Skywatcher EQ5 in RA schwergängig und blockiert

trillano

Aktives Mitglied
Hallo,
nach einem Neubau auf dem Nachbargundstück war mein "Beobachtungshimmel" kaum noch nutzbar, und ich habe einige Teleskope und Montierungen verkauft, darunter auch meine EQ5. Für schnelles grab and go habe ich eine manuelle AZ Montierung für mein 72/420 ED angeschafft. Leider taugt sie wenig für meine Mond und Planeten mit dem 127/1500 Mak oder für das schwerere Genesis 100/500. Und ich habe schon den Verkauf der EQ 5 etwas bedauert. Doch angesichts der geringen Beobachtungsmöglichkeiten war die Lust daran auch ziemlich eingeschlafen. Aber dann kam das Seestar und weckte erneut Begeisterung. Während meine ohnehin nicht guten Augen sich wegen der Beleuchtung, Bewegungsmelderlampen, vorbeifahrenden Autos kaum adaptieren konnen, vermag das kleine Teil, das weitgehend zu ignorieren und liefert wunderbare Langzeitaufnahmen! Das möchte ich gern auch mit meinen beiden größeren Teleskopen versuchen. Eine Astrokamera wurde angeschafft (SV 705) und erneut eine EQ Montierung. Nach einem Flop mit einer EQ4 fand ich günstig eine (motorisierte) SW EQ5. Wohl zu günstig, aber nach erstem Anschein funktionierte die Montierung, wenngleich auch etwas schwergängig. Dann hat mich aber das Seestar von weiteren Beobachtungen mit der EQ5 abgehalten, und erst jetzt habe ich sie wieder herausgeholt, um Planeten und Mond mit hohen Vergrößerungen zu sehen und fotografieren. Dabei mußte ich feststellen, daß sie in einem kleinen Bereich (RA) von ca. 90° gut drehbar ist, dann wird es in beiden Richtungen schwerer und sie blockiert völlig. Der manuelle Antrieb (das Drehrad) dreht dann blind vor und zurück.
Meine Fragen an Euch: lohnt sich eine Reparatur? Kann ich das selber machen? Gibt es evtl. Ersatzteile (Lager etc.)? Besser, kennt jemand jemanden oder eine Firma, die das zu vernünftigen Preisen machen könnte? Ich habe im Netz ein Angebot gesehen, das für 340 € eine Komplettsanierung anbietet, aber bei einem Neupreis von z.Zt. 399 € mit Stativ macht das keinen Sinn.
Oder doch besser als defekt verkaufen oder verschrotten?
Vielen Dank im Voraus für Eure Antworten!
CS Alexander
 
Hallo Alexander,
ob eine Instandsetzung der Montierung möglich ist und sich lohnt, lässt sich
sicher erst nach Demontage und Schadenfeststellung beurteilen.
Es hört sich erstmal nach einem unrunden Schneckenrad an. Das müsste
ausgebaut und vermessen werden.
Sowas lässt sich, wenn Fähigkeiten und Messmittel vorhanden sind,
in Eigenleistung machen.
Leute die damit Geld verdienen müssen sind natürlich schnell in einem
Bereich wo sich das nicht lohnt.
Könntest du da selbst Hand anlegen? Hättest du Jemanden der Hilft?
LG Jens
 
Hallo Jens und Johannes,
selber Hand anlegen ist für mich schwierig, wegen meiner schlechten Augen und meiner (gefühlt) Wurstfinger. Was ist, wenn Teile kaputt oder verbogen sind? Dann fehlen Teile und es wird schwierig für mich.
Ja, genauso meinte ich das: ich kann drehen, ohne daß sich die Achse bewegt. Erst wenn ich wieder mit gelöster Bremse von Hand zurückschiebe, greift auch das Schneckenrad wieder.
Danke für Eure Beteiligung!
CS Alexander
 
Das ist ja merkwürdig. Hier müsste ja die ganze Achse verbogenen sein. Die Schneckenwelle greift in das Schneckenrad. Das Scheckenrad sitzt auf der Achse. Wenn dieses verbogenen wäre läuft das Schneckenrad nicht gleichmäßig an der Schneckenwelle vorbei. Kannst du ein paar Bilder hochladen? Dies müsste man anhand der Spaltmaße sehen.

CS
Johannes
 
Hochladen geht nicht, ich weiß noch nicht, wie ich das Ding aufbekomme. Aber ich werde es versuchen.
Bis bald!
 
Hallo. Zuerst muss der Motor und die Schneckenwelle entfernt werden. Beim Motor kann ich es dir nicht genau sagen wie das geht. Aber die Hauptschraube kannst du durch dieses Loch mit einem Inbusschlüssel lösen.
PXL_20240713_143459910.MP~3.jpg
Anschließend das Schneckenwellegehäuse entfernen. Dazu die 4 Schrauben lösen.PXL_20240713_143518537~2.jpg
Die Mutter der RA Achse befindet sich unter dem Polsucher.
Dieser muss ausgebaut werden.
Er ist nur eingeschraubt.
Die Mutter selbst ist mit drei Madenschrauben (Gewindestifte) gesichert. Sie befinden sich ca hier.
PXL_20240713_143459910.MP~2.jpg
Mann kann sie durch dieses Loch lösen.
Nicht ganz raus schrauben.
PXL_20240713_143510042.jpg
Wenn alle drei locker sind lasse ich den Inbusschlüssel in der letzten Madenschraube stecken und drehe vorsichtig die RA Achse. Jetzt sollte sich die Mutter ziemlich leicht abdrehen lassen.
Darunter kommt ein Lager zum Vorschein.
Du solltest jetzt die Achse herausziehen können.
Achte aber unbedingt darauf wo welcher Distanzring verbaut wurde.

