Seltsame Vignettierung bei Flatframes

Xeos172

Mitglied
Guten Tag,

ich brauche unbedingt etwas unterstützung zu einen Problem:
Bei allen meinen Flatbildern habe ich leider eine sehr seltsame Vignettierung.

Nicht wie man es klassischerweise bei Flats erwarten würde, wo die Ecken die dunkelsten Bereiche sind
und die mitte der hellste, bei mir sind nur zwei Ecken wirklich dunkel.
1714324620838.png
1714324779418.png

Hier zu sehen die Histogrammansicht von einen Master Flat aus 40 Einzelbildern aus Siril.(links)
Bei den Versuch, das Bild mit diesen Flat zu korrigieren, kamen nur fürchterliche Ergebnisse raus, wie man sehen kann.
Offenbar stimmt da was ganz gewaltig nicht.

Als erstes Überprüfte ich, ob dieser Effekt mit einer anderen Orientierung der Kamera im Okularauszug sich verbessern würde.
Tat es leider nicht. Beim drehen der Kamera verschob sich der asymetrische, dunklere Teil nur auf eine andere Seite im Bild.

Mein nächster Versuch war, die Kamera inkl. Komakorrektur, Filterschublade u.s.w. direkt auf das Flatpannel zu stellen.
Das sah dann auch um einiges besser aus, alle vier Ecken waren schön Dunkel.

Deshalb muss es offenbar an der Optik (6" Newton) liegen.
Ich habe also nochmal die Kollimation überprüft, die war perfekt.

Mein nächster Versuch war, den Fangspiegel leicht zu bewegen und zu sehen, ob sich die Vignettierung verändert.
Und tatsächlich, so schaffte ich es, dass die Vignettierung in allen Ecken schön gleichmäßig war.
Dadurch stimmte natürlich die Kollimation vom Newton nicht mehr und der Laserpunkt vom Justierlaser war
eine ganze Fingerbreite daneben.
Das ist auf jeden Fall auch keine Lösung.

An was kann sowas liegen? Vielleicht ist der Okularauszug leicht verkippt?
Es kommt einen fast so vor, dass der Kamerachip nicht mittig sitzt, weil wirklich nur eine Seite diese extreme Vignettierung hat.

Bin um Ratschläge sehr dankbar, da ich da wirklich nicht mehr weiter weiß.

Beste Grüße

Mario
 
Hallo Mario,

eine Verkippung hätte vor allem Unschärfe auf einer Seite zur Folge.
Wie sieht denn dein Bild ohne Flats aus? Wenn hier alle Ecken dunkel sind, liegt es eher nicht an Teleskop und Kamera, sondern am Aufbau für die Flat-Aufnahmen.
Selbst wenn der Kamerachip nicht mittig säße, sollt ein Flat das korrigieren statt verschlimmern - es sei denn, man verdreht oder spiegelt das Flat.

Gruß, Erwin
 
Wie / womit erstellst du deine Flats?
Welche Zeiten stellst du ein?

Ich habe eine A4 LED Leuchtplatte + 2 weiße Blätter davor. Die AsiAir macht die Zeiten automatisch *4-7sek*.
So habe ich keine Überbelichtung.
 
Ich hatte mal das gleiche Problem als ich Flats und Lights mit unterschiedlichen Blackleveln gemacht habe. Seither achte ich darauf, dass diese Einstellung für Flats, Darks, Flatdarks und Lights unverändert bleibt.
 
Hallo Mario,

eine Verkippung hätte vor allem Unschärfe auf einer Seite zur Folge.
Wie sieht denn dein Bild ohne Flats aus? Wenn hier alle Ecken dunkel sind, liegt es eher nicht an Teleskop und Kamera, sondern am Aufbau für die Flat-Aufnahmen.
Selbst wenn der Kamerachip nicht mittig säße, sollt ein Flat das korrigieren statt verschlimmern - es sei denn, man verdreht oder spiegelt das Flat.

Gruß, Erwin
Hi Erwin,

danke für die Antwort. Stimmt, wenn der OAZ verkippt wäre, dann müsste ein Teil vom Bild unscharf sein.
Ich habe eine Verkippung jetzt anders ausgeschlossen, habe den Justierlaser in den OAZ gesteckt und den Fokus verändert.
Der Laserpunkt hätte dann ja wandern müssen.

Bei Bildern ohne Flats sieht man ebenfalls einen Helligkeitsverlauf, genau wie auf den Flats. Meine neuerste Vermutung ist deshalb, dass der Fangspiegel nicht mittig über den OAZ sitzt. Habe mal mit einer Schiene nachgeschaut und per Augenmaß könnte das tatsächlich sein. Deshalb werde ich den Spiegel mit meiner alten Guiding Kamera mal perfekt justieren, sobald ich die passende Linse dafür habe.

