Was leistet Planungssoftware?
Hallo Fränk!
"Was macht man denn mit solchen Programmen wie "Astroplanner" oder "StarryNight", was nicht auch mit dem Handsteuergerät möglich wäre? So richtig erschließt sich das mir nämlich nicht!
Was kann man denn überhaupt planen? und wie?
Vor etlichen Jahren habe ich mir die Frage gestellt, wie ein Programm beim Vorbereiten von Beobachtungen hilfreich sein könnte und aus diesen Ideen ist dann "Eye&Telescope", kurz E&T, entstanden.
Kernfrage jeder Planung ist m.E., wie gut (oder ob überhaupt) man ein bestimmtes Objekt in seinem Teleskop sehen kann, wobei natürlich die visuelle Grenzgröße die Schlüsselrolle spielt. E&T kann eine Kennzahl berechnen, die darüber sehr zuverlässig Auskunft gibt und die ich Kontrastreserve genannt habe.
Wenn man nun in der Lage ist, die Wahrnehmbarkeit eines Objektes unter gegebenen Bedingungen einigermaßen zuverlässig zu prognostizieren, ergeben sich daraus eine Menge nützlicher und sinnvoller Funktionen:
- Ermitteln eines günstigen Okulars
- Heraussuchen "machbarer" Objekte aus einer Datenbank
- Zeichnen von aufgeräumten Sternkarten ohne "unsinnige Einträge"
Natürlich kommt die in Planern allgemein übliche Funktionalität "Sichtbarkeit" hinzu, also die Frage wann das Objekt während der Dunkelheit (kein Mond!) am Beobachtungsort hoch genug steht.
Bei E&T kommt dann noch ein Logbuch hinzu und diverse Möglichkeiten, sich (mittel-/längerfristige) Beobachtungsprojekte zusammenzustellen oder den Plan für die nächste Nacht auch in HTML (z.B. zum Ausdrucken) zu wandeln oder einem anderen Kartenprogramm zum Fraß vorzuwerfen. Transfer zum Palm gibts auch.
Nun kommt die schlechte Nachricht: E&T gibt es nur für Windows. Das hat den simplen Grund, dass ich nicht für MacOS entwickle und E&T sehr eng mit den sehr leistungsstarken Datenbankkomponenten von Windows verzahnt ist. Das bringt im Vergleich zur Konkurrenz wirklich den Durchzug und alles geht sogar auf meinem Astro-Notebook mit 500MHz Celeron sehr flott. Und ich habe Wert gelegt auf einfache Bedienung.
Das alles sollte man mal selber sehen, dann weiß man auch, welchen Mehrwert so ein "richtiger Planer" bringt. Gelegenheit dazu ist z.B. auf dem ITV, wo Ronald Stoyan E&T vorstellen wird. Vielleicht hast du ja "inoffiziell" irgendwo noch eine Windows-Maschine im Hinterzimmer ? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Was machst du mit dem Astro Planner? Immerhin könnte man sich damit eine Liste für die Nacht zusammenstellen, aber ich die Intentionen und den Nutzen fremder Software kann/muss ich ja nicht vermitteln. Der Aspekt Sichtbarkeit (über dem Horizont während es dunkel ist) ist beim AP berücksichtigt. Bessser als gar nix ist das allemal. Mir schien es, als sei dem Autor des AP die Teleskopsteuerung recht wichtig. Als Dobsonaut bzw. Planetenbeobachter brauche ich das aber nicht. Starhopping oder SkyCommander gehen meistens schneller und einfacher. Der AP kann auch den Schwenkweg minimieren ("Travelling Salesman Problem"), aber das (und eine Optimierung der zeitlichen Reihenfolge) kann E&T auch schon lange.
Soll heißen, mir erschliesst sich der Nutzen von Planern nicht, die den Aspekt der Wahrnehmbarkeit vernachlässigen. Listen zusammenstellen (mit manueller Recherche zur potentiellen Sichtbarkeit, z.B. in der "Deep Sky Liste" der VdS) kann man auch mit guten Planetariumsprogrammen. Eine reine Steuerungssoftware fürs Teleskop macht für manche Anwendung auch Sinn; wer aus dem Wohnzimmer heraus das Scope steuern und CCD-Bilder machen will, wird sowas schätzen. Ich schätze frische Nachtluft und den direkten Blick ins Okular und bin dafür also nicht in der Zielgruppe <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />
Gruß,
Tom