Schmidt-Cassegrain 8" auf EQ-5 Synscan

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A_Woltering

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Hallo liebe Astrofreunde,

seit einiger Zeit spiele ich mit dem gedanken mir ein neues Teleskop für die Astrofotografie zuzulegen. Zur Zeit fotografiere ich immer mit einem 6" f4 Newton auf einer Skywatcher EQ-5 Synscan Montierung. Als Autoguider nutze ich einen MGEN der zweiten Generation und als Kamera eine Canon EOS 750d. Zum fotografieren fahre ich immer aus der Stadt raus, daher ist alles als mobil ausgelegt.

Zu dem neuen Teleskop, gerne würde ich mehr Brennweite haben, daher eventuell ein SC8 Teleskop mit 0,63-Reducer.

Meine Fragen:
Würde die Montierung (max. Zuladung von 10kg) mit einem SC8 Teleskop zur fotografie zurecht kommen?
Macht es überhaupt Sinn eine DSLR-Kamera an einem SC-Teleskop anzuschließen?
Oder würde es eher Sinn machen für mehr Brennweite ein anderes Teleskop zu nutzen?


Ich danke jetzt schon für hilfreiche Antworten und Tipps.
Schöne Grüße und CS.
Andreas
 
Hallo!

1. Würde die Montierung (max. Zuladung von 10kg) mit einem SC8 Teleskop zur fotografie zurecht kommen?
2. Macht es überhaupt Sinn eine DSLR-Kamera an einem SC-Teleskop anzuschließen?
3. Oder würde es eher Sinn machen für mehr Brennweite ein anderes Teleskop zu nutzen?

1. Meine Antwort: Nein. Mein C8 war viele Jahre lang auf einer EQ-5 montiert (mechanisch gleich wie die Synscan nur mit einfacherer Motorisierung) und das war schon visuell eine ziemliche Wackelei. Früher habe ich mit der Komination auch einige Fotonächte verbracht, aber von den Ergebnssen her war das reine Zeitverschwendung. Für dieses Fernrohr brauchst Du zum Fotografieren eine Montierung aus der nächstgrößeren Kategorie. iOptron CEM60 oder EQ6 oder so.

2. Warum nicht? Das Internet ist voll von tollen Fotos die mit dieser Kombination aufgenommen worden. Eine spezielle gekühlte Astrokamera an einem APO Refraktor mit gleicher Öffnung liefert wahrscheinlich bessere Bilder, aber zum zehnfachen Preis.

3. Da wirst Du von 10 (Hobby-)Astronomen 10 Antworten bekommen. Ich bin ein SC Anhänger (Preis-Leistungs-Verhältnis, Größe, Gewicht, Handhabung, vielfältige Einsatzmöglichkeiten, unkomplizierter Anschluss von Zubehör, einfache Kollimierung, ...) und würde deswegen sagen: Ja schon, aber nicht zu diesem Preis. Bei weitem nicht. Ich bleib beim SC, es sei denn, ich würde in der Lotterie gewinnen.

Grüße
Maximilian
 
Hallo Maximilian,

gleich eine EQ 6 oder gar eine CEM60 anzuraten finde ich etwas übertrieben. Eine AVX würde ein C8 auch fotografisch noch locker tragen (ein Freund hat sogar ein C9.25 drauf) und die wäre, v.a. im Vergleich zur CEM60, auch noch deutlich billiger! Die würde nämlich mehr als doppelt so viel kosten und wäre mit einem C8 bestimmt unterfordert... ?

Viele Grüße
Oliver
 
Hallo Andreas,
Maximilian hat ganz Recht, wenn er sagt daß eine EQ5 mit einem 8“ Schmidt-Cassegrain fotografisch an der Grenze ist, bzw. bereits darüber.
Auch ich sehe da eher eine schwerere Montierung. Als Mindestgröße kannst Du aber auch die HEQ-5 in die Reihe der Möglichen stellen. Mit einem 8“ Cassegrain kommt die noch wirklich gut zurecht. Wenn Du nicht schon ein noch größeres Teleskop im Hinterkopf hast, dann würde die in jedem Fall reichen. Auch die iOptron CEM25P passt sicher gut zu einem 8“ SC, und ist, was Ausstattung angeht, bestimmt sehr interessant.

Allerdings verrate ich kein Geheimnis, wenn ich sage, daß ein Fotosetup unten herum auch gerne etwas größer dimensioniert werden kann. Zugunsten von Stabilität und Reserve, allerdings auch zu Ungunsten von Budget und Transportgewicht.

Astrofotografie mit DSLR ist zweifellos auch in Zeiten von bereits relativ günstigen reinrassigen Astrokameras, immer noch beliebte und gängige Praxis. Du kannst, wie Maximilian schon schrieb, jeden Tag absolute Top-Aufnahmen sehen, die mit DSLRs gemacht wurden.
Die EOS 750 ist da mit Klappdisplay und drahtloser Bedienung bereits sehr komfortabel.
Für Deepsky würde ich jedoch Astromodifikation empfehlen, weil DSLRs ja bekannterweise recht H-alpha-unempfindlich sind.

