Sinnvolles Set für "gehobenen" Einstieg?!

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

docMario

Mitglied
Liebe Astrofreunde,
Als "erfahrener Anfänger" (siehe unten) will ich jetzt in eine gescheite Optik investieren und schwerpunktmäßig in die DeepSky Astrofotografie einsteigen... jaja, ich weiß, das ist sehr ambitioniert - vor allem mit einem Budget von 1500 bis 2000 Euro!
zu meinem astronomischen Hintergrund: Erste Erfahrungen habe ich als Jugendlicher in der Mond/Planetenbeobachtung durch ein kleines Linsenteleskop gesammelt. Nach langer Abstinenz hat mich dank der Sternenschwärmerei meiner Freundin jetzt wieder das Astro-Fieber gepackt. Wir beide haben uns dann relativ blauäugig einen 150/1400 Billig-Newton gekauft, der aber gleich an seine engen Grenzen stieß. Viel mehr Spaß hatten wir seitdem mit einem 8x50 Fernglas, mit dem wir in den Wintermonaten bereits etliche schöne Beobachtungen gemacht haben. Jetzt wollen wir mehr!!!


Könnt Ihr mal bitte über folgende Liste gucken und konstruktive Vorschläge machen - bitte nicht mein Budget sprengen:

als Montierung schwebt mir die Celestron AS-GT vor.

Bezüglich des Teleskops tendiere ich mich nach langem Überlegen zum Celestron C8.
Zubehör Erstausstattung:
- Celestron Reducer + Celestron Radial Guider
- Piggyback Kamerahaltung
- 2" Komplettkitt von TS (Zenitspiegel + 70° ERFLE)
- Tauschutzkappe

Die für mich entscheidende Vorteile des SC sind die kurze Bauweise und bequeme Beobachtungsposition. Dank GoTo-Monti kann damit auch meine Freundin ab und zu Spechteln.

Bereits vorhanden sind:
* ALCCD5T Für Planetenfotografie und Autoguiding.
* Canon 1000d ohne Astromod für DeepSky und Piggyback Aufnahmen (Tamron 18-200 Objektiv)
* 1,25" Plössl 25mm und 6.5mm



Meine Fragen:
1) machen sich die theoretischen SC-Nachteile (Abschattung, Shifting, großes Öffnungsverhältnis, etc.) in der Praxis sehr bemerkbar?

2) Gibt es evtl. ein alternatives/besseres System für meinen Zweck, als das C8?

3) welche Okulare/Filter/Adapter etc. wären noch vonnöten für einen sinnvollen Betrieb?


Danke im Voraus für Eure Vorschläge!

Herzliche Grüße, Mario
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo, Mario!

Vorab: Ich habe keine, aber auch wirklich überhaupt keine Ahnung von Astrofotografie. Aber bevor dir die Profis hier antworten, lege ich dir folgenden Thread ans Herz:

http://forum.astronomie.de/phpapps/...topics/791089/Meade_oder_Celestron#Post791089

Interessant für dich wird es ab der Antwort von Peter, lies aber ruhig alles und such dir in den einschlägigen Shops auch mal die erwähnten Instrumente. ;)

Allzeit CS und viel Erfolg beim Einstieg wünscht dir

Martin
 
Hi Mario,

also vorweg, es gibt hier im Forum sicherlich Leute die mehr Erfahrung haben als ich in der Astrofotografie aber ich kann dir meine Erfahrungen als Anfänger ( gut ein Jahr praktische Erfahrung ) mitteilen.

Ich hatte ein C8 im Sommer und war prinzipiell sehr zufrieden damit. Visuell geht schon was aber fotografisch war es mir mit nem Öffnungsverhältniss von f/10 doch ne Liga zu groß! Das ist zu beachten bei solch nem langsamen System,das will sehr genau geguidet werden und auch Montireungstechnisch muss da schon alles passen!

Aus eben dieser Erfahrung heraus würde ich dir eher zu einem 80-100mm Apo/Achromaten mit f/5,5-f/8 raten und lieber mehr in die Montierung investieren. Die AS-GT ist bestimmt eine feine Montie für den Preis aber, du wirst schnell an die Grenzen der Belastbarkeit stoßen, möchtest du was größeres draufpacken! Denn die 12Kg max. Zuladung sollte man bei Astrofotografie NICHT voll ausreizen!