Gruß Johannes
 

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Klappt seltsamer Weise auch nicht.
Dann gehe mal über die Google-Suche.
Damit müsstest du die Seiten(n) finden
Gruß Michael
 
Entwarnung! Ich habe das Schneckenrad ausgebaut, alles sah ok aus, wieder eingebaut - es blockierte! Dann aber fand ich den Grund, dachte ich: wenn der R:A: Ring geklemmt wird, auch nur locker, zieht sich bei Drehen alles so zu, daß die Achse blockiert. Einen Grund dafür konnte ich nicht erkennen. Wenn nur die Schraube eingedreht ist, ohne den Ring, dann gibt es keine Probleme. Jetzt habe ich den Eindruck, es ist das Loch, von dem Johannes gesprochen hat, für was es auch immer dient. Daher habe ich jetzt den Ring weggelassen, alles wieder zusammengebaut, und es funktioniert jetzt. Nur zur genauen Einstellung des Schneckenrades habe ich noch Fragen, da fehlen möglicherweise auch Konterschrauben bei mir - Schraublöcher wären da. Die Achse werde ich wohl erst mal nicht ausbauen.
Ich habe Fotos gemacht und melde mich morgen damit. Danke auch für Deine Hinweise, Michael!
CS Alexander
 
Hallo Alex. Wenn ich das richtig verstehe, fehlen die Schrauben zum Abstand einstellen ? Das würde bedeuten, dass die Schnecke zu stark ausgedrückt wird und somit schwergängig oder zum blockieren kommt. CS
 
Hallo,
jetzt auch die versprochenen Fotos.
Die Montierung läuft rund, die Motoren funktionieren. Für meine Zwecke wird das reichen; selten sind die Gelegenheiten, die Montierung zu benutzen, aber für den Fall des Falles ist eine Nachführung doch hilfreich. Planeten mit hoher Vergrößerung, aber auch mein Genesis mit Zubehör wiegt für die AZ5 zuviel.
Die Fotos zeigen die Montierung mit dem demontieren Wellenantrieb, da hat sich mir die Frage gestellt, ob der eigentlich justierbar ist? Ich hatte da zwei Gewindelöcher gesehen, aber leider sind sie auf den Fotos nicht zu sehen und nochmal demontieren möchte ich jetzt nicht.
Auf der Rückseite dann dieser R.A. Ring, mit der Klemmschraube (?), der die ganze Blockage verursacht hat. Die Schraube hält doch den Ring - sonst fällt er auch ab - aber dann dreht sich die Schraube zu und blockiert die Achse. Wie das sein kann, ist mir schleierhaft. Theoretisch müßte man also immer wieder die Schraube ein Stück weit lösen, um die Achse freizuhalten. Läßt man den Ring weg, hat die Schraube keinen Einfluß und alles funktioniert bestens. So mache ich das jetzt, da ich meine Sterne eh nicht mit R.A. und DE aufsuche.
Aber kann mir jemand erklären, wie das eigentlich funktionieren soll?
Spielt für die Demontage der Achse das Loch eine Rolle? Um an den inneren Ring heranzukommen? Wozu die Aussparung unten?
Nochmals vielen Dank an alle, die sich gekümmert haben und viele tolle klare Nächte!
Alexander


DSC07573.jpgrDSC07576.jpgDSC07577.jpgDSC07581.jpgDSC07583.jpgDSC07587.jpgDSC07592.jpg
 
Hallo Alexander,
das Spiel der Schneckenwelle zum Schneckenrad wird über
Zug- und Druckschrauben eingestellt.

DSC07573.jpg
Der Datumsring vom vorletzten Bild wird am Nonius genullt, über eine Schraube am Umfang
auf der Achse festgesetzt und dreht sich dann locker mit.

LG Jens
 
NACHTRAG

Hallo Alexander,
diese Schraube gehört meiner Meinung nach nicht da hin
sondern in den Datumsring aus dem vorletzten Bild und
klemmt den Ring auf der Achse.
Schau mal ob das passt.
DSC07581.jpg

LG Jens
 
Hallo Jens,
die Druckschraube habe ich gefunden, nur nicht mit einer Madenschraube gerechnet, alles ok.
Mit dem RA Ring verstehe ich nicht, wie der befestigt wird. Wenn es die Schraube nicht ist, gibt es sonst nichts. Nur das Loch, durch das ggf. die Schraube hindurchgeht und somit den Ring fixiert. Aber das war ja schon das Problem vom Anfang, außerdem hält die Schraube allein den Ring nicht gut, er fällt hinten (gegenüber) weg. Auch das kann zu dem Problem geführt haben.
Aber ich konnte sehen, daß das Loch den Zugang zu den Schrauben des inneren Rings ermöglicht, was für die Demontage der Achse ja wichtig ist.
Danke fürs Mitdenken!
CS Alexander
 
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