Skywatcher Quattro Fotonewtons - erster Eindruck

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TSZ_Tommy

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hallo,

ich habe ein paar Fotos von dem neuen 10" f/4 Skywatcher Quattro Metalltubus gemacht und ein paar Daten abgenommen:

Der FS ist mit 82mm kleine Achse schön gross dimensioniert.
Das Gesamtgewicht des 10" beträgt 15kg.

Link zur Grafik: http://www.teleskop-shop.at/testphotos/w-erbung/Quattro.jpg

Der OAZ ist ein stabiler 2" Linear Power, da wackelt nichts. Das Auszugrohr steht, wenn ganz eingefahren, etwa 20mm in den Tubus, das wird keine unschöne Sternabbildung verursachen.
Im OAZ-Rohr ist ein Stopp, sodass ein Komakorrektor gut so geklemmt werden kann, dass die Klemmschrauben NICHT an der Sicherungsnut verkanten.

Link zur Grafik: http://www.teleskop-shop.at/testphotos/w-erbung/Linear_Power.jpg

Der Tubus ist zur Streulichtunterdrückung mit 13 Metallblenden versehen:

Link zur Grafik: http://www.teleskop-shop.at/testphotos/w-erbung/Quattro_Blenden.jpg

Die mechanische Qualität ist gut, wie von Skywatcher gewohnt. Der Fangspiegel ist mit Offset aufgeklebt und steckt nicht in einer Hülse. Die Justierschrauben des Hauptspiegels sind paarweise in 120° Abstand zu finden und man benötigt kein Werkzeug um den HS zu justieren. Die FS-Spinnenbeine sind mit 1mm etwas stärker als gewohnt, aber immer noch sehr dünn und schnurgerade.

Das Ding sieht gut aus! Jetzt bin ich auf die ersten Tests unterm Himmel gespannt.

lg Tommy
 
hallo Daniel,

dazu muss ich erst mal bestimmen wo genau der Brennpunkt über Tubus liegt. Das geht seriös erst wenn ich damit in die Unendlichkeit blicke ;-)

Aber ich messe den OAZ 715mm über HS, d.h. der Brennpunkt ist voraussichtlich 140mm über Tubus, der OAZ hat 70mm Bauhöhe. Hier muss man also keine Verlängerung zusätzlich anbringen wenn man mit DSLR knipst. Dadurch dass man nahe dran ist, vignettiert der 2" OAZ auch nicht sehr, das voll ausgeleuchtete Feld ist 15mm und der FS und der OAZ haben etwa dieselben begrenzenden Werte mit 0,85°.

Achtung, das sind vorläufige Werte ohne Gewehr! Sie können sich durch unterschiedliche HS-Lage und/oder kleine Brennweitenvariationen ändern.

Ich lege hier Infos offen, die in der Regel in keinem Katalog und keiner Händler-Website für kein Teleskop zu finden sind, auch Jahre nach Einführung eines neuen Teleskops nicht. Urteilt selbst über unsere Informationspolitik und Beratungskompetenz ;-)

lg Tommy

 
hallo,

was die Ausleuchtung betrifft, darf ich einen kleinen Wermutstropfen nicht verschweigen der mir gerade aufgefallen ist: Die Blenden im Tubus sind im Durchmesser genau so gross wie der Hauptspiegel. Das bringt die 100% Ausleuchtung natürlich runter. Die Blenden lassen sich aber leicht entfernen, der Tubus bleibt dabei schwarz, oder lassen sich z.B. durch Velourauskleidung gut ersetzen.

Wir bieten dieses kleine Umbauservice selbstverständlich für alle an, die es nicht selbst machen wollen!

Diesen Fehler habe ich auch bei Geräten anderer Firmen gesehen, die in letzter Zeit auf den Markt kamen. Dass die Quattros IMHO ansonsten aber wirklich gut gebaut sind, möchte ich betonen.

lg Tommy

 
Hallo Jadran,


kommt es bei der Ausleuchtung nicht auch darauf an, wo die erste Blende, von der Tubusöffnung aus betrachtet, angebracht ist ?

nur dann, wenn der Blendedurchmesser größer ist, als der Spiegeldurchmesser.