Eine Skywatcher EQ6 oder Celestron CGEM wären in dieser Preisklasse empfehlenswert.

Gruß

Franz :-)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Mario,

zu
Zitat von docMario:
1) machen sich die theoretischen SC-Nachteile (Abschattung, Shifting, großes Öffnungsverhältnis, etc.) in der Praxis sehr bemerkbar?

2) Gibt es evtl. ein alternatives/besseres System für meinen Zweck, als das C8?

3) welche Okulare/Filter/Adapter etc. wären noch vonnöten für einen sinnvollen Betrieb?
kann ich Dir ein paar Dinge sagen.

1. Das Öffnungsverhältnis eines C8 ist mit 1:10 für die Deep-Sky-Photographie eher klein. Groß wäre 1:4, was es als SC aber AFAIK nicht kommerziell gibt.

3. Zwischen 25 mm und 6,5 mm ist eine ziemlich große Lücke. Da Du wohl kaum immer den Reducer an- und wieder abschrauben wirst, wird der realistisch die Anzahl der möglichen Vergrößerungen nicht ändern, also müssen weitere Okulare her. Ich habe diesen Bereich mit 9, 12,5 und 17 mm gleichmäßig aufgefüllt, Du kannst erst einmal mit 12,5er anfangen und anschließend mit 9er und evtl. 15/17/18er komplettieren.

Alternativ könntest Du ein 10-mm und später ein 15er einsetzen. Auch hier wird der Bereich in ungefähr gleichen Verhältnissen aufgeteilt.

Denke daran, daß es meist sinnvoller ist, bei hohen Vergrößerungen (kleinen Brennweiten) als bei niedrigen enger zu staffeln. Von 25 kann man bei nicht allzu langsamen Teleskopen direkt auf 12,5 mm gehen, von 12,5 mm dagegen ist mir bei 1:8 der Sprung auf 6,5 mm etwas zu groß.

Grüße

fquadrat
 
Danke Euch allen!

@Maaadin: dem von Dir genannten Thread folge ich aufmerksam :) Besonders die "Warnung" vor überzogenem SC-Marketing hat mich nachdenklich gemacht...

@tuonodriver: Es ist ja ein gängiger Vorschlag, erst Mal in eine stabile Montierung zu investieren. Allerdings hätte ich mit der CGEM schon fast mein gesamtes Budget ausgeschöpft. Mit der EQ6 skyscan käme ich immernoch auf ca 1000 Euro. Und für einen 100mm Apo blättert man auch m.W. auch um die 1000 Öcken. Leider ist das momentan über meinem Limit :(

@tuonodriver / @fquadrat: denkt Ihr, mit meiner Auswahl werde ich überhaupt nicht glücklich?! Wäre ein schneller Newton mit Komakorrektor besser?
Habt Ihr Erfahrung mit dem Alan Gee II zur Brennweitenreduktion...? Angeblich kriegt man damit auf dem SC Öffnungsverhältnisse bis f/3,5 hin!

Ich tendiere halt dazu, lieber einen "schwierigen" Anfang zu haben mit viel Trial&Error, aber dafür mit viel Luft nach oben! :D

Herzlich, Mario
 
Hi Mario

Zwecks Reducern und deren Verständis hab ich derzeit auch gerade einen Thread im entsprechenden Unterforum angefangen - Antworten stehen da leider noch aus. Problematisch ist, dass wohl die Ausleuchtung nicht gerade verbessert wird - bei so extremen wird so ein doch recht großer DX-Chip nicht mehr ausgeleuchtet.
0,8 oder 0,6 dürfte nach einigen Erfahrungsberichten aber noch gehen; welcher aber passt kann ich nicht sagen, das Feld sollte ja auch geebnet werden. Das wären dann aber immernoch fast 1,5m Brennweite.

Statt einem APO gäbs auch noch die Möglichkeit, einen Newton zu nehmen. Fürs gleiche Geld gibts da mehr Öffnung.

Eine Wollmilchsau gibts aber auch da nicht:
Montierungen, die größere Brennweiten solide nachführen kosten nicht nur mehr, sie sind auch unhandlicher oder eben deutlich teurer.
Geräte mit hoher Brtennweite sind fotografisch schwierig und visuell mit kleinen Feldern.
Ferner ist ein fotografisch optimiertes Gerät visuell weniger geeignet, ein visuelles dagegen weniger fotografisch.

