Sinnvoller Upgrade-Pfad

Gamy1a

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

ich bin noch neu hier und fotografiere seit knapp über einem Jahr und kurz nach Beginn auch verstärkt im Bereich Astro. Ich habe schon einige Erfolge und Rückschläge hinter mir und plane in Zukunft mein "Starterequipment" durch einige Upgrades zu ergänzen. Aktuell bin ich noch primär im Widefield unterwegs, möchte aber langfristig gerne tiefer ins All blicken als bisher. Primär soll es dabei bei Nebeln, Galaxien und evtl. Clustern bleiben.

Aktuell besitze/benutze ich:
- Sony Alpha 6400 (astromodifiziert)
- Skywatcher Star Adventurer 2i
- STC Duo Narrowband Clip-In Filter
- Ein stabiles Stativ
- Mehrere Objektive zwischen 11mm/1.8 und 135mm/2.0
- Objektivheizband, Bahtinovmaske, Fernauslöser und weiteren Kleinkram
- Bei Bedarf ein Notebook mit Win11, älteres IPad & Android Handy

Jetzt die große Frage: was wäre in meinem Fall ein sinnvoller Upgrade-Pfad den ich nach und nach gehen könnte, sobald ich einfach "mehr" als aktuell möchte?
Aktuell hätte ich sowas gedacht wie:
- Zuerst ein Guiding-Setup hinzuzufügen bspw. ASIAIR mit Guidingkamera und Guidingscope
- Dann entweder eine zusätzliche, größere Montierung inkl. Powerstation zu besorgen wie bspw. die HEQ5 Pro/EQ6-R Pro oder AM3/AM5(wobei die sehr teuer sind und mit dem PE in Zukunft angeblich bei längeren Brennweiten für mich unpraktisch werden könnten)
- Oder evtl zuvor einen Apo wie bspw. den 72ED 420mm von Skywatcher inkl. flattener + Adapterkrams für die aktuelle Sony DLSM
- Zuletzt dann nach Bedarf irgendwann größere Teleskope/Apos für kleinere Ziele, Filter oder eine dedizierte Astro-Kamera

Vielen Dank schonmal für alle Tipps oder Vorschläge!

Viele Grüße
Gamy / Philip
 
Hallo Philip.
Also wenn du vorerst bei unter 200mm bleibst halte ich Guiding für überflüssig-das sollte dein SA auch alleine adäquat hinbekommen.
Einen kleinen Apo wie den von dir genannten, oder die 360er kann dein SA auch noch stemmen-vlt mit etwas kürzer BLZ als bisher aber das geht.
Ab dem Punkt könnte man dann auch mal über Guiding nachdenken.
Sowohl APO als auch GuidingEquipment kann man dann noch später auch auf eine größere Montierung mitnehmen.
Diese jetzt als erstes zu holen macht eigentlich nur Sinn wenn dann auch direkt ein Teleskop mit ins Spiel kommt-das bedeutet dann aber auch einen großen Batzen Geld aufeinmal.
Also wenn du jetz nich direkt Verlangen nach den riesen Brennweiten hast,würde ich als nächstes einen kleinen Apo nehmen und mit dem weitere Erfahrung sammeln-da tun sich im Vergleich zum jetzigen Widefield erstmal Welten auf mit denen du dich sehr lange beschäftigen kannst.
Du hast jetzt nicht gesagt um was es sich dabei handelt,aber was für deine kleinen Objektektive ein "stabiles Stativ" ist, kann sich sehr schnell in einen Wackeldackel verwandeln wenn da das drei oder vierfache an Brennweite und Gewicht drauf steht ;)
Das also nur bedenken-denn Stabilität ist das Wichtigste überhaupt in dem Spiel.
Zu all dem gibts aber bestimmt auch noch andere Meinungen...

Grüße
Tim
 
Das merke ich ja gerade erst....
Irgendwie habe ich StarAdventurer gti gelesen oder im Kopf gehabt.
Vom Prinzip gilt mit deinem Kleinen zwar das Gleiche, aber den von dir genannten 72er würde ich da nicht mehr draufpacken.
Da sehe ich so einen kleinen 60er f6 als Grenze an-das endet sonst schnell in Frust.
 
