Sol'Ex - wer kennt es?

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Hallo Sol'Ex Freunde,

ich habe wieder mal die Sonne aufgenommen und zuerst zum Aufwärmen H alfa aufgenommen und die beiden Flanken der Linie näher betrachtet.

Dann hab ich mich auf die Ca H und Ca K Linien gestürzt. Mit Binning 2 kann man sie ja noch vernünftig gemeinsam aufnehmen und mit dem neuen Tool von Douglas super auswerten, Ca K Linie als Anker und der ganze Bereich bis Ca H im Video erfasst. Auto Dispersion hat da leider nicht funktioniert, die musste ich mit der Hand anpassen:

Screenshot 2023-08-13 152938.jpg


Aber dann habe ich mich auf Ca K gestürzt. Ohne Binning und Gain aufgedreht weil mir das Licht fehlt. Wegen der chomatischen Aberration im UV muss der Fokus für Details auf eine Linie gelegt werden, beide sind nicht gleichzeitig scharf zu kriegen. Da macht die Optik von Apo und Sol'Ex nicht mehr mit. Also Ca K scharf gestellt, so gut es geht. Da werde ich noch von F/6 auf F/9 oder 10 abblenden müssen, sowohl für die Schärfe als auch für die spektrale Auflösung. Vermutlich dann auch langsamer sampeln, damit mehr Licht ankommt. Im Roh Spektrum zeigen die Flares zwei Wellenlängen mit einem dunklen Band dazwischen.

2023-08-13-1100_4-SHG_797.jpg


Im Blog von Blog von Alexandra ist ja eine gute Zusammenstellung zu den Höhen der Photosphäre zu finden, die man in H alfa, Mg und Ca K beobachten kann. Mit dem SHG sollte ja die Feinstruktur der Ca K linie in K1V, K2V, K3, K2R, K1R bereits auflösbar sein.

Und wirklich, die einzelnen Linien sind ca. 2 Pixel Offset auseinander:
Screenshot 2023-08-13 153828.jpg
Screenshot 2023-08-13 143348.jpg


K1R mit 4 Pixel = 0.3A Offset
Screenshot 2023-08-13 141434.jpg


Vermutlich muss man die Dopplerverschiebung noch herausrechnen. Das mittlere Spektrum über die ganze Sonnenoberfläche ist durch die Rotation doch sehr verschmiert. Und die Auflösung des Sol'Ex, die man an den terrestrischen Linien überprüfen kann, sollte auch noch besser werden durch abblenden. Aber immerhin, ein paar Aufnamen sind gelungen, die man den Bereichen zuordnen kann:
"Weisslicht" im UV, 40 Pixel offset, zur groben Orientierung:
2023-08-13-1101_4-SHG_shift=40_clahe.jpg

K3 Liniemitte ohne Offset mit Protuberanzen und Filamenten:
2023-08-13-1101_4-SHG_shift=0_clahe.jpg

K1V mit - 4 Pixel Offset zeigt keine Filamente mehr:
2023-08-13-1101_4-SHG_shift=-4_clahe.jpg


CS
Arnold
 
Hallo Sonnenfreunde,

heute konnte ich die Sonne im CH Band bei 3883 A ablichten :cool:.

Damit hab ich meine Grenze im UV Bereich erreicht. Danach wird es recht schnell dunkel, weil die Empfindlichkeit der Kamera abnimmt, die Optik immer weniger Licht durchlässt und auch die Atmosphäre unduchsichtiger wird. Ein wenig ginge noch, aber CH scheint die letzte interessante Wellenlänge zu sein, die ich in der Literatur finden konnte. Mit dem Pixel Offset Tool von Douglas ist es sehr interessant zu sehen, wie sich das Bild im Bereich dieser Linie verändert, knapp daneben sieht es noch wie Weisslicht aus. Die Auto Dispersion hat hier auch nicht funktioniert, ich hab die Dispersion duch den Abstand Ca H und Ca K bestimmt und manuell eingegeben.