Kompromisse gäbs aber.
z.B. Eine 'C8-taugliche' Montierung anschaffen, darauf das C8 aber nur visuell betrieben, fotografiert wird nur Piggyback. Sehr vieles lässt sich schon mit einem ordentlichen 300er Tele erreichen - 300/4 kostet kaum was als altes M42.
Oder parallel dazu statt dem C8 eine kleine fotografische Ausrüstung mit einem kleinen Newton oder einem kleinen Apo.

cs
Jürgen
 
Zitat von docMario:
@tuonodriver / @fquadrat: denkt Ihr, mit meiner Auswahl werde ich überhaupt nicht glücklich?! Wäre ein schneller Newton mit Komakorrektor besser?
Man kann mit einem C8 Deep-Sky-Fotografie treiben, selbst bei Einsatz einer Gabelmontierung. Und wenn man auf große wahre Gesichtsfelder verzichtet, kann man auch recht nett damit beobachten. Von daher könntest Du mit dem C8 schon glücklich werden.

Nur: Der Newton mit Komakorrektor ist für die Astrofotografie besser geeignet, hat bei 1:5 auch einen etwas kleineren Fangspiegel und kostet deutlich weniger Geld. Laut den Muba-Montierungsseiten tragen einige Versionen der EQ-6 fotografisch auch noch einen 10"-Newton - und der ist bei vielen Herstellern immer noch preisgünstiger als das C8 ...

Grüße

fquadrat
 
Hallo Mario,

hatte mal ein C8 und wollte damit fotographieren, damals noch auf einer zweiachsig motorisierten Vixen Superpolaris (Vorläufer der Graetpolaris, die wiederum Vorbild für die von Dir gewünschte Monti ist). Habe mit der Kombi kein einziges sauber geguidetes Bild hinbekommen, und zwar auf chemischen Film, der etwas nachsichtiger gegenüber Fehlern ist als DSLR oder gar CCD. Um Abbildungsmaßstab und Belichtungszeit zu reduzieren hatte ich damals den Reducer/Flattner von Celestron. Der macht aus f10 dann f6,3. Allerdings ist der ausgeleuchtete Bildkreis bei 1260mm Brennweite ca 20mm groß, das reicht für eine DSLR nicht mehr. Wird die Brennweite noch stärker reduziert, wird auch das Bild noch kleiner.
Vorschlag für ein Semi-Universalequipment:

EQ6, 8"f5 Newton, Komakorrektor und Adapter, Baader Stronghold oder ähnliches für Piggypack oder Leitrohr, 2" Erfle mit 32mm, 13,4mm Speers Waler und 5-8mm Speers Waler.

Da gibt es sicherlich sowohl visuell als auch fotographisch geeignetere Kombis, aber als "Eierlegende Wollmichsau äquatorial" dürfte das fast noch im Preisrahmen bleiben (eventuell mit Gebrauchtkomponenten falls goto sein muss).

Sternfreundliche Grüße,

Gottfried
 
Ok, Ihr habt mich überzeugt, dass der C8 wohl nicht der optimale Einsieg für mich ist. Ein Newton klingt vernünftiger... ich hadere noch mit mir...

Jetzt habe ich per Zufall noch eine Alternative(?) entdeckt... Vielleicht bin ich spinnert, aber was haltet Ihr vom GSO 8" Ritchey-Chretien? Das scheint zumindest mit f/8 ein etwas günstigeres Öffnungsverhältnis zu haben. Angeblich ist bei gut justiertem Geräte auch keine opt. Korrektur nötig.
Die (wenigen) Bilder, die ich gefunden habe, sehen recht vielversprechend aus.

