SolarTeleskop im Selbstbau ?

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Re: Das „Ding vor dem Objektiv“ bestimmt die HWB

Hallo Rajiva,

wir kommen der Sache allmählich näher. An meinem Beispiel mit den hintereinandergeschalteten Sieben oder den aufeinanderfolgenden Türen haben wir gesehen, daß das Sieb (nicht der Sieb) mit den engsten Maschen bzw. die kleinste Tür bestimmt, was maximal durchgeht. Mit den Filtern ist das nicht anders. Nur hat nicht das 2-A- oder 1,5-A-Filter vor dem Okular „die engsten Maschen“ (also die kleinste Halbwertsbreite), sondern „das Ding vor dem Objektiv“. Das hat bei Coronado nämlich die Halbwertbreite von nur 0,7A oder 0,5A.

Das mit den Peaks (nicht Peeks) ist so: Ein Interferenzfilter läßt, abhängig von der Dicke der wirksamen Trennschicht und deren Brechungsindex, nicht nur eine einzige Wellenlänge (zuzüglich eines kleinen, durch die Halbwertsbreite ausgedrückten Toleranzbereichs) durch, sondern mehrere, die sich durch ganzzahlige Verhältnisse ausdrücken lassen. Das ist wie in der Akustik beim Anblasen einer Orgelpfeife oder Anschlagen oder Streichen einer Saite: Es entsteht als sog. Grundton eine Welle derart, daß sich z.B. an den Enden der eingespannten Saite Schwingungsknoten und dazwischen der Schwingungsbauch bilden. Die Wellenlänge (im Material, aus dem Saite besteht, z.B. Stahl) ist also die doppelte Länge der Saite. Nun entstehen aber auch die sog. Obertöne, die dem Klang (= physiologische Gesamtwirkung des Grundtons mit allen Obertönen) seine instrumententypische Klangfarbe geben. Der 1. Oberton (auch 1. Harmonische genannt) hat die doppelte Frequenz bzw. halbe Wellenlänge des Grundtons, der 2. Oberton (2. Harmonische) hat die dreifache Frequenz bzw. ein Drittel der Wellenlänge des Grundtons usw. Die Saite bildet also auch kürzere Wellen aus, bei denen aber immer an den Enden der Saite Schwingungsknoten liegen (weil die Saite dort eingespannt ist und sich deshalb dort nicht bewegen kann).

Nicht anders ist es beim Interferenzfilter. Wenn das Produkt aus Dicke seiner Trennschicht(en) und dem Brechungsindex den Wert 656,28 nm hat, dann wird quasi als „Grundton“ die doppelte Wellenlänge 1312,56 nm durchgelassen, als „1. Oberwelle” der besagte H-alpha-Wert 656,28 nm, als „2. Oberwelle“ die auch noch im sichtbaren Bereich liegende Wellenlänge 437,52 nm, als „3. Oberwelle“ die schon nicht mehr sichtbare UV-Wellenlänge 328,14 nm usw. Die Transmissionskurve verläuft also fast überall nahe Null, aber hat bei den genannten und weiteren „Oberwellen“ nach oben ragende Spitzen (engl. „peak“, daher die Schreibung mit ea, das engl. Wort „peek“ bedeutet Piepsen), also von lang- nach kurzwellig bei 1312,56 nm, bei 656,26 nm, bei 437,52 nm, bei 328,14 nm, bei 262,512 nm, bei 218,76 nm usw.

Nun soll das Auge aber nur die Strahlung H-alpha sehen, also müssen die anderen Durchlaßwellenlängen noch irgendwie gesperrt werden. Und genau das macht das andere Ding vor dem Okular. Das hat eine größere Halbwertsbreite und mithin keine bandbreitenverengende Wirkung auf die ankommende Strahlung um 656,28 nm ±0,035 nm (bei Halbwertbreite 0,7A) oder ±0,025 nm (bei Halbwertbreite 0,5A). Die ebenfalls von vorn kommende Strahlung bei den anderen Peaks aber bleibt an diesem zweiten Filter hängen. Das zweite Filter blockiert also nur die unerwünschten Peaks.

