SCT vs MAK

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SigvaldS

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Moin, da hat man mich auf dem falschen Fuß erwischt. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Bauformen ist mir bekannt. Aber gibt es signifikante Unterschiede in der optischen Leistung? Mal vorausgesetzt, dass Öffnung und Brennweite gleich sind.
Kann jemand das erläutern?

PS, wenn der Sturm durch ist, hoffe ich auf CS ?
Sigvald
 
Hallo Sigvald,
MAK und SC sind sich schon ähnlich, aber die wesentlichen Unterschiede werden hier aufgeführt Teleskop Spezialisten
 
Hallo Sigvald,

es gibt schon ein paar Unterschiede (auch mehr als in dem o.g. Link genannt).

Schon die Voraussetzung, dass Öffnung und Brennweite der verglichenen Teleskope identisch sein sollen, trifft so meist nicht zu. SCs haben durchweg ein Öffnungsverhältnis von 1/10, der klassische MC so um die 1/15. Will man beim MC lichtstärkere Varianten, wie z.B. die letzten Zeiss Meniscas 180/1800, benötigt man asphärische Flächen, die schwerer herzustellen sind. Beim SC ist der Fangspiegel an der Schmidtplatte befestigt, beim klassischen MC dient eine beschichtete Fläche der konvexen Seite des Meniskus als Fangspiegel. Das ist dort justierstabil, der Fangspiegel ist durchweg kleiner als beim SC. So ist das Bild beim MC oft klarer und der Kontrast besser. Auch wegen der Obstruktion gibt es am Markt keine SC unter 5" Öffnung (C5), die kleinen von Meade und Celestron sind MC.

Die Versprechen geringer Turbulenzen infolge des vorne abgeschlossenen Tubus, stimmt nur sehr bedingt. Sowohl SC als auch MC müssen ordentlich auskühlen. Das kann bei größeren auch mal 1-2 Stunden dauern. Solange die Temperaturen der einzelnen Teile unterschiedlich sind, kommt es zu Tubusseing und die Geräte sind weit von ihrem Leistungspotential entfernt.

Eine weitere Schwäche beider Systeme ist das leichte Beschlagen der Schmidtplatte bzw. des Meniskus. Jetzt im Herbst und beginnenden Winter geht da ohne eine lange Taukappe nichts; beim Meniscas greife ich öfter zum Fön, um wieder für Durchblick zu sorgen.

Beides sind gute Systeme, wenn man sie für das benutzt, was sie können. Im Vergleich zu Achromaten ähnlicher Größe sind sie schön kompakt und damit leichter zu montieren; im Vergleich zu Apos sind sie durch ihr moderates Öffnungsverhältnis gutmütig bei der Auswahl der Okulare. Gerade da lassen heute viele Sternfreunde mehr Geld als beim eigentlichen Fernrohr.

CS Gerhard
 
?Danke, im Kurs bin ich darauf angesprochen worden, was denn nun "das beste Teleskop" sei. Die Antwort, z.Zt. Hubble, ist da nicht wirklich hilfreich ? Und mit vielen Fachegriffen können Beginner noch nix anfangen. Bei 15 Minuten Vortragszeit muss man schnell auf den Punkt kommen.
Sigvald
 
Ui ... "das beste Teleskop" ... mit solche Formulierungen musst du gerade hier gaaaanz vorsichtig sein :D
Hubble mag den Vorteil der fehlenden atmosphärischen Störungen haben, dafür lasst sich im Nachhinein kein neues Detektor-Equipment anbringen (Nach dem Ende des Space-Shuttles erst recht nicht).
Ob Hubble mit den adaptiven Optiken und irrwitzig großen Spiegeln des VLT, oder des im Bau befindlichen ELT mithalten kann, wage ich zu bezweifeln. Ich persönlich hab ja eine Schwäche für das ebenfalls noch im Bau befindliche LSST :D (kann den kompletten Nachthimmel alle 3 Tage kartographieren ... 30TB Daten täglich :eek: die "Kamera" die das aufnimmt hat 3,2 Milliarden Pixel und wiegt 2,8 Tonnen o_O)
Wie im Amateurbereich gilt auch im professionellen Bereich: Jedes Teleskop wird als Spezialist für die Aufgabe geplant und konstruiert, die es erfüllen soll. Ein Vergleich wäre der berühmte Äpfel mit Birnen...
Aber das nur kurz als Off-Topic
 
