich nicht in die aktuellen F/8 Systeme gerettet hat.

Gerade aus Amiland hört und liest man, daß dieses Konzept gut war, aber die Umsetzung mangelhaft und schwer beherrschbar.

Man erlebt nicht selten, daß diese Systeme dezentriert die Produktion verlassen. Das die Korrekturplatte dezentriert verbaut ist, ist keine Seltenheit. Bei meinem LX200R lag die Bohrung für den Fangspiegel 2 mm aus der Mitte. Die Retouche die sooft erwähnt wird kann also nur über das Zentrieren des Fangspiegels laufen. Dieses Verfahren eignet sich gut in der Ex- und Hopp-Massenproduktion. Birgt aber die Gefahr, daß man die Zentrierung nie optimal vornehmen kann. Und selbst wenn dieses Problem gelöst ist, bleibt immer noch ein nichtjustierbarer Hauptspiegel und eine hinreichend gute Hauptspiegelhalterung, die auch Wartungsfreundlich ist.

Da finde ich z.B. die Idee ganz gut, die Meade bei den neuen Geräten hat.
Fokussierung des Hauptspiegels nach dem Crayfrod-Prinzip.
Wie das jetzt technisch gelöst ist, kann ich noch nicht sagen. Ich frage mich nur, wie man ein solches System warten will, was mechanisch unter verschiedenen Temperaturen und dem Transport arbeitet.

Ich werde mir persönlich kein neues SCT mehr holen. Eher wirds ein gebrauchtes, was ich mir nach meinen Vorstellungen zurecht mache. Mechanisch natürlich und von der Justage her.


Viele Grüße,
Gerrit
 
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Hallo Gerrit,

Sven hat recht. Die Geräte werden gekauft und trotz der Unzulänglichkeiten.

jain.
Die Geräte werden gekauft weil das Preis / Leistungsverhältnis stimmt.
SCTs lassen sich wenn man es bei der Mechanik nicht übertreibt vergleichsweise preisgünstig fertigen.
So kompakt bekommt man bei keinem anderen System so viel Öffnung zu so einem günstigen Preis in einer recht brauchbaren optischen Qualität.

Das sollte man nicht durch überzogene mechanische Ansprüche ad absurdum führen.
Mir ist ein 8“ SCT für 1000€ mit etwas shifting lieber wie eines für 3000€ ohne shifting.

Es ist schlicht ökonomische Vernunft die Meade und Celestron hier so erfolgreich im Bereich SCT machen.
Sie produzieren für die Masse und nicht einen sehr kleinen Kreis von Enthusiasten mit dem nötigen „Kleingeld“ wie es zb. Zeiss gemacht hatte.
Zeis ist vom Astromarkt verschwunden weil die fürs Schaufenster und den Katalog produziert haben und nicht für den einfachen Amateur, der konnte sich die edlen Teile schlicht nicht leisten.

Es macht halt wesentlich mehr Spaß durch ein erschwingliches Teleskop mit meinetwegen etwas shifting zu blicken als sich immer nur die Nase am Schaufenster plattzudrücken und davon zu träumen wie es wohl wäre durch eine sauteure Edeloptik zu blicken.

Das die vergleichsweise preiswerten handelsüblichen SCTs sich bezüglich der optischen Leistung nicht verstecken müssen beweisen unzählige Planetenfotos.
Die beeindrucktesten die ich von Amateuren je sah wurden mit solchen SCTs gemacht, trotz shifting.

Grüße Gerd
 
Moin Kai!

> weil es ein gelungenes Konzept ist. Der Bernhard Schmidt, auf den das ursprünglich zurückgeht, war ja nicht blöd.

Der Berhard Schmidt würde in seinem Bergedorfer Ehrengrab rotieren, wenn er sehen könnte, zu was sein revolutionäres Konzept von Meade, Celestron und anderen verhackstückt wurde! ;)

BTW: Der Mann hat die Schmidt-Kamera erfunden, nicht diese Fehlkonstruktion aus den Staaten.

BTW2: Was wird hier im Forum eigentlich Marktanalyse betrieben?! Das juckt die Hersteller doch gar nicht.
 
Hi Gerd,

bei einem 8" SCT werden ja vergleichsweise weniger Ansprüche an die Mechanik gestellt als bei den Geräten ab 11" aufwärts. Da hätte ich dann auch weniger bedenken.

Gerd, nicht für ungut. Wenn die Dinger nur Shifting hätten, dann wärs ja nicht so schlimm. Wir müssen aber in der Diskussion aufpassen, den Hersteller dafür zu entschuldigen, daß wir uns aus Ohnmacht die Nase an der Schmidtplatte plattdrücken.

