Skywatcher ED 120/900 Pro als Spektiv ?

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas pyvon
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pyvon

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Hallo allerseits

Bin absoluter Newby und heilfroh das es euch da draussen gibt.

Habe die Gelegenheit ein Skywatcher ED 120/900 Pro
für ca. 500 € zu erwerben.
Da ich an einem See wohne möchte ich es hauptsächlich
als "Spektiv" benutzen.
Geht sowas oder doch lieber was anderes ?

Vorab vielen Dank für eure Tips,
Peter
 
Hallo Peter,

wenn man damit nicht bei Regen, Wind und Sturm draußen ist, würde ich so ein Gerät jedem Spektiv vorziehen.
Spektive sind i.d.R. robuster, bieten aber wesentlich weniger Variabilität beim Zubehör.
So ein Refraktor lässt auch 2" Zubehör (größere erreichbare Felder) zu und ist über das ganze sinnvolle Vergrößerungsspektrum wesentlich variabler mit Okularen auszustatten.
Über Zenitspiegel und Prismen kannst Du die Bildorientierung oder auch 90° und/oder 45° Einblick wählen.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Hallo Sternenfreaks
Danke für eure Antworten.

Hört sich ja gut an.
Hab mal rumgegoogelt, der Preis sollte eigentlich i.O. sein.
Ein gutes Spektiv, was immer das ist kostet wohl genausoviel.

Was ich leider auch nicht genau weiss ist was brauch ich denn
ausser Amici-Okular um ein möglichst gutes Ergebniss zu bekommen ?

Grüsse,
Peter


 
hallo Peter,

"möglichst gutes Ergebnis" - was willst du denn damit sehen?

Wenn du Fliegenfüsse auf 300m Entfernung zählen willst, kauf dir ein 5mm Okular dazu :-)

Über einer Okularbrennweite von 15mm (2mm Augenpupille tagsüber), also 60x Vergrösserung, verschenkst du schon Objektivdurchmesser. Das tut zwar nicht weh, aber du nützt dann das Rohr eben nur noch zum Teil aus. Für Übersichtszwecke wäre es also überdimensioniert.

Amici-Okular gibt es keins, es gibt nur Amici-Prismen die zwar ein seitenrichtiges Bild erlauben, aber leider die Schärfe ruinieren. Nimm lieber einen Zenitspiegel und verzichte auf die seitenrichtige Darstellung. Ist Gewohnheitssache...

Der Preis ist sehr günstig, weniger als 50% vom Neugerät.

Ein Spektiv ist ein kompaktes Fernrohr zum Herumtragen, für Übersicht bis mittlere Vergrösserungen, also ein Gegenteil vom 120/900.

lg Tommy
 
Hallo Peter,

>> Was ich leider auch nicht genau weiss ist was brauch ich denn ausser Amici-Okular ...

Gegenfrage:
Welche Ansprüche stellst du?
Willst du aus 200 Meter Entfernung das Gelbe im Auge eines Sperbers erkennen?
Spektive gehen eigentlich nur bis 60-fach Vergrösserung. Auf jeden Fall musst du dein Scope (5kg Gewicht) montieren.

Wenn alles gut geht, dann stöpselst du in ein Gerät vom Marktwert 1000 Euro ein Amici-Prisma für 45 Euro. Bei höheren Vergrösserungen gibt das schon einen merklichen Qualitätsverlust.

Und du musst wissen, ob du konsequent auf 2"-Technik setzt. Welche Blickwinkel erwartest du?

Bino-Ansätze gehen auch, aber das kostet alles.

Spitzen-Spektive von Leica oder Swarovski sind vom Objektiv bis zum Okular mit allen Lichtwegen speziell gerechnet. Amici-Prismen sind optisch immer eine Improvisation. Aber wie die anderen gesagt haben, ist dein Scope natürlich flexibler. Und ein gutes Okular brauchst du.

Mit Gruss,
Joachim

PS: Tommy war schneller, aber jetzt hast du's doppelt.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Moin Peter!