Herzliche Grüße, Mario
(gesendet via Smartphone)
 
Hi Mario

Der hat über 1,6m Brennweite - das wird nicht hinhauen. Bis da das Nachführen mal gut genug klappt vergeht eine Ewigkeit - ohne gute Resultate.
Steig lieber kürzer ein, deutlich unter 1m. Der Aufwand ist ähnlich, nur kommst Du deutlich schneller in den Bereich brauchbarer Aufnahmen. Bis so ein kurzes Gerät mal ausgereizt ist vergeht eine Ewigkeit.
Außerdem brauchts mit denen einfach deutlich weniger Zeit, bis für eine einzige Aufnahme genug Licht gesammelt ist - 'übliche' Newtons liegen da bei f/4 oder f/5; selbst bei kurzen Zeiten von 30 oder 60 Sekunden landet da schon genug auf dem Sensor. Um dagegen mit 1,6m in den Bereich zu kommen, dass es mal ne Minute lang wiederholt klappt kann recht anstrengend sein bzw. von Fehlschlägen gekennzeichnet. Zudem reicht bei f/9 so eine kurze Zeit nirgendwo hin.

cs
Jürgen
 
Hallo Mario,

Dich reizt der rückwärtige Einblick, stimmts?
Leider haben die RCs von GSO noch mal deutlich mehr Obstruktion als die SCs, bedeutet, der Kontrast ist bei visueller Nutzung noch mal reduziert. Meines Wissens werden die RCs auch als Photooptiken angeboten. Visuell kannst Du da ein Ei drüber pellen. Wenn Du jetzt meinst, Brennweite zu lang, dann reduziere ich die Brennweite, kommt die gleichzeitige Reduzierung des nutzbaren Feldes wieder zum tragen. Ob geeignete Reducer schon auf dem Markt sind, weiss ich nicht, die müssen nämlich auch speziell gerechnet sein.

Herzliche Grüße,

Gottfried
 
@Nasus: Also sollte man als Anfänger unter 1000cm Brennweite bleiben? Gilt das für Fotografie oder generell?
Oder kommt es eher darauf an, ein lichtstarkes (sprich "schnelles") System zu nehmen?

Ich dachte, mal naiv gesprochen, mit einem Autoguider kann man auch bei langsamen Systemen Langzeitbelichtungen relativ einfach realisieren.

Das attraktive an den "größeren" Teleskopen ist, dass man dabei eine vernünftige Montierung im Set sehr günstig bekommt.

Natürlich sind die großen Brennweiten ideal zur Planetenbeobachtung, was meine Freundin freuen würde!
Bezüglich des kleinen Gesichtsfeldes habe ich mal ausführlich mit dem Okularrechner gespielt. Der Zusammenhang scheint mir einleuchtend: mehr Vergrößerung zeigt eben einen kleineren Abschnitt des Himmels.

Die Physik eines Reducers ist mir nach wie vor nicht einleuchtend - wie kann eine weitere Linse ein Teleskop schneller machen?!

@Gottfried:
EQ6, 8"f5 Newton, Komakorrektor und Adapter, Baader Stronghold oder ähnliches für Piggypack oder Leitrohr, 2" Erfle mit 32mm, 13,4mm Speers Waler und 5-8mm Speers Waler.
Das klingt nach einer sehr guten Einkaufsliste :) Danke für den Vorschlag.

Herzliche Grüße, Mario
 
Hi Mario,

"Wir beide haben uns dann relativ blauäugig einen 150/1400 Billig-Newton gekauft, der aber gleich an seine engen Grenzen stieß. Viel mehr Spaß hatten wir seitdem mit einem 8x50 Fernglas, mit dem wir in den Wintermonaten bereits etliche schöne Beobachtungen gemacht haben. Jetzt wollen wir mehr!!!"

der 150er ist sicher so ein Billigkatadiopter? Dann ist der Frust verständlich. Wenn Ihr beide Spass mit nem Fernglas habt, und nun "mehr" wollt, dann meine ich holt Euch nen 8" oder 10" Dobson und vergesst erstmal das ganze "Autoguiding" Zeuchs. Fotos kann man auch mit kleinen Geräten machen (und durch die größere Blende (jaja ich nenne das so ;-)) klappts auch eher mit der Nachführung.

Vielleicht reicht aber auch schon ein kleines 5" Mak auf ner azimuthalen Montierung zum Spechteln aus? Ich mach das unterm Dachfenster. Klappt super (wobei ich nur das 90er nutze);


"Die Physik eines Reducers ist mir nach wie vor nicht einleuchtend - wie kann eine weitere Linse ein Teleskop schneller machen?!"

indem sie die Brennweite verkürzt.
 