Die Blenden im Tubus sind im Durchmesser genau so gross wie der Hauptspiegel.

Wenn die beide Werte also gleich sind, dann laufen die seitliche Eintritts-Strahlen parallel und hervorrufen Vignettation.

Da aber sich die Blenden leicht entfernen lassen (am bestens den Hauptspiegel rausnehmen und von hinten die Blenden leicht kippen und dann rausziehen) finde ich das Problem nicht tragisch. Wir unternahmen die erste Schritte, um die original Blenden in unseren Werkstatt fachgerecht bearbeiten und anhand Tommy' Berechnungen an die richtige Positionen zurückbauen.

mehr dazu: "Telescope Optics" by Harrie Rutten and van Veenrooij, Seiten 211-212.

Info folgt...


CS: lajos
 
Hi Lajos

das musst du mir jetzt mal genauer erklären, vielleicht auch mit ner Skizze.
Blenden die den gleichen Innendurchmesser wie der Hauptspiegel verhindern die Lüfströmung ausserhalb der optischen Fläche, das ist Negativ, stimmt.
Aber Vignetierung ? Hää ? Verwechselt Ihr da etwas ?

Übrigens wenn Ihr Blenden umbauen wollt, setzt sie dort hin wo Sie hingehören und auch etwas bringen, nämlich gegenüber dem Auszug. Dann kannste andere Tubusblenden vergessen, weil diese dann nichtsbringend sind
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Markus,

ja, mit der Luftunruhe hast Du recht.
Als alternative Lösung bleibt die Velourauskleidung (welche wir schon lange anbieten). Oder Blenden, und zusatzlich Velour gegenüber der OAZ.

Jedoch mit Deiner "Hää" liegst Du falsch, denke bitte daran, wenn die Öffnung vorne (also bei der ersten Blende) ist nicht größer als der Hauptspiegeldurchmesser, dann die schräg einfällende Lichtstrahlen erreichen nicht alle 100% vom Spiegeloberfläche.

Anbei ist die gewünschte Skizze:
http://www.teleskop-austria.at/information/newt-quattro-sw/skizze_01.jpg

CS: lajos

 
Hallo Markus,

Du hast sicher den Strahlenkegel nach dem „bildgebenden Element“ in dem Fall also der HS im Sinn.
Also das was vom HS Richtung FS geht, dort stört die Blende tatsächlich nicht, auch wenn diese kleiner als der HS ist.
Nun gibt es aber auch den Verlauf vom Beobachtungsobjekt Richtung HS und dort stört so eine Blende natürlich schon.
Allerdings weit weniger wie man es vom Bauchgefühl her vielleicht vermuten mag.

Nehmen wir mal den Extremfall an, und es käme ein 2“ großes Feld Vignettierungsfrei am Chip an.
Ist praktisch natürlich nicht der Fall aber der Einfachheit halber unterstellen wir das mal.

Dann könnte man bei 1000mm Brennweite einen Feldwinkel (Radius) von arctan (25/1000) = 1,43° nutzen.
Nehmen wir weiter an die letzte Blende sitzt 500mm vor dem HS dann muss diese im Radius tan 1,43° * 500 = 12,48mm größer sein und damit einen Innendurchmesser von 250+2*12,48 = 275mm haben um nicht im Feld zu Vignetieren.
Die Simulation mit Oslo zeigt das das eher vernachlässigbar ist, selbst bei Foto.
Im Anhang ist genau die Situation eines 250/1000 Newton mit 250mm Blende 500mm vor dem HS bei 1,4° Feldwinkel dargestellt.