Ich glaube, viele hier wären froh, wenn sie einen SW ED-120 für den Preis an der Hand hätten...! ;)

> was brauch ich denn ausser Amici-Okular

Das Teil nennt sich Amici-Prisma und dient der Bildaufrichtung. Leider sind diese 45°-Prismen in der Masse nur von minderer Qualität, deshalb sollte man bei so einem Einsatzzweck schon etwas mehr ausgeben. Es gibt sie als 1,25"- oder 2"-Variante, wobei erstere meist nur einen kleinen Lichtdurchlaß bieten. Für soetwas lohnt dann auch kein 2"-Okular. 2"-Amicis habe ich auf die Schnelle von Baader und William gefunden (139 und 185 Euro).

Was fehlt noch? Natürlich einigermaßen gute Okulare - vielleicht drei Stück, um erstmal Abwechslung in der Vergrößerung zu haben. Weitwinkel-Okulare wären da angebracht. Auch hier würde ich nicht sparen, dnn gerade bei Tagesbeobachtung kommen Okularfehler besonders "schön" raus.

Wie sieht's denn mit der Montierung, also Stativ und Fernrohr-Unterbau aus? Auf ein Fotostativ läßt sich so ein Geschütz wohl nicht mehr klemmen. Da gehört schon eine vernünftige Azimutalmontierung mit stabilem Stativ drunter, die nicht bei jedem Windzug das große Zittern kriegt. Guck mal nach den Giro- (Tele-Optic) oder Ayo-Montierungen.
 
Hallo Moinmoin @all

Durfte noch einigen Pflichten nachgehen und bin jetzt wieder
zuhause. Um 5:30 ist die Nacht wieder zu Ende, bin da vermutlich nicht der einzige.

Danke, für die vielen Antworten, ich versuch mal etwas Licht in die Fragen hereinzubringen.

Vorweg:
Hab noch nie durch so ein Refraktor hindurchgesehen und mir bisher nur ein bisschen Theorie angelesen.
Allein die Neugierde und die Gelegeheit bringt mich zu euch netten Leutchen.

Ich versuchs mal:

Ansprüche tagsüber:
Ich bin umgezogen, See im Blickfeld.
Neugierig wie Mensch nun mal ist bietet sich viel zu sehen an. Ausser Sgelbooten und das 13 km entferte Ufer sogar des öfteren ein Zeppelin. Das wäre mal das Haupeinsatzgebier. Übersicht bzw. viel Sicht wäre vermutlich vorrangig. Wobei ich nicht weiss was das in Zahlen ist.

Anspruch nachts:
Abends um mich herum nicht sooo viel Licht,leider Seebedingt oft bewölkt oder vernebelt.
Wenn freie Sicht dann wünscht man sich ein Teleskop um z.B.
dem Mond etwas näher zu kommen. Ich zmindest :-)

Aufstellung:
Als Spektiv war das Ganze nur optisch gedacht. Das Teleskop wird nicht herumgetragen. Ausser vielleicht vom Wohnzimmer auf den Balkon.
Hab anfangs mal gelesen das man für Erdbeobachtung ein Spektiv nimmt.

Preis:
Die Eierlegende Wollmilchsau, wenn es sie gibt, liegt sicher nicht in meinem Budget.
Das ich hier Kompromisse eingehen muss hab ich vermutet, nur ... ob es damit machbar ist wusste ich nicht, lieber vorher mal euch Experten fragen. Das etwas Geld für Zubehör übrig sein muss ist auch im Kopf, nur eben was und ob das alles so geht wusste ich nicht.

Fazit für mich bisher:
Preis/Leistung o.K. und Anwendung machbar und ausbaufähig.


Was fehlt:

"möglichst gutes Ergebnis"
Dachte eben für meine Bedürnisse das richtige Zubehör sprich Okular oder Amici-Prisma oder wohl doch Prisma-Spiegel.

Das mit den Fliegenfüssen zählen gefällt mir auch :-)
Ich habe sogar ein gutes 14mm Okular für ca. 70 Euro angeboten bekommen. Auch hier, hab keine Ahnung ob notwendig oder was überhaupt gut ist, ebenso ob 2"-Technik oder nicht.

Das mit dem Bino gefällt mir sehr gut, kommt einem Fernglas nahe. Würde mir auch gefallen wenn optisch eine gute Lösung.

