Hallo Sigvald,
es gibt schon ein paar Unterschiede (auch mehr als in dem o.g. Link genannt).
Schon die Voraussetzung, dass Öffnung und Brennweite der verglichenen Teleskope identisch sein sollen, trifft so meist nicht zu. SCs haben durchweg ein Öffnungsverhältnis von 1/10, der klassische MC so um die 1/15. Will man beim MC lichtstärkere Varianten, wie z.B. die letzten Zeiss Meniscas 180/1800, benötigt man asphärische Flächen, die schwerer herzustellen sind. Beim SC ist der Fangspiegel an der Schmidtplatte befestigt, beim klassischen MC dient eine beschichtete Fläche der konvexen Seite des Meniskus als Fangspiegel. Das ist dort justierstabil, der Fangspiegel ist durchweg kleiner als beim SC. So ist das Bild beim MC oft klarer und der Kontrast besser. Auch wegen der Obstruktion gibt es am Markt keine SC unter 5" Öffnung (C5), die kleinen von Meade und Celestron sind MC.
Die Versprechen geringer Turbulenzen infolge des vorne abgeschlossenen Tubus, stimmt nur sehr bedingt. Sowohl SC als auch MC müssen ordentlich auskühlen. Das kann bei größeren auch mal 1-2 Stunden dauern. Solange die Temperaturen der einzelnen Teile unterschiedlich sind, kommt es zu Tubusseing und die Geräte sind weit von ihrem Leistungspotential entfernt.
Eine weitere Schwäche beider Systeme ist das leichte Beschlagen der Schmidtplatte bzw. des Meniskus. Jetzt im Herbst und beginnenden Winter geht da ohne eine lange Taukappe nichts; beim Meniscas greife ich öfter zum Fön, um wieder für Durchblick zu sorgen.
Beides sind gute Systeme, wenn man sie für das benutzt, was sie können. Im Vergleich zu Achromaten ähnlicher Größe sind sie schön kompakt und damit leichter zu montieren; im Vergleich zu Apos sind sie durch ihr moderates Öffnungsverhältnis gutmütig bei der Auswahl der Okulare. Gerade da lassen heute viele Sternfreunde mehr Geld als beim eigentlichen Fernrohr.
CS Gerhard