Gruß Mario
 
Wie / womit erstellst du deine Flats?
Welche Zeiten stellst du ein?

Ich habe eine A4 LED Leuchtplatte + 2 weiße Blätter davor. Die AsiAir macht die Zeiten automatisch *4-7sek*.
So habe ich keine Überbelichtung.
Hi Onkeldirk,

ich nutze das Lacerta Flatpannel für 10" Newton Teleskope. Dafür habe ich leider noch keine Helligkeitsregelung,
weshalb die Belichtungszeit bei 10 Millisekunden liegt.
Nutze dabei auch die ASI AIR Plus. Die stellt sich das automatisch ein.
Nutze dabei denselben Gain wie bei den Lights (100)

Möglicherweise ist das ja zu Hell. Deshalb habe ich bei Dunkelheit das Pannel einfach mal weiter weggehalten.
Da kam aber leider genau dasselbe bezüglich der Vignettierung raus.
 
@Xeos172 Mario, erzähle uns doch erst einmal was für eine Kamera du verwendest und ggfs mit welchem Programm du die Aufnahmen machst.

Dir ist schon klar, dass du die Orientierung der Kamera zwischen Flat und Light nicht verändern darfst, oder? Die beiden Bilder oben sehen so aus als hättest du entweder das Flat oder die Lights horizontal gespiegelt.
 
Ich verwende die ASI 533 MC Pro als Kamera von Zwo und deren ASI AIR Plus zum Aufnehmen.

Mir ist bekannt, dass die Flats bei der selben Kameraorientierung aufgenommen werden.
Trotzdem danke für den Hinweis. : D
Das Lightframe ist anders als das Flat, weil ich in Siril nach den Stacken eine Farbkalibrierung gemacht habe.
Dabei macht Siril immer einen Plate Solve und hat deshalb das Bild dementsprechend gedreht.
(Wie die Ansicht in der Realität wäre)

Verwendet habe ich in Siril das OSC Pre Processing Skript.
Habe es aber auch schon manuell versucht, mit den selben Ergebnis,
dass die Vignettierung asymetrisch ist und die Flats völlig überkorrigieren.
 
würde mal OSC Pre Processing_WithoutFlat machen und schauen wie das Bild ohne Flat rauskommt.
Denke deine Flats sind nicht OK.

Was noch probieren kannst ist DeepSkyStacker
 
Das Lightframe ist anders als das Flat, weil ich in Siril nach den Stacken eine Farbkalibrierung gemacht habe.
Dabei macht Siril immer einen Plate Solve und hat deshalb das Bild dementsprechend gedreht.
Das ist wohl das Problem. Jetzt passt die Orientierung nicht mehr zu den Kalibrationsbildern.
Solche Operationen sollte man nur auf schon kalibrierten Bildern durchführen!
Hast Du die Original-Lights noch?

Grüße und CS,
Steffen
 
Wobei, ich lese gerade „nach dem Stacken“
Hast Du eine Flat-Korrektur am Sack versucht?
Ich würde immer die Einzelbilder kalibrieren und dann stacken.
 
Da habe ich mich wohl etwas unglücklich ausgedrückt.
Das Bild wurde gestackt mit Kalibrierungsbildern und dann habe ich die Farbkalibrierung durchgeführt.
Also nach den Stacken.
Zur veranschaulichung des Flatframes habe ich dieses seperat gestackt und logischerweise
keine Farbkalibrierung durchgeführt.
Sollte deshalb nicht daran liegen.

DSS habe ich auch schon ausprobiert, mit genau denselben Ergebnis.
Bei Bildern ohne Flatkalibration ist ebenfalls diese seltsame Vignettierung, wie bei
den Flats zu sehen.

Ich werde auf jeden Fall, sobald ich die Linse für meine Guiding Kamera habe,
die Spiegel perfekt justieren.
Meine Vermutung ist, dass der Helligkeitsabfall in den Ecken so "enorm" ist,
dass die Flats nicht mehr richtig korrigieren können.
Deshalb versuche ich jetzt, die Vignette durch Fang- und Hauptspiegeljustage zu eliminieren.

Sieht bei einen defokussierten Stern nämlich so aus:
1714926671314.png

Alles andere als mittig.

Danke nochmal und viele Grüße
 
Klar kann ich das.
Leider sind die FITS Dateien hier zu groß für einen Upload,
bzw. werden nicht unterstützt.
Habe diese deshalb in meiner Google Drive Cloud zur verfügung gestellt:


Muss nochmal meinen Dank aussprechen, dass mir hier so geholfen wird.
Sowas ist nicht selbstverständlich!

