Sensor-Reflektionen (ZWO ASI183MC Pro)

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Jan-Fre

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Moin!

Ich habe mal ein Anliegen... Vor einigen Wochen Wochen habe ich aufgenommen, wie Pallas an Muphrid vorbeizieht. Aufnahme mit einem 86cm Refraktor (f5,4), 3h Belichtung, Kamera ZWO ASI183MC Pro bei -10°C. Die Kamera habe ich recht neu und bislang konnte ich noch nicht viele Erfahrungen sammeln. Ich habe hiermit bislang sonst noch M3 und den Herkules-Cluster aufgenommen.

Bei der unten beigefügten Aufnahme (Ausschnitt aus Gesamtbild) von Pallas und Muphrid (2.68 mag) sieht man im Hintergrund Reflektionen (oder Beugungsmuster?), von denen ich vermute, dass sie vom Sensor stammen. Mir ist ist klar, dass sich bei langer Belichtung von hellen Sternen und bei starkem Stretchen entsprechende Abbildungsartefakte stark hervorheben. Aber ich würde hier gerne mehr wissen...

Stammt das wirklich vom Sensor? Vergleichbare Bilder von anderen Leute habe ich beim Googeln nicht gefunden. Ich habe früher schonmal mit meiner DSLR Bilder von den Plejaden gemacht. Alcyone hat ja fast schon eine ähnliche Helligkeit wie Muphrid. Hier ist mir ein solches Artefakt nicht aufgefallen. Allerdings hatte ich auch nicht so lange belichtet und halt auch eben nicht die ASI183MC Pro, sondern meine DSLR verwendet. Kann es vielleicht sein, dass die ASI183MC Pro mit den sehr kleinen Pixeln bezüglich solcher Artefakte empfindlicher ist? Was meint Ihr?

Viele Grüße,
Jan

pallas muphrid.jpg
 
Hallo Jan,

ich denke, dass es das gleiche "Problem" wie bei der ASI1600 ist --> Microlinsen / nicht im Fokus.
Hier gibt es jüngst einen ähnlichen Fall bei der 1600.

Bei einem Refraktor erwarte ich Punkt-Sterne; Fokus nicht getroffen?

Hilfreich sind auch Angaben wie Belichtungszeit, Gain, Himmelsheligkeit an deinem Standort, benutzte Aufnahmesoftware, Filter?...


Gruß
Dennis
 
Hi.

Gain 120, 90s pro Bild belichtet (insgesamt 3h), Verarbeitung mit PI. Himmelshelligkeit weiß ich nicht...

Ja. Den Fokus habe ich bei dem Bild oben nicht gut getroffen. Die Sterne sind sehr ausgefranst. Das war mein erster Versuch mit der ASI-Cam. Vorher habe ich immer noch eine alte 5d MKii verwendet, bei der aufgrund der großen Pixel diese "Fransen" nicht besonders auftraten. Bei TS meinte man neulich, dass möglicherweise auch das Objektiv verspannt ist. Das Apo ist deshalb eingeschickt zur Nachjustage, wo er vielleicht einen Satz neue Spannringe kriegen wird. Aber, das ist eine andere Sache....

Nochmal zu diesen Reflektionen. Ich habe nochmal quick and dirty eine Aufnahme von Arcturus gemacht (keine Flats, darks oder sonst was... nur STF stretch in PI, besserer Fokus und kein Ausschnitt, somit rundere Sterne). Hier kann man das Phänomen auch sehr gut sehen...

Viele Grüße,
Jan

arcturus-small.jpg
 
Ja... ich werde mal an ZWO eine Mail schreiben. Mal sehen, was die sagen. Werde hier berichten.

Viele Grüße
Jan
 
Eine quadratische Apertur erzeugt solche Beugungsmuster:

109495


Könnte also wie hier bereits vermutet von den Mikrolinsen des Bildsensors stammen.
 
Hm... ich habe jetzt mal an ZWO geschrieben. Habe schnell Feedback erhalten. Die schrieben, dass Ihnen nicht klar ist, woran das liegen kann. Ich soll nochmal Fotos mit dem gleichen Aufbau und einer anderen Kamera machen. Falls es an der ZWO ASI Cam liegen soll, wird es wohl einen Austausch geben. Melde mich, wenn ich näheres weiß...