Was das Teleskop angeht, da sehe ich tatsächlich eine Alternative: Ein 8“ RC oder 8“ RC Carbon.
Ich entnehme Deinem Eingangspost, dass es bei Dir hier schwerpunktmäßig um Fotografie geht.
Ritchey-Chrétien-Cassegrains haben, auch wenn sie von Weitem einem SC recht ähnlich sehen, bei Fotografie entscheidende Vorteile gegenüber dem Schmidt-Cassegrain:
RCs kühlen deutlich schneller aus als SCs, sie sind offen, wie ein Newton.
RCs haben fast kein Tauproblem, sie haben ja keine Schmidtplatte, die betauen kann.
RCs bieten bereits ein großes, voll korrigiertes Gesichtsfeld.
RCs sind (hier mit f/8) schneller als SCs, ( typischerweise f/10)
RCs liegen ungefähr in dem Brennweitenbereich, den Du mit SC und Reducer anstrebst,
aber eben ohne Reducer.
Reducer gibt es auch für RCs, der CCD47-S z.B. macht mit x0,67 aus dem f/8 einen recht schnellen f/5,4 Astrographen.

Die RCs sind zwar etwas schwerer, im Vergleich mit SCs gleicher Öffnung, passen aber noch gut zu den besagten Montierungen HEQ-5 und CEM25P. EQ6 usw. sowieso.

Das Ritchey-Chrétien-Teleskop ist bei Schwerpunkt Fotografie eine echte Empfehlung.
Du könntest damit natürlich auch beobachten. Die Abbildung ist im Allgemeinen auch etwas schärfer als beim Schmidt, allerdings hat das seinen Preis: Die typischerweise etwas stärkere Obstruktion kostet im Vergleich mit einem SC etwas Kontrast.

Wenn Du viel beobachten möchtest, ist ein SC etwas vielseitiger.

CS

Dietmar
 
Hallo Dietmar,

prinzipiell hast du Recht, eine HEQ5 würde ein C8 auch sicher tragen. Sie hat allerdings gegenüber der AVX den Nachteil, dass ihr Stativ kürzer ist. Ich hatte auf meiner HEQ5 mal ein Vixen VMC200L drauf. Fotografisch ging das, aber die Beobachtung hoch stehender Objekte war recht unbequem. Für einen Newton ist das ok, da man da ja "oben" reinguckt. Bei allen Tuben, bei denen man "hinten" reinschaut, wäre das längere Stativ der AVX ein deutlicher Vorteil.

Viele Grüße
Oliver
 
Hallo!

...gleich eine EQ 6 oder gar eine CEM60 anzuraten finde ich etwas übertrieben.

Wenn ich was gelernt habe in meinem „halben Jahrhundert +“ auf diesem Planeten, dann das, daß man alles zwei oder dreimal oder viermal kauft, was man nicht von Anfang an maximal groß (oder in maximaler Qualität) angeschafft hat. Und in der Hobbyastronomie habe ich gelernt, dass die größte Unzufriedenheit (ausser den Wolken...) von einer knapp oder zu knapp ausgelegten Montierung kommt. Die Optik kann noch so toll sein, aber wenn das Bild zittert sobald man auch nur den Scharfstellknopf berührt oder der leiseste Windhauch weht, dann ist die Freude nicht mehr besonders groß.

Dazu kommt, dass zu dem Fernrohr vielleicht noch ein Leitrohr und eine Kamera und ein großer Sucher und ein Binokularansatz (alleine für den muss man die Montierung eine Nummer größer nehmen...) kommen. Spätestens dann ist man froh, dass man nichr die genau passende Montierung genommen hat sondern eine Nummer größer.

Grüße
Maximilian
 
Hallo an alle.

Im voraus schon mal vielen dank für die ausführlichen Antworten ?

Mit den Antworten habe ich leider schon gerechnet. Eine größere Montierung würde ich mir zulegen, sobald ich einen eigenen Garten oder einen Balkon zum Fotografieren habe.
Trotzdem steht der Wunsch auf mehr Brennweite weiterhin.

Was würdet ihr sagen zu einem RC 6" mit 1370mm Brennweite auf einer EQ5? Solch ein Teleskop hätte ein Gewicht von ca 5,5 kg. Ebenfalls würde ich mir einen Reducer dazu kaufen.

An eine Astromodifikation habe ich auch schon gedacht, das werde ich auch noch in die Wege leiten.

Nochmals danke an alle.
Schöne Grüße und CS.
Andreas
 
Hallo Andreas,
mit einem 6“ RC steht die EQ5 natürlich ganz anders da.
Fotografisch grenzwertig, aber in jedem Fall noch brauchbar.
Rechnest Du Kamera, Leitrohr, Guidingkamera und Adaptionen dazu, bist Du immernoch bei nur ca. 65% Auslastung der Montierung, was im Allgemeinen noch als „gesund“ angesehen wird.
Das passt, würde ich sagen.

CS

Dietmar
 
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