In Deinem abgespeckten Sonnenteleskop ohne „das Ding vor dem Objektiv“ ist aber jenes zweite Filter vor dem Okular dasjenige Filter mit der kleinsten Duchlaßbreite, und deshalb ist seine Halbwertbreite diejenige des Gesamtsystems.

Ich weiß, daß ich das Talent habe, um alles viele Worte zu machen, und darum sind meine Beiträge meistens länger als üblich. Aber ich denke, mit mehr Worten kann man (wenn sie nicht nur als bla-bla bestehen) auch mehr sagen, und dann wird es vielleicht auch dem klarer, der nicht so gut mit den physikalischen Grundlagen vertraut ist. In diesem Sinne bitte ich um Nachsicht für die Länge meiner Beiträge.

MfG Walter E. Schön
 
Re: Das „Ding vor dem Objektiv“ bestimmt die HWB

Hallo Walter,

ich liebe deine Beiträge, Astronomie for Dummis <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Jetzt hab ich es sogar verstanden. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />
Ich werde den 1,5A Filter aber trotzdem nehmen, da er gegenüber dem BF30 etwas 1500 Euro günstiger ist <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Danke
Rajiva

Einfach super so ein Forum !!!
 
Re: Ist schon bezahlbar ...

Hallo,

jetzt hab ich erst mal was zu lesen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Danke und obige Idee wird wahrscheinlich nochmal überdacht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Rajiva
 
Re: Ist schon bezahlbar ...

Hallo Mario,

die Preise sind niedrig <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Der Rest überfordert mich aber Total. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />

Vielleicht sollten wir mal Telefonieren ( Wir_bauen_uns_ein_Sonnenteleskop@rajiva.de ) <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Grüße
Rajiva

 
Re: Ist schon bezahlbar ...

Hallo zusammen,

jetzt habe ich noch 3 andere Fragen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

1. Wie realistisch ist es sich eine Linsenfassung zu drehen, wenn man sich eine Drehgenauigkeit von 1/50 mm zutraut (bin kein Feinmechaniker) ?

2. Ist es sinnvoll eine weitere Linse in den Strahlengang zu bringen um die Brennweite wieder zu verkürzen ?

3. Ich habe von Baader die Tips und Tricks, ist es realistisch mit den Formeln für Barlow (Brennweitenverlängerung), Shapley (Brennweitenverkürzung) zu rechnen ?

@Mario:
Den Strahlengang muss man halt mal durch einen Raytracer jagen und noch entspechend optimieren. Da stellt sich dann raus, ob's letztendlich funktioniert und was
es bringt (Aufloesungseinbusse).
Wenn man etwas mehr Zeit haette, dann haette ich mir das schon mal genauer angeschaut, aber es stehen z.Z. halt noch andere Projekte an.

Ja, ja, die Zeit. Auf mich wartet ja auch noch der EQ6-Booster, aber die Sache läßt mich jetzt einfach nicht los. Hast Du da entsprechende Software, oder gibt es sowas zum Download ?

Grüße
Rajiva
 
Re: Das „Ding vor dem Objektiv“ bestimmt die HWB

Hallo Walter,

jetzt bin ich schon etwas weiter gekommen. Ich habe mir das Programm OSLO aus dem Internet geladen und ein wenig mit dem Stahlengang rumgetraced <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Bei dem Blockfilter stellt sich mir aber die Frage, ob diese nicht viel zu Schmalbandig sind. 1A wären doch nur 0,1 nm oder ?
Das nächste unerwünschte Peek kommt aber erst bei 437nm und so würde rein theoretisch auch ein Blockfilter mit +/- 25nm das gleiche Ergebnis liefern oder ?