Wenn Du die Einhaltung von DIN-Toleranzen und ISO-Toleranzen für Dreh- und Frästeile als überzogen ansiehst. Dann sei Dir gesagt: Steht auf einer Zeichnung keine besondere Genauigkeitsangabe (Toleranz), dann gelten defacto genau diese Toleranzen! So und nun überlasse ich es Dir, ob Du dir mal persönlich mit Meßwerkzeug die Qualität der Hauptspiegelhalterung vor Augen führst.

Beispiel: Fokuser-Support am Meade ACF 14" sitzt direkt hinterm Hauptspiegel und trägt einen O-Ring.

0,4 mm Planfehler auf 100 mm für Teile der Hauptspiegelhalterung 10 mm dick.
Dann wurde der falsche Fräser genommen, daß sieht man am Schnittbild und
dann wurde nichtmal die richtige Schnittbreite gewählt (-> Schnittbild).

Behauptung: Mit weniger Aufwand könnte man solche Teile in weniger Zeit mit mehr Präzission fertigen. -> Günstiger, nicht: Billiger.

Andere Bespiele:
* Schief eingebaute Blendrohre
* dezentrierte Fangspiegel (infolge dezentrierter Korrektorplatten, reines Problem in der Fertigungsstrategie, mehr nicht)

Konzeptionelle Mängel:

* Fehlende Lüfter (hier hat Celestron reagiert, Materialpreis lassen sich recherchieren)

* Inkonsequente Umsetzung des Mirrorlock (Mirror-Flop wird nicht vermieden, Justage erforderlich, Celestron hat hier das eindeutige bessere Konzept in der Tasche, Meade hat auch reagiert (Crayford ähnliches Design)

* Komakorrigierte Systeme bei F/10 (Hier hat Meade mal reagiert)

* Geringer Durchlass an Blendrohren (-> zu hohe Vignettierung)

Teilweise haben die Hersteller die letzten 6 Jahre schon in die richtige Richtung gearbeitet. Allerdings rühmen sich alle schon mehr als 3 Dekaden im Geschäft zu sein. Und dann darf man wirklich die Frage stellen: Warum gewisse Probleme noch nicht gelöst wurden?

Beide Hersteller geizen nicht mit Innovationen im Bereich ihrer Steuerungen.
Aber im Kerngeschäft erlebt man Mängel.

Viele Grüße,
Gerrit



 
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Hallo Kai,

nee, da musst Du mal durch ein ordentlich dejustiertes SC schauen, da kommst Du ins Grübeln. Es ist wirklich nicht 08/15 und die Kugel wird schon hinkullern!

Clear Skies
Sven
 
Gerrit

nun haben ja nicht nur die SC von Meade und Celestron Spiegelshifting, sondern auch teuren High End Tak Mewlons 180 und 210, sowie das ehemalige Tak TSC 225.
Haben die Tak Ing. einfach die Hauptspiegelfok. von Meade oder Celestron aufgrund Faulheit kopiert ?
Der finanzzielle Aufwand solche Systems frei von Spiegelshifting zu halten liegt im wenigen $ Bereich...und der Fokusierknopf könnte einfachst , wie es TEC machte oder Starlight als Anbeukit anbietet mit einer zusätzlichen Untersetzung angeboten werden.

Dieses Thema ist uralt, warum nicht einer der beiden großen einfach das Design ändert und sich somit einen riesigen Wettbewerbsvorteil ergattert ist mir schleierhaft

hier mal die Zeichnung wie es TEC löste, genauso hat es INTES damals gemacht

Link zur Grafik: http://www.apm-telescopes.net/media/images/lagerliste/popup/525/TEC%20Maktube%20design.jpg

das Geheimniss ist immer das gleiche, der Spiegel muss axial geschoben werden, sei es mit dieser Lösung, oder mit jener von INTES MICRO, die geringfügig teurer ist, aber selbst beim 16" MCT perfekt funktioniert
Bsp. 14" IM MCT
Link zur Grafik: http://www.apm-telescopes.net/media/images/lagerliste/popup/525/IM-MCT%2014inchF15-mirror%20focusing.jpg
 
Hallo Gerrit,

mir war am RCX auf dem ATT zweierlei aufgefallen: Einmal waren optische Teile auf Federn gelagert, die zwischen Justiermotor und Optik lagern (Schutzfunktion?) und daher also zu Toleranzen führen mussten, und zum anderen konnte ich erleben wie einer der Fokussiermotoren in Dauerlauf ging, offenbar weil die sinkende Spannung der Batterie verhinderte, dass ein Encoder die Stellung oder Drehung korrekt meldete. Aus eigener Erfahrung mit Encodern weiß ich: Diese Dinger sind spannungsempfindlich und liefern ein paar Zehntelvolt unter Nennspannung auf einmal gar keine Rückmeldung mehr über die Rotation. Eine Elektronik die dreht bis der Enocder bei X angekommen ist, würde also drehen... und drehen... bis - na und dafür halt die Federn?