Hallo Tim,
danke dir schonmal für die ausführliche Antwort!
Das Guiding hatte ich uA vorgeschoben, da ich oft auch von meinem Balkon belichte und dort aufgrund des hohen Dachs richtung Norden keine Sicht auf Polaris habe. Immerhin ist es dafür meist relativ Windstill. Per Guidinghard- & Software, dachte ich, könnte ich dann das Polaralignment deutlich besser hinbekommen als aktuell per Driftalignment aus dem Kopf.
Ja ist nur der kleine Star Adventurer mit einer Achse. Eine größere Montierung soll den SA auch mehr ergänzen als ersetzen. Verkauft soll er nicht werden.
Mehr als die 135mm/2.0 habe ich aktuell nicht zur Hand, dafür reicht er definitiv aus, würde aber in Zukunft gerne in Richtung 400-500mm tendieren.
Als Stativ habe ich ein relativ großes & schweres Stahlstativ mit einer Traglast von >20KG. Zuvor hatte ich ein "Standard"-Stativ, was aber mit kleinen Windbriesen bei mehr als 100mm Brennweite schon überfordert war. Kurzzeitig okay, aber langfristig -> Frust. Das taugt nur für die Tageslichtfotografie.
 
Ok wenn du jetzt schon Richtung 500mm schielst würde ich einfach noch ein bisschen weitermachen wie bisher und nebenbei Geld für eine größere Montierung weglegen.
Genau diesen Weg (HEQ5) bin ich auch gegangen-das ist in Sachen Preis/Leistung in meinen Augen eine der besten Montierungen.
Ich hab sie zwar neulich durch eine AM5 ersetzt und sie liegt nun in ihrer Kiste,aber das war ausschliesslich wegen der Mobilität und nicht aus Performancegründen-die lief wirklich super.
Sind aber alles nur meine eigenen Einschätzungen-da gibts sicher auch noch andere Meinungen.
Und mit einem Budgetrahmen liesse sich auch besser arbeiten was Empfehlungen angeht...
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,

Upgrades sind wichtig und machen auch Spaß, weil sie dir neue Möglichkeiten eröffnen. Ich hab das änhlich wie du auch durchgemacht. Was ich dir vor dem nächsten Upgrade auf jeden Fall ans Herz legen kann ist die Frage, welches Gesichtsfeld und welche Ziele du in Zukunft "beackern" willst. Daraus resultieren schnell mal verschiedene Anforderungen ans (zukünftige) Equipment. Für Gas- und Dunkelnebel bist du mit einem Weitfeldrefraktor gut unterwegs und hast viel abzulichten. Bei Galaxien oder vielleicht sogar planetarischen Nebeln wird es in unserer Hemisphäre schnell eng. Mit dem Apo hast du M31, M33 und ggf. M101 zur Verfügung, aber dann werden die Galaxien schnell (viel) kleiner. Da brauchst du dann mehr Brennweite. Mehr Brennweite erhöht die Anforderungen ans gesamte Setup.

Über Telescopius kannst du dich durch eine Vielzahl an Zielen blättern und dein Kamera/Teleskop Setup simulieren und schauen, ob das für dich passt. Verschiedene Kamera/Teleskopsetups gleichzeitig kannst du mit astronomy.tools vergleichen.

- Dann entweder eine zusätzliche, größere Montierung inkl. Powerstation zu besorgen wie bspw. die HEQ5 Pro/EQ6-R Pro oder AM3/AM5(wobei die sehr teuer sind und mit dem PE in Zukunft angeblich bei längeren Brennweiten für mich unpraktisch werden könnten)
Eine größere Montierung würde dir das Tor zu einer Vielzahl an Zielen eröffnen und dir Flexibilität verschaffen. Gerade die Klassiker wie die HEQ5 oder EQ6R sind sehr gute Allrounder und falls es für dich in Frage kommt gibt es sie gebraucht auch für einen guten Kurs. Die German Equatorial Mounts kann man auch später optimieren (lassen), sodass sich das Nachführen bzw. das Guiding nochmal verbessern (besonders relevant für höhere Brennweiten).