Die kleine Sichel ist in Relation zur Gesamtfläche recht klein und daher ist auch nur wenig Lichtverlust im Feld vorhanden.
Rechnen wir es einfach mal aus.
Die Fläche des HS beträgt 250^2 *3,14 / 4 = 49062mm²
Die Fläche des SP beträgt 82^2 * 3,14 / 4 = 5278mm²
Macht Unterm Strich 43784mm² ohne Vignettierung
Für die Fläche mit Vignettierung brauchen wir noch die sich wegen dieser ergebende Ellipse.
Wir haben errechnet das der HS 12,5mm im Radius abgeschattet wird.
Die Ellipse hat also kleine Achse 250-2*12,5 = 225mm
Die große Achse ist natürlich 250mm.
Das ergibt eine Fläche von (250*225*3,14) / 4 = 44156mm²
Abzüglich der Obstruktion bleiben 44156-5278 = 38878mm²
Die Hälfte dieser Fläche ist 19439mm²
Die Hälfte der Kreisfläche ist 43784/2 = 21892mm²
Die Fläche der Sichel ist demnach 21892-19439 = 2453mm²
Das macht in Relation zur Restfläche 2453/43784 = 0,056 also 5,6% Lichtverlust bei 50mm Felddurchmesser.


@Lajos/Tommy,

Wie Ihr seht ist das nicht ganz so tragisch mit den Blenden und da hab ich schon den absoluten Extremfall mit 50mm Felddurchmesser gewählt.
Wen ich noch den genauen Abstand der am weitesten vor dem HS liegenden Blende erfahren könnte kann ich das gerne noch mal konkret für den SW ermitteln oder Ihr macht es Selbst, den Rechenweg hab ich ja oben gezeigt.
Auch der maximal zu 100% ausgeleuchtete Feldwinkel bzw. Durchmesser wäre nicht schlecht.
Es reicht mir ja schon der Fokusabstand des FS, den Durchmesser hab ich ja schon dann kann ichs ja auch selbst ausrechnen.

Grüße Gerd
 

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hallo Gerd,

nein ich sehe es auch nicht "tragisch".

Ohne Blenden wäre das voll ausgeleuchtete Feld 0,85° - wegen der Grösse des FS und dem 2" OAZ. Klar dass die Vignette sanft beginnt. Ich habe das ganze in MyNewton eingegeben, da kann man die Werte schön ansehen und welcher Faktor was bewirkt. Der FS ist wie oben geschrieben 715mm über dem HS, der Fokus somit 285mm über der opt. Achse. Damit kannst du weiterrechnen. Die oberste Blende liegt etwas unter dem FS, das kann ich morgen messen.

Blenden, die keine Luft zum Strahlengang haben, wirken zusammen mit der Tubusthermik auch wie eine Luftlinse, das kommt hinzu. Aber - wer verschenkt denn gern Licht, wenn es eine einfache Lösung gibt? Es kam ja schon die Frage nach der Ausleuchtung, Fotografen sind da sehr heikel...

Und da ich versuche hier nach meinem Wissensstand möglichst objektiv zu informieren, kann ich das ja schlecht unter den Tisch fallen lassen, ohne meine Glaubwürdigkeit zu verlieren - die Leute kommen ja sowieso irgendwann drauf.

Ich kenne dieses Problem auch von anderen Herstellern, sogar aus Europa. Da gibt es z.B. Abschlussringe vorn am Tubus, die innen genau so gross sind wie der HS. Das Teufelchen steckt oft im Detail, wir kennen das ja.

Als Skywatcher Vertreter sind wir natürlich sehr froh, dass der Quattro im Übrigen wirklich gut gelungen ist, und es ein empfehlenswertes Teleskop ist.

lg Tommy
 
Hallo Leute

entweder stehe ich auf dem Schkauch oder Ihr verwechselt etwas.

Das Licht das von einem Newton genutzt wird, ist jenes das Parallel einfällt mit dem Durchmesser des Hauptspiegels und keinen mm größer.

Ich sehe an Lajos Skizze konische Strahlen, die von in den Tubus einfallen und größer sind als der Hauptspiegel. Das sind mögliche Streulichtstrahlen, aber kein vom Spiegel gesammeltes Licht, somit können Blenden im Newton die gleichgroß oder größer als der Hauptspiegel sind, zu keiner Vignetierung führen.

