Seben Orbinar UHC und OIII - angeschaut

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Hallo Sven,

Danke für den aufschlussreichen Test!

CS

Charly
 
Hallo Sven,

deine Tests und Postings sind immer wieder interessant und lehrreich. Vielen Dank dafür! Nun zu diesem speziellen Test:

ich verfüge noch über keinen Filter...leider..aber bei dem Preis von dem Orbinar OIII überlege ich, ob ich mir den nicht doch mal eben leisten sollte....allerdings steht auf der homepage von Seben bzw. dem Händler der Filter sei erst ab einer Öffnung von 150mm geeignet. Bei einer kleineren Öffnung sollte man auf den UHC zurückgreifen. Siehst du das auch so? Zur Info: mein Teleskop hat eine Öffnung von 130mm...

Nun bin ich unschlüssig..

Weisst du eine Antwort?

schon jetzt herzlichen Dank

Gruss Albertli
 
Hi Albertli,

grundsätzlich funktioniert so ein Filter natürlich auch bei kleinerer Öffnung. Problem ist dann aber, dass halt alles Licht außerhalb des Durchlassfensters ausgesperrt wird. Unter Anderem gehört da das Licht der meisten Sterne dazu. Je schmalbandiger ein Filter ist (und der OIII ist ja schon ziemlich schmalbandig), desto dunkler werden daher die Sterne sichtbar. Das erschwert erheblich die Orientierung am Himmel. Ein UHC-Filter ist in dieser Hinsicht unkritischer, weil es mehr durchlässt. Wenn Du ein gut funktionierendes Goto-System hast, ist das natürlich nicht sooo wichtig - am Dobson "fehlen" die Sterne schon eher.

Insgesammt "schluckt" ein OIII natürlich auch generell Licht des eigentlich zu beobachtenden Objektes - die Transmission ist NIE 100%. Das macht aber bei geeigneten Objekten nicht viel aus, da ja zum "Ausgleich" der Himmelshintergrund deutlich abgedunkelt wird. Das erhöht dann auf jeden Fall den Kontrast.

Ciao, Udo
 
Hallo Leute,

dieses Gerücht mit der öffnungsgebundenen Filternutzung ist wohl nicht auszurotten.
Entscheidend ist die AP mit der beobachtet wird. Je enger der Filter um so schneller geht einem das Licht bei hoher Vergrößerung und damit kleiner werdender AP aus.
Mein 102/500er Refraktor zeigt mit dem engen Baader O III bei guten Himmel und AP 6-7, was mit 2" WW-Okularen locker erreichbar ist, Nordamerika und Pelikan oder beide äußeren Cirruskomponenten in einem Feld, Orionnebel, die großen Nebel der südlichen Sommermilchstraße, alles überhaupt kein Problem, klein aber schon mit Details.
AP 5 mm geht auch noch, dann wird es aber schon recht dunkel und die Anzahl der sichtbaren Sterne nimmt durch den Filter deutlich ab während sie ohne Filter deutlich steigen würde.
Ein nicht so enger O III, wie z.B. der Astronomik und der von Sven eben getestete Seben sollten auch bis AP 4 an kleineren Teleskopen sinnvoll anwendbar sein, an großen Teleskopen ohnehin.
Diese Bindung eines O III an große AP ist der wesentliche Grund dafür, dass ein guter UHC gerade am kleinen Gerät universeller einsetzbar ist. Die Wahl der Objekte ist damit nicht so sehr auf großflächige Nebel und Betrachtugen bei relativ geringer Vergrößerung eingeschränkt.
Beachten muss man auch, dass viele (auch kleine) Teleskope mit Öffnungsverhältnissen von F/8, F/10 und kleiner das Erreichen großer AP mit normalen handelsüblichen Okularen erschweren, bzw. gar nicht ermöglichen. Dann ist natürlich ein O III relativ sinnlos.
Andere kurzbrennweitige "Kleinteleskope" liefern mit großer AP eine Minimalvergrößerung unwesentlich über einem 10x50 Fernglas doch selbst da lässt sich mit Filter die Sichtbarkeit geeigneter Objekte erhöhen.
Man muss halt entscheiden, auf wie viele Sterne der ohnehin durch das Auflösungsvermögen begrenzten Anzahl man bei kleinen Teleskopen verzichten will und wie winzig der durch Filter herausgeholte Nebel sein darf bevor er uninteressant wird.

