Hallo,
ich will hier eine Lanze für die - zugegeben exotischen - Schiefspiegler brechen. Es liest sich so, als hätten diese nur Nachteile.
Der Primärspiegel ist hier eine klassische Sphäre, welche sich in bester Qualität wesentlich leichter als ein Parabolspiegel herstellen lässt. Der Sekundärspiegel ist ebenfalls spärisch - nur konvex. Von der Herstellung theoretisch ebenfalls leicht, nur sehr schwer zu messen.
Es gibt verschiedene Varianten des Schiefspieglers, die kleineren welche ich kenne (bis ca. 5 Zoll) sind in anastigmatischer Anlage konstruiert, d.h. diese kommen ohne weiteres optisches Element aus. Größere haben dann noch eine Glascheibe (besser Glaskeil) im Strahlengang um den Astigmatismus zu korrigieren.
Entgegen landläufiger Meinung sind Kutter nicht schwerer als normale langsame Newtons zu koliminieren.
Kutter sind auch nicht mehr seeing-anfällig als normale Newtons, verglichen mit geschlossenen Systemen wie Refraktoren oder SC`s sind diese hier bei manchen Beobachtungssituationen im Nachteil.
Verglichen zu sehr langsamen Öffnungsverhältnis sind Kutter kurzbauend. Bei anastigmatischer Anlage ist ein Öffnungsverhältnis von f/27,4 vorhanden, mit Korrekturkeil so um f/24 (weis ich nicht mehr genau).
Kutter sind somit Spezialgeräte für hellere Objekte, bei denen stark vergrößert werden soll - also überwiegend für Planetenbeobachtung. Dort machen diese riesig spaß, auch beim Orionnebel zieht es einem fast die Schuhe aus. Wegen des sehr spitzen Lichtkegels ist fokussieren sehr fein möglich, wesentlich leichter als bei schnellen Newtons.
Langsame Newtons mit geringer Obstruktion sind auch wunderbare Planetengeräte, durch die lange Bauform wird hier die Montierung ein Problem, ein Kutter ist hier wesentlich leichter zu montieren.
Viele Grüße
Achim
Ach ja ... aus normalen Newton-Komponenten lässt sich leider kein Kutter bauen, dafür braucht es genau aufeinander abgestimmte Spiegel.