Viele Grüße,
Jan
 
Ja, bitte melde Dich, wenn Du mehr weißt. Ich habe seit kurzem die 1600 und hatte hier das gleiche Problem. Gleiche Erscheinung bei zwei verschiedenen Kameras vom selben Hersteller... :cautious:
 
Hallo, Marty (und alle anderen),

es gibt Neuigkeiten (die ich nicht ganz so prickelnd finde). Ich habe bei meiner letzten Foto-Session das Thema mit den Reflektionen nochmal angegangen. Dieses Mal habe ich 60s Belichtungen mit meinem 200PDS-Newton (1000mm f5) von dem Stern Sadr (2.23 mag) gemacht und in PI gestrechted (STF autostretch). Die Bilder sind unten. Im Hintergrund wäre der Gamma Cygni Nebel, den man wahrscheinlich sehen würde, wenn ich mehr Licht gesammelt und mehr gestrechted hätte....Keine Mehrfach-Aufnahmen, nur eine einzelne 60s-Aufnahme. Diese Aufnahme habe ich jeweils mit meiner ASI183MC pro (hier ist mir das Problem zuerst aufgefallen) und auch mit einer ASI294MC Pro gemacht. Beide Kameras sind nur wenige Monate alt. Gain 120 bei der 294MCPro und 111 bei der 183MC Pro. Und siehe da: Beide Kameras zeigen dieses Problem!!!

Jetzt mal ehrlich... wenn ich ein schönes Bild im nächsten Winter vom Pferdekopfnebel und einem der Orion-Grütelsterne zusammen machen möchte, dann kann ich mir das mit den Cams doch knicken, oder?
Bei der CAM mit den größeren Pixeln (und dem größeren Sensor, also der 294er) erscheint das Reflektionsmuster etwas feiner.

Wichtig ist noch, dass ich bei den Aufnahmen keinen Komakorrektor verwendet habe. D.h., das Glasfenster der Cams ist die einzige nennenswerte Menge Glas im optischen Weg. Kein Filter oder sonst was verwendet.

Ich habe nochmal an ZWO geschrieben und warte jetzt auf Rückmeldung. Ich schreibe in diesem Forum, wenn es Neuigkeiten gibt.

Mich würde interessieren, ob hier vielleicht einmal jemand anderes von Sadr oder einem ähnlich hellen Stern mal mit einer 294 oder 183 ein Bild machen könnte.... Vielleicht gibt es mit der neuen Serie von ZWO Probleme? Ich hoffe, die können das irgendwie (zeitnah) lösen.

Hier die Bilder:

183er:
183.jpeg



294er:
294.jpeg


Viele Grüße
Jan
 
Hallo Jan,

Du zeigst hier von beiden Farbkameras (ZWO ASI183MC Pro und ASI294MC Pro) Schwarzweiß-Bilder. Wieso?

In welchem Format wurden die Bilder aufgenommen, und wie wurden sie weiterverarbeitet?

Bernd
 
Hallo Bernd,

die Bilder wurden mit dem ASIair als FITS aufgenommen. Die erscheinen SW, weil ich in Pixinsight nur ein STF autostretch gemacht habe. Debayern etc. hab ich mir geknickt, da man ja schon sah, was ich sehen wollte (bzw. nicht sehen wollte...)

Wenn Du die Rohdaten mal haben willst. Hier die Links zum Cloud-Ordner.

Viele Grüße
Jan
 
Deine Fotos mit dem Newton, ohne Komakorrektor oder Filter im Strahlengang beweisen wohl, dass dieser Artefakt nichts mit dem Teleskop oder Filtern zu tun hat. Wenn ich es richtig verstehe, ist er eine Kombination von durch die Pixelmatrix verursachtem Beugungsartfakt und Reflexion an der dem Sensor zugewandten Oberfläche des Deckglases, die schlecht bzw. gar nicht vergütet ist. Besonders ausgeprägt und deshalb auch am besten dokumentiert ist dieser Effekt beim Panasonic MN 34230. Siehe auch

1) ASI1600 and microlensing - CCD/CMOS Astro Camera Imaging & Processing - Cloudy Nights
2) Thinking about buying an ASI 1600MM-Pro, have some questions - CCD/CMOS Astro Camera Imaging & Processing - Cloudy Nights , insbesondere post #11
3) Microlens diffraction effect explained - CCD/CMOS Astro Camera Imaging & Processing - Cloudy Nights

Der Effekt wird nur mit besonders hellen Sternen auftreten, ist aber offenbar mit diesen Sensoren nicht grundsätzlich vermeidbar.

Bernd
 
Danke für die vielen Links. Ja... sowas hatte ich mir gedacht.... hm..... schön ist etwas anderes

Viele Grüße
Jan
 
Hi. Ich habe jetzt nochmal Feedback von ZWO bekommen. Sie schreiben, dass diese Artefakte leider normal sind. ich frage mich, ob man z.B. durch ein besser vergütetes Deckglas da noch etwas machen könnte.