Die Super-Spektive sind auch leider super teuer, vermutlich berechtigt. Denk mal mit dem ED bin ich wie ihr schon erwähnt habt flexibler.

Improvisieren wollte ich nur soweit, dass ich mir nicht alles wieder zweimal kaufen muss z.B. Okulare.
Notfalls eben sparen und nach und nach anschaffen.

Offenes hier:
Besser gleich ein Bino in Betracht ziehen oder reicht Spiegel mit Amici-Prisma ?
Seitenverkehrt heisst auf dem Kopf ? Glaub eher nicht.
Okulare-Weitwinkel hmmm welche ? 14mm und ..
Stativ Ayo, wurde mir auch empfohlen, ...

Nochmals Danke, man fühlt sich hier sehr aufgehoben in Sachen Kompetenz.

Wenn ihr noch Lust habt, ich lerne gerne dazu und nehme eure Ratschläge gerne dankbar an.

Jetze freu ich mich mal das ich mir das ED kaufen kann und gehe schlafen.
Gute Nacht allerseits,
Peter












 
Hallo Peter,

du bist gerade dabei, dir ein Super-Gerät zu kaufen. Ein bisschen Grundwissen musst du dir schon aneignen.
Die Montierung kostet dich etwas, das ist unvermeidlich. Die Budget-Planung kann dir niemand abnehmen.

Zu den Spiegeln und Prismen:
Die Amici Prismen erzeugen ein Bild, das aufrecht und seitenrichtig ist. Die Alternative ist ein Zenitspiegel. Das Bild ist dann aufrecht, aber seitenverkehrt. Es ist also eine Ansichtssache, ob man sowas will.

Ich nehme an, du weisst, wie man bei den Okularen die Vergrösserung und den Blickwinkel ermittelt.
Ich gebe mal ein paar Lösungen mit Kurzkommentar:

*Amici 1.25" + Plössl Okular 32mm
Preis unter 100 Euro zusammen, 28-fach Vergrösserung, Blickwinkel ca. 1.8 Grad. Das ist nicht schlecht

*Zenitspiegel 2" + Erfle 32mm
Preis ca. 200 Euro, 28-fach V, Blickwinkel ca.2.5 Grad. das ist schon bedeutend mehr, das Optimum an Blickwinkel an deinem Scope, Zenitspiegel auch für höherer Vergr. und für 1,25" Zubehöf nutzbar

*Okular 9mm für Mond
Vergr. ca. 100-fach. Das schafft dein Refraktor locker. Aber wohl nicht viel mehr. Vielleicht noch einen Mondfilter, der Mond wird dich blenden. Preis ca. 70 Euro

Einfache Binos kosten bis ca. 200 Euro, gehen aber dann nur für höherer Vergrösserungen und kleinere Blickwinkel. Das würde ich vorerst weglassen.

