Re: off topic: welche azimutale mit Feineinstellun
Hi!
In erster Linie mal die Tragfähigkeit: Ich hab nen Celestron 80/600, der mit dem ganzen 2"-Zubehör einiges auf die Waage bringt - der Schwerpunkt ist öfter mal so weit hinter den Tubus verlagert, dass ich ihn nicht mal ausbalancieren kann, einfach weil der Okularauszug im Weg ist und die Rohrschellen nicht weit genug nach hinten gehen.
Und da ich gelegentlich auch durch fotografiere (ein paar Sekunden gehen bei der Brennweite noch ohne Nachführung), sollte es möglichst stabil sein. Wobei ich grad auf der Baader-Seite gelesen hab, dass die BP60 auch einen Zeiss 100/640 tragen soll.
Die BP60 habe ich nur auf unserer örtlichen Sternwarte im Schrank liegen sehen, aber nie mit dem dazugehörigen Mak getestet, da der nicht im selben Schrank liegt, sondern in der Physiksammlung der Schule.
Im Prinzip war's eine Entscheidung aus dem Bauch raus - die BP60 hatte ich schon mal in den Händen, die Porta ist was neues - außerdem steh ich auf Vixen-Montierungen. Die beste Reisemontierung, mit der ich bislang geschafft hab, ist eine Superpolaris aus den 1980ern.
Mit der Porta selbst bin ich voll zufrieden. Einziges Manko ist, dass das Alustativ recht niedrig ist und ein Adapter auf ein Fernglasstativ rund 40 Euro kostet - ziemlich happig für ein Aluteil mit drei Löchern und einem Gewinde. Die Schrauben der Stativbeine muss man ziemlich fest zudrehen und die Ablageplatte in der Mitte wird mit einer schwergängigen Plastikschraube gesichert. Wenn's aufgebaut ist, steht das ganze aber auch schön fest. Die Griffe für die Feineinstellung bestehen aus verchromtem Kunststoff und werden nur aufgesteckt, sieht etwas billig aus, geht aber einwandfrei. Achsklemmen hat und braucht die Porta keine, die Rutschkupplung lässt sich nachjustieren. Schön ist der recht große Abstand des Tragarms zum Stativ, sodass die Stativbeine normalerweise nicht stören. Die BP60 ist dafür deutlich kompakter, die Porta ist trotz des niedrigen Stativs recht sperrig. Porta-Schwalbenschwanz gegenüber BP60-Fotoschraube wirkt auch solider.
Langer Rede kurzer Sinn: Es war in erster Linie eine Entscheidung aus dem Bauch raus, mit unterstellter höherer Tragfähigkeit im Hinterkopf. Bereut hab ich's aber nicht und würde die Porta jederzeit wieder kaufen, weil ich da eher was in der Hand habe. (Wenn ich mit dem Fahrrad beobachten fahren würde, sähe die Sache wahrscheinlich anders aus.)
Lediglich das Stativ paßt nicht zur sonst hochwertigen Montierung und wird wahrscheinlich irgendwann ersetzt, sobald ich mir den Stativadapter bastel oder besorg (die Porta ist mit drei Schrauben am Stativ befestigt), erfüllt seinen Zweck aber - auch wenn ein Campingstuhl im Gepäck nicht schlecht ist, wenn man einen Refraktor hat. Aber der gehört ja eh zum normalen Zubehör
Gruß,
Alex
PS: Die BP60 kommt vielleicht aber auch noch in meine Sammlung - im Augenblick reizt mich die
AstroTrac-Nachführung ungemein, und da wäre ein kompakter Kugelkopf mit Feineinstellung sehr sinnvoll, um das Teleskop schwenken zu können. Die Porta krieg ich da nicht drauf... aber dieses Jahr wird das nichts mehr.