Möglichkeiten der Sonnenbeobachtung
Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Sonne zu beobachten. Die günstigste ist mit Baader Sonnenfilterfolie. Diese Folie gibt es in zwei verschiedenen Ausführungen: fotografisch ND 3,8, visuell ND 5. (ND bedeutet hierbei Neutrale Dichte. Je höher die Zahl, desto weniger Licht wird durch gelassen. Vgl. Graufilter.) Preis 1/2 m² um 65,00 Euro. Gibt es natürlich in verschiedenen Größen.
Die Sonnenfilterfolie wird an die Öffnung eines Teleskopes angebracht und ist für alle Teleskoparten geeignet. Das Sonnenlicht durchläuft den Filter als erstes, und wird dann erst von der Linse oder dem Spiegel gebrochen. In den Okularauszug kommt ganz normal ein Okular, mit dem beobachtet wird. Gefährlich kann diese Folie nur werden, wenn man einen Gitterrohrtubus hat (da das Sonnenlicht seitlich auf dem Spiegel fallen kann und so auch ins Auge gelangen kann) oder wenn die Filterfassung nur lasch auf dem Teleskop aufgesteckt wird und vom leichtesten Wind weg geweht wird.
Ein anderes System, das nur mit Fraunhofer-Refraktoren, ED-Refraktoren und APOs mit einem Luftspalt-Objektiv funktioniert, ist der Herschelkeil. Dieser wird wie ein Zenitspiegel in den OAZ gesteckt und dämpft das Sonnenlicht stark ab. Mit speziellen Filtern, z. B. K-Linie-Filter, Solar-Continuum-Filter, kann man die Sonnenoberfläche in verschiedenen Wellenlängen des Spektrums beobachten. Die verschiedenen Filter zeigen dann Fackeln, Flares, Protuberanzen etc. je nach Verwendungszweck. Preis (nur Herschelkeil): teils um 400,00 €.
Und noch eine variante ist stark verbreitet: Objektivsonnenfilter (meist ein ERF (Energiereduktionsfilter) zur Wärmeblockung) ein Etalon und ein Blockfilter unmittelbar vor dem OAZ. Solche Geräte gibt es fertig zu kaufen (PST von Coronado, Sonnenteleskope von Lunt) oder man stellt sich selbst ein Teleskop mit diversen Bauteilen zusammen. Preis: ab 500,00 Euro bis XXXX,XX Euro
Sonnenbeobachtung und wie sie früher gemacht wurde: FH-Refraktor und ein zweilinsiges, unverkittetes Okular (Huygens-Okular). Das Okular muss unbedingt einen Metallbody haben (kein Plastik), denn es wird auch zumeist etwas warm. Teleskop auf die Sonne richten, Karton etwa 20 cm hinter das Okular halten und das Sonnenbild auf den Karton scharfstellen. So können auch mehrere Personen gleichzeitig die Sonne auf dem Karton beobachten.
Die Sonenenergie ungefiltert durch ein Fernglas zu jagen, halte ich aufgrund der Verkittung von Objektivlinsen und Okularlinsen nicht für ratsam, da die Verkittung zerstört werden kann.
Bitte niemals in das Teleskop schauen, wenn keine geeigneten Filter ordnungsgemäß und bestimmungsgemäß eingesetzt wurden. Die billigen Glassonnenfilter zum Eindrehen in das Okulargewinde sofort in den Müll! Diese können unter der enormen Hitzeeinwirkungen platzen.
PS: Deinen Dobson köntest Du mit einem Objektiv-Folienfilter (Sonnenfilterfolie) ausstatten. Wenn Dir die ganze Öffnung zu viel ist, oder Dir die Folie dafür zu teuer, kannst Du außermittig eine Filteröffnung anfertigen un z. B. mit 4 Zoll beobachten. Natürlich verschenkst Du so Öffnung, aber gerade in der "Mittagshitze" sind 10 Zoll u. U. sowieso zu viel des guten, was das Seeing anbelangt. (Beispiel-Bild unter:
http://picture.yatego.com/images/4506cc658b5377.4/HSF320-10Zdobson.jpg)