Das was hier http://www.dalekeller.net/ATM/newtonians/newtsoft/newtsoft.htm gezeichnet ist , als gelber Lichtstrahl unten ist Streulicht das weggeblendet werden soll, kein Licht zum Sammeln.
Währe das Licht zum Sammeln, würdet Ihr bei einem 250 mm Spiegel mit 270 mm Tubusinnendurchmesser 270 mm Öffnung nutzen, das ist gegen die Physic.

Die richtige und einzig sinnvolle Blendenauslegung wird hier sehr gut dargestellt http://www.carl-sagan-sternwarte.de/blenden_im_newton.htm

Link zur Grafik: http://www.carl-sagan-sternwarte.de/bl-nwt-03.png


auch hier nochmals gezeigt
http://mysite.verizon.net/rflrs/nbaffle.htm

dieser konische Strahlengang ist mögliches Streulicht, sonst nichts

Wenn Ihr jetzt versucht mir zu Erklären ich liege Falsch, dann bedeudet dies unsere 150 mm Apos sind 180 mm da der Innendurchmesser der Taukappe 180 mm ist

Also Leute klärt mich auf und verwechselt bitte Software zur Berechnung von Blenden , mit Strahlengängen
 
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Hallo Markus,

Das Licht das von einem Newton genutzt wird, ist jenes das Parallel einfällt mit dem Durchmesser des Hauptspiegels und keinen mm größer.

wenn der Newton auf einen Stern gerichtet ist und dieser mittig im Bildfeld steht fällt das parallele Licht was vom Stern kommt auch parallel in den Tubus und senkrecht auf den HS, das ist schon richtig aber.

Wenn Du einen Stern betrachtest der zb. im Winkel von 1° von dem im Zentrum des Gesichtsfeldes entfernt steht dann fällt das parallele Licht von diesem Stern eben nicht parallel in den Tubus weil dieser ja in eine andere Richtung zeigt.
Es fällt im Winkel von 1° in den Tubus.

Schau Dir meine Simulation oben an.
Selbstverständlich ist auf der Achse keine Vignettierung vorhanden, es geht hier einzig und allein um das Feld und die im entsprechenden Feldwinkel einfallenden Strahlen.

Wenn Ihr jetzt versucht mir zu Erklären ich liege Falsch, dann bedeudet dies unsere 150 mm Apos sind 180 mm da der Innendurchmesser der Taukappe 180 mm ist

Warum hast Du denn die Taukappe größer gemacht?
Damit es besser aussieht?
Eher nicht sondern damit das Objektiv auch einen bestimmten Feldwinkel Vignettierungsfrei abbilden kann.
Schau Dir mal den Streulichtschutz von Fotoobjektiven an.
Das sind regelrechte Trichter.
Warum ist das wohl so?
Weil Fotoobjektive von extremen Tele mal abgesehen recht große Feldwinkel abbilden.
Das extremste ist dann das Fischauge.

http://de.wikipedia.org/wiki/Fischaugenobjektiv

Stell Dir mal vor Du bringst vor so einem Fischaugenobjektiv einen Streulichtschutz an.
Ein 1m Rohr im Durchmesser der Frontlinse die hier meinetwegen 30mm hat.
Was wird denn da noch vom 180° Feld übrig bleiben?
Na ja man kann es ja spaßeshalber in etwa erkunden in dem man einfach mahl in diese Röhre schaut. ;)

So ich hoffe doch mit diesem Extrembeispiehl deutlich gemacht zu haben warum die Taukappe am Refraktor etwas größer sein muss und ebenso der Tubus beim Newton.
Die Feldwinkel sind hier natürlich wesentlich kleiner als beim Fischauge aber trotzdem nicht gleich 0.

Grüße Gerd
 
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Hallo Markus,

ergänzend zu Gerd aus der Praxis.

Wenn Du mit einem Newton ein Feld darstellen willst, was ja fotografisch verwendete Newtons tun, dann muß der Tubus deutlich größer sein, als der Fangspiegel (Siehe die Diskussionen wegen der Orion Tuben).

