Schmidtplatte justieren

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marcus.runge

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Hallo,
ich hatte die Schmidtplatte meines 12"LX200GPS herausgenommen. Beim Wiedereinsetzen fiel mir auf, dass ich sie zwar anhand der Markierung wieder korrekt ausrichten konnte, aber sie hat Spiel zu allen Korkstückchen, kann also niemals fest und mittig fixiert werden. Muss sie auf den unteren Korkstückchen aufliegen, mit gleichmäßigem Abstand zu allen oder ist es völlig egal so lange die Markierungen übereinstimmen?
Viele Grüße,
Marcus
 
Hallo,

so viel Spiel sollte zu den Korkstücken ja nicht sein. Ein bisschen Spiel ist auch notwendig, um die unterschiedlichen Wärmedehnungen von Tubus und Platte bei Temperaturänderungen auszugleichen, sonst würde der Tubus die Platte bei Kälte einklemmen und verspannen.

Gruesze,
Karsten
 
Ich habe jetzt die Schmidtplatte so gut es geht zentriert, also fast die gleichen Abstände vom Tubus zum Fangspiegelgehäuse (0,5-0,8mm Genauigkeit). Auch die Kollimation am Stern verlief problemlos.

Gleicht also die Fangspiegelkollimation Zentrierungenauigkeiten der Schmidtplatte aus?

Ich habe jetzt nur Bedenken, dass sich die Schmidtplatte doch bewegen könnte, da sie ja so bis zu 2mm Spielraum hat und somit die Ausrichtung der Platte zum Tubus verändert werden könnte.
 
Hallo Marcus,

normalerweise sollte zwischen Kork und Schmidtplatte keine Luft sein. Fall das dennoch der Fall ist, kannst Du dir dünnen Kork besorgen (Baumarkt, Bodenbeläge) und die vorhandenen Kontaktpunkte ergänzen oder ersetzen. Achte aber bitte darauf, das dabei nicht zu viel Druck an der Schmidtplatte entsteht (die Platte sollte sich ohne zusätzlichen Kraftaufwand entnehmen lassen). Das Teil verspannt relativ schnell.
Die Wärmeausdehnung vom Tubus wird von den Korkplättchen ausgeglichen. Beim Zusammenbau solltest Du den Haltering nicht zu fest anziehen, da ansonsten ebenfalls Verspannungen entstehen können.

Wenn Du die Platte einmal draußen hast, kannst Du außerdem überprüfen, wie genau der Fangspiegel positioniert ist. Einfach von der FS-Fassung zum Schmidtplattenrand messen. Bei meinem 12" LX200 war dieser 2mm versetzt. Ein Bekannter von mir hatte einen 8" mit 6mm Versatz. Daraus wurde dann einen Reklamation da die Optik nicht richtig justiert werden konnte.

Je besser alle optischen Elemente zentriert sind, um so besser ist die Gesammtleistung.

CS
Markus
 
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Hallo Markus,

ich möchte gern einmal meine Erfahrungen einbringen, weil ich einen alten 16" Meade SCT besitze. Den hatte ich vor längerer Zeit einmal als "Gurke" erstanden und komplett zerlegt.

Siehe: http://www.poguntkeweb.de/LX200Umbau/index.html

Wenn du deine Schmidtplatte und den Fangspiegel zentrieren willst, prüfe das mit einem Laserkoli durch den OAZ bei ausgebauter Schmidtplatte, das ist am Besten. Lege eine Schablone aus Pappe vorn in den Tubus und zeichne an, wo der Laserpunkt raus kommt. Ich hatte das mit einer Plexiglasscheibe vermessen, das muß aber nicht sein. Dann kannst du schon mal sehen, ob dein OAZ und Blendrohr mittig zentrieren sind bzw. der Laserpunkt mittig im Tubus raus kommt.

Bei meinem alten Schätzchen war ab Werk alles schon schief (mit Asti) eingebaut. Und das nur, weil im Ursprung der OAZ zum Tubus, zu Schmidtplatte und zum Fangspiegel nicht passte. Das habe ich inzwischen alles Neu zentriert.

Also wird zunächst den Hauptspiegel zum Blendrohr über eine Vorrichtung zentriert (war bei mir schief), dann das Blendrohr bzw. die Spiegelfassung zum Tubus und zuletzt der Fangspiegel ebenfalls zur Tubusmitte. Die Aufnahme des Fangspiegels mußte ich Außen abdrehen, weil die Schmidtplatte schon 2,8 mm Mittenversatz in der Aufnahmebohrung, also im Glas hatte. Das wurde alles ab Werk so eingebaut!

Jetzt ist es egal, wie die Schmidtplatte im Tubus gedreht ist, es ist alles immer perfekt mittig. Manche reden bei dem Ganzen von einer Retusche der Schmidtplatte, ich nenne das "vertuschen" von Einbaufehlern. Solche dummen Serienfehler sollten heute eigentlich nicht mehr sein.

Und wenn dann alles schön zentrisch ist, funktioniert auch ein GMK Kollimator am SCT perfekt. Zusätzlich hat sich die Kollimierung am Stern fast erledigt.

Des Weiteren vervollständigt bei mir eine Tubus-Belüftung mit Temperaturüberwachung, Velourauskleidung, Tubusisolierung und diverse Kleinigkeiten die Umbauarbeit. Das Ergebnis dieser Aktion hat sich jedenfalls gelohnt. Das alte Schätzchen liefert jetzt eine scharfe, kontrastreiche Abbildung und macht richtig Freude...... Ich habe jedenfalls schon durch schlechtere RC´s geschaut. :super:

CS
Eberhard
 
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Hallo Eberhard,

interessante Schilderung. Eigentlich sehr bedauerlich, das man bei einer so teuren Optik mit solchen Problemen zu tun hat. Mein 12"er war auch mal so eine Baustelle. Nur gut, wenn man weiß, wie man mit einem Schraubenzier umgeht. Man muss sich einfach Gedanken machen, um die Fehler zu finden. Dann kann man die Leistung von so mancher Optik deutlich steigern.

CS
Markus
 
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