Byrial
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Hallo zusammen!
Nachdem ich mir vor 2 Monaten eine WAVE 150i - Montierung zugelegt habe, war ich zunächst (wie anscheinend so viele andere auch) mit USB-Problemen konfrontiert: Die WAVE bietet u.a. den Luxus eines USB-Anschlusses am Basis-Panel mit einer Durchleitung bis zum DEC-Sattel und damit die Möglichkeit, ohne viel Kabelsalat und das Risiko eines Kabel-Hedders bei der Nachführung ein Kamera-Signal bis zum PC zu führen.
Leider scheint der interne USB-Strang in der WAVE generell Schwierigkeiten zu machen: Angeschlossene Kameras werden nicht erkannt, ständige Verbindungsabbrüche, einbrechende Frameraten, Kameras laufen nur im USB2.0-Modus, kurz: scheinbar unbrauchbar...
In den verschiedenen, internationalen Astroforen existieren zahlreiche unterschiedliche Analysen und "Lösungsansätze", um das Problem anzugehen, allerdings treffen diese Ansätze nicht immer unbedingt ins Schwarze oder gehen mit einigen Abstrichen einher.
Ich habe nach vielen Experimenten eine elegante, saubere, zuverlässige und auch bequeme Lösung gefunden! Vielleicht findet sie jemand hilfreich, aber der Reihe nach:
Oft im Netz diskutiert: Ist in der WAVE überhaupt eine USB3.0-Leitung verbaut?
Antwort: Definitiv ja! Die untere Abdeckung an der RA-Achse lässt sich leicht abschrauben, darunter sieht es so aus:
Wie man sieht, besteht der USB-Strang im Inneren aus einer Steckbuchse am Basis-Panel und einem USB3.0-Kabel. Es ist anzunehmen, dass sich ein Gegenstück der Buchse im DEC-Sattel befindet. Vermutlich sind die beiden internen Steckverbindungen und das USB-Kabel von geringerer Qualität. Folge: Signalreflektionen, hohe Signaldämpfung usw. zehren die USB-Signalmarge wahrscheinlich so weit auf, dass für die extern angeschlossenen USB-Kabel zu wenig übrig ist.
Bisherige Problemlösungen im Netz
Im Web werden verschiedene Ansätze erwähnt:
Das Problem liegt hauptsächlich an der Zuleitung! Wenn die Signaldämpfung zu hoch ist, kommt am Ziel (Kamera) nur ein verstümmeltes Signal heraus. Ein extrem kurzes Kabel hat eine niedrige Dämpfung ist aber auch unpraktisch. Man bräuchte ein längeres Kabel mit extrem niedriger Dämpfung!
Glücklicherweise gibt es so etwas sogar: Ein sog. AOC (Active Optical Cable) mit USB-Abschlüssen. Anstatt das USB-Signal elektrisch zu übertragen wird dieses intern in ein optisches Signal gewandelt und über Glasfaser übertragen. Die Dämpfung wird damit praktisch vernachlässigbar. Parallel gibt es zur Glasfaser auch elektrische Leitungen, diese dienen aber nur dazu, die USB-Spannungsversorgung (5 V) sicherzustellen. Ein solches Kabel ist nicht dicker als ein normales USB-Kabel und die Verbindungsstecker (mit den optischen Wandlern) sind auch relativ kompakt. Es muss nur sichergestellt werden, dass das erworbene AOC nicht nur USB3.0 beherrscht, sondern auch den USB2.0-Standard, da viele Kameras vor dem USB3.0-Aufbau eine Art Handshake über USB2.0 durchführen.
Zudem kann dieses AOC weit über 5 Meter lang sein, teilweise sollen sogar bis zu 30 Meter (!) möglich sein. Vorteil: Der Computer kann weiter entfernt von der Montierung aufgestellt werden, man kann ihn während der Session mit ins warme Auto nehmen oder ähnliches...
Ein solches Kabel wäre z. B. erhältlich von FIBBR (Amazon.de). Dieses hat einen USB-A-Stecker und am anderen Ende einen USB-C-Stecker. Kleiner Nachteil der Kostenpunkt: ca. 75 € für das 5m-Kabel...
Ein zusätzlicher USB-C-A-Adapter ist nötig, vorzugsweise in Winkel-Ausführung, da sonst der Kabel-Stecker am WAVE-Basispanel zu weit herausragt. Kleine Falle dabei: Diese Adapter sind i.d.R passiv und folgen nicht unbedingt den USB-Spezifikationen: Da die Pins im USB-C-Stecker spiegelgleich (symmetrisch) aufgebaut sind, wäre es im Prinzip egal, wie herum man ihn einsteckt, aber die USB-C-Pins müssen auf den asymmetrischen USB-A-Stecker abgebildet werden: So kann es passieren, dass in der einen Steckerposition USB3.0 erreicht wird, in der anderen aber nur USB2.0! Also, wenns nicht passt: Einfach umdrehen!
Ein solcher Adapter, der funktioniert, wäre z.B. ein AIYEEN (Amazon.de)
Das Endergebnis sieht dann so aus:
Ergebnis: Eine weitreichende, stabile USB3.0-Kabelverbindung ohne zusätzlichen Ballast! Es ist dann ausreichend, am DEC-Sattel ein gutes 1m-USB3.0-Kabel bis zur Kamera einzusetzen (s. o.).
Ich hoffe, das hilft allen, die von dem gleichen Problem betroffen sind!
Schöne Grüße!
Nachdem ich mir vor 2 Monaten eine WAVE 150i - Montierung zugelegt habe, war ich zunächst (wie anscheinend so viele andere auch) mit USB-Problemen konfrontiert: Die WAVE bietet u.a. den Luxus eines USB-Anschlusses am Basis-Panel mit einer Durchleitung bis zum DEC-Sattel und damit die Möglichkeit, ohne viel Kabelsalat und das Risiko eines Kabel-Hedders bei der Nachführung ein Kamera-Signal bis zum PC zu führen.
Leider scheint der interne USB-Strang in der WAVE generell Schwierigkeiten zu machen: Angeschlossene Kameras werden nicht erkannt, ständige Verbindungsabbrüche, einbrechende Frameraten, Kameras laufen nur im USB2.0-Modus, kurz: scheinbar unbrauchbar...
In den verschiedenen, internationalen Astroforen existieren zahlreiche unterschiedliche Analysen und "Lösungsansätze", um das Problem anzugehen, allerdings treffen diese Ansätze nicht immer unbedingt ins Schwarze oder gehen mit einigen Abstrichen einher.
Ich habe nach vielen Experimenten eine elegante, saubere, zuverlässige und auch bequeme Lösung gefunden! Vielleicht findet sie jemand hilfreich, aber der Reihe nach:
Oft im Netz diskutiert: Ist in der WAVE überhaupt eine USB3.0-Leitung verbaut?
Antwort: Definitiv ja! Die untere Abdeckung an der RA-Achse lässt sich leicht abschrauben, darunter sieht es so aus:
Wie man sieht, besteht der USB-Strang im Inneren aus einer Steckbuchse am Basis-Panel und einem USB3.0-Kabel. Es ist anzunehmen, dass sich ein Gegenstück der Buchse im DEC-Sattel befindet. Vermutlich sind die beiden internen Steckverbindungen und das USB-Kabel von geringerer Qualität. Folge: Signalreflektionen, hohe Signaldämpfung usw. zehren die USB-Signalmarge wahrscheinlich so weit auf, dass für die extern angeschlossenen USB-Kabel zu wenig übrig ist.
Bisherige Problemlösungen im Netz
Im Web werden verschiedene Ansätze erwähnt:
- Austausch der internen Leitung und der Buchsen: Da trau ich mich ehrlich gesagt nicht ran! Die komplette Elektronik und der interne Kabelbaum müssten zerlegt werden! Ich bin zwar technisch versiert und geschickt, aber das ist mir bei der brandneuen Montierung zu heikel! Zudem existiert noch keinerlei Anleitung im Netz! Wenn sich das jemand bei seiner WAVE zutraut: Bitteschön! Ich bin neugierig und schau gerne dabei zu!
- Verwendung eines leistungsstärkeren Netzteils (13V - 10A) für die Kamera: Konnte ich nicht bestätigen! Zudem wäre diese Lösung auf Kameras mit eigener Stromversorgung beschränkt. Auf kleinere Planetenkameras ist sie sowieso nicht anwendbar.
- Gleich auf ein USB2.0-Kabel ausweichen und nur Betrieb im 2.0-Modus: Das klappt! Hat aber auch den Nachteil, dass die Framerate der Kamera ziemlich nach unten geht. Für DS-Aufnahmen wahrscheinlich weniger kritisch, aber bei Planeten- Mond- und Sonnenaufnahmen mit notwendiger hoher Framerate unbrauchbar!
- Anschluss eines USB-Hubs direkt vor der WAVE oder nach dem DEC-Sattel: Möglich! Ein Hub verstärkt und "repariert" das USB-Signal soweit, sodass die Kamera wieder betrieben werden kann. Variante A: Ein aktiver Hub bietet die beste Signalverstärkung, hat aber auch den Nachteil, dass eine zusätzliche Stromversorgung nötig ist (= weitere Kabel). Variante B: Ein kleiner passiver Hub kann das Signal nicht so gut regenerieren: Viel zu unzuverlässig! Es gibt keine Garantie, dass das Signal über mehrere Stunden nicht wieder zusammenbricht! Generell hat man mit der Hub-Lösung ein weiteres zusätzliches Gerät und weitere Kabel, die man eigentlich vermeiden wollte: Unpraktisch!