Grüße
Rajiva
 
Re: Das „Ding vor dem Objektiv“ bestimmt die HWB

Hallo Rajiva,

leider ist bei mir momentan die Zeit etwas knapp, und so kann ich jetzt nicht nochmals sämtliche vorangegangenen Beiträge durchlesen. Aber wenn ich mich recht erinnere, war Deine Intention doch, auf das teure schmalbandige H-alpha-Filter vor dem Objektiv zu verzichten und nur das breitbandigere Blockfilter zu benutzen, das (ebenso wie das Teleskop-Innenleben sowie vor allem Deine Augen) aber wiederum ein vorgeschaltetes, vergleichsweise günstiges Energieschutzfilter vor dem Objektiv erfordert.

Wenn das so ist, dann darfst Du das Blockfilter nicht durch ein Filter mit noch breiterem Durchlaß ±25 nm ersetzen. Was ich da früher über die Unterdrückung der Peaks schrieb (beachte „ea“, sonst wird aus „Spitze, Gipfel“ ein „Piepen“), galt unter der Voraussetzung, daß vorn ein schmalbandiges H-alpha-Interferenzfilter sitzt, das außer der H-alpha-Wellenlänge noch weitere schmale Wellenlängenbereiche an diesen „Peaks“ der Intensitätskurve über der Wellenlänge durchläßt.

Wenn Du also dieses H-alpha-Filter mit einer Durchlaßbreite von 0,5 bis 0,7 Å (oder 0,05 bis 0,07 nm) nicht hast, dann muß ersatzweise das immer noch schmalbandige, aber im Vergleich zum eigentlichen H-alpha-Filter doch schon wieder recht breitbandige Blockfilter die Aufgabe übernehmen, Dir im betrachteten Bild hauptsächlich H-alpha-Licht zu zeigen und möglichst alles andere, insbesondere wenn es heller ist, auszublenden. Die H-alpha-Strahlung ist nicht so stark und die Empfindlichkeit des Auges für diese Wellenlänge leider schon sehr gering, so daß bereits wenig anderes Licht ausreicht, das schwache H-alpha-Bild so zu überdecken, daß es nicht mehr erkennbar ist!

Je schmalbandiger der Durchlaßbereich des Filters auf die interessante H-alpha-Strahlung begrenzt ist, desto besser sind die sich darin abspielenden Details zu sehen. Gerade deshalb werden doch die großen und daher teuren Anstrengungen unternommen, die Bandbreite extrem klein zu halten! Dein Blockfilter läßt bereits viel zu viel anderes Licht durch, was die Beobachtungsqualität schon stark herabsetzt - aber dafür sparst Du viel Geld. Wenn Du nun ein noch breitbandigeres Filter statt des Blockfilters nimmst, dann kannst Du das ganze Projekt vergessen und gleich die kostengünstige Baader-Folie nehmen und hoffen, daß Dir die auch dort in geringsten Spuren enthaltene H-alpha-Strahlung nicht entgeht (tu’s nicht, Du siehst sie nicht!).

Die Überdeckung des schwachen H-alpha-Bilder durch Licht anderer Wellenlängen kannst Du mit folgendem Bild vergleichen: Wenn Du einen Dia- oder Filmprojektor mit sehr schwacher Lampe hast und in einem völlig dunklen Raum ein Bild auf die Leinwand projizierst, wirst Du das Bild sehen. Wenn Du dann bei Tag die Rolläden hochziehst, wirft der Projektor nicht weniger Licht auf die Leinwand, aber das helle Tageslicht überdeckt das Projektionsbild, so daß Du es nur noch schwach siehst. Das entspricht dem Fall mit Blockfiltern. Wenn jetzt direktes Sonnenlicht auf der Leinwand hast, siehst Du vom Projektinslicht garantiert gar nichts mehr. Genauso überdeckend dominant wäre das von einem noch breitbandigeren Filter beiderseits der H-alpha-Wellenlänge durchgelassene Licht.