Edit - PS: Für die Klarheit, die Federn wirkten dann auf die Fassung oder Zelle, nicht direkt auf das Glas.
Clear Skies
Sven
 
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Hi Sven,

"konnte ich erleben wie einer der Fokussiermotoren in Dauerlauf ging"
....
Die Federn werden wohl einen gewissen Druck auf die Zelle ausüben, damit die Sache spielfrei bleibt. Was würde es bringne, wenn die Zelle "klappert". Das Erlebnis dürfte für Schaudern gesorgt haben. Sowas müßte aber leider schon beim Test aufgefallen sein........ergo?

Hallo Markus,

Du hast mit diesen Dingern zu tun und kannst es Gott sei dank bestätigen. Und gerade bei diesen Geräten sind die optischen Komponenten ja die preisbestimmende Größe, richtig?

Grundsätzlich wird eine axiale Verschiebung immer dann verbessert, wenn wenig Spiel zwischen Hauptspiegelhalterung und deren Führung vorliegt. Eine ausschließlich formschlüssige Möglichkeit eliminiert jedoch noch lange keine Verkippung (Gewindetoleranzen). Wohlaber hat man hier die Möglicheit den Hebel sehr stark zu verringern und das ist m.E. der Punkt.

Bei den MC-SCT'S ist dieser Hebel vergleichsweise 3 bis 4 mal so lang wie in den bei Dir vorgestellten Designs. Dazu kommt noch das Spiel zwischen Hauptspiegelhalterung und Blendrohr.

Wieso diese Innovationen immer nur kleckerweise in den Markt kommen?
Ich glaube Sven hat die Antwort schon gegeben.

Viele Grüße,
Gerrit
 
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Hallo Gerrit,

Wenn Du die Einhaltung von DIN-Toleranzen für Dreh- und Frästeile als überzogen ansiehst. Dann sei Dir gesagt: Steht auf einer Zeichnung keine besondere Genauigkeitsangabe (Toleranz), dann gelten defacto genau diese Toleranzen!
ja ich bin da zufällig vom Fach das nennt man dann Allgemeintoleranzen.

So und nun überlasse ich es Dir, ob Du dir mal persönlich mit Meßwerkzeug die Qualität der Hauptspiegelhalterung vor Augen führst.

Ich hab noch kein SCT zerlegt, aber das hier bei bearbeiteten Teilen die Allgemeintoleranzen nicht eingehalten werden mag ich nicht so recht glauben, die sind ja noch vergleichsweise großzügig.

* dezentrierte Fangspiegel (infolge dezentrierter Korrektorplatten, reines Problem in der Fertigungsstrategie, mehr nicht)

Nun ja die Schmidtplatte reagiert empfindlich auf jedwede Krafteinwirkung weil sie sehr dünn ist.
Ein Spiel ist hier in der Halterrung zwingend nötig, besonders bei so großen Durchmessern.
Auch hier wäre der Aufwand deutlich größer wollte man da eine hochpräziese und Temperaturkompensierte Fassung realisieren.

* Fehlende Lüfter (hier hat Celestron reagiert, Materialpreis lassen sich recherchieren)

Dem kann ich zustimmen.

* Komakorrigierte Systeme bei F/10 (Hier hat Meade mal reagiert)

Kostet natürlich aber auch deutlich mehr.

* Geringer Durchlass an Blendrohren (-> zu hohe Vignettierung)
Ist aus optischer Sicht nicht anders sinnvoll da sonst entweder die Obstruktion unverhältnismäßig ansteigt oder Streulichtprobleme auftreten.

Ich will nicht sagen das hier nichts mit vergleichsweise wenig Aufwand zu verbessern ist aber wer hier High End erwartet wird um einen sehr sehr saftigen Mehrpreis nicht umhinkommen und dafür ist dann der Markt schlicht nicht im ausreichenden Volumen da.