Zitat von Gottfried:
Dich reizt der rückwärtige Einblick, stimmts?
Ja, irgendwie schon. Die Beobachtung ist halt bequemer. Die Hebelwirkung ist bei kurzen Tuben geringer, damit wird die Montierung nicht so belastet. etc.


Zitat von Gottfried:
Wenn Du jetzt meinst, Brennweite zu lang, dann reduziere ich die Brennweite, kommt die gleichzeitige Reduzierung des nutzbaren Feldes wieder zum tragen. Ob geeignete Reducer schon auf dem Markt sind, weiss ich nicht, die müssen nämlich auch speziell gerechnet sein.
Einen Reducer von GSO gibt es wohl schon... Die Reduktion des nutzbaren Sichtfeldes bedeutet im ungünstigsten Fall den berühmten "Tunnelblick" oder?

Zitat von Ollie:
holt Euch nen 8" oder 10" Dobson und vergesst erstmal das ganze "Autoguiding" Zeuchs. [..] Vielleicht reicht aber auch schon ein kleines 5" Mak auf ner azimuthalen Montierung zum Spechteln aus?

Es ist einfach bei uns sofort immer der Wunsch da, was wir sehen, auch zu dokumentieren ;-) Gestern haben wir Fotos vom Mond geschossen... mit meiner PowerShot durch das Okular.


Am Einfachsten ist es wohl, Foto und visuell strikt zu trennen (sprich, zwei Tuben). Ich überlege, ob's fürs fotografische eher ein kleiner Refraktor werden soll. Visuell kann ich mich dann austoben.. Wenn ich später eine größere Optik fürs Fotografieren will, habe ich gleich ein gutes Leitrohr. Hmmm...
Optionen über Optionen. Wenn ich nur Millionär wäre!


LG, Mario
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
ich denke es ist einfacher und optisch hochwertiger ein schnelles System zu einem langsamen zu ändern, als andersherum? Stimmts, oder hab ich recht?
 
"Am Einfachsten ist es wohl, Foto und visuell strikt zu trennen (sprich, zwei Tuben). Ich überlege, ob's fürs fotografische eher ein kleiner Refraktor werden soll. Visuell kann ich mich dann austoben.. Wenn ich später eine größere Optik fürs Fotografieren will, habe ich gleich ein gutes Leitrohr. Hmmm...
Optionen über Optionen. Wenn ich nur Millionär wäre!"

Das Problem mit den Millionären ist meistens, dass sie sich nicht die Zeit nehmen mit dem was sie haben sich erstmal zu schulen, d.h. das Auge lernen zu lassen Dinge zu sehen die dem ungeübten Beobachter noch unsichtbar sind.

Und Deine Idee ist völlig richtig und ich denke auch üblich: fotografisch ist was völlig anderes und vielleicht zu viel für den Anfang.

Ich bin von den 8" SCT Geräten über die 5" langbrennweitigen zu den 3"-5" kurzbrennweitigen bzw. als Mak-Planeten/Mondgucker zurückgekommen, weil ich diese Dinger ganz einfach 24h am Fenster stehen lassen kann und dadurch jeden Abend, bzw. morgens auf 1-2 Stunden Teleskopzeit/Tag (!) komme.

Und langweilig wird das irgendwie auch nicht, denn die Jahreszeiten kommen und gehen ja auch noch, wenn Du verstehst was ich meine.

Mein MN 58 ist zwar für Planeten richtig geil, aber wann komm ich mal dazu dann Zeit zu haben, wenn der Himmel auch der richtige dafür ist.
 
Hallo Mario,

Tunnelblick meinte ich nicht. Visuell brauchst Du keinen Reducer, den nimmt man nur fürs fotographieren. Der macht das Bild einfach kleiner: Wenn Du ohne einen Bildkreis von 50mm hast, kommt bei einem Reducer, der die Brennweite halbiert das gleiche Licht auf ein Feld von 25mm. Das Bild wäre dann etwa viermal so hell (halber Durchmesser = viertel Fläche, gleiches Licht auf ein viertel der Fläche viermal so hell).
Visuell nimmt man eher ein langbrennweitiges Okular und nicht einen Reducer.
Aber auch hier hat jede Optik ihre Grenzen. Der Zweizoll-Anschluss ermöglicht beim 31mm Nagler noch ein scheinbares Feld von 81°, das 55mm Plössl hat dann gerade noch 50° scheinbares Feld und das ist der Bereich, wo "Tunnelblick" langsam losgeht.