MfG Walter E. Schön
 
Re: Das „Ding vor dem Objektiv“ bestimmt die HWB

Hallo Walter,

ok, aktueller Projekt Status:
Ich möchte einen 90mm/f11 Refraktor nehmen. Vor die Öffnung kommt ein 90mm Baader Cool ERF Filter. In den Strahlengang möchte ich eine Meniscuslinse 50/-400mm setzen. Diese verlängert mir die Brennweite auf f45 (Habe bei Coronado gelesen, dass es mindestens f45 sein sollte).
Nach dieser Linse möchte ich den Coronado SolarMax40 einbauen und anschließend die Brennweite mit einer 50/300mm Linse wieder auf f9.5 verkürzen. Ich habe mich ein wenig mit OSLO beschäftigt und mir den Strahlengang errechnen lassen. Bei der vielen Leserei über Interferenzfilter werde ich zunehmend mehr verwirrt. Wie Du geschrieben hast, ist der Blockfilter nur zum abschneiden der Peeks da. Jetzt habe ich mich gefragt, warum dieser so Schmalbandig ist und warum ich nicht einen viel Breitbandigeren Filter zum abschneiden der Peeks nehmen kann. Nachdem ich gelesen habe, dass Winkel bei diesen Filtern eine Riesen rolle spielen, denke ich, da der Blockfilter ja am Okularauszug sitzt und somit keine f30 bekommt, verbreitert sich die HWB dieses Blockfilters erheblich und hat dann gar keine 2A mehr. Könnte zumindest ein Grund sein, warum die so schmalbandig sind. Ich denke es wäre sicher Sinnvoll den Blockfilter noch vor die Brennweitenverkürzende Linse zu setzen. Dann hätte dieser auch fast Paralleles Licht.
Meine Frage war nun, könnte man nicht einen Blockfilter mit 650nm +25/-0nm nehmen. Immerhin ist das nächste Peek ja mindestens 200nm entfernt. Was mich auch noch sehr beschäftigt ist, dass wenn der Blockfilter auch ein H-Alpha Filter ist, hat er dann nicht die gleichen Peeks und würde diese dann auch passieren lassen ?

Grüße
Rajiva
 
Re: Das „Ding vor dem Objektiv“ bestimmt die HWB

Hallo Rajiva,

danke für die Zusammenfassung des aktuellen Standes. Jetzt bin ich wieder auf dem laufenden und kann das Problem beurteilen.

Als ich viel weiter oben in dieser Diskussion zu erklären versuchte, warum ein Interferenzfilter (also auch ein H-alpha-Etalon) grundsätzlich nicht nur einen engen Wellenlängenbereich, sondern viele - die sog. „Peaks“ - in gewissen Abständen durchläßt, hatte ich ein Zahlenbeispiel benutzt, ohne aber die wirklichen Abstände der reflektierenden Fläche des Coronado-Etalons zu kennen, die zur Interferenz führen. Mein Zahlenbeispiel war also nur zum grundsätzlichen Verständnis geeignet, nicht als Basis für eine Bauanleitung. Man kann nämlich prinzipiell mit vielen verschiedenen Abständen arbeiten, die jeweile zu einem Peak bei 656,28 nm führen, aber ansonsten eine andere Peak-Verteilung haben.

Aufgrund Deiner letzten Frage habe ich versucht, die benötigten Infos über die Coronado-Etalons zu bekommen, und dabei habe ich nicht nur den für dieses Interferenzfilter geltenden Abstand zum nächstfolgenden Peak gefunden, sondern noch mehr Informationen, die Dich interessieren könnten. Sieh mal hier nach:

