Hallo.
Ich habe den Eindruck, Celestron weiß sehr gut um diese neuralgische Stelle des inneren Blendrohrs Bescheid und hat im Lauf der Zeit deshalb da so einiges probiert. Weshalb man sich gut überlegen sollte, ob Bastelei im konkreten Fall wirklich noch was bringen kann. Bei älteren Modellen (schätze älter als 15 Jahre) oder verbastelten jüngeren mag das evt der Fall sein, bei unverbastelten jüngeren Exemplaren wäre ich sehr vorsichtig.
Ich weiß nicht wie sie es in den aktuellsten Baureihen machen, mein C6 ist etwa 10 Jahre alt. Aber da sieht man im Blendrohr zu Anfang (zum Sekundärspiegel hin) ein paar ganz flache terassenartige Stufen und dann weiter nach hinten ein ringsum sehr fein geriffeltes bzw. dicht geringeltes Profil, und alle Strukturen sind von einem ziemlich empfindlichen feinkörnigem tiefdunklem Mattlack überzogen.
Streicht man auch nur hauchzart über dessen Oberfläche, z. B. auch nur um ein Stäubchen oder Partikelchen zu entfernen, entsteht sofort eine deutlich glänzende Spur in der Mattierung - was eher für ihre antireflexive Qualität spricht, denn meines Wissens haben insbesondere hochwirksame Schichten leider mechanisch sehr empfindliche Oberflächen. Je feiner die Mikrostrukturen dieser Materialien, desto besser kann sich das Licht in diesen unregelmäßigen "Irrgärten" zwar totlaufen, aber desto fragiler fallen die Strukturen leider auch aus und sind oft auch schwierig zu erzeugen bzw zu verarbeiten und daher teuer.
(Siehe z. B. Vantablack... oä. Bei militärischen Anwendungen spielt letzteres zwar keine Rolle, auch, glaube ich, wenn es um Verbesserung der mechanischen Eigenschaften geht. Bezeichnenderweise gibt/gab es jodoch früher nur eine israelische Firma, die im Versand auch kleine mit Vantablack beschichtete Klebefolienstücke an privat verkaufte. Es gab damals im Forum mal den Versuch dort eine Sammelbestellung zu organisieren, aber keine Ahnung was daraus wurde und wie das jetzt ist, die Preise waren jedenfalls happig und die Folie empfindlich.)
Ich habe beim Celestron wegen der äußerst sensiblen Innenoberfläche daher jegliches weitere Gefummel im Blendrohr unterlassen, auch wenn leider im vorderen terassierten Bereich etwas Fett von der äußeren Haupspiegellagerung irgendwie auf die Innenseite gekrochen sein muß, und die matte Beschichtung dort glänzend durchtränkt hat, was nun für den bekannten Diamantringeffekt sorgt. Vorsichtige Versuche mit Alkohol oder unpolaren Lömis waren zwecklos. Ich würde das alles bei neueren Celestrons unbedingt hübsch in Ruhe lasse und da nichts verschlimmbessern. (Und hoffen, dass es die Montage inzwischen gelernt hat, es nicht mehr zu gut zu meinen mit dem Fetten der HS-Führung).
Samt hingegen ist preisgünstig und hat zwar eine gute Lichtdämpfung auch im nötigen schrägen Winkel bei streifendem Lichteinfall, trägt aber leider auch etwas auf, was gerade in einem engen Blendrohr eigentlich nicht erwünscht ist. Dennoch habe ich bei meinem Vixen VMC damit eine gute Kontraststeigerung erreicht, denn da war das Blendrohr innen nicht so aufwendig und sorgfältig designt wie bei Celestron, wohl auch etwas zu weit dimensioniert und nur mit einem ziemlich reflektiven glatten Lack innen überzogen.
Manche schwören auch auf irgendwelche Mattlacke, die sie mit gemörsertem Vogelsand vergröbern, der je nach Vorarbeit oder Klima mal hält und mal anfängt zu bröseln, wieder andere schieben statt evt. fusseligem Samt lieber lose Tonpapierrollen rein, und der nächste verklebt das Ganze noch um keine glänzenden Schleifspuren zu hinterlassen, etc. pp.
Es ist also wie so oft vom status quo eine Exemplars abhängig, ob wirklich Handlungsbedarf besteht... Da Blenden einbauen zu wollen, wo konstruktiv beabsichtigt allenfalls für ganz flache Riffel oder Terassenstufen Platz zu sein scheint, halte ich für ziemlich gewagt. Ich denke die jahrzehntelange Erfahrung bei Celestron sollte man nicht zu gering schätzen.
Gruß
Mathias