Harmonic Drive Montierungen sind störrischer, was das PE angeht, aber längere Brennweiten lassen sich mit den richtigen (PHD2) Einstellungen ohne Probleme guiden. Man muss das Guiding anders bzw. aggressiver angehen. Außerdem hast du einen riesen Mobilitätsvorteil, wenn du für das Hobby mobil sein musst. Ich kenn das, weil ich jedes Mal rausfahren muss. Mein Eisenschwein die CGX stellt sicher, dass mir selbst in Winternächten nicht kalt wird mit den ganzen Kilos. Trotzdem habe ich die Entscheidung gefällt auf die Warpastron WD-20 zu gehen.

Oder evtl zuvor einen Apo wie bspw. den 72ED 420mm von Skywatcher inkl. flattener + Adapterkrams für die aktuelle Sony DLSM
Ich weiß, dass das niemand am Anfang hören will, aber das würde ich vorerst nicht machen. Immer zuerst die Montierung vor der Optik upgraden. Das ist der langweiligere Pfad, aber erspart viel Frust. Selbst mit deinem bestehenden Setup würde eine größere Montierung die Bildqualität erhöhen und das Handling verbessern, weil sie einfach besser läuft.

Zuletzt dann nach Bedarf irgendwann größere Teleskope/Apos für kleinere Ziele, Filter oder eine dedizierte Astro-Kamera
Wenn das Setup durch eine größere Montierung erstmal richtig läuft und du merkst, dass es jetzt richtig voran geht, geht das schneller als du denkst :D Das ist dann der Moment, bei dem dein Geldbeutel nie wieder der selbe sein wird.

- Zuerst ein Guiding-Setup hinzuzufügen bspw. ASIAIR mit Guidingkamera und Guidingscope
Ich traue mich nicht es auszusprechen, aber wenn du ggf. schon einen Laptop mit Win11 zur Verfügung hast, dann würde ich dir bei den softwareseitigen Upgrades dazu raten vielleicht den Weg mit PHD2 und NINA einzuschlagen. Das habe ich auch hinter mir und war einer der größten Upgrades für mich. Es ist ein bisschen Initialgefummel, aber mit den hunderten an Erklärvideos (wie zB von Frank Sackenheim) bist du in 0,nix startklar. Dann stöpselst du alles an deinen Laptop und steuerst es zentral aus NINA/PHD2. Irgendwann ist alles soweit automatisiert, dass du dich die ganze Nacht nicht darum kümmern musst und dein Setup durchläuft. Dann kannst du später auf einen Mini PC upgraden und dein Setup mit Windows RDP per Handy/Tablet steuern. So mach ich es und es ist einfach Gold wert.

Die AsiAir geht natürlich auch, aber lenkt dich schon eher in die Richtung "ZWO only", was dein zukünftiges Equipment angeht. Wenn du aber deutlich mehr Flexibilität und Angebot bei deiner Ausrüstung haben möchtest, dann wäre NINA/PHD2 der Weg. Mit AsiAir bist du bis auf die Montierung auf ZWO Produkte angewiesen (soweit ich weiß), Nutzer schwören dennoch auf die Convenience und Bedienbarkeit der Air. Ich habe die größere Funktionsvielfalt und Produktunterstützung von NINA/PHD lieber.

Grüße
 
Hey,

@AweX01
das klingt ja erstmal schon nach ner Idee. Ein wirkliches "Budget" gibts bei mir nicht so wirklich, wenn ich Lust auf etwas habe, dann kauf ich es mir (ggfs nach etwas sparen). Klar wäre natürlich eine HEQ5 Pro für rund 1400€ dann ansprechender als eine AM5 für 2700€, falls diese abseits vom Gewicht nicht noch gravierenden Mehrwert bietet und Upgraden kann ich später ja sonst auch immernoch.

@derOMC1
deine Tipps schaue ich mir auch auf jeden Fall mal an, danke!
Einen Win11 Laptop hab ich, jup. Dann schaue ich beim Frank doch einfach mal rein und schaue mir dir Software an. Ein Problem was Ziele angeht habe ich bisher noch nicht, allerdings schielt man natürlich schon immer öfter auf Ziele, die noch nicht erreichbar sind und ein verbessertes Tracking/Guiding als aktuell wäre für mich definitiv ein riesen Upgrade, gerade wenn ich nur auf dem Balkon bin, wo es leider ohne Polaris funktionieren muss (Südseite & hohes Dach). Im falle einer HEQ5 Pro als nächstes Upgrade wäre dann vermutlich auch direkt ein Guidingsetup Sinnvoll, richtig?