Wenn Du einen schmalen Tubus noch mit Blenden verschmälerst oder nach vorne unnötig lange baust, wirst Du zum Rand eine Abschattung bekommen, die durch den Tubus verursacht wird, egal wie groß der Fangspiegel ist.

Man muß da immer einen Kompromiss finden. Der Tubus sollte nach vorne nicht zu lang sein, da der Effekt sonst verstärkt wird. Das würde einen unnötig dicken Tubus erfordern, was wiederrum einen größeren Fangspiegel erfordert was wiederrum zu Lasten von Definition und Auflösung geht.

Nochmal - wir sprechen hier nicht von der Feldmitte oder optischen Achse, wir sprechen hier vom Feld. Wenn Du mit dem Newton z.B. ein Feld von 3° Durchmesser fotografierst, dann kannst Du das auch dann in den Strahlengang so mal eintragen und Du wirst sehen, daß ein zu schmaler Tubus da schnell ein Problem macht. In Deiner Zeichnung hast Du ein Feld von 0° - also nur die optische Achse - definiert.

viele Grüße

Wolfi
 
hallo,

zur Verdeutlichung des Sachverhalts, was Feldausleuchtung und Blendenkonstruktion betrifft, haben wir oben extra den Link zu der relevanten Stelle in "Telescope Optics" gebracht (mit freundlicher Genehmigung von Harrie Rútten). Dort wird das auch im Text hervorragend beschrieben, und jedem vom Schlauch runtergeholfen ;-)

Man kann sich auch gratis das Programm "MyNewton" runterladen und die Werte eintippen, da gibt es sogar ein Raytracing mit gerade oder leicht schräg einfallenden Lichtbündeln. Man sieht da genau welche Strahlen es bis zur Brennebene schaffen und wo Strahlen absorbiert werden.

Hier kommen die Werte für den 8" Quattro (200/800):

Gewicht 9,5kg
Fangspiegel 70mm
Fangspiegel 535mm über HS
Brennpunkt 75mm über OAZ
Ausgeleuchtetes Feld etwas knapp wegen des FS - 6mm
9 Blenden mit lichter Weite 205mm (also etwas grösser als der HS!)

Wolfi hat ja im Nachbarthread beschrieben, wie flexibel seine schönen Karbonnewtons zusammengestellt werden können.
Ein entsprechendes optionales Service bieten wir für die Skywatcher Quattros an:

- Fangspiegelgrösse nach Wunsch
- Blendenentfernung bzw Modifikation in unserer Werkstatt, oder Velourauskleidung
- Ausstattung mit einem saugenden Lüfter, der nicht die warme Luft in den Tubus drückt
- weitere Modifikationen nach Kundenwunsch
- interferometrisches Zertifikat für die gesamte Optik (also HS+FS) mit aussagekräftigen Zahlen

Nur zur Erinnerung: Der Quattro ist bereits mit einem stabilen OAZ ausgestattet, einem mit richtigem Offset versehenen Fangspiegel, mit einer stabilen HS-Zelle die mit paarweis angeordneten Rändelschrauben justiert werden kann - und bringt so sehr wichtige Features bereits ab Werk mit, wie es ja sein soll. Er ist ganz sicher weniger "Bastelbude" als viele andere Fernrohre die am Markt angeboten werden.

Wir wollen hier einfach nur umfassend informieren, und das heisst auch über kritische Punkte sprechen. Ein Fernrohr wird nicht besser wenn man solche Punkte einfach nicht erwähnt, wie es ja vielerorts geschieht. Nur der Käufer erlebt dann seine Überraschung und ist nicht erfreut. Das haben Sie bei uns nicht zu befürchten!

lg Tommy





 
hallo Daniel und alle,

da ich von jeher Amateur bin, kenne ich das genau, die grosse Auswahl, die vielen Beschreibungen - und was dann nach vielem hin und her ankommt hat man sich manchmal etwas anders vorgestellt.

