Skywatcher ED80 80/600mm für Astrofotografie

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Chris_Rock

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

ich überlege mir aktuell für die Astrofotografie einen ED80 von Skywatcher zu kaufen. Zzgl. einen Reducer/Flattner und Anschlussring für Canon.

Nun bin ich auf die Aussage gestoßen, dass noch ein UV/IR-Cut Filter benötigt wird, da EDs im IR/UV Bereich nicht korrigiert sind und Fotos so unscharf werden. Ist das richtig?

Ich vermute auch, dass wenn der Filter eingesetzt wird, eine astromodifizierte Kamera keinen Sinn mehr macht?

Danke schon einmal.

CS

Christian
 
Wenn Du eh einen Reducer kaufen willst, dann kauf doch gleich den hier:


Da hast Du eine von Grund auf besser korrigierte Optik, kannst später sogar noch einen Reducer dran hängen und das FOV nochmal vergrößern.

Das Gerät ist IMHO besser und deutlich ausbaufähiger als der Skywatcher. Edit: und kostet Dich im Moment nicht viel mehr als der ED80 plus Reducer und UV/IR Cut Filter.

CS Oli
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Oli,

so wie ich das verstehe, wäre also für den ED80 der Filter nötig aber nicht für den Apo von ts-optics?

Danke muss ich mir mal anschauen.

CS

Christian
 
Hallo Christian,

so wie ich das verstehe, wäre also für den ED80 der Filter nötig aber nicht für den Apo von ts-optics?

da bin ich jetzt nicht so firm... es kommt drauf an was Du fotografieren willst. ABER jetzt mal die Filterfrage aussen vor:

Du kaufst einen ED80, also ein Duplet, mit einer Brennweite von 600 mm und dazu eine Reducer mit Faktor 0,85 (wenn Du den empfohlenen SW Reducer nimmst. Damit kommst Du von f/7,5 auf f/6,4. Dafür bezahlst Du

Skywatcher ED80 659 Eur
SW Reducer für ED80 0,85x 224 Eur
macht zusammen 883 Eur

für den TS 80/480 Triplet APO Refraktor, der schon mit f/6 kommt bezahlst Du 848 Eur.

Da ist es preislich egal ob Du dann noch einen UV/IR Cut Filter dazu brauchst. Und Du hast grundsätzlich eine bessere Optik.

CS.Oli
 
da bin ich jetzt nicht so firm... es kommt drauf an was Du fotografieren willst.
Naja... es ist eher so, dass kein normaler Refraktor auf UV und IR korrigiert ist, zusätzlich zu den drei Farben im visuellen, die für die (in der Praxis ohnehin schwammige) Apo-Definition hergenommen werden. Auch ein Apo ist für die Benutzung im visuellen Teil des Spektrums ausgelegt.

Interessanter für die Filterfrage ist die Empfindlichkeit der Kamera.

Wenn deine Kamera UV/IR-sensitiv ist – was für jede astromodifizierte Kamera gilt und ansonsten davon abhängt, wo der eingebaute UV/IR-Sperrfilter der Kamera genau greift – solltest du am Refraktor generell einen UV/IR-Sperrfilter verwenden. Am reinen Spiegelteleskop ist er witzlos, da das Licht dda nicht gebrochen und in seine Farben zerlegt wird. Aber kein Refraktor-Hersteller macht sich unnötig die Mühe und korrigiert seine Optiken für einen Spektralbereich, der visuell eh unsichtbar ist und auch nicht so viele Beobachtungsziele hat.

Und wenn du Richtung UV beobachten willst – Sonne im Kalzium oder Venus im UV – dann blendest du eh alles andere aus. Aber da solltest du ggf. TS fragen, wie sich das Gerät im UV schlägt, bzw. wieviel die Linsen durchlassen.

Vorsicht bei der Aussage, dass ein Reducer das Feld vergrößert – das stimmt nur, solange der Sensor klein genug ist. Er schrumpft nämlich eigentlich das Bild auf eine kleinere Fläche, wodurch es heller wird und mehr Feld auf die selbe Sensorfläche passt. Aber wenn es dumm läuft, leuchtet er dann keinen Vollformat-Sensor mehr aus, sondern nur APS-C. Was egal ist, wenn du eh nur APS-C oder kleiner verwendest :) TS hat da verschiedene Reducer, auch für Vollformat, also nicht am falschen Ende sparen.