Screenshot 2023-08-14 183924.jpg
2023-08-14-1014_1-SHG_200_F001-401_shift=-327_clahe.jpg


Auf der infraroten Seite hat es nicht so gut funktioniert. Ich wollte das Kalzium Triplet bei 8498 bis 8668 erreichen, aber da haben mich die Schrauben vom Sol'Ex daran gehindert :mad:.

Die Schrauben herausnehmen und das Gitter nur lose drinnen zu haben war mir zu gefährlich. Da geht es erst weiter, wenn die motorische Gitterverstellung fertig ist. Da achte ich auf den nötigen Verstellweg.

CS
Arnold
 
Hallo Arnold,

sehr interessant, was Du da zeigst. Hinter den Kalzium Linien wird es bei mir auch langsam dunkel. Ich dachte erst der verwendete UV/IR Filter würde zu früh zumachen, aber es liegt wohl an der Optik, der Kamera und der Atmosphäre. Der ND Filter macht, laut Hoya, schon sehr früh auf. So bei 320nm und ist dann offen bis über 1000nm.

Leider ist hier zur Zeit nix mit Sonne _affeaugen:
Was umso ärgerliche ist, da meine Polfilter samt Fassung fertig sind. Also heißt es mal wieder Geduld haben...

Viele Grüße
Michael
 
Hallo Zusammen,

bin gerade per Zufall auf das Thema gestoßen. Leider fehlt mir dazu noch einiges an Erfahrung. Worin liegt der Unterschied zwischen Sol-EX und einem QUARK beispielsweise? Bei größeren Öffnungen wird man wohl auch bei Sol-Ex Energiefilter verwenden müssen.

Einen 3D-Drucker habe ich und auf den ersten Blick sieht Sol-Ex preisgünstiger aus als ein Quark :D

Nur fällt mir auf, dass relativ kleine Öffnungen verwendet werden. Sind dann der Einfachheit halber Aufnahmen mir Sharp Cap und co möglich? Oder benötigt man spezielle Software?

Viele Güße,
Raul
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Raul,

der größte Unterschied zu einem Quark ist, dass Du durch das Sol'Ex nicht durchschauen kannst. Es produziert ein hoch aufgelöstes Spektrum. Wenn man mit den Spalt einmal über das Bild der Sonnenscheibe fährt und das mit einer Kamera als Video über Sharpcap aufgezeichnet, kann man daraus ein Bild rekonstruieren. Die dafür notwendige Software ist frei erhältlich.

Der eigentliche Witz an Sol'ex ist aber die hohe spektrale Auflösung, die etwa eine Größenordnung über der des Quark liegt (je nach Wellenlänge). Darüber hinaus kann man mit dem Sol'Ex jede Wellenlänge abbilden, für die für Kamera empfindlich ist (und welche die Optik scharf abbilden kann).

Die meist geringen Brennweiten resultieren daraus, das der verwendete sowie Spalt nur 4,5mm lang ist. Auf denn Sensor eines imx178 passt die Sonne damit nur bis zu einer Brennweite von ca. 460mm. Durch das Scannen der Sonnenscheibe, entfällt auch die Möglichkeit des Lucky Imaging. Man kann zwar mehrere Durchgänge stacken, aber die Auflösung (räumlich wie zeitlich) eines Quark erhält man damit nicht. Also keine pretty Pictures, dafür aber ein einigs an Wissenschaft. Man kann diverse Dinge beobachten, z.B. den Dopplereffekt, den Zeemaneffekt etc. Man kann diese Bilder verschiedener Wellenlängen vergleichen und am Ende das Sol'Ex zum Star'Ex aufrüsten und Spektren von Planeten, Sternen oder anderen Deepsky Objekten machen.

Vorher Grüße
Michael
 
Hallo Raul,
es werden in erster Linie kleine Brennweiten verwendet, weil die Auswertung drauf angewiesen ist, dass die Sonne möglichst vollständig abgebildet wird. Dann lässt sich das Bild besser skalieren, indem man den Sonnenrand als Referenz verwenden kann. In den "Rohaufnahmen" ist der nämlich meist eine Ellipse.

Zur Aufnahme lässt sich jede Software verwenden, die ein .ser Video aufnehmen kann. SharpCap geht also auf jeden Fall!
Für die Auswertung braucht man dann speziellere Softwares, die aber kostenlos und gut beherrschbar sind. Da wird dann aus dem Video mit kryptischen Streifen das Bild der Sonne gerechnet.

Wenn Du eh schon den Drucker hast, kann ich Dich nur ermutigen, Dir das Optik-Set zu bestellen! Es macht einen tierischen Spaß!

Viele Grüße
Christoph
 
Hallo Raul,

Sol'Ex und Quark sind total verschiedene Geräte.

Durch ein Quark kannst du durchschauen, es ist ein schmalbandiger Sonnenfilter. Du hast siehst visuell sofort ein Bild von der Sonne, aber nur in einer Wellenlänge.

Ein Sol'Ex dagegen ist ein Spektrohelioskop. Es tastet die Sonne mit einem engen Spalt ab, nimmt etwa 3000 Spektren auf, wertet daraus eine beliebige Wellenlänge aus und setzt am Rechner ein Bild zusammen. Von Temperaturinformationen über Radialgeschwindigkeiten und mit Polfilter sogar Magnetfeld ist da viel herauszumessen. Aber es ist kein Live Bild, von Start der Aufnahme bis zum Sonnenbild am Computer braucht es eine halbe Minute.

Für schnelle Beobachtung und hochauflösende Bilder bei H alfa: Quark! Wenn die Physik interessiert: Sol'Ex !

Mich hat es erwischt und ich lese mich langsam in die Physik ein, automatisiere die Aufnahmen und wundere mich immer wieder, was es noch alles auf der Sonne gibt. Vermutlich ist Sol'Ex zwar mein erstes Spektrohelioskop, aber nicht mein letztes.

Falls du dich einlesen möchtest ist die Präsentation und das Video von Douglas Smith im Solar Chat wohl am besten verständlich, darüberhinaus die Seiten und vor allem die Videos von Christian Buil. Aber mit den Videos hab ich meine Probleme, die meisten sind französisch :cry:.

CS
Arnold
 
[…] Einen 3D-Drucker habe ich und auf den ersten Blick sieht Sol-Ex preisgünstiger aus als ein Quark :D […]
Hallo Raúl,

Arnold hat es schon beschrieben: Quark = Apfel und Sol‘Ex = Birne!

Quark, Lunt und Co. sind Interferometer. Physikalische Abläufe sind hier „nur“ in Form der Bewegung der Gasmassen in den Schichten der oberen Sonnenatmosphäre zu sehen. Je mehr Öffnung und Brennweite, umso eindrucksvoller.

Wer sich intensiver mit der Physik beschäftigen möchte, braucht (zusätzlich) den Sol‘Ex oder bessere Hardware, die dann sicher keiner mehr als billiger bezeichnen würde ;)

Charmant am Spektrohelioskop ist, das man sowas in Form eines Sol‘Ex kostengünstig, mit zugekauften optischen Komponenten, selbst bauen kann. Zudem ist man auch in der Lage beliebige FH-Linien zu scannen. Beim Interferometer geht hingegen nur die spezifizierte Linie schmalbändig.

CS & VG
Stefan
 
Hallo Zusammen,

vielen Dank für Euer Feedback. Das muss ich erst einmal verdauen :)

Vor allem Frage ich mich, ob es da auch Unterschiede bezüglich Seeing gibt. Beim Quark würde ich direkt am Bild sehen, ob das Seeing passt. Auch bezüglich dem Fokussieren frage ich mich, ob alles an sich identisch zu einem Filter wie dem Quark ist.

An sich bin ich eher schöne Aufnahmen interessiert. Daher wäre zunächst der Quark die bessere Wahl. Das Sol-Ex scheint aber insgesamt wesentlich günstiger zu sein und als netten Nebengeschmack auch mehr zu bieten. Und bis auf die Software und einen D-ERF wäre eigentlich wie beim Quark nichts weiter notwendig. Und bezüglich 3D Druck ist das in meinem Fall kein Problem. Habe alle möglichen Materialien da :)

Viele Grüße,
Raul
 
Hallo Raul,

preisgünstiger ist so eine Frage.

Das Optik Set von Shelyak ist natürlich günstig, aber dann kommen noch ein paar Ausgaben dazu. Der Fokussierer und die Kamera sollte man dazuzählen und vor allem Montierung und Steuerung. Bei der Montierung muss man sehr aufpassen, die ist bei einem scannenden Verfahren echt gefordert. In den 10 bis 20 Sekunden muss die Montierung völlig konstant laufen bei 8 - 20x Sterngeschwindigkeit. Das können viele, aber nicht jede. Ist normalerweise keine Anforderung. Kollegen sind da im Sol'Ex Forum verzweifelt, wenn eine hochpreisige Montierung völlig versagt. Dann sieht die Sonne aus wie eine liegende Birne. Ebenso muss die Kamera mit konstanter hoher Geschwindigkeit aufnehmen, sonst kriegt die Sonne Streifen.

Schau mal weiter oben im Thread, da sieht man unser Lehrgeld. Aber wenn es dann läuft, ist es faszinierend. Ich kann mich noch erinnern, wie ich Radialgeschwindigkeiten im Bereich von 50km/s gemessen habe. Habs erst nicht geglaubt, Wikipedia hat mich dann beruhigt: völlig normal :cool:

Fokussieren ist auch mit zwei Motorfokussierern noch immer mein größtes Problem. Nicht vergleichbar mit scharfstellen auf ein Bild.

Unterm Strich kommt man auf einen vergleichbaren Preis. Es ist faszinierend, was da heute möglich ist, vor wenigen Jahren war ein Spektroheliograph ein Wunderwerk der Feinmechanik, fast nur auf Uni Sternwarten vertreten und sehr groß. Heute ist es ein Spielzeug, dass man sich baut und benutzt.

Weiter oben im Thread sind auch Links auf diverse hilfreiche Quellen, einfach mal durchsehen. Es ist faszinierend, aber durchaus keine leichte Kost.

CS
Arnold
 
Danke dir. Ich lese mir das morgen früh in Ruhe durch und melde mich dann wieder :) ist dafür eigentlich auch ein D-ERF erforderlich? Denke Mal bei 80mm APOs ist das gerade so noch am der Grenze. Und bezüglich Öffnung geht wahrscheinlich auch wesentlich mehr, dann bräuchte man aber einen größeren Kamera Sensor oder man nimmt dann nur Ausschnitte auf. Hatte eigentlich vor mit ein APO 130mm zuzulegen :)

Gibt es eigentlich einen Grund , weshalb viele Sol ex auf kleinen APOs ähnlich einem Sucher montiert sind, diese wiederum auf großen Teleskopen aufsitzen? Z.b. Beispielbild 3 auf ser Webseite Sol'Ex & Star'EX : une nouvelle manière d'aborder l'astronomie - Shelyak Instruments

Viele Grüße,
Raul
 
Hallo Raul,

man braucht nur einen ND Filter, je nach Öffnung ND 8 oder 16. Hoya wird empfohlen. Das in den Videos so oft huckepack Teleskope zu sehen sind, hat vermutlich damit zu tun, dass viele ihre Leitrohre oder Sucher für das Sol'Ex nutzen. Das gut allte 'Eh-da-Prinzip' :geek:

Zu den Kosten... Ich hatte zum Glück schon eine ASI178mmc und habe als Optik ein altes Sigma APO 400mm f5.6 bei den Kleinanzeigen für 40€ gekauft. Der Adapter von Nikon AF auf m42 hat nochmal 12€ gekostet. Den Focuser gibt es beim Chinesen für 28€. Dazu kommt dann noch das Optik Set. Meine AZ-GTI hat sich als ungeeignet herausgestellt, es funktioniert nur mit der EQ6-R

Viele Grüße
Michael
 
Hallo nochmal,
statt ND Filtern kannst du auch einen Herschelkeil verwenden.
Wie schon gesagt, ist nicht die Öffnung entscheidend, sondern Brennweite. Der Schlitz ist nur 4,5mm. Wenn dein Teleskop die Sonne größer abbildet, passt sie nicht drauf und du bekommst Schwierigkeiten mit der Bildverarbeitung.
Einen APO brauchst du übrigens auch nicht zwingend. Ein einfacher Achromat würde auch genügen. Allerdings ist ein ordentlicher OAZ mit Feinverstellung sehr zu empfehlen.

Viele Grüße
Christoph
 
Ich nahm an, man könnte auch mit großen Öffnungen nur Teile davon vergrößert fotografieren...

Uns bei größeren APOs hätte ich ohne ERF eine unheimlich Energie. Wahrscheinlich komme ich aber auch durcheinander, weil der Quark für h Alpha eben einen D ERF benötigt und der Sol ex kommt auch mit Folie klar, da ich die Sonne ja nicht direkt sehe wie beim Quark.

Viele Grüße
Raul
 
Guten Morgen Zusammen,

ich habe mir nun endlich einen Bericht zu Sol-Ex durchgelesen.

Das Projekt scheint sehr interessant zu sein, wobei mir eher das visuelle bzw. fotografische am Ende interessiert. Im prinzip wird lediglich das Sol-Ex Base Kit, 3d druckteile und ein Finderscope/Refractor benötigt. Denke ein kleiner 80mm tut es auch.

Nur habe ich nichts dazu gefunden, ob vor dem Refraktor eine Folie installiert werden muss. Ich finde lediglich Beiträge, in denen 0.6ND or 1.2 ND je nach Öffnung am Sol-Ex installiert wird. Wird etwa die Energie der Sonne beim Sol-Ex durch die internen Spiegel/Flächen absorbiert? und was ist mit der Energie und Hitze vorne am Refraktor? Bei einem Quark setzt man vorne auch einen Energiefilter oder bei anderen Alternativen und Weißlicht eine Sonnenschutzfolie vorne an der Teleskopöffnung. Beim Sol-Ex finde ich dazu nicht viel.

Was mich auch interessieren würde. Mit einer 178MM macht es kaum Sinn die Sonnen vollständig aufzunehmen, wenn große Öffnungen mit z.B. 102mm verwendet werden. Aber es ist doch trotzdem möglich, Ausschnitte der Sonne aufzunehmen oder? Wie findet man entsprechende Bereiche, wenn man diese im Livebild nicht "live" sieht? Und wie fokussiert man dann Live? Werden die Spektrallinien scharf gestellt?

Viele Grüße,
Raul
 
Hallo Raul,

beim Sol'Ex bringt man so viel Licht zum Spalt, wie Teleskop und Spalt aushalten. Mit dem Shelyak Spalt (Glas Substrat) begrenzt durch einen ND Filter oder ein Herschelprisma auf etwa 5-10%, damit der Spalt nicht zerstört wird. In Beschreibung und Video von Christian Buil ist da ein Handtest beschrieben: alles ok, solange die Hand im Brennpunkt gehalten werden kann ;). Bei einem Spalt auf Quarz Substrat (Douglas Smith) kann man da viel höher gehen, das wird durch die Ausdehnung nicht so schnell zerstört.

Eine Filterfolie macht keinen Sinn, man braucht ja genügend Licht am Spalt, sonst wird das Spektrum zu dunkel. Wir reden ja von Belichtungszeiten von 2 bis 3 us, damit wir 300 fps erreichen.

Fokussierung: es werden zuerst die Spektrallinien mit dem Kamera Fokussierer scharf gestellt und dann Sonnenrand oder Details im Spektrum mit dem Teleskop Fokussierer ohne den Kamera Fokussierer nochmals anzugreifen. Diese Scharfstellung ist bei Wind und Seeing kritisch, da kämpfen wir alle noch damit.

Für Ausschnitte macht es Sinn, nicht weniger als die halbe Sonne abzubilden. Dann kann man noch den Sonnenrand für die Einstellung benutzen und der Scan muss sowieso von einer Seite der Sonne bis zur anderen erfolgen. Sonst kennt die Software keinen Sonnendurchmesser und kann das Bild nicht korrigieren. Also maximal etwa 800mm Brennweite, bei 900 ist endgültig Schluss, aber ohne viel Platz für Protuberanzen und Ausbrüche! Sonst längerer Spalt wie bei Douglas, oder die ganze Auswertung wird kompliziert.

Mein Vorschlag: mit einem kleinen Rohr bis 450mm Brennweite starten, es kann auch ein Sucher mit 200mm Brennweite sein. Hauptsache handlich und stabil. Wenn alles läuft, ist der Schritt auf ein größeres Teleskop auch nur ein kleiner Schritt.

CS
Arnold
 
Hi Arnold,

und wie verhält es sich dann mit den Sonnenstrahlen an sich, die erstmal ungefiltert durch ein Apo oder ähnliches gelangen? Darin erhitzt sich doch zunächst einmal das Gerät, je nach Bauweise. Das heißt, ich habe keine Energiefolie/Glas, sondern die Strahlen treffen in das Teleskop und werden durch diesen Spalt auf ein Minimum reduziert. Ein ND Filter sitzt dann wahrscheinlich dafür. Und Herschel hat bereits welche verbaut, die ggf. getauscht werden können ... aber weshalb überhaupt Herschel? Ist eine simple Verlängerung mit ND Filter nicht einfacher und günstiger?recherchieren.

Das heißt das Fokussieren beschränkt sich auf die Spektrallinien. Da muss man den Rand ja erst einmal finden :)

Ich überlege, welcher APO eeigneter wäre. Möglichst nicht zu lang, aber ggf. auch für einen Quarks nutzbar. Ein TS ED 102mm wäre aber da wohl noch zu verkraften :)

Viele Grüße,
Raul
 
Hallo Raúl,

der ND-Filter reicht aus, weil:
a) die Öffnung/Blende beim Sol‘Ex begrenzt werden muss - besser gesagt beim Bau auf ein Höchstmaß begrenzt wird
b) durch den Spalt (10 micrometer Breite) nur eine „geringe“ Menge an Licht kommt und eine reflektierte Oberfläche das überflüssige Licht reflektiert - das machen auch Etalons (Quark, Lunt) so

Ausschnitte lassen sich nicht „direkt“ fotografieren, weil man Referenzen braucht um die aufgenommen Streifen ausrichten zu können - ganze Sonne und Rand als Referenz.

CS & VG
Stefan
 
... wobei beim Quark bei größeren Öffnungen Energieschutzfilter notwendig sind. Und da ich eine 102mm anstrebe, dachte ich, dass das hier ebenfalls nötig ist. Ich habe zu Sol-Ex einige detaillierte Aufnahmen und großen Öffnungen gesehen, daher meine Frage, ob nur vollständige oder auch Teilaufnahmen möglich sind. Und falls ja, dann eher nach dem Zufallsprinzip. Schrafstellen kann man am Rand dann trotzdem, wenn man korrekt schwenkt.

Bezüglich Filter wird auf Youtube in einem Video gezeigt, wie ein Filter direkt vorne am FinderScope befestigt wird. Daher war ich diesbezüglich irritiert.

Viele Grüße,
Raul
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe hier beispielsweise zum Thema Filter etwas gefunden (Sol'Ex : Observation-en):

- Interface for D=67mm filter on a Takahashi FS60 refractor:
- interface for a D=77mm filter on a SkyWatcher 72ED refractor:
- interface for a D=77mm filter on Maksutov Acuter 60 mm:

Werden die jetzt doch vor der Öffnung montiert? Wird dadurch die Öffnung nicht reduziert?


Viele Grüße,
Raul
 
Hallo Raul,

ja der ND Filter wird vor die Öffnung montiert. Ob sich diese dadurch reduziert hängt ja vom Filter ab. Ein 77mm Filter vor einer 72mm Öffnung ist ja kein Problem ;)
Andererseits sind ein paar Millimeter Öffnungsverlust jetzt auch kein Beinbruch. Wichtig ist ja in erster Linie die Brennweite. Licht ist in der Regel ja genug da, somit kann das Öffnungsverhältnis auch etwas langsamer ausfallen ohne das es viel ausmacht.

Viele Grüße
Michael
 
Hallo Raul,

ja der ND Filter wird vor die Öffnung montiert. Ob sich diese dadurch reduziert hängt ja vom Filter ab. Ein 77mm Filter vor einer 72mm Öffnung ist ja kein Problem ;)
Andererseits sind ein paar Millimeter Öffnungsverlust jetzt auch kein Beinbruch. Wichtig ist ja in erster Linie die Brennweite. Licht ist in der Regel ja genug da, somit kann das Öffnungsverhältnis auch etwas langsamer ausfallen ohne das es viel ausmacht.

Viele Grüße
Michael
Meine Frage kam deshalb, weil alternativ auch ein Herschelkeil möglich wäre. Der kostet zwar einiges, würde dann aber nicht vor die Öffnung kommen. Daher nahm ich an, der Filter wie von Hoya würde ebenfalls hinter die Öffnung kommen.

Bezüglich der Durchmesser bin ich von einem Filter in 2" ausgegange.

Viele Grüße,
Raul
 
Hallo Raul,

spiegelnde Filter sind hinter der Öffnung möglich, absorbierende Filter wie das Hoya ND werden dann recht warm. Ich verwende derzeit einen Herschelkeil ohne Filter, muss aber in Zukunft für Magnetogramme einen Hoya ND einsetzen, weil der Herschelkeil durch die Reflexion polarisiert. Langfristig kommt vermutlich ein Quarz Spalt, weil ich mehr Licht brauche, vor allem im ferneren Infrarot.

CS
Arnold
 
Als Einstieg ist ein Hoya ND Filter sicherlich auch preislich gesehen die bessere Wahl. Obwohl manche Herschelkeile wie der von Lacerta nur 3x mehr kosten. Aber der ist recht groß und kommt je nach Teleskop vielleicht nicht in den Fokus. Und der von baader ist relativ teuer. Das Thema Filter ist interessant, weil z.B. einige schreiben, dass ein ND 0.6 bis 1.2 verwendet werden soll. Andere nutzen einen HOYA ND8.

Quarz Spalt? Ist das nicht extrem teuer und der Fertigung?

Was mir auch auffällt ist, dass ich kaum etwas über die Nutzung eines z.B. 72mm f/6 Apo mit FPL53 finde.

Viele Grüße,
Raul
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Sol'Ex Freunde,
bin wieder einen Schritt weiter. Die Gitterverstellung hat mir nur beschränkt gefallen, ich hätte die Teile über das Internet von verschiedenen Händlern beziehen müssen. Ich habe es zwar ausgedruckt, aber dann sein lassen,

20230817_115924.jpg

Da habe ich mal versucht, mit Teilen meines lokalen Elektronik Ladens auszukommen, und siehe da, es geht. 6mm Welle und Lager waren lagernd, den Rest hab ich gedruckt. Die Welle mit zwei Lagern versehen, ein gedrucktes Zahnrad dazwischen und den Gitterträger fliegend gelagert wie im Vorbild.
Freecad hat genervt, hab eine Ewigkeit gebraucht bis ich mit dem Modell zufrieden war. Den Deckel muss ich nochmal drucken, da wird die Skala integriert. Spart 8mm Höhe, sieht besser aus und ist stabiler. Vermutlich brauch ich auch noch ein wenig Luft für die Justage.

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Die Verstellung dreht sich sehr leicht und ist eine andere Qualität! Mit dem Motor bin ich ein paar mal hin und hergefahren.
Wie so üblich, hat sich die Sonne sofort versteckt wie der Drucker fertig war. Heftiger Gewitterregen, aber für die nächsten Tage ist auch Sonnenschein angesagt.

Eine Warnung: der Zyanacrylat Kleber (für die Wellenverbindung) hat kräftig Mist an der Oberfläche hinterlassen. Keine Angst, das blaue Teil ist nur ein Dummy, das echte Gitter habe ich erst nach einem Tag montiert.
20230817_113208.jpg
20230817_113720.jpg

Heute ist das Wetter schon wieder durchwachsen, am Nachmittag sollten sich aber noch Testaufnahmen ausgehen.