Auch wir - Händler und Mitarbeiter - steigen bei der Produktfülle nicht immer ganz durch, erst letztens kam da ein lichtstarker Fotonewton wo ich Belichtungszeiten hatte wie bei meinem f/6,6 Refraktor...

Wir müssen das verkaufen was die Hersteller liefern, und der Preisdruck ist gewaltig. Um so wichtiger ist ehrliche Beratung und ein Händler dem man vertrauen kann, dass man nicht im Regen stehen gelassen wird wenn mal was nicht so passt. Und eben Geräte auch adaptiert werden, oder zumindest Tipps für die Adaption gegeben werden wo jemand selber modifizieren will.

Als relativ kleiner Betrieb müssen wir uns gegen die grossen Webshops behaupten, und wir setzen dabei auf Nachhaltigkeit bei der Kundenbetreuung, statt auf schnellen Umsatz. Ich weiss unsere Website ist nicht hypermodern, da fliesst weniger Energie rein, knallharter E-commerce ist nicht unser Ziel, aber niemand soll sich davon täuschen lassen - wir wissen wie der Hase läuft und sagen das auch weiter, ohne wenn und aber und ohne Rücksicht auf den Lagerbestand. Wir sind erst zufrieden wenn auch der Kunde zufrieden ist.

Sorry wenn ich das hier mal so betone, andere werben neuerdings mit "vorjustierten" Geräten, mit einem "Qualitätsnachweis" wo keine einzige Zahl oben steht. Wir haben unsere Newtons seit jeher vor Auslieferung voll justiert und die Justage fixiert so gut es eben geht. Oft steht der Kunde selbst dabei und bekommt gleich die Einweisung dazu, wie man es selber macht. Wir wollen ja dass die Leute zurechtkommen und schöne Beobachtungen machen können.

Ich habe schon Geräte gesehen, die "auf der optischen Bank geprüft" waren und trotzdem nicht beugungsbegrenzt gearbeitet haben. Bei uns bekommen Sie verbindliche interferometrisch gemessene Zahlen auf den Tisch, wenn gewünscht, und wir unterhalten uns auch über die Genauigkeit der Messung.

Damit möchte ich Bemühungen anderer nach Qualitätskontrolle nicht in den Rücken fallen, aber dann bitte richtig und nachvollziehbar, und nicht nur bunte Bildchen bringen und die Beurteilung dem Kunden überlassen.

So, nun aber Ende vom Motzmodus, und der Link zu unserer Produktpräsentation der Quattros, den hatte ich nämlich vergessen, muss eh erst ergänzt werden... ;-)

http://www.teleskop-austria.at/prod.php?tid=12&lng=de#newt-quattro-sw

schöne Grüsse
Tommy


 
Hallo Leute,

wer sehen will wie Blenden im Newton dimensioniert und positioniert sein sollten
kann das im Buch "Telescope Optics" der Autoren Rutten / van Venrooij in Abbildung 19.4 nachschlagen.

Anmerkung:
Die Blendenpositionen und Dimensioonen ergeben sich aus mehreren Parametern
eines Newtons.
Bei gleichen Eckdaten der Optik (Durchmesser, Brennweite)
ergeben sich durch Unterschiede bei Tubusdurchmesser, Tubuslänge,
Fangspiegelgröße, Auszugshöhe, Auszugdurchmesser) andere Blendenpositionen.

Der Amateur kann beim Selbstbau die meisten Probleme einfach dadurch umgehen,
daß er seinen Newtontubus einfach etwas üppiger dimensioniert
(z.B. 270mm Tubusinnendurchmesser anstatt 230mm bei 8" Spiegeldurchmesser),
den Tubus nach vorne deutlich länger macht und Velours oder Samt einklebt
(= unzählige Mini-Blenden).

All dies wirkt sich dann auch noch günstig auf das thermische Verhalten
dieses Newtons aus (siehe die Untersuchungen von Kurt Schreckling
zum Auskühlverhalten seines 8,5" Newtons).