CS
*entfernt*
 
Hi Zusammen,

dem möchte ich noch hinzufügen, dass kleinere Teleskope zwar meist sehr transportabel sind, oft aber hauptsächlich aus der Stadt heraus genutzt werden. Unter schlechtem Himmel aber wirkt ein UHC meist nicht stark genug, so dass allein aus diesem Grunde ein OIII die bessere Wahl wäre. Trotzdem wirkt ein UHC natürlich, und so ist immer abzuwägen, was man bevorzugt. Und letztendlich, wer viel Deepsky beobachtet, wird sich beide wünschen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Günther,

mir erschliessen sich die Zusammenhänge halt manchmal sehr langsam, da ich mit Physik bislang nur in der Schule (wurde auch schnell abgewählt) zu tun hatte. Immerhin habe ich nun verstanden worum es geht. Ist ja auch irgendwie logisch...man kann ja nur sehen was ankommt! Ok,..wenn ich also richtig rechne:
z.B.
130 öffnung / Vergrösserung 29 = AP 4,4

Also nach dieser Rechnung noch sinnvoll bei Orbinar OIII!!??

@sven Natürlich wünsche ich mir auch beide! Ich denke ich werde mir auch in Zukunft einen UHC zulegen. Jedoch kann ich mir im Moment nur einen leisten....Bevor ich mir nun Murks zulege, den ich hinterher gar nicht benötige...frage ich lieber nach.

Gruss Albertli
 
Hallo Alberti,

es ging keineswegs darum, Dir ein Verständnisproblem "anzukreiden", welches ich selbst vor einiger Zeit noch hatte und nur durch intensive Praxis klären konnte.

Ich habe wegen dieser Verunsicherung lange mit mir gekämpft, bis ich den engen Baader für meinen 8-Zöller geordert habe um dann zu erleben, dass er sogar am 4-Zöller mit großer AP gut anwendbar ist.
Selbst Hersteller die normaler Weise ja eher geneigt sind ihre Produkte für für ein paar Anwendungen zu viel zu empfehlen machen ja diese irreführenden Angaben, das ist eigentlich sehr erstaunliche. ?)

Fakt ist, dass es bei Beobachtungsschwerpunkt "Nebel" inzwischen sogar sinnvoll werden kann, mehrere O III Filter, also wie ich einen harten (Baader) und einen weichen(Astronomik oder jetzt auch Seben) zu haben und dazwischen passt dann noch ein Lumicon rein. UHC ist auch nicht gleich UHC wie dieser Test wieder Mal zeigt und dann gibt es ja noch Hß.
In der Folge hat der (Nebel)interessierte lieber fünf als drei Filter im Okularkoffer und dann schauen wir Mal auf die Preise dieser handlichen Gläschen. :erschreck:

CS
*entfernt*
 
Guten Morgen Günther,

ich finde es ja gut, dass Du mir erklärst worum es geht. Ich denke, dass ich nun die Zusammenhänge mal wieder etwas besser erfasst habe. Ich hatte halt nur Bedenken, dass ich, wenn ich mir den OIII Filter zulege, ausser einem schwarzen "Nichts" nichts sehe. Insofern waren deine Ausführungen in der Tat für mich sehr lehrreich! Natürlich hast du Recht mit der Frage warum ein Hersteller solche Angaben macht. Vielleicht möchte er lieber den "Laien" den teureren UHC verkaufen....Also nachdem ich nun weiss, dass das Geld nicht zum Fenster raus fliegt, werde ich mir einen bestellen und mich auf weitere klare Nächte freuen. Gestern war hier im Rheinland mal richtig gute Sicht!! Allerdings freue ich mich zumindest was die Temperatur betrifft mal wieder auf etwas wärmere Nächte...

Gruss Albertli

 
Hi Alberti,

diese Sorge ist definitiv unbegründet, Du wirst an geeigneten Nebeln Dein Seherlebnis haben und je nach dem sogar für eine Weile die kalten Füße vergessen.
Ich hatte heute Nacht auch seit langer Zeit wieder Mal CS, richtiggehend ausgehungert war ich.
Orionnebel (für mich unter dunklem Himmel ohne Filter am schönsten, mit Filter halt "anders"),
Rosette (nur mit O III und großer AP zu holen).......

CS
*entfernt*
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben