Software "ICQFormat": Meldung von Kometenbeob.

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UwePilz

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Liebe Beobachter,

um Kometenmessungen einreichen zu können, muss in der Regel das ICQ-Format benutzt werden. Dies ist umständlich zu handhaben, weil man an festgelegte Positionen der Zeile verschlüsselte Inhalte ablegen muss. Ich habe eine kleine Software geschrieben, die dies erleichtert. Sie ist über die Homepage der Fachgruppe Kometen abrufbar und kann frei benutzt werden.
 
Hi Uwe,

ich finde die Sammler von Kometendaten sollten froh sein, wenn sich wer die unentgeltliche Arbeit antut Kometen nicht nur zum Spaß zu beobachten sondern auch noch die gemessenen oder geschätzten Werte übermittelt. Daher sollte den Amateuren diese doch recht umständliche Bürokratie abgenommen werden.
Bin sicher es würden sich viel mehr aktive Gratisdatensammler beteiligen wenn sie sich aufs Beobachten konzentrieren und die Umwandlung der Rohdaten in Protokollform den Sammlern überlassen. Deine Software ist da sicher ein Schritt in die richtige Richtung. :super:

Was genau geschieht eigentlich mit den gesammelten Daten?
Wer wertet die schließlich aus, wer profitiert schließlich davon, was genau bringt das der Wissenschaft? Ist es mehr ein wissenschaftlich angehauchter Spaß da mitzumachen (viel Wert können die Daten ja nicht besitzen, nachdem keiner etwas dafür bezahlt!) oder geht es einfach darum die aktuellen Kometenbeobachtungen besser mit den alten historischen visuellen Sichtungen vergleichen zu können um dadurch eine über Jahrhunderte fortgesetzte kontinuierliche Datenreihe zu erhalten?
Ist nicht heute die CCD Technik+Fotografie viel aussagekräftiger und der visuellen Beobachtung überlegen wenn es um Durchmesser,Kondensationsgrad,Schweiflänge,Positionswinkel des Schweifes und Helligkeit geht?

CS Mike
 
Wir publizieren und sammeln die Daten in der Fachgruppe, Andreas Kammerer berechnte damit Auswertungen, die im Schweifstern publiziert werden. Ziel dieser Berechnungen ist die möglichst korrekte Helligkeitsvorhersage und eine gemittelte modellbasierte Angabe des Helligkeitsverlaufes. Daraus lässt sich schon einiges entnehmen, Helligkeistausbrüche zum Beispiel, oder ob es ein aktiver oder weniger aktiver Komet ist.

Kometen sind eines der wenigen Gebiete, wo die visuelle Schätzung den elektronischen Beobachtungen überlegen ist. Elektronisch wird die Helligkeit der zentralen Kondensation gemessen, das ist auch nützlich. Aber die Gesamthelligkeit lässt sich nicht zuverlässig mit CCD bestimmen. Und die Helligkeit ist bei weitem das wichtigste Maß.

Es gibt ein internationales Journal namens ICQ (Internationa Comet Quarterly), ein richtiges gedrucktes Heft, es erscheint vierteljährlich. Dieses publiziert Beobachtungen und sichert damit auf Dauer (für viele Jahrzehnte). Um dort publiziert zu werden, muss man regelmäßiger Einsender sein und eine ICQ-Nummer haben. Wenn man beginnt einzusenden, wird von seitens ICQ erst mal verfolgt, ob man regelmäßig qualitativ ausreichende Daten liefert.
Aus einer solchen Sammlung kann sich dann jeder bedienen, der z.B. die jetzige Erscheinung eines Kometen mit der vor 20 Jahren vergleichen möchte. Außerdem lassen sich aus Helligkeitswerten die Zusammensetzung von Kometen abschätzen. Leider sind die Daten nicht online zugänglich, nur immer verkürzte Datensätze etwa des letzten halben Jahres. Seit einiger Zeit archiviere ich das, wer da Bedarf hat, kann das von mir bekommen.

Das ICQ-Team wird von Dan Green geleitet. Ich gebe an ihn alle Helligkeitsmeldungen weiter. Diese werden zwar nicht im Journal publiziert, gehen aber in die aktuellen Auswertungen ein und sind somit in den Ergebnssen der jüngsten Kometen enthalten.

Insgesamt sind die Kometenschätzungen in etwa mit den Sonnenfleckenzahlen vergleichbar. Die daraus gewonnenen Ergebnisse werden oft von Amateuren gewonnen und sind auch für die Amateure selbst interessant. Natürlich bedienen sich auch Fachwissenschaftler. Und es lassen sich physikalische Eigenschaften ableiten.

Ich selbst finde diese Aspekt der "Nützlichkeit" durchaus bedeutend. Er ist für mich eien Motivation, die erreichbaren Kometen regelmäßig zu verfolgen. Damit bin ich oft draußen, bei meinem Hobby.
 
Moin Mike!

Einige Anmerkungen dazu:

Ich hatte mich vor einigen Monaten bei Uwe auch wg. des kryptischen Datenformats, den die FG benutzt, beklagt. Nun ist das kleine Tool raus und nimmt Einem die "Lochkarten-Formatierung" ab. ;) Einfach, aber reicht...

Was hat man davon? Man selbst: Gar nix. Genausowenig haben die Veränderlichen-Beobachter was davon, ihre Meldungen zentral abzusetzen - die AAVSO z.B. ist ein Riesen-Laden, der seit fast 100 Jahren existiert.
Auf der anderen Seite werden monatlich Dutzende Planetoide entdeckt und astrometrisch verfolgt - auch daran sind viele Amateure beteiligt, die das ebenfalls für lau machen. Das gleiche gilt für Planetenbeobachter, SN-Jäger... usw. usf.

> Ist nicht heute die CCD Technik+Fotografie viel aussagekräftiger

Das ist eben ein Trugschluß. Visuell "sieht" man ganz anders als die Kamera. Das macht sich alleine schon dabei bemerkbar, daß das Auge Licht vom Kometen nicht akkumulieren kann wie eine Langzeitbelichtung bei der Fotografie. Da werden z.T. ganz andere Details wahrgenommen als überhaupt auf Fotos zu sehen sind.

BTW: Was ist dabei "Realität"? Das, was man mit eigenen Augen sieht oder ein "pretty picture" einer CCD-Kamera?! ?)
 
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