Wir publizieren und sammeln die Daten in der Fachgruppe, Andreas Kammerer berechnte damit Auswertungen, die im Schweifstern publiziert werden. Ziel dieser Berechnungen ist die möglichst korrekte Helligkeitsvorhersage und eine gemittelte modellbasierte Angabe des Helligkeitsverlaufes. Daraus lässt sich schon einiges entnehmen, Helligkeistausbrüche zum Beispiel, oder ob es ein aktiver oder weniger aktiver Komet ist.
Kometen sind eines der wenigen Gebiete, wo die visuelle Schätzung den elektronischen Beobachtungen überlegen ist. Elektronisch wird die Helligkeit der zentralen Kondensation gemessen, das ist auch nützlich. Aber die Gesamthelligkeit lässt sich nicht zuverlässig mit CCD bestimmen. Und die Helligkeit ist bei weitem das wichtigste Maß.
Es gibt ein internationales Journal namens ICQ (Internationa Comet Quarterly), ein richtiges gedrucktes Heft, es erscheint vierteljährlich. Dieses publiziert Beobachtungen und sichert damit auf Dauer (für viele Jahrzehnte). Um dort publiziert zu werden, muss man regelmäßiger Einsender sein und eine ICQ-Nummer haben. Wenn man beginnt einzusenden, wird von seitens ICQ erst mal verfolgt, ob man regelmäßig qualitativ ausreichende Daten liefert.
Aus einer solchen Sammlung kann sich dann jeder bedienen, der z.B. die jetzige Erscheinung eines Kometen mit der vor 20 Jahren vergleichen möchte. Außerdem lassen sich aus Helligkeitswerten die Zusammensetzung von Kometen abschätzen. Leider sind die Daten nicht online zugänglich, nur immer verkürzte Datensätze etwa des letzten halben Jahres. Seit einiger Zeit archiviere ich das, wer da Bedarf hat, kann das von mir bekommen.
Das ICQ-Team wird von Dan Green geleitet. Ich gebe an ihn alle Helligkeitsmeldungen weiter. Diese werden zwar nicht im Journal publiziert, gehen aber in die aktuellen Auswertungen ein und sind somit in den Ergebnssen der jüngsten Kometen enthalten.
Insgesamt sind die Kometenschätzungen in etwa mit den Sonnenfleckenzahlen vergleichbar. Die daraus gewonnenen Ergebnisse werden oft von Amateuren gewonnen und sind auch für die Amateure selbst interessant. Natürlich bedienen sich auch Fachwissenschaftler. Und es lassen sich physikalische Eigenschaften ableiten.
Ich selbst finde diese Aspekt der "Nützlichkeit" durchaus bedeutend. Er ist für mich eien Motivation, die erreichbaren Kometen regelmäßig zu verfolgen. Damit bin ich oft draußen, bei meinem Hobby.