http://www.sternwarte.de/sternwarte/solarmax/default.asp

Auf dieser sehr schön gemachten Seite der Schwäbischen Sternwarte Stuttgart, findest Du u.a. oben zwei für Dich interessante Bilder, die sich durch Anklicken vergrößert darstellen lassen. Im ersten Bild findest Du zwei Strahlengänge, deren oberer der übliche mit Etalon vor dem Objektiv ist und deren unterer genau das zeigt, was Du zu bauen beabsichtigst. Im zweiten Bild werden drei Transmissionskurven gezeigt, oben die des Energieschutzfilters (Langpaßfilter, das schon mal den größten Teil des sichtbaren Lichts aus dem Teleskop heraushält), dann die Transmissionskurve des Etalons, die Dir zeigt, daß bei diesem Coronado-Typ die Peaks um die H-alpha-Wellenlänge ca. 20 nm weit auseinanderliegen, und schließlich unten die Transmissionskurve des etwas breitbandigeren Blockfilteres, das von den vielen Peaks nur noch den bei 656,28 nm und damit praktisch nur noch das H-alpha-Licht durchläßt. Wie Du siehst, würde statt des Coronado-Blockfilters wohl auch eines mit ±10 nm oder sogar ±15 nm Bandbreite funktionieren, aber bei noch größerer Bandbreite wird es eng, zumal falls die Flankensteilheit nicht groß genug wäre.

Ich hoffe, Dir hilft die hier empfohlene Website weiter.

MfG Walter E. Schön

 
Re: Das „Ding vor dem Objektiv“ bestimmt die HWB

Hallo Walter,

Du bist einfach nur super !!!
Im Prinzip will ich also ein NearStar mit 90mm Öffnung bauen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Was ich aber noch nicht ganz verstehe, ist warum das NearStar keinen Blockfilter braucht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" /> ?

Danke
Rajiva
 
Re: Das „Ding vor dem Objektiv“ bestimmt die HWB

Hallo Rajiva,

daß beim NearStar kein Blockfilter eingezeichnet ist, war mir bei meiner nur flüchtigen Betrachtung noch gar nicht aufgefallen. Falls es nicht daran liegt, daß der Zeichner es vergessen hat, dürfte es einfach aus Kostengründen eingespart worden sein. Im Prinzip geht es ja auch ohne, wenn auch mit etwas schlechterer Bildqualität. Denn wenn das Energieschutzfilter das sichtbare Licht wirklich bis relativ nahe an die H-alpha-Wellenlänge sperrt, kommen neben dem erwünschten Peak bei 656,28 nm nur noch wenige andere durch. Ich würde mich zwar nicht darauf verlassen, daß die Zeichnung der drei Transmissionkurven exakt maßstäblich ist; ich nehme eher an, daß sie nur das Prinzip zeigt und die Zahl der Peaks links von 656,28 nm im Durchlaßbereich des Energieschutzfilters evt. größer ist als in der Zeichnung. Aber viele Peaks sind es sicher nicht. Und oberhalb (also in der Zeichnung rechts) von 656,28 nm sind höchstens noch drei bis vier Peaks für das menschliche Auge sichtbar, und falls die Sonne bei diesen Wellenlängen nicht viel abstrahlt, wird das die Sichtbarkeit des H-alpha-Bildes nicht allzu sehr beeinträchtigen.

Fazit: Du könntest es ja mal erst ohne Blockfilter versuchen. Mit dem Baader-Energieschutzfilter vor dem Objektiv müßte das trotzdem sicher sein, denn dieses sperrt ja auch den IR-Bereich (man könnte mal bei Baader nachfragen, ab welcher Wellenlänge, so daß man weiß, wie viele Peaks rechts von 656,28 nm durchkommen). Wenn das Bild dann noch nicht klar genug, weil von zuviel Nicht-H-alpha-Licht überdeckt sein sollte, ließe sich das Blockfilter zur weiteren Verbesserung ja immer noch nachrüsten.

MfG Walter E. Schön
 
Re: Das „Ding vor dem Objektiv“ bestimmt die HWB

Hallo Walter,

erst mal Danke, dass ich Dich immer wieder mit meinen vielen Fragen nerven darf <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Ich habe gesehen, dass Du ja auch in München wohnst und wenn Du Lust und Zeit hast, würde ich Dich gerne mal auf einen Plausch in den Biergarten einladen. Das Wetter ist ja super geeignet <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Mein Projekt hat sich auch schon wieder geringfügig geändert, da ich jetzt anstatt des SolarMax40 den ASM-40 verwenden möchte. Ich weiß zwar noch nicht was er kostet (auf der Coronadoseite ist kein Preis angegeben), aber er hat den Riesen Vorteil, dass er keine zentrale Obstruktion hat und seine HWB auch nur <0.6A ist. Die Öffnung ist bei beiden Filtern 40mm und so hoffe ich, dass er nicht wesentlich Teurer ist.

Nun habe ich noch eine Frage <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> .
Die Coronadofilter sitzen in der Regel auf einer Kippfassung (T-Max) um die H-Alpha Linie zu verschieben. Ich frage mich nun, wenn ich die H-Alpha Linie verschiebe und der Blockfilter ja sehr schmalbandig ist, kommen dann nicht nur die Wellenlängen durch die der Blockfilter durchläßt ?
Oder anders gefragt, begrenze ich mit dem Blockfilter den verschiebbaren Bereich ?
Die Frage kam auf, weil der günstigere Blockfilter von Baader ja nur 1.5A hat und es in diesem Fall vielleicht gar nicht Sinnvoll ist, einen schmalbandigeren Blockfilter zu verwenden.

Grüße
Rajiva
 
Re: Das „Ding vor dem Objektiv“ bestimmt die HWB

Guten Morgen Frühaufsteher,

Du hast ja schon um 7:40 Uhr geschrieben; da fange ich gerade mal mit dem Frühstück an (heute unter strahlend blauem Himmel!). Der Vorschlag mit dem Biergarten ist nicht schlecht. Wir sollten ihn im Auge behalten und Ort und Zeit am besten telefonisch abstimmen (4362231).

Aber erst die Arbeit, dann das Spiel: Deine Befürchtungen bezüglich der Verschiebung sind unbegründet. Die Verschiebungsmöglichkeit durch Kippen des Filters dient ja (normalerweise) nicht dem Zweck, die Durchlaßwellenlänge irgendwo hin, sondern genau auf 656,28 nm zu justieren, eben auf die H-alpha-Strahlung der Sonne! Und warum macht man das Filter dann nicht gleich so, daß es paßt? Erstens gibt es Fertigungstorleranzen, zweitens könnte das Filter beim Einbau ein wenig schräg liegen, drittens haben auch Temperaturänderungen wegen der Ausdehnung bei Erwärmung Abständsänderungen zur Folge, die die Durchlaßwellenlänge beeinflussen. Also ist es gut, wenn man mittels der Kippfassung eine Möglichkeit zur Korrektur dieser und evtl. weiterer Einflüsse (z.B. durch Dopplereffekt) hat. Da eine Schrägstellung des Filters die Weglänge zwischen den für die Interferenz nötigen Reflexionsflächen vergrößert, reduziert sich dabei die Durchlaßwellenlänge. Die Feinabstimmung durch Schrägstellen funktioniert also immer nur zu kürzerer Wellenlänge hin. Also wäre es sinnvoll, das Filter von Hause aus so zu konzipieren, daß die Durchlaßwellenlänge bei exakter Ausrichtung zur optischen Achse und Normaltemperatur eine Spur größer ist als 656,28 nm, um so für alle Fälle ein bißchen Spielraum zu haben (ob Coronado es so macht, weiß ich aber nicht).

Wie es zu Deinem Irrtum kam, zeigt Deine Aussage „wenn ich die H-alpha-Linie verschiebe ...“, die folgender kleinen Korrektur bedarf: Es wird Dir nicht gelingen, die H-alpha-Linie zu verschieben, denn die steht fest bei 656,28 nm, sofern nicht ein Dopplereffekt im Spiel ist. Was Du durch Schrägstellen verschiebst, ist also nicht die H-alpha-Linie, sondern die Durchlaßwellenlänge, die zunächst aufgrund der herrschenden Randbedingungen möglicherweise woanders als bei H-alpha lag. Und die verschiebst Du nun genau nach H-alpha.