Hersteller bauen dagegen gerne "optisch gefällig" kompakt.
Dazu kommt daß die meisten Newtons nicht entweder auf visuelle oder aber auf
photographische Nutzung ausgelegt werden, sondern eine "weder Fisch noch Fleisch"
Auslegung gewählt wird.

Daß Blenden falsch dimensioniert werden finde ich schon erstaunlich, denn Hersteller
haben Zugang zu Optical-Design-Programmen mit denen man auch Blenden berechnen kann...

CS,Karsten
 
Hallo Tommy,

Zitat von TSZ_Tommy:
Wir müssen das verkaufen was die Hersteller liefern, und der Preisdruck ist gewaltig.

Das läuft doch total falsch...

1. Ich würde als Händler keine Produkte ins Lieferprogramm aufnehmen, die nicht über bestimmte Qualität verfügen. Es ist nett, dass Ihr die Umbauservice anbietet. Aber das ist doch nicht Eure Aufgabe die Produkte zu modifizieren.
Läß Euch nächstes mal ein Prototyp schicken und check die spezifizierten Daten. Entsprechen sie nicht den Vorgaben dann würd ich nicht kontenerweise bestellen. Überprüft vorher ob sie überhaupt aus Euerer Erfahrung Sinn machen. Wer trägt die Kosten für den Umbau? Ihr oder der Hersteller?
Ihr müsst nicht die Sachen verkaufen.

2. Die Qualitätskontrolle ist ein Prozess der während der Produktentwicklung beim Hersteller statt findet und nicht anschließend beim Händler.

3. Entwickelt man ein neues Produkt (hier ein Teleskop) sind bestimmte Vorgehensweise erforderlich. In Europa gibts dazu einschlägige Normen.
Dazu gehört eine Spezifikation/Design Description. Spätestens beim Design Review müssten die o.g. Problemchen auffallen. Oder spätestens^2 bei der Verifikation bei einem Prototyp im Feld müssten man die einsehen, dass einige Optimierungen notwendig sind.

Die Komponenten sind einfach zusammengeschraubt, weitere Entwicklung + Optimierung mach der User. Das spart die Kosten, "der Preisdruck ist gewaltig"...

Gruß
Leschko
 
hallo Leschko,

"...keine Produkte ins Lieferprogramm aufnehmen, die nicht über bestimmte Qualität verfügen." -

Genau das tun wir auch - wir haben in den letzten Wochen die Produktpalette erweitert und uns die neuen Produkt-Anwärter hinsichtlich der Qualität genau angesehen, und nur einige haben die Auswahl überstanden, und auch die haben Schwachpunkte.

Hinsichtlich des Quattro kann ich nur nochmal betonen, dass es sich um ein ausgereiftes Teleskop handelt. Es gibt sehr viele Hersteller und Teleskoptypen am Markt, nenne mir ein einziges Produkt in diesem Preisbereich, das deiner Ansicht nach perfekt ist, und ich gebe dir eine Liste was ich daran im Detail auszusetzen habe...

Es gibt KEIN perfektes Teleskop am Markt, egal ob aus Europa oder Asien oder USA, schon gar nicht in diesem Preissegment und für einen kritischen Anwender. Was meinst du, warum ich extra erwähne dass der FS bereits mit Offset daherkommt? Bitte nicht ein ausgereiftes Teleskop mit eionem Schrottbaufen verwechseln, nur weil ich auch einen Schwachpunkt erwähne. Das ist eine ganz normale Sache, dass es Pro und Kontra gibt. Ihr seid das bloss nicht gewohnt von euren Händlern ;-)

"...das ist doch nicht Eure Aufgabe die Produkte zu modifizieren" - doch, wir verstehen uns als Bindeglied zwischen Massenprodukt und für individuelle Bedürfnisse gestaltetem Fernrohr. Wir holen die Leute ab wo sie stehen, fragen nach Zielvorgabe und Budget, und machen entsprechende Vorschläge. Ob das jetzt ein Einsteiger ist, der ein möglichst universelles Fernrohr braucht, oder jemand der hochaufgelöste Mondbilder machen möchte, oder jemand mit Bewegungseinschränkung der das Teleskop nicht per Hand steuern kann - das ist meine Aufgabe den besten Vorschlag zu bringen, und das heisst auch Modifikation nach individuellen Bedürfnissen, selbstverständlich. Das macht auch Freude, sonst wäre der Job ja langweilig.

lg Tommy

 
Hallo Leschko,

Das läuft doch total falsch...

1. Ich würde als Händler keine Produkte ins Lieferprogramm aufnehmen, die nicht über bestimmte Qualität verfügen.

nun über eine bestimmte Qualität verfügen ja alle Optiken, selbst die vom Kafferöster.
Kommt nun mal sehr drauf an was man unter „bestimmte“ versteht.

Die Skywatcher verfügen über eine sehr brauchbare Qualität auch ohne Modifikation.
Sicher lässt sich hier und da bisschen was optimieren aber das ist noch lange kein Grund die deswegen aus dem Programm zu nehmen.

Du hast hier wohl andere Ansprüche.
Als Händler würdest Du bei Deinen Ansprüchen also nur sündhaft teure Optiken der wenigen Edelhersteller verkaufen und selbst da ließe sich womöglich noch ein Haar in der Suppe finden wenn man nur penibel genug ist.
Da wäre Dein Sortiment aber verdammt klein und die allermeisten Kunden könnten sich die Dinger dann eh nicht leisten.

Nein es läuft nichts falsch.

Es ist absolut richtig das die Händler auch preiswerte Optiken wie die von Skywatcher im Programm haben.
Das sind keine Gurken die man tatsächlich als Seriöser Händler nicht verkaufen sollte sondern sehr brauchbare Teleskope die für den Preis aber nun mal nicht perfekt sein können.

Das manche Verbesserung die auch zum Nulltarif oder kleinen Aufpreis möglich wären wenn der Hersteller nur wollte nicht umgesetzt werden ist leider nicht die Schuld der kleinen Händler die den Hersteller nun mal nicht dazu zwingen können wenn der partu nicht will.

Deshalb ist es auch absolut richtig das der Händler das Beste aus der Situation macht und selbst diese Verbesserrungen anbietet.

Zu den Blenden.
Es ist aus ökonomischer Sicht durchaus nachzuvollziehen das diese alle mit gleichem Innendurchmesser daherkommen.

9 Blenden jede einen anderen Innendurchmesser herzustellen und einzubauen ist halt aufwendiger.
Ok wenn eine moderne Laserschneidmaschine zum Einsatz kommt ist das Herstellen nicht so das Problem aber wenn althergebracht die Blenden ausgestanzt werden erfordert das 9 verschiedene Werkzeuge und das kostet.
Aber auch beim Einbau und Logistisch sind 9 verschiedene Blenden halt aufwendiger.

Allerdings hätte man den Innendurchmesser der Blenden schon etwas größer wählen sollen.

Das hätte aber bedeutet entsprechend mehr Blenden einbauen zu müssen um den gleichen Streulichtschutz zu erreichen und das kostet eben auch wieder.
So hat man eben diesen Kompromiss gewählt.
Denn wissen tun die das sicher das das so nicht optimal ist, die Konstruktion so eines Blendensystems ist ja schließlich recht simpel nach altbekanntem Prinzip.


Aber in der Einschätzung dieses Kompromisses muss man schon die richtigen Relationen sehen.
Bei dem relativ kleinen zu 100% ausgeleuchteten Feld was der FS ermöglichen würde macht die Vignettierung durch die Blenden vielleicht 1% bis 2% Lichtverlust aus.
Und wenn wir ein größeres Feld betrachten dann wird sehr schnell die vom FS hervorgerufene Vignettierung größer wie die durch die Blenden.

Die Sache mit den Blenden ist also durchaus verschmerzbar weil nicht die Blenden sondern der FS den Löwenanteil der Vignettierung bei großem Feldwinkel hat.
Aber schon richtig die kleine Vignettierung durch die Blenden wäre vermeidbar und der Perfektionist stört sich da natürlich dran.

Grüße Gerd
 
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