Zuletzt bearbeitet:
Ein Vorteil bei den SC's, ist die definitiv größere Auswahl an Zubehör.

So kenne ich z.B. keinen angepassten Reducer für Maks.

Allerdings habe ich letztens Bilder auf Astrobin mit der Kombi 127er Skymax/Celestron f6.3 Reducer gesehen.

Kommt man anscheinend zumindest brauchbar auf f/8 beim Skymax.

Ansonsten ist da selbst nach Umrüstung auf 2" nicht viel nutzbares.

Ein gut funktionierender reducer wäre eine tolle Erweiterung, wodurch Maks vielseitiger wären.

Könnte ich meinen wirkungsvoll für DSLR um 0,5 reduzieren, wäre es wohl mein Hauptgerät .

Gruß Markus
 
"das beste Teleskop" ... mit solche Formulierungen musst du gerade hier gaaaanz vorsichtig sein
Jo, damit können Forums-Kriege beginnen... lol Ich würds mal salomonisch-philosophisch so versuchen: das beste Teleskop ist das, welches Dir am meisten Freu(n)de bereitet. Heißt für mich: Neben den zig tatsächlich oder vermeintlich objektiven Kriterien zur Beurteilung bleibt auch ein Teleskop für mich ein individuell durchaus emotionaler Gegenstand - gehe ich gerne damit um, mag ich Haptik und Mechanik, mag ich den Aufbau, usw. Ich selbst habe bspw. durchaus einen "Exoten" (Maksutov-Newton) über den und dessen Besonderheiten sich sicher trefflich diskutieren lässt. Gleichwohl verdanke ich ihm wunderbare Nächte und Erlebnisse in der Natur und am Himmel - und so manch tolle Begegnung mit Astrofreunden, die durch sowas immer schon mal durchschauen wollen. Ob besser oder schlechter als andere? Wer vermag das zu sagen. Ich halts mit Marianne Rosenberg: Er gehört zu mir ... :)

Beste Grüße
Lars
 
Das beste Teleskop ist ganz klar ein Takahashi beliebiger Bauart. So. (Achtung Spaß)

Ich mag die MC Teleskope, und die SC Teleskope auch. Ich liebe einfach 14“ ganz kompakt und man hat so einen riesen Bomber da auf der Montierung. Das macht einfach richtig Eindruck (ja, für mich macht auch das Äußere eines Teleskopes plus Montierung Sinn, ich erfreue mich daran).

Dass ein 14“ SC ein mobiles Teleskop ist, dafür gibt es ausreichend Videos, die das beweisen - YouTube Tipp. Zum totlachen. Klappt aber wirklich.

Um es etwas abzukürzen ich finde alle Bauarten und alle Größen machen Sinn. Denn wenn es nicht so wäre, würde es sich ja finanziell nicht lohnen, die Teile zu bauen.

Also auch die verspotteten Deppen die Zehntausende Euros für wenig Öffnung bei den TAK Refraktoren ausgeben haben irgendwie ihren Sinn und ihre Berechtigung.

Wo wäre der Spruch besser passend als hier.
„Jedem Tierchen sein pläsierchen.“
 
Also auch die verspotteten Deppen die Zehntausende Euros für wenig Öffnung bei den TAK Refraktoren
Ähh... :p:coffee:

IMG_0197_kl.jpg


lg
Niki
 
Das geschulte Auge erkennt an dem mitgelieferten Tragegriff einen TOA 150.