Zurück zu Deiner Frage: Das Blockfilter, das ja auch auf 656,28 nm abgestimmt ist und im Idealfall eine zu dieser Wellenlänge symmetrische Durchlaßkurve hat, läßt unabhängig davon, wie Dein Etalon abgestimmt ist, H-alpha und beiderseits davon auch noch ein bißchen (unerwünschtes) Licht durch. Und wenn Du das Etalon in der Kippfassung nachjustierst, dann wirst Du es so tun, daß der Bildkontrast optimal wird, und das ist genau dann der Fall, wenn Du mit dem zu verschiebenden Etalon-Peak genau auf 656,28 nm liegst. Und wenn beide Peaks aufeinander liegen, ist die Transmission für H-alpha maximal. Da das Etalon die kleinere Halbwertsbreite hat, entscheidet nur dieses, was Du siehst. Erinnere Dich an ein früheres Thema dieser Diskussion: Das Blockfilter war ja nur zu dem Zweck zusätzlich eingefügt, um die anderen Peaks in 20-nm-Abständen beiderseits von H-alpha auszublenden.

MfG Walter E. Schön
 
Re: Das „Ding vor dem Objektiv“ bestimmt die HWB

Hallo Walter,

ja ja, bei so viel Projekten hat man gar keine Zeit mehr zum schlafen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

War auch schon fleißig und bin zum Hoffman nach Pasing gefahren. Habe mir da Drehmeissel zum Gewindeschneiden besorgt. Coronado hat mir geschrieben, dass ihre Filter M52*1 brauchen und das Dreht man sich am besten selbst <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Ich ruf Dich heute mal an.

Grüße
Rajiva
 
Re: Das &#8222;Ding vor dem Objektiv&#8220; bestimmt die HWB

Hallo Walter,

jetzt habe ich meinen SolarMax90 und wenn Du willst, lade ich Dich mal zum beobachten ein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Grüße
Rajiva
 
Re: SolarMax90 - großartig!

Hallo Rajiva,

da von Dir hier im Forum lange nichts zu lesen war, hatte ich gemeint, daß Du Dich vorübergehend aus dem Astrohobby ausgeklinkt hast. Um so schöner, nun diese gute Nachricht zu lesen! Ich bin natürlich sehr neugierig, durch dieses Sonnenteleskop schauen zu dürfen, würde also Dein Angebot gern annehmen.

Leider aber habe ich zur Zeit einige schwerwiegende Probleme am Hals (die hier im Forum nichts zu suchen haben), um die ich mich vorrangig kümmern muß. Aber ich werde mich wegen eines SolarMax90-Besichtigungstermins bei Dir melden, sobald ich meine Probleme gelöst habe und mich auch wieder den angenehmeren Dingen widmen kann.

Bis dahin beste Grüße

Walter
 
Re: SolarMax90 - großartig!

Hallo Walter,
da von Dir hier im Forum lange nichts zu lesen war, hatte ich gemeint, daß Du Dich vorübergehend aus dem Astrohobby ausgeklinkt hast.
Ich denke das stimmt so nicht ganz. Von mir hört man mehr als so manchen Händlern recht ist <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Leider aber habe ich zur Zeit einige schwerwiegende Probleme am Hals
Oh weia, ich hoffe Du bekommst das hin. Wir können ja mal telefonieren. Hätte da sowieso eine Frage an den Filterprofi <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Aber ich werde mich wegen eines SolarMax90-Besichtigungstermins bei Dir melden
Ja mach das, zur Zeit ist eh nicht allzuviel los auf der Sonne und das Seeing ist auch nicht der reißer. Es müßte mal so richtig Regnen und die Luft säubern!
Ich gebe meinen SolarMax90 nicht mehr her und hab meine Baader Folie bereits zum alten Eisen gelegt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Also ist nicht eilig und bei der Hitze hält man es eh nicht lange aus.

Grüße
Rajiva
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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