Selbstschliff 200/1000 als Erstlingswerks ?

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spatz1

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Hallo...

Ich trage mich schon seit einigen Jahren mit dem Gedanken, mal nen Spiegel
selber zu schleifen...das "Fernrohr für Jedermann" von H. Rohr steht seit dieser Zeit
im Schrank, genauso "Spiegelteleskope selbstgebaut" von Marty...beide empfehlen als
Erstlingswerk einen 150/1200-er zu schleifen, weil da die Parabolisierung einfacher ist und ein
150-er Spiegel halt einfacher geht als ein 200-er z.B.

Nun gibts aber neuere Erkenntnisse / Empfehlungen, daß man auch mit einem 200-er (also 8 Zoll) anfangen
könne...da ich einen evtl. Selbstschliff später auf alle Fälle (auch) fotografisch nutzen wollte, müßte es schon
was in der Gegend f/5 sein, konkret wäre ein 200/1000-er ein nettes Gerät.

Daher mal die Frage an die Selbstschleifer, ist so ein Teil als Erstlingswerk völlige Utopie oder
kann man das schaffen ?
Oder hats evtl. schon jemand geschafft und kann darüber berichten ?
 
Moin!

Vorneweg: Ich bin kein Schleifer und habe dahingehend auch keine praktischen Erfahrungen. Aber ich denke lange kann ich mich dem "Glasschieben" auch nicht mehr entziehen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
In den letzten Jahren habe ich schon so etliche Eigenschliff Arbeiten sehen können und ein Bekannter von mir (Antonius hier aus dem Board) hat es sogar als Schleifunerfahrener geschafft aus einem miserablen sphärischen Spiegel eine wirklich gute parabel zu machen. Der Chinaspiegel war vorher unbrauchbar, also hat er nachpoliert und nun ist daraus eine Rattenscharfe parabolische Optik geworden!
Ebenfalls hörte ich Stathis Kafalis auf dem ITV sagen, dass man am besten mit dem Anfangen solle, was man auch haben will!
Das wird dann zwar schwerer herzustellen, aber die Motivation und der Wille dahinter dass dann auch zu schaffen ist einfach größer, womit der Erfolg eine wirklich gute Optik zu erhalten natürlich auch wahrscheinlicher ist.
So habe ich bislang schon mehrmals von Schleifbeginnern gelesen, die sich als Erstlingswerk eine 12" f/4 Scherbe vorgenommen und auch vollendet haben.
Ich sage also mal in meiner Unerfahrenheit: just do it!

gruß,
André
 
Machs einfach!
Der Unterschied zum 6zöller liegt vor allem in der Toleranz, die du beim Parabolisieren hast Ein 20cm f5 muss halt ein vielfaches genauer Parabolisiert sein (siehe Tabelle im Rohr-Buch Seite 121 in meiner Ausgabe). Mit Hilfe der Profis im Forum und in der ATM-Liste ( http://www.atmpage.de/ dann weiter Mailverteiler) wirst Du das aber garantiert schaffen!
Den Spiegel zuerst kugelförmig zu bringen, ist nur wenig schwieriger als bei einem 15cm-Spiegel! Beim Grobschliff wirst du ca. drei mal soviel Material herausholen müssen als ein 15cmf8-Spiegel, das ist aber reine "Schweiss"-Sache!

Fazit: Geh ran an die Sache! Das schaffst Du!

PS: Der Marty ( http://marty.t.bei.t-online.de/) macht derzeit eine Sammelbestellung von Rohlingen bei Schott. Borosilikat-Glas, ich hab selber schon einen geschliffen, perfekte Ware! Ich glaube eine 8 zoll-Scheibe kostet so um 50 Euros, mail ihn doch einfach an!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo!

Ich stimme den anderen zu, der Unterschied zwischen einem 6 Zoll und einem 8 Zoll Spiegel ist beim Schleifen kein Problem. Es ist halt nur mehr Arbeit, da mehr Material abgetragen werden muss.
Der einzige Unterschied liegt wie schon erwähnt in der Parabolisierung. Für mich war das am Anfang schon schwer zu verstehen und noch schwerer zu machen. Aber wenn man erst mal angefangen hatte, und dann endlich bei der Schattenprobe auch den ersten Donat sah ging eigentlich alles so weit.
Mein erster Spiegel 6 Zoll, den vergessen wir mal <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Mein 8 Zoll Spiegel war nicht spitze aber auf jeden Fall gut!
Der 10er ist momentan noch in Arbeit, seit 6 Monaten, ich komme z.Z. einfach nicht dazu.

