Hallo Alex,
ich hatte auch schon Mal die Idee, aber:
Möglich, dass durch zunehmende Zersiedelung und das Heranrücken von Bebauung an altgewohnte Standorte das lokale Seeing tatsächlich hier und da signifikant schlechter wurde.
Darüber hinaus nimmt man Verschlechterungen wahr, die eigentlich nichts mit Seeing zu tun haben, so z.B. eine deutliche Steigerung der Himmelshaufhellung durch künstliches Licht.
Ich habe einen Standort, das war vor Jahren am Horizont über dem Wald daumenbreit eine Aufhellung zu sehen. Das ist nun dort fast handbreit sichtbar und streckt einzelne Finger noch höher.
Weiterhin zeigt der zunehmende Flugbetrieb, sehr häufig gerade bei Schönwetterlagen, immer öfter die Wirkung, dass einzelne Kondenzstreifen spätestens am Nachmittag zu einem milchigweißen Tuch zerfließen, welches sich oft genug bis lange in die Nacht hinein hält. Miese Durchsicht und Transparzen sind die Folgen.
Nehmen wir zu diesen tatsächlichen Änderungen der Bedingungen noch hinzu, dass heute mehr Leute über schnellere Kanäle eine zumindest quantitativ gesteigerte Kommunikation pflegen, es zusätzlich teils um zusätzlich deutlich größere Öffnungen bei den Teleskopen geht, die schlicht und ergreifend besser beherrscht werden müssen und doch längst nicht immer den Betrieb am öffnungsbedingten Limit zulassen, sondern früher und oder öfter vom Seeing eingebremst werden, dann ergibt sich das gezeichnete Bild recht schlüssig.
Gruß
*entfernt*
Ach ja, Nachsatz:
Ich selbst mutze nicht mehr, wie am Anfang, jede mögliche Halbmondnacht oder diese klaten Nächte mit leichtem hohen Dunst um wenigstens auf Mond und Planeten zu gehen. Gerade leichten, hohen, stehenden Zirren sind als Anzeiger für gutes Planetenseeing bekannt. Mit der zeit verpasst man auch durch Bequemlichkeit mehr gute Nächte.