Soviel zur Groborientierung.
Mit Gruss, Joachim

 
Hallo Peter,

1. seitenverkehrt bedeutet in dem Fall (Zenitspiegel) links und rechts vertauscht
2. das 2" Zubehör sorgt für ein größeres mögliches Bildfeld bei Übersichtsbeobachtungen und niedrigen Vergrößerungen. Unter Verwendung eines 2" Zenitspiegels und eines entsprechenden 2" Weitwinkelokulars erreichst Du ca. 3° tatsächliches Gesichtsfeld (z.B. 38 mm Okularbrennweite, 24fache Vergrößerung) und musst für jedes dieser Teile so ab. 50 € rechnen (teurer und auch besser geht immer).
In 1 1/4" erreichst Du schon mit einem 32er Plössl das maximal mögliche Feld, das sind aber eben nur 1,7° Feld bei 28fach. Der Vollmond am Himmel misst etwa 0,5°, also kannst Du den erheblichen Unterschied einschätzen. Die Prese für solches Zubehör liegen im günstigsten nutzbaren Bereich maximal 20 € unter der 2" Geschichte, da spart man m.E. wenig und noch dazu am falschen Ende.
3. Ab etwa 20 mm Okularbrennweite lohnt dann die 2" Ausführung nicht mehr und man kann auf 1 1/4" Okulare zurückgreifen. So ein gutes weitwinkliges 14 mm Okular (65fach) ist schon gut einsetzbar an dem Gerät, es geht auch wesentlich mehr.
4. Bino geht als Doppelfernrohr oder mit Binoansatz (teilt den Strahlengang des Einzelfernrohrs auf und ermöglicht beidäugiges Beobachten), das muss man aber nicht von Anfang an in Angriff nehmen, nicht Jeder kommt damit klar, die Kosten verfielfältigen sich, auch Mono macht so ein Teil schon riesigen Spass.
5. Am Himmel ist so ein 120er ED auch schon sehr gut zu gebrauchen, nicht nur für Mond und Planeten, sein ordentlich großes erreichbares Feld (wieder 2" wichtig) und die, für bezahlbare Refraktoren, schon recht große Öffnung bieten da viel Potenzial. Natürlich stört da die dargestellte Lichtverschmutzung zumindest im Bereich "Deep Sky" erheblich, ich würde an Deiner Stelle darauf achten, dass ein Transport in eine dunklere Ecke doch Mal möglich ist und das auch mindesten Mal ausprobieren.
Vorsicht, wenn Du diesen Köder schluckst, besteht erhebliches Ansteckungspotenzial mit dem Astrovirus. :cool:

Gruß und CS
*entfernt*
 
Hallo

Günther-Tommy-Joachim-Micha
... die vier Weisen aus dem Sternenland :-)

Hab nen Anschau- und Abholtermin für morgen, freu mich schon.
Ihr habt mir seeehr bei meiner Kaufentscheidung geholfen.
Sicher kommt noch die eine oder andere Frage wenn das
Wunderding mal vor mir steht.
Naja, vorerst mal liegt, Stativ fehlt ja noch.
Dreibein soll auch dabei sein, nur das empfohlene Ayo fehlt dazu.
Bin gespannt wie ein Kleinkind auf den Rummelplatz.

..... heute mal etwas früher ins Bett, nix mit CS heute, draussen blitzt und donnert es.

GROSSES Danke an alle.
Peter


...
Vergrößerung = (Teleskop)Brennweite / Okularbrennweite
Blickwinkel = ? ,kommt auch irgentwann :-)


 
Hallo Peter,

ich habe diesen Beitrag leider erst jetzt entdeckt, da ich hier absolut neu bin.
Welche Erfahrung hast du mit deinem Refraktor-Spektiv bis jetzt gemacht?
Ich habe eine ähnliche Situation, zwar keinen See aber doch ein paar Kilometer freie Natur vor meinem Giebelfenster. Ich besitze ein 100er Spektiv und habe mir kürzlich als Einstieg in die Astronomie einen SW 90/900 Refraktor zugelegt. Bei schlechtem Wetter vergleiche ich die beiden Geräte gern bei meinen persönlichen "Referenzobjekten". Dabei ist der Refraktor meist besser als das Spektiv. Was das Beobachten beim Spektiv sehr angenehm macht, ist das Zoom Okular. Einfach reinsehen, Okular auf kleinste Vergößerung drehen und man findet alles ohne zu zielen. Leider ist das Zoom vom Spektiv nicht besonders gut, weswegen wahrscheinlich auch die Gesamtleistung schlechter ist.
Ich denke aber trotzdem über ein Zoom Okular für den Refraktor nach. Leider habe ich keine Ahnung, was man für ein gutes Zoom Okular ausgeben muß.
Statt Amici-Prisma verwende ich, wie in diesem Beitrag schon erwähnt, nur ein Zenitspiegel. Das das Bild seitenverkehrt ist, fällt mir kaum noch auf. Die Tiere sehen rechts wie linksherum eigentlich gleich aus. Nur beim Straßenschild in 800m Entfernung ist das halt anders oder wenn du die Namen der Segelboote oder die Nummern auf den Segeln lesen willst.

Ich schreib hier nur mal meine Erfahrung, weil eine gewisse Ähnlichkeit besteht, weitergehende Erfahrung habe ich leider nicht.

Schöne grüße
Wolfgang
 
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