Also einfach mal ran an die Arbeit, das wird schon!
 
Hallo,
Mit 6 Zoll anzufangen ist kein Gesetz, andere Autoren empfehlen auch 8 Zoll für den Anfang, Texerau zum Beispiel.
In meinem Buch heist es: "Ich muß einräumen daß meine Meinung etwas konservativ ist und andere Spiegelschleifer da großzügiger sind. J. Texerau empfiehlt, mit einemSpiegel von 20 cm Öffnung zu beginnen. Trotzdem rate ich von einem solchen Format ab, wenn nicht die Unterstützung durch einen Spiegelschleifkurs oder durch einen erfahrenen Spiegelschleifer in Anspruch genommen werden kann."
Du hast hier ja Hilfe und kannst jederzeit auf die Unterstützung durch andere Spiegelschleifer bauen.
Die Einschränkung auf 6 Zoll betreffen mehr den Schüler der mehr oder weniger isoliert ist und keineHilfe bei seinem Projekt in Anspruch nimmt. Bei dem muß meine Anleitung ja auch funktionieren.
Bei der Brennweite sieht es ähnlich aus. Ein 6" Kugelspiegel hat noch immerhin 1/4 Lambda Wellenfront bei 550nm und einen Strehl von 0,79, d.h. er ist gerade noch beugungsbegrenzt. Wenn man den Spiegel auch nur anparabolisiert, dann muß der gute Bilder liefern.
Bei einem 8 Zoll Spiegel mit 1000mm Brennweite ist diese Toleranz auf 8% der Messwerte zusammengeschrumpft. Aber 8 % sind nun auch nicht unmöglich zu erreichen.
Ganz anders wird es dann bei Spiegeln mit noch größeren Öffnungsverhältnissen: Da werden die Toleranzen so eng, daß man die auch mit viel Geduld und Mühe kaum treffen kann.
Grüße Martin
 
Hallo,
ich hatte voriges Jahr mit 8" F/6.5 und einem Durchmesser/Dickenverhältnis von 8.7/1 angefangen, innerhalb von drei Monaten hatte ich aus dem ehemaligen Abdeckglas aus Duran einen ordendlichen Spiegel geschliffen. Ich denke um den als F/5 hinzubekommen muss man auch nicht übertalentiert sein, schließlich bist du ja nicht alleine solange dein Computer funktioniert und eine Internetverbindung zustande bringt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Nur Mut
Roland
 
Hallo, mir gehts genauso.
Ich bin noch total unerfahren, versuche mich aber demnächst an einen 10 Zöller. Ich weiss es wird schwehr, aber ich versuche es einfach. Ich finde auch,man sollte den Spiegel schleifen den man wirklich schleifen will, alleine schon wegen der Motivation. Denn nur wenn's Spaß macht wird's gut.

Mut zum Risiko.

Ich hätte auch gedacht das ich mit dem Tubus schwierigkeiten bekomme, weil ich handwerklich mehr so der Grobmotoriker bin. Aber ich habe einfach schon mal angefangen und ich finde es sieht schon recht gut aus (Gitterrohrtubus ). Da ich noch keinen Rohling habe (Sammelbetellung bei Marty), verbringe ich jede freie Minute mit der Konstruktion des Gitterrohrtubus und der Rockerbox. Ich bin sicher, mit der richtigen Geduld und der Unterstützung aus diesem Forum, werde ich auch das schleifen des Spiegels schaffen.

Bis dann, Joachim. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
 
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Alea iacta est...

Hallo...

Ich antworte mal hier, weil ich mir nicht selbst antworten will...

Nach eurer Aufmunterung werd ich das mal geruhsam angehen, Marty besorgt ja demnächst
die Rohlinge und da hab ich mich mal eingeklinkt, das Schleifzeugs wird dann auch irgendwann besorgt werden
und dann muß noch ein Platz im Haus gefunden werden, etc, aber das hat alles Zeit, da ich derzeit über ausreichend
Optiken verfüge (400/750/1265mm, jeweils f/5) "pressiert" es nicht und das soll es auch nicht...aber reizen tuts mich
schon immer, und irgendwann mußte es mal kommen...vielleicht wirds auch nix, dann gibts nen schönen Aschenbecher oder
Untersetzer, vielleicht wirds auch ein Einzelkind (Einmal und nie wieder) oder es wird der Urahn von was größerem....mal sehen.

Oder, philosophisch ausgedrückt:
Wer schleift, kann verlieren, wer nicht schleift, hat schon verloren <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

 
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