Der ED80/600 mit Reducer macht mir Spaß (an APS-C und visuell bis zur Höchstvergrößerung); das TS-Gerät kenne ich nicht – aber der reduzierte Preis ist verlockend. Such am besten mal nach Bildern, die mit den Geräten aufgenommen wurden. Keine Ahnung, wie gut er letztlich im Vergleich wirklich ist.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo Alex,

danke dir. Also gehört an einem Refraktor für die Fotografie ein UV/IR-Sperrfilter bzw. man nutz eine Kamera die unempfindlich ist.

Für Nebel sollte man dann besser ein Spiegelteleskop nehmen? Oder verstehe ich da etwas falsch. Generell sind das nicht meine primär Ziele. Wäre aber für die Zukunft evtl interessant :)

CS

Christian
 
Hallo Christian,

es ist grad egal, ob du einen Refraktor oder ein Spiegelteleskop für die Astrofotografie nutzt. Die Bereiche im UV und IR sind für die Astrofotografie weitestgehend uninteressant, bis auf ein paar Spezialbereiche (Sonne im Kalzium, Jupiter im Methanband, Venus im UV - mehr fällt mir da grad nicht ein) - für die wäre ein reines Spiegelsystem besser geeiget. Am Refraktor solltest du einen Bildfeldebner/Reducer einplanen, am Newton einen Komakorrektor.

Es ist eher wie in der normalen Fotografie: Du benutzt das lichtstärkste vorhandene Teleskop, dessen Brennweite zu deinem gewünschten Objekt passt. Ob Spiegel, Linse oder Katadiopter ist egal, solange die Optik ein gutes Bild liefert und dich die Spikes am Newton nicht stören. Wenn du unbedingt Spikes willst, kannst du vor jedes Teleskop ein Kreuz aus dickeren Fäden spannen, um auch am teuersten Apo-Refraktor perfekte Sterne mit Spikes zu versehen ;)

Am Newton würde ich übrigens generell auch zu einem Filter raten - als Staubschutz, weil der Kamerasensor noch offener ist als am Refraktor und dank Elektrostatik Staub wie magisch anzieht. Das kann ein Klarglasfilter sein, oder gleich ein UV/IR-Filter. Oder für Monochrom-Kameras das Filterrad mit den ganzen Filtern, die da ohnehin nötig sind. Meine ersten Schritte mit einer DSLR war die Mondfotografie am 150/2250-Refraktor der örtlichen Sternwarte. Trotz geschlossenem Tubus war ab Bild #3 Staub auf dem Sensor.

Kann ich dir noch einen Buchtip geben? Die Materie ist doch recht umfangreich... Entweder Himmelsfotografie mit der DSLR von Stefan Seip oder Astrofotografie für Einsteiger von mir, sind beide aktuell und im Buchhandel erhältlich. Oder Astrofotografie von Thierry Legault, wenn du richtig tief einsteigen willst.

Beste Grüße,
Alex
 
Hi!

Von wegen Kameraempfindlichkeit und Umbau noch der Verweis auf den Thread:

Wie gesagt, das Thema lässt sich beliebig verkomplizieren:-)
Beste Grüße,
Alex
 
Hallo Alex,

danke für deine Ausführliche Antwort. Das Buch von dir besitze ich sogar bereits als eBook :D. Muss ich wohl noch einmal rein schauen.

Dann hatte ich das mit den Filtern wohl falsch verstanden.

Nen APO/ED ist halt wirklich gut transportabel. Das Newton ist da schon etwas größer.. Okey hat auch die entsprechende Öffnung. Darum wollte ich erst einmal ein APO nehmen. Naja und es kommt irgendwie der gewohnten Fotografie am nächsten.

Die Spikes muss ich nicht unbedingt haben :)

Danke noch einmal und

Viele Grüße

Christian
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben