Hallo Geist,
den 180er Skywatcher-Mak habe ich zwar nicht, aber ich hatte den kleinen 90er und jetzt den 127er, vielleicht sind meine Erfahrungen also nicht uninteressant, wenn du dir deren großen Bruder zulegen willst. Der Vorteil dieser Maksutovs besteht halt in ihrer leichten Transportierbarkeit - sie sind nicht nur relativ leicht, sondern auch so kurz, dass sie nur eine geringe Hebelwirkung ausüben und somit auch für leichte, reisetaugliche Montierungen gut passen (Wobei der 180er da natürlich schon ganz andere Anforderungen stellt wie mein halb so schwerer 127er. Den 127er kann ich noch sehr stabil auf einer AZ4 benutzen, der 180er wird schon eine weitaus schwerere Montierung brauchen.). Ich benutze/benutzte beide Maks als mobile Mond- und Planetenspezialisten für Beobachtung in der Stadt, und für dieses Spezialgebiet finde ich sie beeindruckend gut, Mond und Jupiter sind schon im 127er eine Pracht und im 180er wohl erst recht. Aber dir muss klar sein, dass das keine Universalteleskope sind: Die extreme Brennweite macht es mit handelsüblichen Okularen kaum bis gar nicht möglich, ausreichend große Gesichtsfelder für wirklich genussreiche Deep Sky-Beobachtung zu erreichen - einige kompakte Objekte wie Kugelsternhaufen und planetarische Nebel machen schon Spaß, aber Mond und Planeten sind ganz klar die Spezialität von Maks. Dazu kommt, dass durch Korrekturplatte und den notwendigen Zenitspiegel einiges an Licht geschluckt wird, Deep Sky-Objekte also wahrnehmbar dunkler werden als bei einem Newton mit nominell gleicher Öffnung. Ein weiteres Problem stellt die nötige lange Auskühlzeit dar: Bevor ich mit meinem 127er sinnvoll hohe Vergrößerungen einsetzen kann, muss er jetzt im Winter schon 1-1,5 Stunden auskühlen, beim 180er wird das noch deutlich länger dauern. Zu Astrofotografie kann ich als rein visueller Beobachter aus eigener Erfahrung nichts sagen, nur soviel, dass Maks zwar oft für Mond- und Planetenfotografie verwendet werden, Deep Sky-Aufnahmen mit solchen Brennweiten aber schon eine sehr sportliche Herausforderung darstellen dürften.
Alles in allem also kein so empfehlenswertes Haupt- oder Universalteleskop, aber ein guter Spezialist für Mond, Planeten und kompakte Deep Sky-Objekte, wenn leichte Transportierbarkeit so wichtig ist, dass man bereit ist, dafür einige Kompromisse in Kauf zu nehmen.
CS,
Fabian