Du Schlingel :LOL::p:cool:
 
Hallo Sigvald,

unterschiedliche Teleskopsysteme lassen sich nur schwer rein theoretisch vergleichen, weil die konkrete Ausführung die Theorie stark ausbremsen kann.

Dennoch gibt es natürlich relevante Eckdaten. Von den nackten Zahlen her spielen neben der Öffnung auch Obstruktion sowie Transmission bzw Reflektivität der optischen Elemente eine Rolle, die man für zwei konkrete Geräte gleicher Öffnung der genannten Klassen gegenüber stellen könnte. Rein theoretisch lässt sich auch der maximal mögliche, beugungsbegrenzte Bereich um die optische Achse beim rein sphärisch konstruierten Mak berechnen. Dagegen sollte es beim SC mehr Spiel dank der asphärischen Frontlinse geben. Ich bin aber kein Optik-Experte, der das vorrechnen kann.

Ob es aufgrund der Bauformen Unterschiede beim Streulichtschutz gibt weiß ich nicht, aber das wäre auch noch relevant.

Wenn es um eine wissenschaftliche Abhandlung ginge, würde ich diese Punkte genauer in Erfahrung bringen.

Für die Praxis wurden die relevanten Punkte bereits genannt. Das Fazit wäre für mich, dass ein handelsüblicher Maksutov noch mehr ein Spezialist für die visuelle Beobachtung bei Hochvergrößerung ist als ein handelsüblicher SC gleicher Öffnung.

VG Klaus
 
Moin Klaus, danke für die ausführliche Antwort.
Aber wie ich ja bereits geschrieben hatte, in einem Vortrag für Anfänger, muss ich prägnant auf den Punkt kommen.
Und die wollen halt eine Einordnung der wesentlichen Eckpunkte eines Teleskops.
VG und CS ? Sigvald
 
Wäre es für absolute Anfänger nicht am besten, kurz den Newton zu zeigen, dann ein klassisches Cassegrin und dann SC und Mak als ähnliche Bauformen mit unterschiedlichen Spiegel und Korrekturlinsen zu zeigen?
Die Details hier sind alle richtig und interessant, für Anfänger vielleicht aber etwas zu viel.
Gruß
Christian
 
Moin Christian, als Zeichnung ist das kein Problem, nur was bedeuten die verschiedenen Bauformen in der realen Praxis und wie wirken sich diese bei der Beobachtung des Himmels aus?
Coronabedingt finden ja gerade keine großen Treffen statt. Früher konnte ich während unserer Veranstaltung an der Sternwarte verschiedene Instrumente vorführen, fällt jetzt ja weg. Also nur Trockenübungen.
CS Sigvald
 
Guten Morgen Sigvald,
da bin ich raus. Ich bin zu sehr Laie, aber als Laie möchte ich das mal beschreiben, weil das vielleicht Anfänger nachvollziehen können.
Ich habe in der realen Praxis nur den Vergleich zwischen C5, C8 und Refraktor (DDR Teleobjektiv, also mehr Apo als FH) ich glaube ein f6 oder sogar drunter. Da kann ich sagen: mit dem selben Pentax 14mm Okular, war das Bild im C5 dunkler und tunnelartiger als im C8. Im Refraktor war es dagegen "glatter" weiter und noch heller. Dann haben wir das Okular gewechselt auf Baader Ortho 18mm und der Unterschied war viel größer, als zwischen den Teleskopen. Alles irgendwie enger, mehr Tunnel, dafür konnte man am Jupiter die Gürtel und Zonen zählen und den GRF richtig gut erkennen, obwohl die Vergrößerung ja sogar kleiner war, als mit dem 14mm Pentax.
Als Leihe sage ich jetzt aus diesem einen Eindruck: Die Bauart des Teleskops war unwichtiger als das Okular mit dem wir beobachtet haben. Größter Unterschied war 2" vs. 1,25" am Refraktor - kann aber den Okulartyp nicht mehr sagen. Aber seit dem möchte ich ein Teleskop mit 2" OAZ :)
Das hilft jetzt wahrscheinlich nicht beim Mak vs. SC. Aber wolltest du solche Unterschiede zwischen den Teleskopen berichtet haben? Wenn ja, dann können ja die Leute hier ihren Seheindruck einfach berichten. Das hilft nem Anfänger wahrscheinlich mehr, als "da ist Bildfeldkrümmung" bedingt durch den Spiegel, während da ne Meniskuslinse ist, die dann .... usw.

Viele Grüße
Christian
 
was bedeuten die verschiedenen Bauformen in der realen Praxis und wie wirken sich diese bei der Beobachtung des Himmels aus?
Die Antworten wären so umfangreich und lange (und schon hundertfach gegeben) dass man ein Buch schreiben könnte. Diese Bücher gibt es übrigens, ebenso im Internet viele "Grundlagen" zu Teleskopen und deren Vor- und Nachteile also auch Eigenheiten und Einsatzgebiete. Auch bei den Händlern. Einfach mal durchgoogeln und ein wenig einlesen, denke ich, hilft am Meisten. :)

lg
Niki
 
Hallo Niki, läßt sich so allgemein wie Du das darstellst nicht nachvollziehen. Ich habe durchaus ausgiebigst recherchiert. Es wird aber fast immer nur auf technische Einzelheiten und die Bauart bzw. -form referenziert. Dazu kommt, dass die Wahrnehmung eine sehr subjektive Angelegenheit ist. Innerhalb eines 2 Stundenvortrages habe ich etwa 15 Minuten am Ende für Teleskope reserviert. Hier sitzen Leute, die halt nur Interesse, aber keinerlei Vorkenntnisse haben. Und die sollen nur die absoluten Basics der Sternenbeobachtung erklärt bekommen.
Du siehst, umfangreich und lange, ist damit unmöglich. Außerdem haben Kinder und Jugendliche nur "begrenzt" Aufmerksamkeitsspannen. ?
Darauf muss man achten.
Gruß Sigvald
 
Hallo Sigvald,

gerne erinnere ich noch mal an meinen Beitrag vom letzten Donnerstag. Da habe ich mich bemüht, die technischen Unterschiede und ihre Auswirkungen darzustellen ohne ausschweifend zu werden.

CS Gerhard
 
Moin Gerhard, vielen Dank. Den Beitrag hatte ich auch gelesen. Vorrangig geht es mir um optische, nicht um bauliche Unterschiede.
Ich gehe mal davon aus, dass diese für den Anfänger nicht wirklich merkbar sind.
CS Sigvald
 
Ich gehe mal davon aus, dass diese für den Anfänger nicht wirklich merkbar sind.
Das trifft es eigentlich. Gute Teleskope sind - egal welcher Bauart - für den Anfänger eigentlich nicht zu unterscheiden, wenn es um den Anblick eines Planeten oder Sternhaufens geht. Der ganze Firlefanz von Vor- und Nachteilen wird nur in gewissen Aspekten und Anwendungsansprüchen interessant, aber ob ich durch einen guten APO oder ein Tak Mewlon den Jupiter betrachte ist zB den Leuten bei Führungen völlig egal, auch ein ED macht da kaum einen sichtbaren Unterschied, wenn man sich in moderaten Vergrößerungen bewegt.

Die Frage, warum es dann verschiedene gibt, ist einfach zu beantworten: weil es machbar ist. Weil es eben verschiedene Möglichkeiten gibt, Licht einzufangen. Von "viel besser" oder "viel schlechter" ist da erst mal keine Rede.

Mehr Unterschied macht der Preis und die einhergehende Fertigungsqualität. Auch die Montierung muss passen. Zwischen 300 und 3.000 Euro ist m.E. mehr Unterschied, als zwischen Spiegel und Linse, wenn es um normale Anfängerbeobachtungen geht. Hauptsache man HAT ein Teleskop. ;)

lg
Niki
 
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