@Micha

Der Berhard Schmidt würde in seinem Bergedorfer Ehrengrab rotieren, wenn er sehen könnte, zu was sein revolutionäres Konzept von Meade, Celestron und anderen verhackstückt wurde!

Du scheinst ihn ja Persönlich gekannz zu haben wenn Du derart gut bescheid wissen willst wie Er über die SCTs denkt.

Der Mann hat die Schmidt-Kamera erfunden, nicht diese Fehlkonstruktion aus den Staaten.

Ein SCT ist beileibe keine Fehlkonstruktion!
Auch als Edeloptik gab es sowas zb. als TSC 225 von TAK
Man achte aber mal auf den Preis und vergleich mit einem C9 für einen Bruchteil dieses Preises.

Meade oder Celestron haben das SCT auch nicht erfunden!
Sie haben es lediglich zu erschwinglichen Preisen hergestellt.
Was da jetzt der Berhard Schmidt davon halten würde weiß ich nicht aber ich könnte jetzt einfach mal so wie Du es gemacht hast irgendetwas behaupten.
Zb. das Er Freudensprünge machen würde weil Er so davon begeistert ist das man einen Weg gefunden hat Seine Korrektorplatte preisgünstig herzustellen.

@Markus
Du darfst einen vergleichsweise entspannten Mak mit f/3 HS oder noch entspannter hier nicht mit einem SCT mit f/2 HS vergleichen.
Und so kostengünstig sieht die zweifellos sehr solide Lösung auf dem Foto nicht gerade aus.

Grüße Gerd
 
Hallo Sven,
falls du mit dem RCX das von MEADE meinst, dann hat dieses einen fixierten Hauptspiegel.
Die Fokussierung findet über die Schmidtplatte mittels Spindeln und Motoren statt.
Unser Vereins RCX läst sich übrigens wunderbar per Handbox neu justieren. Das war bisher nur ein mal notwendig.
Aber es wird auch nur stationär betrieben.
 
Hi Gerd

sicherlich ist F/3 entspannter als F/2, aber bei der Bauweise dieser Hauptspiegelfokusierung spielt dies keine Rolle, denn es gibt absolut keine Möglichkeit der Verkippung und wenn du dies mal live gesehen hast wirst du nicht mehr von Kosten reden, denn so ein Zahnrad wie es INTES MICRO nimmt, ohne jeglich notwendige Präzision kostet nichts, und der Querbalken den TEC und INTES nahmen kostet ebenfalls nichts. Mann spart sich das verkleben der Optiken.
Lass das den Hersteller mal 20,30 Euro mehr kosten, dann aber solch einen gewaltigen Technologiervorsprung zu bekommen, ist das ganz schnell ausgeglichen
 
Zitat von oliver_p:
Hallo zusammen,
Zitat von Hans_Peter:
Weil du beim VCL im Vergleich zum SC einen offenen und schneller auskühlbaren Tubus hast, eine etwas höhere Lichtstärke, einen Korrektor für ein ebenes Feld hast, rel. justierstabiel ist, Taubeschlag nicht kennt und für den, der es mag, schöne Spikes abbildet ;-)
Hm, welches Vixen Teleskop meint Ihr genau? Das ""VISAC" VC200L? Für visuelle Applikationen ist es eher nicht zu empfehlen. Gedacht war es für das fotografische Feld von Kleinbild. Der asphärische HS ist wohl etwas heikel, da durch Auftragen verschiedener Schichten in Form gebracht. Die optische Qualität ist im Schnitt alles andere als berauschend, kaum jemand bekommt das Ding korrekt justiert, die HS-Zelle neigt zu starker Verspannung des HS. Eine Fotomaschine, die auch bei korrekter Justage visuell von jedem C8 düpiert wird.....


Viele Grüße,
Oliver

Hallo Oliver
Genau, ich rede von dem VISAC.
Ich weiß ja nicht ob du schon mal durch eins geschaut hast, aber die Abbildung MEINES Vcl ist hervorragend. Weder die HS-Zelle neigt zu verspannungen noch sonst irgendwas. Was hier immer erfunden wird ist ja grausam. Einzigster Kritikpunkt und nur wenn es wirklich stört sind die dicken Fangspiegelstreben, wie Sven bereits geschrieben hat. Ansonsten hab ich noch keinen 8"SC gesehen der das VCL so in die Pfanne haut oder gar düpiert. Und übrigends, mein VCL ist nun jetzt schon 10 Jahre alt musste seit Auslieferung noch NIE Justiert werden.

Gruss Hans-Peter
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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