Viele Grüße,
Jan
 
Ja, das wäre vielleicht eine Möglichkeit. Das Deckglas müsste jedenfalls auf beiden Seiten vergütet sein - ich weiß nicht, ob das bei dem eingebauten Deckglas der Fall ist, frag doch bei ZWO noch mal nach. Mich würde die Antwort auf diese Frage auch interessieren, da ich zwei Kameras dieser Firma im Einsatz habe.

Bernd
 
Hi. Habe Rückmeldung von ZWO. Sie schreiben, dass die Gläser bereits beschichtet sind. Wahrscheinlich kann man da nicht mehr viel machen...
Viele Grüße
Jan
 
Hallo, ich habe diese Seite gefunden und dachte, ich würde versuchen, durch Posten meiner Erfahrungen mit der ASI294MC Pro-Kamera zu helfen. Ich hoffe, dass dies klar ist, da ich Englisch spreche (aus Australien) und mich auf Google Translate verlasse, um dies zu posten.

Ich habe den gleichen Effekt wie in den Bildern oben für den ASI183 und den ASI294 gesehen und lange versucht, diese Reflexionen aufzulösen. Am Ende habe ich ein UV-IR-Sperrfilter in meinen Bildgebungszug eingebaut und die Reflexionen wurden aufgelöst. Daher gehe ich davon aus, dass sich diese Reflexionen entweder im UV- oder im IR-Teil des Spektrums befinden und dass das AR-Fenster der Kamera bei diesen Wellenlängen nicht wirksam ist. Der Unterschied zwischen einem Bild mit und ohne Filter ist sehr groß. Die angehängten Bilder zeigen dieselben Sterne (der hellste ist Antares) mit und ohne Filter.
 

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Hallo,

ja das würde auch erklären warum das nicht bei meiner Asi120mc auftritt, da ist ein Sperrfilter verbaut.

Gruß,
Holger
 
Ja, ZWO fertigt Sensorkammerfenster mit UV-IR-Schnitt für einige ihrer Kameras, aber leider nicht für alle. Wenn sie in der Fenstergröße für das ASI294 vorhanden wären, würde ich ein passen. Ich musste einen Adapter zwischen dem Teleskop und dem Reduzierer / Korrektor modifizieren, um stattdessen eine M48-Gewindefilterzelle aufzunehmen.
 
Hey mate, der google translater funktioniert super!
Puuh das muss ich definitiv ausprobieren. Hätte ich bloss mal meine Filterschublade nicht verkauft... :confused:
Gestern hatte ich einen hellen Stern im Bild und der Effekt war sofort sichtbar.
 
Hallo Bluester!
Das klingt sehr gut. Wenn das Wetter mitspielt, werde ich es heute Abend testen (hoffentlich spielt das Wetter mit)! Ich habe noch einen solchen Filter hier herumliegen.

Werde hier berichten.

Vielen Dank und viele Grüße
Jan
 
Ah... die Nachricht eben sollte schon vor einiger Zeit raus.

Hier die frischen Ergebnisse... Ja..nicht kalibriert, keine Darks, Schnellschuss.
Stern: Vega. 10 min licht mit ASI294MC Pro. Bei der Cam ist das Problem nicht so stark ausgeprägt, aber man sieht, dass der Filter (TSIR2 von TS) was bringt...

ohne Filter
ohne filter.jpg


und jetzt mit

mit filterer.jpg


Der Filter oder sonst was ist verkippt?
Habe das mit einem Newton, und TSGPU aufgenommen. Der Filter vor den GPU geschraubt.
So... Gute Nacht jetzt Leute!
 
Es scheint einen signifikanten Unterschied zu machen. Die größte Verbesserung, die ich sah, betraf Sterne in Richtung des roten Spektrums. Antares oben war das Beispiel dafür, obwohl blaue Sterne aufgebläht waren und auch Reflexionen erzeugten, zeigten sie das Mikrolinsenartefakt nicht so stark.

Ich muss einen geeigneten Filter für mein Schmidt Cassegrain-Teleskop kaufen, da es auch ähnliche Mikrolinsenreflexionen aufweist.

Ist das Vega in Bezug auf die außermittige Reflexion im Kamerarahmen zentriert oder handelt es sich um eine Ernte eines außermittigen Teils? Vielleicht stimmt die Kollimation nicht ganz?
 
Hallo Bluester,

Ja. Vega war mittig im Bild. Ich vermute, dass die Kollimation nicht gut war. Nochmal vielen Dank für Deinen Tip.

Viele Grüße
Jan
 
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