- Verwendung möglichst kurzer, hochwertiger USB-Kabel: Ja, das ist ein Teil der Lösung! Die USB3.0-Verbindung bleibt dabei dauerhaft stabil! Vor allem ist darauf zu achten, dass die Kabel 3-fach geschirmt sind und die Steckverbindungen gut ausgearbeitet sind. Nach vielen Tests kann ich z.B. die USB-Kabel von LINDY Cromo Line (Amazon.de) oder StarTech.com (Amazon.de) empfehlen, die es aber nur in Längen von 0,5 Meter, 1 Meter, 2 Meter usw, gibt. Trotzdem muss die gesamte Kabelstrecke weiterhin möglichst kurz gehalten werden: Kritisch ist vor allem das USB-Zuleitungskabel vom PC zur WAVE! 1 Meter sollte bei der Zuleitung nicht überschritten werden! Das Verbindungskabel DEC-Sattel zur Kamera muss dann umso kürzer gehalten werden! 0,5 Meter reicht dann aber je nach Teleskop-Setup nicht bis zur Kamera. Bei 2 Meter USB-Gesamtstrecke (PC-WAVE-Kamera) kann es dann auch mit guten Kabeln geschehen, dass es wieder Probleme gibt. Zudem ist es nicht leicht, einen Computer oder Notebook so nahe an der Montierung zu platzieren, wenn das Zuleitungskabel nur 0,5 Meter lang ist! Fazit: Funktionierende Lösung aber wenig praktikabel!
Das Problem liegt hauptsächlich an der Zuleitung! Wenn die Signaldämpfung zu hoch ist, kommt am Ziel (Kamera) nur ein verstümmeltes Signal heraus. Ein extrem kurzes Kabel hat eine niedrige Dämpfung ist aber auch unpraktisch. Man bräuchte ein längeres Kabel mit extrem niedriger Dämpfung!
Glücklicherweise gibt es so etwas sogar: Ein sog. AOC (Active Optical Cable) mit USB-Abschlüssen. Anstatt das USB-Signal elektrisch zu übertragen wird dieses intern in ein optisches Signal gewandelt und über Glasfaser übertragen. Die Dämpfung wird damit praktisch vernachlässigbar. Parallel gibt es zur Glasfaser auch elektrische Leitungen, diese dienen aber nur dazu, die USB-Spannungsversorgung (5 V) sicherzustellen. Ein solches Kabel ist nicht dicker als ein normales USB-Kabel und die Verbindungsstecker (mit den optischen Wandlern) sind auch relativ kompakt. Es muss nur sichergestellt werden, dass das erworbene AOC nicht nur USB3.0 beherrscht, sondern auch den USB2.0-Standard, da viele Kameras vor dem USB3.0-Aufbau eine Art Handshake über USB2.0 durchführen.
Zudem kann dieses AOC weit über 5 Meter lang sein, teilweise sollen sogar bis zu 30 Meter (!) möglich sein. Vorteil: Der Computer kann weiter entfernt von der Montierung aufgestellt werden, man kann ihn während der Session mit ins warme Auto nehmen oder ähnliches...
Ein solches Kabel wäre z. B. erhältlich von FIBBR (Amazon.de). Dieses hat einen USB-A-Stecker und am anderen Ende einen USB-C-Stecker. Kleiner Nachteil der Kostenpunkt: ca. 75 € für das 5m-Kabel...
Ein zusätzlicher USB-C-A-Adapter ist nötig, vorzugsweise in Winkel-Ausführung, da sonst der Kabel-Stecker am WAVE-Basispanel zu weit herausragt. Kleine Falle dabei: Diese Adapter sind i.d.R passiv und folgen nicht unbedingt den USB-Spezifikationen: Da die Pins im USB-C-Stecker spiegelgleich (symmetrisch) aufgebaut sind, wäre es im Prinzip egal, wie herum man ihn einsteckt, aber die USB-C-Pins müssen auf den asymmetrischen USB-A-Stecker abgebildet werden: So kann es passieren, dass in der einen Steckerposition USB3.0 erreicht wird, in der anderen aber nur USB2.0! Also, wenns nicht passt: Einfach umdrehen!
Ein solcher Adapter, der funktioniert, wäre z.B. ein AIYEEN (Amazon.de)
Das Endergebnis sieht dann so aus:
Ergebnis: Eine weitreichende, stabile USB3.0-Kabelverbindung ohne zusätzlichen Ballast! Es ist dann ausreichend, am DEC-Sattel ein gutes 1m-USB3.0-Kabel bis zur Kamera einzusetzen (s. o.).
Ich hoffe, das hilft allen, die von dem gleichen Problem betroffen sind!
Schöne Grüße!