Die Montierung wird durch seitlichen Einblick übrigens nicht stärker belastet, wohl aber durch längeren Tubus. Der rückwärtige Einblick fordert meist ein wesentlich höheres Stativ als ein Newton, der mit einer "Stummelsäule" schon gut funktioniert. Bisher habe ich durch dezentes drehen des Tubus in den Schellen meist einen bequemen Einblick gefunden. Beim Refraktor/SC nicht immer (wenn das Stativ zu niedrig war).

Sternfreundliche Grüße,

Gottfried
 
Hi Mario

Hier werden gerade ei paar allgemeine Infos zu Reducern zusammengetragen: http://forum.astronomie.de/phpapps/...950/Reducer_wie_sinnvoll_einsetzba#Post792950
Vielleicht hilfts ja auch dir dem Verständnis.
Ich versuchst mal für DSLR-Fotografen zu erklären:
Du hast ein EF 300mm Objektiv von einer analogen EOS. Das möchtest Du mit dem selben Bildwinkel/abgebildeten Feld auch an deiner 1000d verwenden.
Um den Cropfaktor 1,6 auszugleichen brauchst Du einen passenden Reducer. Den schraubst Du dran und kanns mit den gewohnten 300mm an der 1000d fotografieren. Damit ists dann aber kein EF, sondern nur noch ein EF-S Objektiv - an einer 5D hättest Du nur in der Mitte ein Bild - das Bild, das ohne Reducer sonst den kompletten Sensor gefüllt hätte.

Dass gefaltete Optiken wie SCs etc. durch den geringeren Hebel kleinere Anforderungen an die Montierung stellen stimmt - allerdings kommt durch die hohe Brennweite wieder deren Präzision zum tragen: Schneckenfehler und Getriebespiel sind bei einfachen Montierungen recht hoch, wie man hier sehen kann: http://demeautis.christophe.free.fr/ep/pe.htm
http://lambermont.dyndns.org/astro/pe.html

Versuch das lieber zu trennen:
Eine HEQ5 oder 6 als Unterbau, darauf Visuell ein C8, wenn dir das gefällt. Das bekommt erstmal eine Piggybackhalterung und deine 1000d ein paar M42 Optiken - dein Superzoom ist eher weniger geeignet.
Damit geht auch ohne Guiding schon einiges.
Auch in der Phase könnte schon ein Autoguider angeschaffft werden - eher zu Übungszwecken, als aus Notwendigkeit.
Fotografisch holst Du dir einen kleinen Newton mit 6" oder max. 8" - die gibts mit Korrektor ab 350€.
Für ein paar 100€ mehr gäbs dafür auch einen ED, der auch visuell nutzbar wäre, falls mal große Felder erwünscht sind (die Newtons natürlich auch, nur sind die von den Okularen her recht anspruchsvoll und haben idr. einen fürs Beobachten überdimensionierten Fangspiegel).
Um den Nachzuführen ohne die Monti mit einem C8 als zusätzliches Leitrohr völlig zu überlasten holst Du dir einen kleinen Refraktor mit solidem Okularauszug oder einen OAG. Je nach Autoguider reicht da schon ein guter Sucher.

Generell würde ich auch hier mal nach Gebrauchtschnäppchen Ausschau halten - dann relativiert sich das mit den Mehrkosten evtl.

Aber wie schon gesagt: Selbst falls das auf dem Papier passen würde, schau dir die Geräte mal life an - so ein Federleichter Megastar ist schnell irgendwo hingestellt, aber SO eine Ausrüstung und das Geraffel drum rum baut man nicht auf, wenn man mal eben ein Stündchen Sterngucken möchte.

cs
Jürgen
 
Hi,

also ich habe den Beginn meiner Astrofotophase so angefangen:

CGEM
MGEN
ED80/600pro von Skywatcher
Teleobjektiv 4/300 zum nachführen (jetzt IN ED70/420)
TS Flattener
CLS Clip Filter
Canon 450D(a)
Zenitspiegel
CCD Webcam
ED Barlow
Fadenkreuzokular zum Star-Alignment
4 Okulare (2 Hyperions (21 und 8) und 4mm Planetary und ein 50mm Orion)

Dazu ein selbstgebauter Sonnenfilter (Baader Folie), noch zwei drei andere Filter, Bathinov Maske, Flatfieldfolie

Das alles zusammen hat mich nicht einmal 2,500 € gekostet.