Douglas hat mich im englischen Sol'Ex Forum auf einen Denkfehler aufmerksam gemacht. Das Infrarot Magnesium Triplet kann man mit dem 2400 Linien Gitter am Sol'Ex nicht erreichen.
Im Nachhinein eh klar, ich hätte es nur im Auslege Spreadsheet eingeben müssen. Hab ich aber nicht.

Damit ist im Moment knapp hinter den terrestrischen O2 Banden Schluss, aus der Traum vom weiteren Infrarot. Aber mit einem 1200 Linien Gitter sieht es dann besser aus. Wollte mir sowieso eines für Star'Ex besorgen.
Aber zuerst wird das Vorhandene perfektioniert, der Guiding Teil aktiviert, dann wieder ein wenig eingekauft.

CS
Arnold
 
Hallo Raul,

das Fernrohr ist bis auf die Brennweite recht nebensächlich, ein Achromat reicht auch. Meines ist der TS ED72/432 also 72mm f/6 Apo mit FPL53 wie von dir gesucht, mit Baader Herschelprisma ohne weitere Filter. Steht alles weit oben im Thread ;), einfach nachlesen.

Zu den Filtern: Fotographische Filter werden nach dem Verlängerungsfaktor benannt, ein Hoya ND 8 lässt also 1/8 des Lichtes durch. Die Sonnenfilter dagegen werden nach dem Logarithmus des Verlängerungsfaktors benannt. Ein Baader ND 3 wäre so gesehen ein Hoya ND 1000. Alles nur eine Frage der Definition. Auf der Suche nach brauchbaren Filtern hat Christian Buil einige unschöne Seiten diverser Filter beleuchtet.

Den Quarz Spalt hat sich Douglas bei einer Halbleiter Lithographie Firma fertigen lassen. Da waren am Substrat einige drauf. Sicher nicht billig, aber der Spalt ist das zentrale Bauteil. 12mm lang, 9um breit und thermisch hoch belastbar. Leider nicht reflektierend und damit für Star'Ex nicht brauchbar. Da kriegt er bis 1200mm Brennweite die ganze Sonne drauf, natürlich mit anderer Optik und Kamera. Sein SHG ist etwa doppelt so groß wie das Sol'Ex und viel schwerer. Seine Bilder sind einfach Spitze. Wenn du sehen willst, wo der Hammer hängt, dann schau ins Solar Chat Forum. Oder die französischen Foren, aber da hab ich meine sprachlichen Probleme.

CS
Arnold
 
Hallo Sol'Ex Freunde,

nach dem gestrigen Wetter hat es heute wirklich geklappt. Aus der Montierung ist zwar noch ein wenig Wasser geronnen, der Polsucher war oben offen und hat was abgekriegt. Ich hab gestern auf der Flucht nur schnell Optik und Elektronik gerettet. Aber wieder Sonne und noch dazu funktioniert die Automatisierung :cool:.

Von Gestern
20230816_160556.jpg
über
20230817_125934.jpg
bis
20230817_161058.jpg


Noch nicht perfekt, aber die Fernbedienung unter dem Sonnenschirm ist einfach ein Traum verglichen mit dem Gewackel, wenn ich für jede Einstellung das Teleskop angreifen muß.
20230817_161136.jpg
20230817_161148.jpg

Auf der Sonne ist auch einiges los, leider hat der Wolkenschleier ein wenig gestört. Das Verstellen des Gitters läuft jetzt echt schnell, ich habe in kurzer Zeit drei Wellenlängen geschafft. Bei Ca K war dann Ende: Scharfstellen halb fertig, Sonne weg :regen::mad:.
Aber H alfa sieht gut aus:
2023-08-17-1327_9-SHG_shift=0_clahe.jpg


2023-08-17-1327_9-SHG_shift=0_protus.jpg


Es sind zwar noch ein paar Notizen auf der ToDo Liste, aber es macht jetzt so richtig Spaß, wenn das Wetter will :D.

CS
Arnold
 
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