VG Mario
 
Sieht bei einen defokussierten Stern nämlich so aus:
Den Anhang 404980 betrachten
Alles andere als mittig.

Danke nochmal und viele Grüße
Hallo Mario,

meinst Du den Fangspiegelschatten? Der muss bzw. darf auch nicht mittig sein. Der Fangspiegelschatten ist immer um den offset versetzt. Lediglich bei RCs und SCs bringst Du den Fangspiegelschatten in die Mitte und das auch nur auf der Achse, sprich Bildmitte.
 
Hallo Mario,

wenn ich dein Light mit dem Flat korrigiere, fällt auf, dass die Korrektur viel zu stark ist. Erst wenn man das Flat (durch Addition eines Offsets) abschwächt, also flacher macht, wird es besser. Nach etwas rumprobieren habe ich dann sogar eine gute Korrektur hinbekommen, bei der sowohl die Vignette als auch der Staubring sauber korrigiert waren. Ich schätze, da hatte ich das Flat locker um den Faktor 10 flacher gemacht.
Es liegt also definitiv nicht an der Optik oder deiner Flatbox, sondern an einer Kameraeinstellung. Mein Tipp wäre, dass die Aufnahmesoftware bei der Flataufnahme aufgrund der hohen Beleuchtungsstärke einen hohen Offset-Betrag von den Flats subtrahiert hat. Vermutlich kann man irgendwo in den Einstellungen einen festen Offset vorgeben (z.B. 3072, wie für dein Light), das ist essentiell für die Kalibrierung. Ich keine deine Kamera und die Aufnahmesoftware aber nicht, sicherlich kennt aber einer der Kollegen die Lösung.
Insgesamt ist die Vignette gut korrigierbar, die Asymmetrie aber schon recht deutlich. Ich schätze eine leichte (und nicht dringende) Korrektur der Spiegelposition würde da helfen.

CS, Erwin
 
Nein, ich hab nur das Light und das Flat verrechnet und von beiden ein (nach dem Light geschätztes) Bias von 3072 abgezogen.
Dabei ist mir allerdings ein Fehler unterlaufen: Als ich gerade nochmal draufgeschaut habe, ist mir aufgefallen, dass ich die Option, den Biasabzug für das Light bei der Flat-Korrektur zu kompensieren, angelassen hatte. (Das ist meine Std-Einstellung für Kamera-Raws, für die der Bias automatisch separat abgezogen wird.)
Wenn ich das weglasse, sieht es eigentlich ganz gut aus, nicht perfekt, aber das kommt vmtl. daher, dass der Bias nicht wirkich 3072 ist.

D.h., Mario muss wohl nur geeignete Master-Darks oder -Bias abziehen, damit es passt.
 
Meine Frage ging auch eigentlich in Richtung Mario.
Sein Beispielbild zeigt eine starke Flat-Überkorrektur. Ich würde auf jeden Fall erstmal sicherstellen, dass sowohl Lights als auch Flats mit passenden Darks (bzw. Bias oder Flat-Darks) kalibriert wurden.

Grüße,
Steffen
 
Ich muss schon sagen, ihr seit genial.
Bin jetzt Dank euch draufgekommen, was das Problem war.

Vor dem ASI-AIR habe ich SharpCap zum aufnehmen verwendet.
Beim ASI-AIR gibt es grundlegend keine Einstellung für den Offset,
das macht die automatisch. In SharpCap hatte ich damals einfach
die Standardeinstellung für den Offset genutzt.

Natürlich wäre es ein ziemlicher Zufall, wenn das genau zusammengepasst hätte.
Das Ergebnis sieht man ja.

Die Kalibrierungsbilder (bis auf die Flats) habe ich alle noch mit SharpCap gemacht.
Wenn ich nun von den Flat die Bias "abgezogen" habe, wurde natürlich ein falscher Wert erzeugt.
Deshalb kam es zur Überkorrektur.

Hier ein Stack ohne Flats:
1715273456961.png


Hier ein Stack mit Flats und neu erstellten Biasframes:
1715273505336.png

Etwas bringt es auf jeden Fall, kein Vergleich zu den Überkorrigierten Bildern.
Aber die Korrektur ist noch nicht ganz perfekt.
Kriegt man aber mit mit einer Hintergrundextraktion noch ganz gut raus.

Frage mich trotzdem, ob das noch besser geht, oder ist so ein Ergebnis ganz normal?

Vielen Dank für die Hilfe, das hat mich sehr viel weitergebracht.

CS Mario : D
 
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