Damit kann man ganz kompfortabel in die Welt der Astrofotografie einsteigen.

Jetzt, erst jetzt, kam der Wunsch nach einer schnellen, großen Fotokanone, die ich, weiser und erfahrener in Bezug darauf was ich eigetlich brauche und will, selber bauen werde.

ich finde es erstaunlich, wie viele APS-C-Formatfüllende Objekte es für 420mm und 600mm gibt. Alleine von meinem Standort aus habe ich eine Liste von 40 Objekten - davon habe ich noch nicht einmal die Hälfte "fertig"... Einfach, weil es hier im Norden zu oft Shitwetter gibt.

Aber: so macht der Einstieg Spaß und man hat eine sehr steile Lernkurve mit der nötigen Motivation dank schnell erzielbarere Erfolge.

Das zumindest ist meine Erfahrung. Jede Ansage ala "fang klein an", "kauf Dir erstmal ein Dobsion", "Vergiss GOTO", "Nachführung später", "Nimm ein Fernglas und lerne die Sterne auswendig" etc ist dumm und weihräuchert nur die Aussagenden die bereits "gut genug sind" um Fotos vom All zu schießen.

Alles quatsch: einfaches Scope mit Flattener, CGEM oder EQ6, Autoguider mit einfachem Scope massiv verschraubt mit dem Hauptrohr und eine DSLR... Eventuell noch ein Zenitspiegel und ein Okular für mittlere Vergößerung zum gelegntlichen spechteln (wenn die Wolken dichter werden).

Mehr brauchts Du am Anfang nciht - und weniger würde ich eher als Hinderniss für einen gelungenen Einstieg in die Astrofotografie ansehen, mit enstprechendem Frust- und Hinschmeißpotential.

Die Technik und die Preise heute sind soweit, dass selbst tölpelhafte Laien wie ich schnell Fotos hinbekommen mit der sie, wenn auch nicht die CCD Garde, zumindest andere Laien und die Familie beeindrucken können.


Nochmal: das ist meine ganz persönliche Erfahrung und subjektive Meinung.

Jede andere Meinung dazu ist mindestens genausoviel Wert und richtig (ehe mich hier wieder jemand virtuell lynchen möchte)!!

Also: nicht verunsichern lassen - einfach loslegen!
Kaufen kann man alles - verkaufen das meiste (so hält sich entwaig bezahltes Lehrgeld im Rahmen)

Gruß
Ernie
 
Zitat von Nasus:
aber SO eine Ausrüstung und das Geraffel drum rum baut man nicht auf, wenn man mal eben ein Stündchen Sterngucken möchte.

das ist genau _der_ Punkt der den wichtigsten Unterschied macht. Das einzigste was mir große Geräte auch nutzbar machen würde, wäre eine Sternwarte im Garten.

und das ist dann doch eher was für Millionäre ;-)
 
...das "Geraffel" ist eben der Unterschied zwischen "beobachten" und "fotografieren".

Wie Du schon sagtest Ollie - im Idealfall zwei Geräte: eine Fotomaschine - und während die läuft noch ein schönes Gerät zum duschschauen - dann das kommt beim fotografieren manchmal zu kurz (zumindest bei mir, trotz Fernglas).

Aber: das neue Scope wird's richten :-)

Gruß und immer dran denken: viel Spaß!!!!!!!!