Keine Sorge, dass ich Dinge hören/lesen werde, die ich natürlich nicht gerne höre hab ich erwartet, daher frage ich ja auch unter anderem^^ Ich stelle mir manche Dinge in diesem Hobby einfach noch etwas zu simpel vor, hatte aber auch echt Glück was meinen Einstieg angeht ehrlichgesagt :)

Viele Grüße!
 
Aaaalso - letztes Jahr hatte ich quasi das selbe wie du… mein Senf:
1. Auf jeden Fall ein RICHTIG stabiles Stativ
2. RedCat51
3. Eine Montierung mit GoTo (wenn das Geld reicht, ne AM3 oder sogar 5, dann bist du gut versorgt! Und dazu
4. ASIair
5. Guidescope und Guidingcam
6. noch ein größeres Teleskop
 
Also um noch mal ein Lanze für die AM5 brechen zu wollen...
Der von dir in Frage gestellte Mehrwert abseits des wirklich hohen Preise liegt ganz klar in der Anwendung und in der Transportabilität und ich meine hier nicht den Transport via Auto oder sonstwas zu einem dunklen Ort, sondern zu Hause, die letzten Meter zum Aufstellungsort.
Du schreibst, dass du auf deinem Balkon fotografierst und ich kann aus eigener Erfahrung hier sagen, dass ich mein komplettes Setup in einem Tragen kann. Teleskop (ein kleines natürlich) mit dem ganzen Gedöns (Kamera, usw.), Montierung und Stativ zusammengebaut. Das trage ich (schon aufgebaut, wie es in der Gartenhütte verstaut ist) quer durch den Garten ohne mich hier zu doll anzustrengen. Mein zweiter Weg ist die Stromversorgung und ich kann wirklich nach 3 Minuten das Polaralignment starten.
Meines Erachtens ein nicht zu vernachlässigender Punkt. Ich bin faul und das Aufbauen der Ausrüstung hat schon genervt.

Das geht mit einer EQ-Montierung nicht so schnell von der Hand. Nur mal so als weiteren Input.

Gruß
Christoph
 
Guiding macht bei Deiner Star Adventurer nicht so viel Sinn, denn Du könntest nur in einer Achse guiden. Das bringt leider nur relativ wenig zusätzlichen Nutzen.
Eine solide Montierung ist halt nunmal die Grundlage. Auf die SA kann man zwar einen 60er APO draufpacken, das schafft die noch, aber so richtig Spaß macht das dann doch nicht mehr. Ich würde auch zu einer neuen Montierung als erstem Schritt und einem 70er oder 80er APO als zweitem Schritt raten und Guiding macht dann auch Sinn, muss aber dann auch nicht unbedingt sofort sein. Damit hast Du dann schon viel mehr Möglichkeiten als Du bei unserem Wetter in den nächsten Jahren ausnutzen kannst !
1400€ muss man für eine HEQ5 nicht ausgeben, die bekommt man auch für die Hälfte, ich hab noch eine rumstehen die ich nicht mehr benutze falls Du Interesse hast.
 
@Chorge1972
Das Stativ hätte ich schonmal da, ist extra auch für ein Upgrade passend gekauft worden (großes Stahlrohrstativ)
Also von deiner Seite aus auch erst die Montierung, dann Guiding und zuletzt größere Scopes.

@Ozelot
Das Gewicht ist natürlich nett, allerdings für mich am Ende wohl nicht den doppelten Preis wert. Der Aufbau macht mir eigentlich immer sogar etwas Spaß, verstehe aber, dass es später evtl anders werden kann.

@Takeshi Kovacz
Okay, was die Reihenfolge angeht sind sich ja scheinbar alle relativ einig, dass die Montierung zuerst dran kommen sollte. Vermutlich würde ich die dann zeitnah mit Guiding ergänzen einfach wegen der unpraktischen Situation mit meinem Balkon ohne Sicht auf Polaris und der daher schwierigen Einnordung.
Aktuell dauert es noch etwas bis ich mir das Equipment holen werden (tippe auf Herbst/Winter) und bin für Gebrauchtkäufe eher weniger zu haben, aber danke fürs Angebot, ich behalte es im Hinterkopf!

Danke euch dreien auch für den Input!
VG
 
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