Ernie
 
Zitat von Terrorernie:
...das "Geraffel" ist eben der Unterschied zwischen "beobachten" und "fotografieren".
Bevor ich da evtl missverstanden werde:
Die Fotografische Ausrüstung ist nicht zwangsweise umfangreicer als die Visuelle - zumindest nicht merklich, sofern der Autoguider mit kurzen Brennweiten nachführen kann.
Nur ists eben ein enormer Unterschied, ob man eine Ausrüstung in der Größenordnung einer EQ6 mit 8"/4 oder C8 einrichtet oder nur einen Megastar.
Mir wurde selbst eine ADM mit 6"/5 mit der Zeit zu viel außerhalb des Gartens - obwohl sich das ja noch ohne große Umstände transportieren lässt und die Einzelteile relativ leicht sind.

cs
Jürgen
 
Moin moin,
hatte früher auch die Vorstellung, dass ich schön visuell beobachten kann, während der autoguider läuft.
Aber:
- Erstens bin ich zu faul, dann noch den 16" Dobson aufzubauen und womöglich nachts wieder abzubauen.
- Zweitens bin ich abgelenkt, was macht der autoguider, was macht die Kamera usw..
- Drittens haut es mit der Dunkeladaption nicht so hin, wenn zwischendrin immer wieder der Bildschirm angestarrt wird.
Also bleibt es beim entweder oder. Vielleicht wird es mal anders, wenn eine Rolldachhütte mein Eigen ist, aber bis dahin...

Sternfreundlich,

Gottfried
 
Hi Gottfried,

na ja - das ist bei mir etwas anders. Ich fotografiere nur mit DSLR ohne Laptop und so:

Link zur Grafik: http://img404.imageshack.us/img404/2040/img3474z.jpg
By null at 2011-02-12


Der MGEN Guider läuft ohne dass ich ihn kontrollieren muss, Der Fokus des ED80/600 ist auch stabil... Also zurzeit, wegen des kalten Wetters, gehe ich immer rein - und zwar zum Teil für 3h, ohne dass ich mich um mein "Geraffel" kümmern muss.

Bei über NULL haue ich mich immer in die Gartenliege und beobachte den Himmel mit dem Fernglas... für Stunden, ohne dass ich die CGEM, den MGEN oder die 450D(a) auch nur "beachten" müsste... Neulich war ich sogar beim Nachbarn auf ner Party - mit einer Unterbrechung als ich ein neues Motiv eingestellt habe. Sicher auch ein Vorteil der CGEM, denn die schlägt nicht um im Meridian sondern läuft braf noch min. 20° weiter (wenn man - schlauerweise - darauf geachtet hat, dass das Scope nicht anschlägt, an der Säule)

Entwender habe ich einfach nur Glück (wir hier oben sagen:"das Glück ist mit die Doofen") oder... ja - keine Ahnung... es läuft halt einfach so.

Gruß
Ernie
 
Hallo Ernie,

guiding geht bei mir mittels i-cam tracer und guidemaster. Entgegen vieler Erfahrungen läuft das bei mir sogar stabil, es sei denn, irgendwas ist kaput. Wenn allerdings eine Windböe (meine Frau sagt, wir wohnen an der Eiger-Nordwand) das Teleskop depositioniert, fängt das guiding wilde Korrekturen an, ebenfalls wenn ein winziges Wölkchen für einen Moment den Leitstern verdeckt hatte.
Dann gibt es noch Katzen, die in der Scheune nebenan bzw auf der Terasse wohnen und durch Schubbern die Stromversorgung diskonnektieren können, die Luftfeuchtigkeit, die irgendwelche Optiken zutaut, Batteriebetriebene Subsysteme (Canon EOS), die immer wieder um beachtung heischen. Vielleicht habe ich nur einen Kontrollwahn. Habe aber auch schon mal ein Wannenbad, einen Fernsehfilm oder so während einer Session genossen.
Den Reinhold Wittich beneide ich, der lässt sein Equipment über Nacht rödeln und schläft derweil.

Sternfreundliche Grüße,

Gottfried
 
Hmm, das ist ja übel - vor allem das mit den Katzen und dem Fallwind!
Ne, da habe ich sicher Glück ohne es richtig zu wissen - so wie Reinhold kann ich auch schlafen dabei (wenn ich das will).

Aber natürlich hast Du Recht - die ersten Nächte waren ausprobieren, ausprobieren und - meistens - Dinge nachkaufen, wie zum Beispiel die Tauheizung (!!!) die cih für das 600er und das 420er Leitrohr benutze (außer es sind nur 20% Luftfeuchte :-)
Und alle meine Sachen hängen elektrisch an einem 12V Wandler mit 10A...

Und klar - immer mal rausluschern durchs Fenster tu ich auch ab und an - aber eher wegen der Angst vor Regen bzw. Schnee...

Gruß
Ernie
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben